Marktkommentare

2026


März 2026

Anfang März eskalierte der anhaltende Unruheherd im Mittleren Osten zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und den USA auf der einen Seite und dem Iran und dem von ihm unterstützten Rebellengruppen auf der anderen Seite. Seitdem halten die täglichen Meldungen über Angriffe, Gegenangriffe und vor allem die Blockade der Straße von Hormus die Welt und die Kapitalmärkte in Atem und führten zu entsprechenden Kurskapriolen.


Die zerstörten und beschädigten Ölanlagen und der blockierte Schiffsverkehr haben Auswirkungen auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung, da etwa 20% der Öllieferungen durch dieses verstopfte Nadelöhr transportiert werden. Auch wenn Europa direkt nur in geringem Umfang von den Öllieferungen durch die Straße von Hormus abhängig ist, beeinflusst der auf dem Weltmarkt gebildete Ölpreis auch hierzulande die wirtschaftliche Entwicklung. Der Ölpreis hatte sich in der Spitze gegenüber dem Jahresanfang nahezu verdoppelt, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen. In der hitzigen Diskussion über die erhöhten Spritpreise blieben jedoch die Auswirkungen auf andere Rohstoffpreise, wie Düngemittel oder das für die Chipproduktion unerlässliche Helium, in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbeachtet.


Diese Kostensteigerungen werden sich in höheren Inflationszahlen bemerkbar machen und verstärken in der Folge auch das aktuelle Dilemma der Notenbanken: Einerseits bremsen gestiegene Rohstoffpreise die wirtschaftliche Entwicklung, die man mit sinkenden Leitzinsen ankurbeln könnte, andererseits sind Zinserhöhungen bei inflationären Tendenzen das Instrument zur Gewährleistung der Geldwertstabilität, die bei vielen Notenbanken die Hauptaufgabe des Handelns darstellt.


Es droht also eine sogenannte Stagflation: Eine stagnierende wirtschaftliche Entwicklung bei gleichzeitig erhöhter Inflation. Entsprechend sind die Äußerungen über die künftigen Zinsschritte seitens der Notenbanken bestenfalls vage; man wartet auf belastbare Daten und entscheidet situativ. Dass sich der Druck der Politik auf die verantwortlichen Entscheider deutlich erhöhen wird und Präsident Trump die Forderungen nach niedrigeren Zinsen weiter vehement vertreten wird, steht für uns fest. Die Schuldensituation in den USA hat sich durch die Militärausgaben der letzten Wochen noch einmal deutlich verschärft, das Haushaltsdefizit hat sich weiter erhöht, die Ausgaben für die ausufernden Staatsschulden nehmen rasant zu. Der US-Dollar wird daher aus unserer Sicht weiterhin schwächer tendieren.


Das stagflationäre Umfeld und die sich weiterhin abzeichnende Abkehr vom US-Dollar erhöhen zudem die Attraktivität von Gold als Anlagealternative. Nach den Korrekturen der letzten Wochen liegt der Goldpreis rund 10% unter seinem Hoch von Ende Januar. Auslöser des Kursrückgangs waren massive Verkäufe der türkischen Notenbank zur Stützung der Lira und der Abwendung einer Wirtschaftskrise. Zwischen Ende Februar und Anfang März wurden über 50 Tonnen Gold, also etwa 10% der heimischen Vorräte, verkauft und somit etwa 20 Milliarden US-Dollar erlöst. Trotz der jüngsten Kursrückgänge liegt der Goldpreis über 50% höher als im Sommer 2025 und 10% höher als zum Jahresbeginn 2026. Die Gewinnentwicklung bei den Minenunternehmen ist entsprechend positiv, so dass wir, nachdem wir im ersten Quartal mehrfach Gewinne bei Minenaktien realisiert haben, bereits erste Aufstockungen der Bestände in unseren verwalteten Portfolios und in unserem Skyline Dynamik Fonds vorgenommen haben.

Wir fühlen uns daher gut aufgestellt und halten weiterhin Liquidität vor. Der jüngste Waffenstillstand scheint fragil zu sein und es ist weiterhin unklar, ob die Ziele der Militäroperation erreicht wurden und wie sich die Situation im Persischen Golf entwickeln wird. Für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten, vor allem im Bereich der Rohstoff- und Edelmetallunternehmen, sind wir weiterhin optimistisch. Sobald sich eine dauerhafte Lösung des Konfliktes abzeichnet, sollte es zu Erleichterungsreaktionen an den Börsen kommen. Bleiben Sie daher investiert und nutzen Sie die Kursschwankungen zum Aufstocken Ihrer Positionen. 


Für Fragen zu unseren Aktivitäten im vermögensverwaltenden Skyline Dynamik Fonds, dem aktuellen Börsengeschehen oder Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Februar 2026

Die Eskalation im Nahen Osten mit ihren möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, den Ölpreis und die politische Entwicklung in der Region dominiert aktuell die mediale Berichterstattung. Aufgrund der untergeordneten Rolle des Iran im Welthandel schauen die Marktteilnehmer vor allem auf die Bedrohungslage für die Öltanker in der Straße von Hormus, jedoch eher weniger auf politische Veränderungen im Iran. Ob ein Regimewechsel von den USA beabsichtigt ist und ob dieser überhaupt gelingen kann, ist für uns nicht einzuschätzen. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Unruhe an den Märkten schnell legen wird, sobald sich eine Lösung der militärischen Auseinandersetzung und damit eine Entspannung bei der Öl-Versorgungslage abzeichnet.


Abseits des Konflikts haben uns in den letzten Wochen vor allem zwei Themen beschäftigt. Zum einen gibt es erste Risse in den Fassaden der US-Tech-Giganten, zum anderen fließen neue Anlagegelder derzeit zu über 80% in Investitionen außerhalb der USA, sicherlich auch eine Folge des erstgenannten Punktes.


Was hat sich geändert? Die Ausgangslage: In den letzten Jahren flossen viele Anlegergelder in die „Magnificent Seven“, die vor allem mit der rasanten Entwicklung im KI-Geschäft und enormen Ausgaben in diesem Bereich für Kursfantasien gesorgt haben. Dieser massive Geldzufluss und die damit einhergehenden Kurssteigerungen haben vor allem in diesem Segment zu hohen Bewertungen geführt. Der amerikanische Aktienmarkt wurde dadurch zur „teuersten“ Börse der Welt. Die hohe Gewichtung der Tech-Giganten in den führenden Indizes hat zudem dazu geführt, dass bei passiven Indexinvestoren der Anteil von Technologietiteln mittlerweile bei 50% angelangt ist. Ein historisches Klumpenrisiko. 


Seit Jahresbeginn machen sich zunehmend die Schattenseiten des KI-Booms bemerkbar. Denn es wird zunehmend klar, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz etablierte Geschäftsmodelle anderer Branchen nicht nur infrage stellt, sondern teilweise ein existenzbedrohendes Potenzial aufweist. Im Abstand weniger Tage wurde daher Branche für Branche abgestraft, egal ob Softwareriesen, Versicherungs- oder Finanzvermittler, Immobiliendienstleister, Logistiker oder die Cyberindustrie – überall droht eine Disruption, da die Künstliche Intelligenz Dinge automatisiert, für die man heute noch Dienstleister bzw. Personal benötigt. Profiteure dieses Trends sind vor allem die KI-Entwickler und die Ausrüster für die benötigte KI-Infrastruktur. 


Daher verfälscht ein Blick auf die Indizes die tatsächliche Lage am Aktienmarkt. Die Entwicklung des amerikanischen S&P 500, der seit Jahresbeginn leicht im Minus ist, täuscht darüber hinweg, dass die Bandbreite der enthaltenen Titel mittlerweile zwischen plus 175% und minus 40% liegt und immerhin über ein Fünftel der Unternehmen Kursverluste von über 20% seit Jahresbeginn verkraften mussten.


Kritisch sehen wir weiterhin die Schuldensituation der USA, die die FED in eine Zwickmühle bringt. Einerseits müssen die Zinsen sinken, damit die US-Wirtschaft und die Konsumenten mit günstigen Krediten versorgt werden und die Zinszahlungen für die US-Staatsschulden niedrig bleiben. Diese belaufen sich jetzt schon auf eine Billion US-Dollar pro Jahr und werden sich auf Sicht verdoppeln, wenn sich die Ausgabenpolitik des Staates nicht ändert. Andererseits sinkt die Inflation in den USA nicht wie erhofft, so dass man die Leitzinsen wohl eher nicht senken dürfte. Trumps designierter Notenbankchef wird unserer Meinung nach jedoch eher auf der Linie des Präsidenten sein und die Zinsen weiter senken, was wiederum den US-Dollar schwächt und die Edelmetall- und Rohstoffpreise weiter steigen lassen dürfte.


Anleger kehren daher US-Titeln zunehmend den Rücken und suchen ihr Glück in eher konservativen Branchen mit stabiler Einnahmesituation in Asien und Europa. Dort finden sie zudem deutlich günstigere Bewertungsniveaus vor und viele Unternehmen sind zudem oft Marktführer in ihrem jeweiligen Betätigungsfeld. Außerdem werden Währungsverluste im US-Dollar vermieden bzw. für amerikanische Investoren locken dadurch potenzielle Zusatzerträge durch Währungsgewinne.


