Marktkommentar
Juli 2026
Im Juli ergab sich ein gemischtes Bild bei der Entwicklung der Aktienmärkte: Während es im DAX und DJ EuroStoxx durch sehr gute Unternehmensergebnisse weiter aufwärts ging, kam es in den USA durch die Korrektur bei den Technologiewerten zu einem Durchatmen. Die Nasdaq verlor rund 3,2% und der S&P 500 fuhr seinen ersten Juli-Verlust seit 2014 ein.
Der Themenkomplex Künstliche Intelligenz steht nach wie vor im Fokus der Anleger, daneben bestimmen die Auswirkungen des Irankonflikts vornehmlich die Schlagzeilen. Vom üblichen Sommerloch in der Ferienzeit kann daher nicht gesprochen werden. Vor allem das historische Ausmaß der Investitionen in die Infrastruktur für den KI-Ausbau sorgt für Turbulenzen. Diese Investitionen sind mittlerweile nicht mehr durch den normalen Cash-Flow der Unternehmen stemmbar, diese finanzieren die Investitionen zunehmend über die Anleihemärkte. Bis Ende 2027 rechnet man mit einem Kapitalbedarf von rund 1,75 Billionen US-Dollar, der über diesen Weg beschafft werden soll.
Damit konkurrieren die Unternehmen direkt mit der US-Notenbank, die ihren historisch hohen Finanzierungsbedarf ebenfalls über die Anleihemärkte decken muss. Neben der Finanzierung des US-Staatsdefizits von jährlich rund 3 Billionen US-Dollar werden in den nächsten zwölf Monaten etwa ein Viertel der US-Staatsanleihen fällig und müssen zum aktuellen Zins verlängert werden. Es handelt sich um ein Volumen von rund 9 Billionen US-Dollar, das zuvor zu deutlich günstigeren Zinssätzen emittiert wurde. Schon jetzt machen die Zinszahlungen für die bestehenden Staatsschulden den größten Posten im Haushalt aus und schränken den Gestaltungsspielraum der US-Regierung spürbar ein.
Das Dilemma, in dem Notenbankchef Warsh steckt, wird nun deutlich sichtbar: Während die Inflationsrate, nicht zuletzt auch durch die im Rahmen des Iran-Konfliktes gestiegenen Energiepreise, hartnäckig auf hohem Niveau verharrt, läuft die US-Konjunktur nicht wie gewünscht und sollte eigentlich durch niedrigere Zinsen stimuliert werden. Zuletzt bestätigten die schwächeren US-Arbeitsmarktdaten die eher schleppende Entwicklung.
Viele Marktteilnehmer gehen von Leitzinsanhebungen durch die FED aus, um die gestiegene Inflation einzudämmen. Wir sind jedoch anderer Meinung: Sehr wahrscheinlich hat die US-Notenbank kaum eine andere Wahl, als sich für eine Entlastung durch niedrigere Anleihezinsen zu entscheiden. Eine weitere Leitzinsanhebung sehen wir nicht.
Die spannende Frage wird zudem sein, wer all diese Anleihen kaufen soll. Die Sparquote der US-Haushalte ist auf dem niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2008, es ist also aus dem Privatsektor mit deutlich reduzierter Nachfrage zu rechnen. Bisher konnte man vor allem auf japanische Anleger zählen, die einerseits die Zinsdifferenz ausnutzten, um höhere Einkünfte zu erzielen, gleichzeitig aber auch von der Abschwächung des Yen gegenüber dem US-Dollar profitierten und so zusätzliche Währungsgewinne erzielen konnten.
Die Notenbanken in den USA und in Japan sind jedoch bestrebt, die Abschwächung des Yen zu beenden. Gleichzeitig sind die Zinsen für japanische Anleihen gestiegen, so dass die Nachfrage nach US-Staatsanleihen künftig verhaltener ausfallen dürfte. Wie bereits mehrfach erwähnt, reduziert der Globale Süden, allen voran China, ebenfalls die US-Dollar-Abhängigkeit und kauft lieber Gold statt neue US-Anleihen.
Wegen des schwierigen Umfeldes erwarten wir ein Eingreifen der Notenbank in die Zinsstruktur am Kapitalmarkt, um das Zinsniveau für langlaufende Staatsanleihen zu senken und damit verbunden positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Aktienmärkte. Gleichzeitig sollten Gold und Rohstoffe ebenfalls profitieren, während Zinsanlagen weiterhin unattraktiv bleiben.
In unserem Skyline Dynamik Fonds fühlen wir uns daher mit dem Schwerpunkt auf deutschen und europäischen Aktien sowie den Investitionen im Gold- und Rohstoffbereich weiterhin wohl. Gerade letztere konnten von den jüngsten Aufwärtsbewegungen profitieren. Nach wie vor blicken wir dem weiteren Jahresverlauf zuversichtlich entgegen und sehen, trotz der geopolitischen Verwerfungen, sehr gute Chancen auf eine weiterhin positive Entwicklung an den Aktienmärkten.
Für Fragen rund um das aktuelle Börsengeschehen oder zu Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.
Ihr Fonds Direkt Team
