Marktkommentar

Februar 2026
Die Eskalation im Nahen Osten mit ihren möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, den Ölpreis und die politische Entwicklung in der Region dominiert aktuell die mediale Berichterstattung. Aufgrund der untergeordneten Rolle des Iran im Welthandel schauen die Marktteilnehmer vor allem auf die Bedrohungslage für die Öltanker in der Straße von Hormus, jedoch eher weniger auf politische Veränderungen im Iran. Ob ein Regimewechsel von den USA beabsichtigt ist und ob dieser überhaupt gelingen kann, ist für uns nicht einzuschätzen. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Unruhe an den Märkten schnell legen wird, sobald sich eine Lösung der militärischen Auseinandersetzung und damit eine Entspannung bei der Öl-Versorgungslage abzeichnet.

Abseits des Konflikts haben uns in den letzten Wochen vor allem zwei Themen beschäftigt. Zum einen gibt es erste Risse in den Fassaden der US-Tech-Giganten, zum anderen fließen neue Anlagegelder derzeit zu über 80% in Investitionen außerhalb der USA, sicherlich auch eine Folge des erstgenannten Punktes.

Was hat sich geändert? Die Ausgangslage: In den letzten Jahren flossen viele Anlegergelder in die „Magnificent Seven“, die vor allem mit der rasanten Entwicklung im KI-Geschäft und enormen Ausgaben in diesem Bereich für Kursfantasien gesorgt haben. Dieser massive Geldzufluss und die damit einhergehenden Kurssteigerungen haben vor allem in diesem Segment zu hohen Bewertungen geführt. Der amerikanische Aktienmarkt wurde dadurch zur „teuersten“ Börse der Welt. Die hohe Gewichtung der Tech-Giganten in den führenden Indizes hat zudem dazu geführt, dass bei passiven Indexinvestoren der Anteil von Technologietiteln mittlerweile bei 50% angelangt ist. Ein historisches Klumpenrisiko. 

Seit Jahresbeginn machen sich zunehmend die Schattenseiten des KI-Booms bemerkbar. Denn es wird zunehmend klar, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz etablierte Geschäftsmodelle anderer Branchen nicht nur infrage stellt, sondern teilweise ein existenzbedrohendes Potenzial aufweist. Im Abstand weniger Tage wurde daher Branche für Branche abgestraft, egal ob Softwareriesen, Versicherungs- oder Finanzvermittler, Immobiliendienstleister, Logistiker oder die Cyberindustrie – überall droht eine Disruption, da die Künstliche Intelligenz Dinge automatisiert, für die man heute noch Dienstleister bzw. Personal benötigt. Profiteure dieses Trends sind vor allem die KI-Entwickler und die Ausrüster für die benötigte KI-Infrastruktur. 

Daher verfälscht ein Blick auf die Indizes die tatsächliche Lage am Aktienmarkt. Die Entwicklung des amerikanischen S&P 500, der seit Jahresbeginn leicht im Minus ist, täuscht darüber hinweg, dass die Bandbreite der enthaltenen Titel mittlerweile zwischen plus 175% und minus 40% liegt und immerhin über ein Fünftel der Unternehmen Kursverluste von über 20% seit Jahresbeginn verkraften mussten.

Kritisch sehen wir weiterhin die Schuldensituation der USA, die die FED in eine Zwickmühle bringt. Einerseits müssen die Zinsen sinken, damit die US-Wirtschaft und die Konsumenten mit günstigen Krediten versorgt werden und die Zinszahlungen für die US-Staatsschulden niedrig bleiben. Diese belaufen sich jetzt schon auf eine Billion US-Dollar pro Jahr und werden sich auf Sicht verdoppeln, wenn sich die Ausgabenpolitik des Staates nicht ändert. Andererseits sinkt die Inflation in den USA nicht wie erhofft, so dass man die Leitzinsen wohl eher nicht senken dürfte. Trumps designierter Notenbankchef wird unserer Meinung nach jedoch eher auf der Linie des Präsidenten sein und die Zinsen weiter senken, was wiederum den US-Dollar schwächt und die Edelmetall- und Rohstoffpreise weiter steigen lassen dürfte.

Anleger kehren daher US-Titeln zunehmend den Rücken und suchen ihr Glück in eher konservativen Branchen mit stabiler Einnahmesituation in Asien und Europa. Dort finden sie zudem deutlich günstigere Bewertungsniveaus vor und viele Unternehmen sind zudem oft Marktführer in ihrem jeweiligen Betätigungsfeld. Außerdem werden Währungsverluste im US-Dollar vermieden bzw. für amerikanische Investoren locken dadurch potenzielle Zusatzerträge durch Währungsgewinne.

Unser Skyline Dynamik Fonds liegt per Ende Februar über 10% im Plus und damit auch im Wettbewerb weiterhin auf Platz 1 in seiner Vergleichsgruppe. DAX und DJ EuroStoxx konnten hingegen im gleichen Zeitraum nur etwa 3-5% zulegen. Und dies, obwohl wir bereits mehrfach die Preissteigerungen bei Gold und Rohstoffen für Gewinnmitnahmen genutzt und zunächst Liquidität vorgehalten haben. Die aktuelle Situation haben wir gleich zum Wochenbeginn für erste Aufstockungen von deutschen und europäischen Aktien und Titeln aus den Schwellenländern genutzt. 

Die alte Börsenweisheit „Man soll kaufen, wenn die Kanonen donnern und verkaufen, wenn die Violinen spielen!“ erklärt im Prinzip die antizyklische Vorgehensweise bei der Investitionssteuerung im Portfolio. Investieren lohnt sich bei einer Panik und Krisen an der Börse, während man in Euphoriephasen eher an Teilverkäufe zur Gewinnmitnahme denken sollte. 

Von einer Euphorie am breiten Aktienmarkt kann derzeit keine Rede sein, viele Marktteilnehmer agieren aufgrund der fortlaufenden Krisen zurückhaltend und warten aufgrund des Iran-Konflikts mit ihrem Einstieg. Wer vorher investiert, nutzt die niedrigeren Kurse aus und profitiert von einer Erleichterungsrallye. Sollten Sie daher noch Liquidität geparkt haben, ist nun sicherlich ein günstiger Zeitpunkt, um eine Aufstockung Ihrer Fondsanlagen vorzunehmen. 

Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner unter 06172-76450 für ein Gespräch zur Marktsituation und Ihren Fondsanlagen zur Verfügung.

 
Ihr Fonds Direkt Team


Marktkommentar, Februar 2026 als PDF zum Download

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