Unser Skyline Dynamik Fonds liegt per Ende Februar über 10% im Plus und damit auch im Wettbewerb weiterhin auf Platz 1 in seiner Vergleichsgruppe. DAX und DJ EuroStoxx konnten hingegen im gleichen Zeitraum nur etwa 3-5% zulegen. Und dies, obwohl wir bereits mehrfach die Preissteigerungen bei Gold und Rohstoffen für Gewinnmitnahmen genutzt und zunächst Liquidität vorgehalten haben. Die aktuelle Situation haben wir gleich zum Wochenbeginn für erste Aufstockungen von deutschen und europäischen Aktien und Titeln aus den Schwellenländern genutzt. 


Die alte Börsenweisheit „Man soll kaufen, wenn die Kanonen donnern und verkaufen, wenn die Violinen spielen!“ erklärt im Prinzip die antizyklische Vorgehensweise bei der Investitionssteuerung im Portfolio. Investieren lohnt sich bei einer Panik und Krisen an der Börse, während man in Euphoriephasen eher an Teilverkäufe zur Gewinnmitnahme denken sollte. 


Von einer Euphorie am breiten Aktienmarkt kann derzeit keine Rede sein, viele Marktteilnehmer agieren aufgrund der fortlaufenden Krisen zurückhaltend und warten aufgrund des Iran-Konflikts mit ihrem Einstieg. Wer vorher investiert, nutzt die niedrigeren Kurse aus und profitiert von einer Erleichterungsrallye. Sollten Sie daher noch Liquidität geparkt haben, ist nun sicherlich ein günstiger Zeitpunkt, um eine Aufstockung Ihrer Fondsanlagen vorzunehmen.


Die hervorragende Entwicklung unseres Skyline Dynamik Fonds sorgt für ein zunehmendes Interesse in der Presse. Anbei senden wir Ihnen ein Interview aus der aktuellen Ausgabe von Deutschlands ältestem Börsenmagazin „Börse Online“ zu Ihrer Information. 


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner unter 06172-76450 für ein Gespräch zur Marktsituation und Ihren Fondsanlagen zur Verfügung.

 

 


Januar 2026

Auch im neuen Jahr kommt die Welt nicht zur Ruhe. Vor allem ein Akteur bestimmt nach wie vor die Schlagzeilen: US-Präsident Donald Trump. Seine Aktionen dominieren das weltpolitische Tagesgeschehen und die Konsequenzen aus seinen Aktionen beschäftigen die Märkte. Wobei mittlerweile ein gewisser Gewöhnungseffekt bezüglich seiner typischen Vorgehensweise eingetreten ist, für die es sogar ein eigenes Kürzel gibt: TACO, für „Trump always chickens out“. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Erst droht er mit Maximalforderungen und drastischen Konsequenzen, dann relativiert und schließlich verhandelt er. Daher zeigten sich die Anleger nahezu unbeeindruckt vom militärischen Eingriff in Venezuela, dem Streit um Grönland, den Äußerungen über Kuba oder den Drohungen in Richtung des iranischen Regimes. 


Tritt man einen Schritt von den täglichen Äußerungen Trumps zurück und schaut auf die „Großwetterlage“, lassen sich die folgenden Eckpunkte seiner Agenda feststellen: Die US-Wirtschaft soll wachsen, hierfür soll der Zugang zu Krediten über günstigere Zinsen erleichtert werden. Zudem ist Trump ein bekennender Fan eines schwächeren US-Dollars, der den US-Exporten zugutekommt.


Da Fed-Chef Jerome Powell in seinen Augen die Zinsen nicht schnell und stark genug gesenkt hat, griff Trump ihn und andere Fed-Gouverneure persönlich an und hat alles in seiner Macht Stehende getan, um Powell von seinem Posten zu entfernen. Wir gehen davon aus, dass der jüngst ernannte Nachfolger Kevin Warsh mit Amtsantritt im Mai auf die Linie des US-Präsidenten einschwenken wird. Weitere Leitzinssenkungen und die Ausweitung des jüngst begonnenen Anleihekaufprogramms sind daher höchst wahrscheinlich. Dass dabei das Vertrauen in die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank und in den US-Dollar weiter abnimmt, wird von Trump gerne in Kauf genommen, da dies zu dem von ihm gewünschten schwächeren US-Dollar führt. 


Ein weiterer Faktor für eine Abschwächung des US-Dollars ist die derzeitige Schuldenentwicklung in Japan, die in den letzten fünf Jahren zu einer 50%igen Abwertung des Yen geführt hat. Gleichzeitig hält Japan etwa 1,2 Bio. US-Dollar in amerikanischen Staatsanleihen und ist dadurch der weltweit größte Gläubiger der USA. Um den Yen zu stützen, könnte die Bank of Japan daher auf Sicht zugunsten des Yen intervenieren und dafür einen Teil der US-Anleihen verkaufen, um so den Yen Kurs zu stützen, was den Druck auf den US-Dollar zusätzlich erhöhen würde. Aus unserer Sicht bleiben daher Anlagen im US-Dollar ohne Währungsabsicherung weiterhin unattraktiv. 


Denn die konfrontative Außenpolitik der Vereinigten Staaten führt vor allem bei Investoren des „Globalen Südens“ weiterhin zu einer Kaufzurückhaltung von US-Staatsanleihen, stattdessen werden die Gelder in alternative Anlagen wie Gold investiert. Im Edelmetallsektor sehen wir nach dem jüngsten reinigenden Gewitter weiterhin gute Gewinnaussichten, daher halten wir an unserer Beimischung von Edelmetall- und Rohstofftiteln fest. Zudem führen die sprudelnden Einnahmen der Goldproduzenten dazu, dass diese Unternehmen mittlerweile auch attraktive Dividendenzahler sind und sich dadurch einen neuen Anlegerkreis erschließen.


Chancen sehen wir für die Aktienmärkte durch die weltweiten Konjunkturprogramme. Egal ob in Japan, China, USA oder Europa, das Wirtschaftswachstum soll durch zusätzliche staatliche Investitionen angekurbelt werden. Die angestoßenen Investitionen in die marode Infrastruktur oder in neue Techniken, wie beispielsweise KI-Rechenzentren, machen sich bemerkbar und sollten auch hierzulande zu einem höheren Wirtschaftswachstum führen, als es aktuell prognostiziert wird. 


Bei den KI-Investitionen ist zu beobachten, dass vor allem die Firmen aus der zweiten und dritten Reihe profitieren dürften. Denn die Milliardeninvestitionen der großen Technologiekonzerne, bei denen unklar ist, ob die Investitionen zu nennenswerten Gewinnen führen werden, kurbeln sowohl das Wachstum bei den Hardware-Ausrüstern für die benötigte Infrastruktur als auch bei den Nutzern der Software im Industrie- und Dienstleistungssektor an, die die KI einsetzen, um Kunden zu gewinnen oder Kosten zu senken. Die Nutznießer des großen KI-Booms sollten also vor allem Unternehmen sein, die von der bereitgestellten Infrastruktur profitieren und nicht diejenigen, die diese aufbauen.


In unseren verwalteten Portfolios und dem Skyline Dynamik Fonds halten wir daher an der bestehenden Anlagestruktur fest. Den Schwerpunkt bilden weiterhin deutsche und europäische Value-Titel. Aktien aus dem Rohstoff- und Edelmetallsektor spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch die hohe Gewinndynamik in diesem Sektor haben wir hier bereits mehrfach Gewinne realisiert, um eine zu hohe Gewichtung im Portfolio zu vermeiden. Die frei gewordenen Mittel haben wir teilweise zur Aufstockung unseres Schwellenländeranteils genutzt und erste Positionen im Bereich der KI-Infrastruktur aufgebaut, die wir tendenziell weiter erhöhen werden.


Für Fragen zu unseren Aktivitäten im vermögensverwaltenden Skyline Dynamik Fonds, dem aktuellen Börsengeschehen oder Ihren Fondsanlagen und steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.

 



Marktkommentare

2025


Dezember 2025

Nach einem gelungenen Jahresstart blicken wir auf ein für Aktienanleger sehr erfreuliches Börsenjahr 2025 zurück, insbesondere für die Investoren in unserem Skyline Dynamik Fonds. Für seine herausragende Wertentwicklung mit einem Plus von über 46% in 2025 wird er mit mehreren „Goldenen Bullen“ der Börsen Medien AG (vormals Finanzen Verlag) ausgezeichnet, zu der zum Beispiel die Zeitschriften Euro am Sonntag und Börse Online gehören. In seiner Kategorie belegt der Skyline Dynamik Fonds folgende Ränge:


Platz 1 über ein Jahr

Platz 2 über 3 Jahre und 

Platz 3 über 20 Jahre 


Er zählt damit zu den erfolgreichsten vermögensverwaltenden Fonds der letzten Jahre!


Im vergangenen Jahr haben vor allem politische Einflüsse das Marktgeschehen an den internationalen Börsen geprägt. Allen voran die Zollpolitik der USA. Ökonomisch betrachtet ist die Begründung der Strafzölle als Ausgleich für bestehende Handelsdefizite nach wie vor sehr fragwürdig, dessen ungeachtet führten die Zollandrohungen im Frühjahr zunächst zu einer Schockreaktion an den Märkten. Nach der Nervosität der ersten Wochen wurde jedoch klar, dass sich die Zölle in vielen Bereichen auf ein verträgliches Maß einpendeln würden und vieles eben sprichwörtlich nicht so heiß gegessen wie gekocht werden würde, dennoch sorgten die Eingriffe in den freien Welthandel im restlichen Jahr immer wieder für Unruhe.


Zudem wird die Führungsrolle der USA aufgrund des Gebarens der US-Administration international zunehmend in Frage gestellt. Eigentlich sprechen die militärische und wirtschaftliche Dominanz der USA und die höheren US-Zinsen für einen starken US-Dollar. Die Sorgen um die ausufernden Staatsschulden und die Querelen zwischen Präsident Trump und dem FED-Chef Powell haben jedoch zu einem Vertrauensverlust und einer Abwertung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen geführt. 


Für deutsche Investoren muss daher neben der Entwicklung der lokalen Aktienmärkte auch immer die Entwicklung der Währung berücksichtigt werden. Dadurch blieben von der 15%igen Steigerung des S&P 500 in 2025 währungsbereinigt gerade einmal 4% übrig, von der 21%igen Steigerung des MSCI WELT wegen der hohen Amerikagewichtung (75%) nur etwa 7%. 


Zudem wenden sich die Länder des „Globalen Südens“ aufgrund der politischen Spannungen zunehmend von den USA ab und reduzieren ihre US-Dollar-Abhängigkeit. Fällige US-Staatsanleihen werden nicht durch den Kauf neuer Papiere verlängert, stattdessen werden US-Dollars lieber in Goldbarren investiert. Käufe der internationalen Notenbanken waren in 2025 einer der Haupttreiber für den stark gestiegenen Goldpreis, der wiederum die Gewinne der Goldminenbetreiber beflügelt hat. Edelmetall- und Rohstoffminen gehörten daher zu den großen Gewinnern im letzten Börsenjahr. Durch die prominente Gewichtung in unseren verwalteten Portfolios, dem Skyline Dynamik Fonds und der Vermögensverwaltung, haben unsere Anleger davon entsprechend profitiert. 


Der Wertzuwachs von über 46% in unserem Skyline Dynamik Fonds im Jahr 2025 zeigt, dass sich in der Weltwirtschaft trotz vieler Krisen immer wieder Börsensegmente mit lukrativen Anlagechancen eröffnen. Wir erwarten für 2026 weiterhin steigende Kurse, vor allen in den bisher in den internationalen Portfolios vernachlässigten Segmenten. Hierzu zählen vor allem die Aktien mittlerer und kleiner Unternehmen in den USA und Europa, Aktien aus Schwellenländern und nach wie vor Aktien aus dem Edelmetall- und Rohstoffsektor, da hier die Kursentwicklung die stark gestiegenen Unternehmensgewinne bei weitem nicht in vollem Umfang widerspiegelt. 


Im Anlegerfokus stehen derzeit vor allem Silberproduzenten. Viele Anleger sind der Meinung, die Rallye bei den Goldminen verpasst zu haben und stürzen sich daher auf Silbertitel. Dort waren in den letzten Monaten starke Mittelzuflüsse zu verzeichnen. Wir agieren daher eher zurückhaltend und tendieren zu Gewinnmitnahmen. Bei Goldminenfonds hingegen wurden in den letzten Jahren Anteile überwiegend zurückgegeben, von einer Euphorie kann im Gegensatz zu Silberminen keine Rede sein. Ähnlich sieht es bei Kupfer und Lithiumproduzenten aus. Der Bedarf an diesen Rohstoffen ist durch den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, den Umstieg der Fahrzeugflotten in Richtung Elektrofahrzeuge und den Ausbau der erneuerbaren Energien ungebremst, so dass wir hier weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.


Für das Börsenjahr 2026 wird die weitere politische Entwicklung ebenso spannend zu beobachten sein wie die Währungsentwicklung und die einsetzende Branchenrotation. Insgesamt bewerten wir das Börsenumfeld weiterhin positiv, es wird jedoch auch im kommenden Jahr Phasen geben, die von Schwankungen geprägt sein werden. Um diese Schwankungen nutzen zu können, halten wir in unserem Skyline Dynamik Fonds derzeit etwa 20% Kasse aus Gewinnmitnahmen vor. Ein optimaler Einstiegszeitpunkt kann heute noch nicht bestimmt werden, die Investitionsquote im Fonds wird den Marktgegebenheiten jedoch laufend angepasst. Investieren Sie daher Ihre Liquidität, um von der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten zu profitieren. 


Auch für das neue Jahr erwarten wir ein weiterhin freundliches Börsenumfeld, das die Wertentwicklung des erfolgreichen Skyline Dynamik Fonds weiter nach oben tragen wird. Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen und das aktuelle Börsengeschehen stehen wir Ihnen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



November 2025

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und wir freuen uns über einen Zuwachs von inzwischen über 40% in unserem Skyline Dynamik Fonds seit Jahresbeginn. Einen Presseauszug mit dem aktuellen Wettbewerbsvergleich haben wir Ihnen beigefügt. Wenn Sie mehr über die Portfolioaufteilung erfahren möchten, kommen Sie gerne auf uns zu.


Rückblickend haben in diesem Jahr vor allem zwei Themen die Marktteilnehmer beschäftigt: Zum einen US-Präsident Donald Trump mit den Folgen seiner America-First-Politik und zum anderen die Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz mit den dafür notwendigen Investitionen der Unternehmen in Milliardenhöhe.


Donald Trump nutzt die von ihm angedrohten Zölle als Verhandlungsbasis, um amerikanische Interessen durchzusetzen. Die dadurch verursachten Unsicherheiten haben zu Turbulenzen an den internationalen Börsen geführt und viele Handelspartner zu einer Neubewertung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten veranlasst. Gerade der globale Süden bemüht sich um eine Loslösung von der amerikanischen Dominanz und sucht neue Wege der Zusammenarbeit.


Gegenüber der amerikanischen Notenbank fordert die Trump-Administration deutlich niedrigere Zinsen, um die dynamisch steigende US-Staatsverschuldung finanzierbar zu halten. Die Angriffe auf die FED untergraben jedoch das Vertrauen in deren Unabhängigkeit, wodurch der US-Dollar zusätzlich belastet wird, hatte er sich doch durch die ausufernden Staatschulden bereits deutlich abgeschwächt. Der Rückgang des US-Dollar-Kurses gegenüber dem Euro von etwa 12% seit Jahresbeginn hat bei vielen europäischen Investoren in diesem Jahr für lange Gesichter gesorgt, denn trotz der positiven Entwicklung des US-Aktienmarktes sieht die Bilanz aus der Sicht europäischer Investoren eher mager aus.


Mit dem sogenannten „One Big Beautiful Bill Act“, einem Gesetz, das niedrigere Steuern und attraktive Abschreibungsbedingungen mit höheren Importzöllen kombiniert, versuchte Trump zudem, die USA als Investitionsstandort deutlich attraktiver zu machen. Er hat damit den Druck auf Europa deutlich erhöht, die eigenen Standortbedingungen zu verbessern, um Produktionsverlagerungen und Arbeitsplatzabbau zu vermeiden und Investitionen in Europa zu halten oder neu nach Europa zu lenken. Genau darin liegt aber eine neue Chance auf Wachstum. Umfangreiche Konjunkturpakete für Infrastrukturmaßnahmen und Verteidigungsausgaben wurden bereits geschnürt, deren Effekte sich in den kommenden Jahren bemerkbar machen werden und zu einer Konjunkturbelebung führen sollten. 


Der KI-Boom hat eine Investitionswelle in nie dagewesener Höhe für die notwendige technische Infrastruktur, wie Chips, Rechenzentren und Kraftwerke für den zusätzlichen Strombedarf, ausgelöst. Der Rohstoffbedarf für Infrastrukturprojekte wird also weiter steigen, daher spielt dieses Segment in den von uns verwalteten Portfolios eine gewichtige Rolle. Gerade der Bereich Elektrifizierung, egal ob bei der Umstellung der Automobilflotte auf Elektrofahrzeuge, dem Ausbau der Neuen Energien oder dem Bau von Rechenzentren, sorgt mit der enormen Nachfrage nach Kupfer, Silber und seltenen Erden für die Chip- und Batterieherstellung für einen klar absehbaren Engpass in der Versorgung. Die Gewinnaussichten bei Rohstoff- und Minenwerten schätzen wir daher auch im kommenden Jahr als sehr positiv ein.


Anlagen in Anleihen bleiben unserer Meinung nach weiterhin unattraktiv. Einerseits werden die Anleihezinsen, auch durch den politischen Druck, tendenziell im Bereich der 10-15jährigen Papiere weiter sinken, andererseits werden Zinseinkünfte durch die auf höherem Niveau verharrende Inflationsrate und Steuerabzüge aufgezehrt. Alternativen für konservative Anleger sind rar, doch es kommt Bewegung in den Markt: 


Die öffentliche Hand kann die Mammutaufgabe der Infrastrukturertüchtigung nicht allein stemmen, ein Großteil der Mittel muss aus privaten Investitionen bereitgestellt werden. Hierzu hat man eigens eine darauf spezialisierte Fondsklasse neu geregelt, die European Long Term Investment Funds, kurz ELTIF. Diese ermöglichen einen unkomplizierten Zugang zu interessanten Infrastrukturprojekten bei attraktiver Renditechance. Dadurch werden neue Mittel für Bauprojekte mobilisiert und sorgen damit für eine Belebung der Bauwirtschaft. Diese Anlageform wurde bisher nur von Großinvestoren, wie beispielsweise Versicherungskonzernen oder Family Offices genutzt; durch den neuen Zugang können nunmehr auch Privatanleger von dieser Investitionschance profitieren. Sprechen Sie uns gerne an.


Für 2026 erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Gerade die angestoßenen Konjunkturpakete sollten das wirtschaftliche Umfeld positiv beeinflussen. In Kombination mit tendenziell niedrigeren Leitzinsen besteht die Chance auf eine konjunkturelle Belebung und steigende Gewinnaussichten. Die US-Technologiefirmen müssen ihre hohen Bewertungen zunehmend durch außerordentlich gute Unternehmensergebnisse rechtfertigen, sonst drohen Kursrückgänge. Daher sind diese nach wie vor nicht in den von uns verwalteten Portfolios und in unserem Skyline Dynamik Fonds nur vereinzelt enthalten. 


Ebenso orientieren wir uns nicht an einem MSCI-Welt-Index. Dieser hat mittlerweile eine US-Gewichtung von rund 70% mit den entsprechenden US-Dollar-Risiken. Die größten drei Länder (USA, Kanada, Japan) bilden 85% des Index ab, eine weltweite Streuung sollte unseres Erachtens anders aussehen. Wir gehen auch für das nächste Jahr von einer anhaltenden Abwertung des US-Dollars aus, die für Anleger in MSCI-Welt-Papieren ein positives Aktienmarkt-Ergebnis ähnlich schmälern dürfte wie in diesem Jahr. 


Wir setzen vielmehr weiterhin auf deutsche und europäische Value-Titel, zusätzliche Schwerpunkte bilden Aktien aus Schwellenländern und aus dem Rohstoff- und Edelmetallsektor. Mit dieser Aufteilung haben wir für Sie einen deutlichen Vorsprung vor unseren Wettbewerbern erzielt und sehen aktuell keine Veranlassung für eine Änderung in unserer strategischen Ausrichtung.


Nutzen Sie unsere Expertise und profitieren Sie von dem weiterhin chancenreichen Börsenumfeld. Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für Fragen zum Marktgeschehen und rund um Ihre Fondsanlagen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.



Oktober 2025

Im Oktober tendierten die internationalen Aktienmärkte unter moderaten Schwankungen leicht aufwärts. Die amerikanische Notenbank FED senkte Ende des Monats den Leitzins erwartungsgemäß um weitere 0,25% um die Rahmenbedingungen für die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA zu erleichtern. Neben der Inflationsbekämpfung geht es der Notenbank um die Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse, ein schwieriger Spagat im aktuellen Umfeld. Hier wird spannend zu beobachten sein, wie künftig die Prioritäten gesetzt werden, denn es ist absehbar, dass der Inflationsdruck durch die erhobenen Zölle tendenziell steigt.


Die laufende Berichtssaison der Unternehmen zum dritten Quartal verlief insgesamt durchaus positiv. Ein Schwerpunktthema bleiben die hohen Investitionen der Firmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und die damit zu erzielenden Erlöse. Diese fallen im Verhältnis zum milliardenschweren Entwicklungsaufwand bisher relativ gering aus. Anleger reagierten daher trotz sehr guter Unternehmensergebnisse mit Gewinnmitnahmen, da die sehr hohen Bewertungen der Technologiefirmen mehr und mehr skeptisch gesehen werden.


Nachdem der Goldpreis in der ersten Monatswoche im Oktober die 4.000 USD-Marke überschritten hatte, stieg er im Monatsverlauf um weitere 10% auf knapp 4.400 USD. Zwischenzeitlich setzte eine Korrektur ein, die den Preis wieder unter 4.000 USD fallen ließ, bevor er Anfang November wieder anstieg. Wie in unserem letzten Marktkommentar erwähnt, haben wir in unseren verwalteten Depots und in unserem Skyline Dynamik Fonds zum Monatswechsel einen Teil der Gewinne im Rohstoffsektor realisiert und so die entstandene Übergewichtung reduziert, bleiben insgesamt jedoch optimistisch für die weitere Entwicklung.


Der enorme Bedarf beim Aufbau der benötigten Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz und die damit zusammenhängende Infrastruktur, wie Stromversorgung und Kühlung, sorgen im Rohstoffbereich für eine stark erhöhte Nachfrage. Vor allem Kupfer und Silber stehen hier im Fokus, Versorgungsengpässe drohen, was auf Sicht zu weiteren Preissteigerungen führen sollte. Ebenso ist die Nachfrage nach Gold ungebrochen und die enormen Gewinne der Minenunternehmen spiegeln sich bei weitem noch nicht in den aktuellen Aktienkursen wider. Mittlerweile wurden etwa drei Viertel (187.000 Tonnen) der weltweit verfügbaren Goldmenge gefördert, etwa 57.000 Tonnen befinden sich laut aktuellen Schätzungen noch unter der Erde. 


Da der Aufwand und somit die Kosten der Förderung von Rohstoffen immer höher werden, müssen die Preise weiter steigen. Sowohl die gestiegenen Umweltauflagen als auch ein höherer Erschließungsaufwand tragen dazu ihren Teil bei. Diese haben zudem in den letzten Jahren dazu geführt, dass kaum neue Minen entstanden sind und es schlicht an Abbaukapazitäten fehlt, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Diese Situation wird sich nicht kurzfristig ändern, daher gehen wir von weiterhin steigenden Preisen und Gewinnen bei den Minenwerten aus. Zwischenzeitliche Korrekturphasen durch Gewinnmitnahmen sind sowohl gesund als auch wünschenswert, ändern aber nichts an den skizzierten Aussichten.


Der Schwerpunkt unseres Skyline Dynamik Fonds und den verwalteten Portfolios bilden weiterhin europäische und deutsche Titel, Aktien aus dem Edelmetall- und Rohstoffsektor und aus den Schwellenländern bleiben ebenfalls prominent gewichtet. Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für Fragen zum Börsengeschehen und rund um ihre Fondsanlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



September 2025

Die Kursentwicklung an den Aktienmärkten fiel im September wesentlich freundlicher aus, als es sein Ruf als „schlechtester Börsenmonat im Jahr“ erwarten ließ. Während die Leitindizes wie MSCI-Welt, DAX und EuroStoxx unverändert bis leicht positiv tendierten, konnte unser Skyline Dynamik Fonds weitere 10% Zuwachs erzielen. Dies war vor allem der anhaltend guten Entwicklung im Minen- und Rohstoffsektor und bei den Schwellenländertiteln geschuldet. Im Skyline Dynamik Fonds haben wir Ende September im Rohstoffsektor Gewinnmitnahmen durchgeführt, um die Gewichtung im Portfolio etwas zu reduzieren, da diese, bedingt durch die starken Kurszuwächse, über den von uns geplanten Bandbreiten lag. 


Grundsätzlich sind wir dennoch weiterhin optimistisch für die weitere Kursentwicklung bei Rohstofftiteln. Der Goldpreis nimmt nun die 4.000 US-Dollar-Marke ins Visier, die Gewinnentwicklung der Minenunternehmen steigt von Quartal zu Quartal. Eine Euphorie oder gar eine Spekulationsblase können wir noch nicht erkennen. Die Einnahmen werden von den Unternehmen sowohl für Aktienrückkaufprogramme als auch für Dividenden und Unternehmensübernahmen genutzt. Doch trotz der jüngsten Kurssteigerungen sind die Bewertungskennzahlen, beispielsweise im Vergleich zu den bekannten US-Technologietiteln, immer noch günstiger und Rohstofftitel sind in vielen internationalen Portfolios weiterhin untergewichtet. 


In den USA hat die Notenbank FED im September die erste Leitzinssenkung durchgeführt. Der US-Arbeitsmarkt sendet erste Schwächesignale und die Auswirkung der eingeführten Zölle auf die US-Inflation bleibt weiterhin unklar. Marktteilnehmer erwarten derzeit mehrheitlich noch ein bis zwei Zinsschritte in diesem Jahr auf einen Leitzins von 3,5%. Der US-Staatsschuldenberg ist inzwischen fast auf 38 Billionen US-Dollar angewachsen. Mit einer Billion US-Dollar machen die Ausgaben für den Schuldendienst inzwischen etwa 14% des US-Staatshaushaltes aus. US-Präsident Trump fordert deshalb vehement deutlich niedrigere Zinsen. Wir gehen daher weiterhin von einem Ankauf von langläufigen US-Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank aus, um die Zinslast zu verringern.


Bis auf Japan haben alle Industrienationen inzwischen erheblich niedrigere Leitzinsen als noch vor einem Jahr. Dies erleichtert die Durchführung staatlicher Konjunkturprogramme, die das Wirtschaftswachstum stimulieren sollten, wie beispielsweise Investitionen in Infrastruktur, Rüstungsprojekte oder den Bau von riesigen Datencentern für Künstliche Intelligenz. 


Wir sind daher zuversichtlich, dass die Aktienmärkte unter diesen Voraussetzungen weiter steigen werden. In unseren verwalteten Portfolios und dem Skyline Dynamik Fonds werden wir die durch die Gewinnmitnahmen vorhandene Liquidität daher zeitnah investieren, um von dem erwarteten Aufschwung in den letzten Jahren zurückgebliebenen Marktsegmenten zu profitieren. Dabei setzen wir unter anderem auf deutsche und europäische Titel sowie Aktien aus Schwellenländern. Der Edelmetall- und Rohstoffsektor bleibt ebenfalls prominent gewichtet.


Die genaue Sektorengewichtung des Skyline Dynamik Fonds können Sie dem beigefügten Factsheet entnehmen, einen aktuellen Presseauszug zum Wettbewerbsvergleich senden wir Ihnen ebenfalls anbei. Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für Fragen zum Börsengeschehen und rund um Ihre Fondsanlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



August 2025

Im August verzeichneten die internationalen Leitindizes bei insgesamt freundlicher Tendenz nur moderate Veränderungen, während die von uns verwalteten Fonds und Portfolios deutliche Zuwächse erzielen konnten. Das mit Spannung erwartete Treffen der Notenbanker in Jackson Hole am Monatsende lieferte keine genauen Erkenntnisse über den weiteren Zinspfad der US-Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell hält weiter an seiner Linie fest, die Zinsen erst senken zu wollen, wenn die Datenlage dafürspricht und die Auswirkungen der umstrittenen US-Zölle auf Wirtschaft und Inflation klarer ersichtlich sind, egal wie viel Druck Präsident Trump auf ihn ausüben mag.


Unabhängig von einer etwaigen Zinssenkung, steht die US-Notenbank vor dem gleichen Problem wie die Europäische Zentralbank: Die EZB hat im letzten Jahr acht Mal den kurzfristigen Zins gesenkt, trotzdem sind die Zinsen am langen Ende in diesem Zeitraum um 1% gestiegen. Da Unternehmen und der Staat am Kapitalmarkt in der Regel Laufzeiten von 10-15 Jahren bevorzugen, ist der langfristige Zins entscheidend für die wirtschaftlichen Aktivitäten. Will man die Wirtschaft stimulieren, müssen diese Zinsen sinken. Dies kann seitens der Notenbank nur durch einen Eingriff in den Kapitalmarkt mittels Anleihekaufprogrammen geschehen.


Aufgrund der Aussicht auf sinkende Langfristzinsen bleiben wir grundsätzlich optimistisch für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten. Aus unserer Sicht sollte es jedoch zu einer Verschiebung bei der Allokation in den internationalen Portfolios kommen.


In den letzten Jahren standen vor allem US-Technologietitel im Fokus der Anleger. Die enormen Käufe haben die Bewertungen der bekannten Favoriten auf Rekordhöhen getrieben. Auffällig ist, dass sich die Kurse zuletzt trotz der teilweise hervorragenden Quartalsergebnisse nicht mehr stark nach oben bewegt haben. Wurden die hohen Erwartungen der Investoren jedoch enttäuscht, sind die Titel gnadenlos abgestraft worden.


Die Stimmung der US-Investoren ist weiterhin gut, man ist voll investiert. Doch es scheint nun die Zeit für eine breitere Diversifikation in den Portfolios gekommen zu sein, denn auch in anderen Branchen, wie beispielsweise bei den Edelmetallproduzenten, sprudeln die Gewinne. Es gibt wohl kein Börsensegment, in dem derzeit so viel Geld verdient wird. Der Goldpreis hat sich in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt, während die Förderkosten nur moderat gestiegen sind, so dass sich die Gewinne der Unternehmen in diesem Zeitraum vervielfacht haben. Trotzdem sind die Minenwerte weiterhin günstig bewertet.


Ähnliches gilt für die Aktien aus den Branchen Biotechnologie, Gesundheitswesen und Pharma. Nachdem sich die übertriebenen Gewinnerwartungen hinsichtlich des kommerziellen Potenzials neuer Technologien nicht erfüllen konnten, haben sich viele Anleger von diesem Börsensegment abgewandt. Auch Donald Trump hat mit seinen Äußerungen in Bezug auf die Preisgestaltung den Markt belastet. Dadurch sind die Notierungen stark gesunken und die Bewertungen vieler Unternehmen bewegen sich nahe historischer Tiefstände und bieten günstige Perspektiven. 


Europäische Aktien bleiben im Vergleich zu amerikanischen aufgrund des deutlich günstigeren Bewertungsniveaus interessant. In internationalen Portfolios sind europäische Märkte unterrepräsentiert und werden bei Umschichtungen vermehrt nachgefragt. Darüber hinaus profitieren Investoren aus den USA zusätzlich von Währungsgewinnen. Die Tendenz zu einem schwächeren US-Dollar ist von Donald Trump gewollt und sollte aufgrund der US-Staatsschuldensituation mittelfristig weiter Bestand haben. Dies macht US-Anlagen für internationale Investoren zunehmend unattraktiv.


Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die Portfoliogewichtungen bei den internationalen Investoren verschieben und bisher vernachlässigte Branchen und Sektoren profitieren werden. Nicht nur für Antizykliker bieten sich somit interessante Einstiegsmöglichkeiten.


In unserer Skyline-Strategie konnten wir seit Jahresbeginn rund 25% zulegen und belegen damit mit Abstand die Spitzenposition im Wettbewerbsvergleich. Auch in den von uns verwalteten Portfolios profitieren wir von den beschriebenen Entwicklungen. Wir setzen weiterhin vor allem auf deutsche und europäische Titel, Aktien aus Schwellenländern und Minenwerte. US-Titel spielen nach wie vor eine stark untergeordnete Rolle.


Für Fragen zum Marktgeschehen oder zu Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juli 2025

Während im Monat Juli die internationalen Leitindizes seitwärts tendierten, verzeichneten die von uns verwalteten Portfolios einen deutlichen Zuwachs von rund 3,5%. Seit Jahresbeginn liegt unsere Skyline Strategie mittlerweile über 15% im Plus. Der Hauptgrund für dieses positive Ergebnis war die weiterhin erfreuliche Entwicklung der von uns favorisierten europäischen Titel sowie des Rohstoff- und Edelmetallsektors.


Sowohl in den USA als auch in Europa ließen die Notenbanken die Leitzinsen unverändert, so dass es von der Zinsseite keine neuen Impulse gab. Dies sollte sich unserer Meinung nach jedoch auf Sicht ändern, da in den USA die konjunkturellen Belastungen der Zollpolitik zunehmend spürbar werden.


Insgesamt war der Juli also ein typischer Ferienmonat und ein mediales Sommerloch wäre denkbar gewesen. „Zum Glück“ gibt es jedoch einen Akteur, der keine Langeweile aufkommen lässt und für Schlagzeilen am Fließband sorgt: US-Präsident Donald Trump.


Ihm sind die nach seiner Ansicht zu hohen US-Leitzinsen ein Dorn im Auge, daher arbeitet er sich bei jeder Gelegenheit am Fed-Chef Jerome Powell ab. Wurde Powell von Trump bei seiner Ernennung im Jahr 2017 noch als „für die Führungsaufgabe bestens geeignet, engagiert und klug“ bezeichnet und als „Mann des Konsenses“ gelobt, der die Wirtschaft durch alle Herausforderungen führen könne, kann er sich nun nicht einmal erinnern, ihn ernannt zu haben. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit beschimpft er ihn persönlich und versucht, an der Reputation von Powell zu kratzen und so die Notenbank auf seinen Wunschkurs zu bringen. Den Schaden, den er damit anrichtet, ist ihm, wie so oft, entweder egal oder nicht bewusst.


Trump ist auf niedrigere Zinsen angewiesen, um die ausufernden US-Staatschulden in den Griff zu bekommen und sich auf die Fahne schreiben zu können, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Um sein groß angekündigtes Sparprogramm DOGE ist es still geworden, die Zolleinnahmen sprudeln (noch) nicht wie erhofft. Es fehlt also sowohl auf der Einnahme- wie auf der Ausgabenseite Geld, das für seine Steuergeschenke im Rahmen des „Big Beautiful Bills“ verfügbar gemacht werden soll. Mittlerweile wird jeder vierte Dollar der US-Steuereinahmen für den Zinsdienst ausgegeben und lähmt die Gestaltungsmöglichkeiten im Staatshaushalt. 


Kein Wunder also, dass Trump vehement versucht, seine Einnahmesituation zu verbessern und Zölle als Ausweg aus der Misere sieht. Wie ein Ertrinkender, der wild um sich schlägt und somit die Rettung erschwert, sorgt Trump mit immer neuen Androhungen und Änderungen bei bereits vereinbarten Zöllen für Unsicherheit und Verärgerung bei seinen Handelspartnern. 


Kaum meint man, der „Deal“ zwischen den USA und der EU wäre fix und man könne nun verlässlich kalkulieren, bringt er neue Zölle auf EU-Pharmaprodukte von bis zu 250% ins Spiel und betont, die 600 Mrd. US-Dollar Investitionszusage von Frau von der Leyen wären ein für ihn frei verfügbares Geschenk, über das er nach Belieben verfügen könne. Sollte das Geschenk nicht ankommen, drohen zudem Zölle in Höhe von 35% anstatt der ausgehandelten 15%.


Wurde in Deutschland noch vor wenigen Jahren vor einer Abhängigkeit von Russland und China gewarnt, um die konjunkturelle Entwicklung nicht durch politische Willkür und Handels-erschwernisse dieser autokratischen Staaten zu gefährden, ist man durch den vermeintlichen Heilsbringer USA nun genau diesem Szenario ausgesetzt. Dies dürfte dazu führen, dass die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Rest der Welt künftig intensiviert wird und sich generell die internationale Zusammenarbeit ohne Einbeziehung der USA weiter beschleunigt. 

Die Führungsrolle der USA, die sie seit dem zweiten Weltkrieg nicht zuletzt durch den US-Dollar als Leitwährung innehatte, wird durch die Unberechenbarkeit in der internationalen Zusammenarbeit zunehmend infrage gestellt. Dies könnte die Märkte nachhaltig verändern und mittel- und langfristig auch die Zusammensetzung der Leitindizes beeinflussen.


In den von uns verwalteten Portfolios haben wir aufgrund der geschilderten Faktoren US-Aktien weiterhin untergewichtet und setzen vor allem auf deutsche und europäische Titel, auf Schwellenländer und den Rohstoff- und Minensektor. Diese sind deutlich attraktiver bewertet als amerikanische Titel und bieten zudem die Chance auf deutliche Kurssteigerungen, da sie in vielen Portfolios noch immer untergewichtet sind. Insgesamt sind wir für die Entwicklung an den Aktienmärkten weiterhin positiv gestimmt und sehen in den sich abzeichnenden Zinssenkungen weiteres Potenzial.


Für Fragen rund um das Börsengeschehen und Ihre Anlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juni 2025

Im ersten Halbjahr verlor der US-Dollar rund 13% an Wert gegenüber dem Euro, was viele Marktteilnehmer überraschte. Die Ursache für diesen Vertrauensverlust liegt in der Verunsicherung, die maßgeblich durch die amerikanische Politik geschürt wurde. Es ist durchaus umstritten, ob die von Präsident Trump geplanten oder in Kraft gesetzten Maßnahmen tatsächlich helfen, die amerikanischen Staatsschulden zu reduzieren, den Haushalt zu entlasten und die Wirtschaft anzukurbeln. Gerade die Ankündigung um die Einführung von weltweiten Strafzöllen zur Reduzierung des amerikanischen Handelsbilanzdefizits hat die Märkte Anfang April auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Die meisten Märkte haben ihre Kursrückgänge mittlerweile wieder aufgeholt, so auch der amerikanische S&P500. Dieser notierte zum Halbjahr bereits auf neuen Höchstkursen, jedoch nur in USD betrachtet, denn für Anleger aus dem Euroraum ist man noch über 10% vom Hoch entfernt. Der Einfluss der Währung auf den eigenen Anlageerfolg wird zunehmend spürbar. 


Die enorme Bewegung des US-Dollars ist ein zweischneidiges Schwert: Für amerikanische Anleger sind Investments in Euro plötzlich interessant, da neben einem Anstieg der Aktienkurse (EuroStoxx 50 +10%) zusätzlich ein Währungsgewinn winkt. Umgekehrt bedeutet die US-Dollar-Abwertung, dass für Europäer US-Dollar Anlagen, egal ob direkt im amerikanischen Aktienmarkt oder beispielsweise im MSCI Welt-Index, weit weniger attraktiv werden. Als Folge dieser Entwicklung fließt vermehrt Kapital aus dem Dollarraum nach Europa. 


Auch sind europäische Aktien trotz der jüngsten Kursgewinne meist immer noch fair bewertet, während amerikanische Titel unter Bewertungsaspekten deutlich über dem historischen Mittel notieren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in Europa um die 14, die Dividendenrendite bei etwa 3,6%. Dies ist im Vergleich zum S&P 500 deutlich attraktiver, dort liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 28 und die Dividendenrendite bei 1,27%. Hinzu kommt, dass viele Anleger davon ausgehen, dass der politische Druck auf Europa dazu führen wird, zukünftig unabhängiger von den USA zu agieren, so dass Europa ein aussichtsreiches Investment darstellt und die Aufholjagd wahrscheinlich erst begonnen hat. Das deutsche Konjunkturpaket ist hierfür ein starkes Indiz – andere Länder könnten, wenn auch vielleicht nicht in diesem Umfang, nachziehen und die Entwicklung weiter verstärken. 


Europäische Staaten können sich aufgrund der besseren Finanzierungskonditionen nach den seit einem Jahr in mehreren Schritten erfolgten Zinssenkungen der EZB deutlich günstiger verschulden als die US-Amerikaner, da die Ausgaben für den Zinsdienst erheblich niedriger sind und somit die Haushalte nicht so stark belasten. Dies ist Präsident Trump natürlich ein Dorn im Auge, weshalb er sowohl gegen „unfaire“ Bedingungen in der Europäischen Union wettert als auch seinen Notenbankchef regelmäßig zu Zinssenkungen auffordert. Doch seine Angriffe gegen die Unabhängigkeit der FED führten bisher eher zu einer Trotzreaktion bzw. einem Beharren auf dem Status quo als zu einem Einlenken, da man sich nicht vor den politischen Karren spannen lassen will. Wir erwarten jedoch, dass die amerikanische Notenbank auf Sicht nachziehen und die amerikanischen Leitzinsen ebenfalls senken wird.


Die geopolitischen Konflikte bleiben weiterhin ungelöst. Trotzdem verlief das erste Halbjahr durchaus positiv. In den von uns verwalteten Portfolios waren wir von der US-Dollar-Abwertung nur in geringem Umfang betroffen, da der Schwerpunkt nach wie vor auf deutschen und europäischen Titeln lag. Während die Beimischung von Schwellenländeraktien bisher etwas gebremst hat, machten sich vor allem die Investments im Minen- und Rohstoffsektor deutlich positiv bemerkbar. 


Der Goldpreis stieg im zweiten Quartal um fast 6%, Goldminen konnten dadurch im zweiten Quartal rund 450 USD mehr pro produzierte Unze Feingold verdienen, was den Gewinnen deutlichen Auftrieb geben wird. Eine Trendumkehr im Goldpreis ist aufgrund der ausufernden Staatsschulden, geopolitischer Unsicherheiten und den Bestrebungen zur Abkehr vom US-Dollar als Leit- und Reservewährung nicht absehbar. Jüngst haben rund 43% der Zentralbanken angekündigt, ihre Goldbestände in 2025 zu erhöhen, ein Rekord! Zum Vergleich: 2024 waren es lediglich 29%. 


Dass die Aktien vieler Bergbauunternehmen weiterhin unterbewertet sind, liegt an mehreren Faktoren, letztlich ist das Anlagekapital in den letzten Jahren kaum im Metallsektor investiert worden, sondern vor allem in US-Titel. Doch viele Minengesellschaften haben ihre Gewinnspannen kräftig ausgeweitet, so dass selbst bei gleichem Kursniveau die Bewertungen gesunken sind. Die sprudelnden Einnahmen werden vor allem Edelmetallförderer nutzen, um eigene Aktien zurückzukaufen oder Dividenden auszuzahlen. Auch bei anderen Rohstoffen, wie Kupfer, Silber oder Lithium, ist die Situation ähnlich erfreulich. Da der Minensektor im Vergleich zu den Standardwerten überschaubar groß ist, führen bereits kleinere Umschichtungen zu verhältnismäßig großen Zuflüssen, die die Kurse bewegen. Da viele Anleger im Minenbereich unterinvestiert sind, sehen wir gerade hier mittel- und langfristig ein enormes Kurspotenzial. 


Gleichzeitig haben die letzten Monate gezeigt, wie schnell Trends wechseln können und wie schnell es ungemütliche Entwicklungen geben kann. Auf dem Risikomanagement und einer breiten Streuung in verschiedene Anlagegebiete liegt daher unser Hauptaugenmerk. Wir gehen grundsätzlich von einer weiterhin freundlichen Entwicklung aus, doch Zollthemen oder geopolitische Krisen können jederzeit für Schwankungen an den Aktienmärkten sorgen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass zumindest bei den Zollvereinbarungen auf Sicht etwas mehr Ruhe einkehren könnte, da immer mehr Länder, wie zuletzt Vietnam, einen „Deal“ mit den Amerikanern eingehen und somit für etwas mehr Klarheit und Planbarkeit bei den Handelsaktivitäten sorgen.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner bei Fragen zum Börsengeschehen und Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung. 



Mai 2025

Nachdem die umfangreichen Zollankündigungen von Präsident Trump im April zu erheblicher Unruhe an den Märkten geführt hatten, erholten sich die Börsen im Mai wieder. Aus amerikanischer Sicht war der Kurszuwachs im Mai der beste seit rund 30 Jahren, trotzdem wurde lediglich die schlechte Entwicklung der Vormonate kompensiert, sodass die amerikanischen Indizes seit Jahresbeginn per Saldo nahezu unverändert notieren. Für internationale Investoren sind zudem noch die Währungsverluste durch den leichteren USD zu berücksichtigen. Aus europäischer Sicht liegen amerikanische Aktien daher rund 10% im Minus, während der EuroStoxx rund 10% zulegen konnte.


Die Zolleskapaden von Präsident Trump, das weiter ausufernde US-Staatsdefizit und die zunehmende Verunsicherung über die weitere Entwicklung in den USA haben in den letzten Monaten den Goldpreis weiter steigen lassen. Davon profitieren in zunehmendem Maße auch Unternehmen aus dem Minensektor. Nachdem sich die Anleger bisher vor allem auf die großen Minengesellschaften konzentriert haben, scheint die Aufwärtsbewegung nun an Breite zu gewinnen. In den letzten Wochen wurden nun auch die kleineren und mittleren Unternehmen berücksichtigt, die vor allem neue Erz-Vorkommen suchen oder vorhandene Lagerstätten erschließen. Die sehr günstigen Bewertungskennzahlen vieler Unternehmen und die hervorragenden Gewinnaussichten stimmen uns weiterhin positiv für die zukünftige Entwicklung. 


Doch zurück zu den USA: Dort scheint man vom ursprünglichen Plan abzukommen, durch Zölle und hohe Einsparungen bei Regierungsausgaben die enorme US-Verschuldung zurückführen zu wollen. Rund um das Sparprogramm DOGE ist es still geworden, der zunächst mit drastischen Maßnahmen und hohen Sparankündigungen gestartete Elon Musk wurde teilweise gerichtlich gebremst, zieht sich nun zurück und will sich künftig wieder mehr um seine Unternehmen kümmern. Jüngst hat US-Finanzminister Scott Bessent öffentlich ein neues Ziel ausgegeben: Ein höheres Wirtschaftswachstum soll nun angestrebt werden, um aus den Schulden herauszuwachsen.


Denn die bisherigen Resultate der amerikanischen Zollpolitik bleiben überschaubar. Zwar stiegen die Netto-Zolleinnahmen auf 16,3 Milliarden US-Dollar, doch angesichts monatlicher Zinszahlungen von rund 90 Milliarden für die US-Staatsschulden von etwa 37 Billionen US-Dollar ist dies jedoch kaum mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Da in diesem Jahr neue Schulden von fast 2 Billionen Dollar aufgenommen werden sollen, hat nun auch die letzte der drei großen Ratingagenturen den USA ihre Top-Bonität aberkannt. 


Die Konsequenz: Gläubiger fordern höhere Zinsen als Risikoausgleich, weshalb die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen auf ein Niveau wie zuletzt vor der Finanzkrise 2008 gestiegen sind. Dies treibt die Zinskosten in die Höhe und belastet den Staatshaushalt zusätzlich. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen, was eine baldige Leitzinssenkung durch die Federal Reserve unwahrscheinlich macht. Ein Eingreifen der Notenbank, um etwa durch ein Anleiherückkaufprogramm den Zinsanstieg zu bremsen, erscheint daher möglich – insbesondere, um der Regierung wieder mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen.


In Deutschland blieben die Langfristzinsen trotz der angekündigten Ausgabepläne der neuen Regierung stabil. Einerseits werden die angekündigten Maßnahmen als wachstumsfördernd eingeschätzt, andererseits fließt zunehmend Kapital aus den USA nach Europa, was die Nachfrage nach deutschen Aktien und Anleihen stützt. Der DAX bewegt sich daher auf Rekordniveau, obwohl die amerikanischen Zolleskapaden immer wieder für Verunsicherung sorgen. Doch die Unternehmen sind trotz gestiegener Kurse und teilweise niedrigeren Gewinnerwartungen durch den politischen Gegenwind aus den USA weiterhin fair bewertet. Gerade die zuletzt unter Druck geratenen Sektoren wie Pharma oder Biotechnologie halten wir für aussichtsreich.


Die von uns verwalteten Portfolios profitieren sowohl vom Aufschwung des Minensektors als auch vom anhaltenden Anlegerinteresse an europäischen Werten. Vieles spricht dafür, dass die positive Entwicklung dieser Segmente weiter anhalten wird, weshalb wir uns mit unserer strategischen Ausrichtung auf europäische Aktien sowie selektive Engagements in Schwellenländern und im Edelmetall- und Rohstoffsektor weiterhin gut positioniert sehen.


Für Fragen rund um das Marktgeschehen oder Ihren Anlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



April 2025

Zu Beginn des letzten Monats versetzten die umfangreichen amerikanischen Zollpläne den Aktienmärkten einen Schock, von dem sie sich jedoch im Monatsverlauf durch das Zurückrudern Präsident Trumps größtenteils wieder erholten. Doch während der deutsche Leitindex DAX Ende April bereits wieder nahe seinen Allzeithochs notierte, betrug das Minus des breiten amerikanischen Aktienmarktes knapp über 10%, hinzu kamen Währungsverluste des US-Dollars. Besonders Technologiewerte und konjunktursensible Titel mussten teilweise noch deutlichere Einbußen verkraften.


Es verwundert daher nicht, dass aufgrund der politisch verursachten Unsicherheiten viele internationale und vor allem europäische Investoren in großem Umfang Kapital aus den USA abgezogen und nun verstärkt in Deutschland und Europa investieren. Die Kernwerte der europäischen Wirtschaft, die vor allem im EuroStoxx50 repräsentiert werden, haben sich hervorragend entwickelt und weisen durchschnittlich bessere Unternehmenskennzahlen aus, wie beispielsweise Gewinn- und Dividendenrendite, als amerikanische Titel. Zusätzlich sind sie wegen der Fokussierung vieler Anleger in den letzten Jahren auf amerikanische Titel günstiger bewertet und in den Depots verhältnismäßig niedrig gewichtet. Dies macht deutsche und europäische Aktien weiterhin so attraktiv. 


Es gibt in vielen Vorstandsetagen jedoch auch Sorgenfalten, denn viele europäische Konzerne stehen durch die verhängten US-Zölle, Absatzrückgängen in China oder der schwächelnden Autokonjunktur unter Druck. Doch gerade die Automobilbauer setzen ihre Hoffnung auf die neue Bundesregierung und zum Teil auch auf Brüssel, denn einerseits sollen Kaufanreize für die Elektromobilität wiederbelebt und andererseits Erleichterungen bei dem Erreichen der Flotten-Emissionsziele vereinbart werden. Generell soll allen Unternehmen auf deutscher und europäischer Ebene eine Entlastung durch Bürokratieabbau zugutekommen und die milliardenschwere Investitionsoffensive Deutschlands könnte den dringend benötigten Wachstumsimpuls für die kommenden Jahre geben. Vieles, was in den letzten Jahren für die USA gesprochen hat, scheint nun in Richtung Europa zu drehen.


Für die Weltwirtschaft wirken die amerikanischen Zölle insgesamt belastend. In den ersten Wochen nach den Verlautbarungen ist festzustellen, dass der Warenverkehr zwischen den USA und China um etwa die Hälfte zurückgegangen ist. Die Einführung der meisten Zölle für den Rest der Welt wurde mittlerweile bis Anfang Juli aufgeschoben. Nachdem die negativen Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft sich immer deutlicher in den Konjunkturbarometern zeigen, ist es fraglich, wie lange das Narrativ der „vorübergehenden Delle“ von Präsident Trump noch aufrechterhalten werden kann, was vor allem mit seinen angestrebten „Deals“ begründet werden dürfte, wobei fraglich ist, ob bzw. wie diese im gegenwärtigen politischen Klima erreicht werden können.


In den von uns verwalteten Depots haben wir daher die USA weiterhin kaum gewichtet und setzen stattdessen auf die weiterhin hochattraktiv bewerteten Titel in Deutschland und Europa sowie Aktien aus den Schwellenländern und des Rohstoff- und Edelmetall-Sektors. Diese Segmente haben im laufenden Jahr wesentlich besser abgeschnitten und stehen unserer Meinung nach erst am Anfang einer mittel- bis langfristigen Aufwärtsbewegung.


Für Fragen rund um die Märkte und Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.




März 2025

Im ersten Quartal konnten europäische Titel deutlich zulegen, dagegen mussten ihre US-Pendants teils erhebliche Einbußen hinnehmen. Viele Investoren sind verunsichert, denn es ist kaum absehbar, welchen Schaden die aktuelle Politik Donald Trumps weltweit, aber vor allem in den USA selbst, anrichten wird. Während im Wahlkampf noch Deregulierung und hohe Lebensmittelpreise im Vordergrund standen, spricht aktuell niemand mehr davon.


In den USA sind insbesondere die hoch bewerteten Technologieaktien, wie die oft genannten „Glorreichen Sieben“ (Apple, Alphabet, Amazon, usw.) unter Druck. Mehrfach haben wir vor der hohen Gewichtung und Konzentration dieser Titel in den globalen Leitindizes gewarnt. Sie haben in den letzten Jahren von den enormen Kursanstiegen profitiert, leiden jetzt aber überdurchschnittlich durch das „Luftablassen“. Vor allem die Tesla-Aktie verlor weltweit rasant an Beliebtheit, nachdem Elon Musk seine Tätigkeit als Regierungsberater in den USA aufgenommen hatte.


Da europäische Aktien lange gemieden wurden und dadurch wesentlich preiswerter notieren als US-Titel, kam im Januar eine Bewegung in Gange, die weiterhin anhält: Vor allem amerikanische Hedgefonds haben ihre Wetten auf fallende Kurse in Europa geschlossen und ihre Übergewichtung in amerikanischen Titeln abgebaut, andere Marktteilnehmer zogen nach. Dadurch wurden enorme Summen aus den USA nach Europa verschoben und haben hier die Kurse beflügelt. Historisch gesehen sind solche Trendwechsel durchaus mittel- bis langfristige Phänomene, so dass wir erwarten, dass sich die europäischen Aktienmärkte in den nächsten Jahren besser entwickeln als die amerikanischen.


Die Unsicherheit in den USA ist derart groß, dass kurzfristig sogar ein Abrutschen in eine Rezession möglich erscheint. In Europa und Asien dürften hingegen die geplanten Investitionsprogramme einen kräftigen Konjunkturimpuls und wirtschaftlichen Stimulus liefern.


Die USA selbst werden wohl hauptsächlich die Leidtragenden von Trumps Handelspolitik sein, da die Zollerhöhungen alle Importgüter in die USA verteuern werden. Für alle Produkte, die sich nicht durch heimische Produkte ersetzen lassen, werden die Verbraucherpreise steigen und so wie eine zusätzliche Verbrauchssteuer auf die amerikanischen Einkommen wirken. Zwar könnten die jetzt veröffentlichten Zollhöhen, wie so oft bei Trump, eine Verhandlungstaktik sein, dennoch werden Wirtschaftsschäden eintreten, solange sie andauern. Ersten Berechnungen zufolge könnten die Maßnahmen von Trump die Wirtschaftsleistung in den USA um etwa 0,7% bremsen. In Kanada wird mit Wachstumseinbußen von 0,6% und in Mexiko mit 1,3% gerechnet, während für die Eurozone nur eine Abschwächung von 0,2 Prozentpunkten erwartet wird. 


Diese Einschätzungen basieren auf den derzeit angekündigten Zöllen. Wie lange diese Ankündigungen Bestand haben und ob sie überhaupt noch aktuell sind, während Sie diese Zeilen lesen, ist aufgrund der Sprunghaftigkeit und der „Entscheidungsfreude“ von Präsident Trump nicht vorhersehbar. Ebenso wenig, wie Gegenzölle und sonstige Maßnahmen der betroffenen Handelspartner ausgestaltet sein werden. Neben der geopolitischen steigt also nun auch die wirtschaftliche Verunsicherung an. Dies kann durchaus ein Ziel der amerikanischen Administration sein, um die Notenbank zu weiteren Leitzinssenkungen zu animieren. Vielleicht steckt hinter all dem angerichteten Chaos doch ein ausgewiefter Plan der Trump-Administration, wir werden sehen. Letztlich sind in einem solch verunsicherten Umfeld weitere Korrekturen am Aktienmarkt möglich, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten.


Die von uns verwalteten Portfolios haben von der freundlichen Entwicklung in Europa, China und im Rohstoff- und Edelmetallsektor profitiert und sich im ersten Quartal positiv entwickelt. Durch die breite Diversifikation auf günstig bewertete Marktsegmente und Regionen fühlen wir uns auch für die kommenden Monate gut gewappnet und blicken zuversichtlich auf die weitere Entwicklung.


Für Fragen zu Ihren Anlagen oder rund um das aktuelle Marktgeschehen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



Februar 2025

Die Rotation an den Aktienmärkten hat sich im Februar fortgesetzt. Europäische Titel konnten weiter zulegen, während die amerikanischen Aktienindizes Einbußen verkraften mussten. Seit Jahresbeginn liegt die NASDAQ mittlerweile etwa 4% im Minus, dazu kommen noch Währungsverluste gegenüber dem Euro, so dass für europäische Investoren über 8% Minus zu Buche stehen.


Ein großer Einflussfaktor für diese Entwicklung sind die Aktivitäten von US-Präsident Trump. Die zunächst angekündigten und mittlerweile in Kraft getretenen Zölle auf ausländische Waren und die Aufkündigung von jahrzehntelang bestehenden Allianzen ziehen Konsequenzen nach sich. Da man keine belastbare Kostenkalkulation bei einer Zollpolitik nach Gutsherrenart durchführen kann, sind die USA für viele Unternehmer kein verlässlicher Wirtschaftspartner mehr. Die übrige Welt, allen voran die Länder des globalen Südens, sieht sich gefordert, das Tempo, mit dem man sich von den USA als Import- und Exportmarkt unabhängiger machen möchte, zu forcieren.


Die Macht der vermeintlich stärkeren USA, die Präsident Trump in vielen Belangen gerade auszuspielen versucht, wird unserer Meinung nach gerade durch seine Art des Deal-Makings schneller schwinden, als ihm bzw. den Amerikanern bewusst ist. Wenn man die USA weder als Handelspartner noch als Militärmacht benötigt, verliert deren Stimme an Gewicht. Diese Entwicklung ist nun klar absehbar.


Die amerikanische Wirtschaft durchlebt trotz der bestehenden Konjunkturprogramme eine Wachstumsschwäche. Die Inflation hält sich hartnäckig über den angestrebten Zielkorridoren. Das Verhalten von Elon Musk führt weltweit zu dramatischen Einbrüchen bei Tesla-Verkäufen, obwohl E-Autos insgesamt bei den Zulassungszahlen weiter an Boden gewinnen. Die von ihm geleitete Behörde zur Effizienzsteigerung DOGE verhält sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Viele seiner Entscheidungen und Sparinitiativen werden von Gerichten einkassiert oder haben nicht den gewünschten Effekt auf den Haushalt. Mittlerweile belaufen sich die Zinsausgaben auf etwa 25% der Haushaltsausgaben – und dies ohne Tilgung. Das Haushaltsdefizit liegt weiterhin bei etwa 7%. 


Auch die Mitglieder der NATO haben, spätestens seit dem offenen Streit im Oval Office zwischen Trump und Selenskyj Ende Februar, realisiert, dass eine militärische Eigenständigkeit das Gebot der Stunde ist. Alte Gewissheiten werden infrage gestellt und forcieren nun die Emanzipation von der ehemaligen Schutzmacht USA. Ein kreditfinanzierter Aufrüstungsmarathon ist vielleicht nicht das, was man sich als Grundlage für einen Konjunkturaufschwung wünscht. Es ist aber genau das, was den europäischen Aktienmärkten derzeit ein gewisse Kursphantasie verschafft. 


Auch die hierzulande geplanten Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen helfen der schwächelnden Baubranche und kurbeln das Wirtschaftswachstum an. Bleibt zu hoffen, dass die Beschlussfassung erfolgreich verläuft und die Gelder auch sinnvoll eingesetzt werden. Es geht dabei nicht einfach darum, Projekte umzusetzen, die auf einem Wunschzettel stehen und für die bisher das Geld gefehlt hat. Im Gedächtnis geblieben sind hierzu sicherlich die rund 825 Millionen Euro, die man aus dem ersten Sondertopf zur Ertüchtigung der Bundeswehr zunächst in Ausgehuniformen investiert hat. Vielmehr gilt es, die bestehenden Vergabe- und Beschaffungspraktiken auf den Prüfstand zu stellen, um die Effizienz und Effektivität zu steigern und auch Prioritäten bei den Ausgaben festzulegen. Nur dann kann es gelingen, die sich bietende Chance zu nutzen und das Wirtschaftswachstum auch nachhaltig zu fördern.


Apropos Chancen: Diese bieten sich nach wie vor im Rohstoff- und Edelmetallsektor. Gerade Gold ist trotz des aktuellen Kurshochs unserer Meinung nach immer noch äußerst günstig. Setzt man die weltweiten Goldreserven der Zentralbank ins Verhältnis zum Aktienmarkt, wird dies greifbar. Alle Goldreserven in den Tresoren der Zentralbanken belaufen sich beim aktuellen Goldpreis von rund 2900 US-Dollar pro Unze auf rund 3 Billionen US-Dollar – insgesamt! Das ist so viel wie der gegenwärtige Börsenwert von Microsoft, also einer einzigen Aktie. Rund 0,5% der weltweiten Finanzanlagen werden in Gold getätigt, obwohl dieses trotz des Anstiegs der letzten zwei Jahre im Vergleich zum Aktienmarkt geradezu absurd unterbewertet ist. Und die Aktien von Goldminen haben im Verhältnis zum Goldpreisanstieg noch kaum reagiert, obwohl die Gewinne geradezu sprudeln.


In unseren verwalteten Portfolios spielen daher, neben europäischen und deutschen Aktien, Rohstoffwerte weiterhin eine prominente Rolle. Ebenso Aktien aus den Schwellenländern, während amerikanische Titel stark untergewichtet bleiben. Obwohl dies deutlich von der Zusammensetzung des weltweiten Aktienindex MSCI Welt abweicht, gibt uns die aktuelle Entwicklung recht und wir sehen derzeit keine Gründe, unsere Positionierung zu ändern.


Für Fragen zu Ihren Anlagen oder rund um das aktuelle Marktgeschehen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



Januar 2025

In den ersten Wochen des neuen Jahres tendierten die Börsen freundlich. Vor allem europäische und deutsche Aktien konnten teils deutliche Kursgewinne verzeichnen, während sich der amerikanische Aktienmarkt unter Schwankungen seitwärts bewegte. Auch im Minensektor kam es vor allem aufgrund der aktuellen Gold- und Silberpreisentwicklung zu deutlichen Zugewinnen. Dies dürfte jedoch nur der Anfang sein, denn die von uns erwartete Aufholbewegung der bisher vernachlässigten Börsensegmente ist in vollem Gange.


Für die Zurückhaltung der Anleger bei US-Titeln gibt es aus unserer Sicht eine Vielzahl von Gründen: Amerikanische Aktien, allen voran die sogenannten „Glorreichen Sieben“, sind stark überbewertet und in nahezu allen Portfolios übergewichtet. Sie sind zudem mit etwa 35% im S&P 500-Index gewichtet und auch im MSCI Welt-Index mit etwa 25%. Der Anlagetrend in Richtung passiver Indexprodukte sorgt deshalb für anhaltende Käufe und treibt die Kurse zusätzlich in die Höhe. Die Konzentration auf diese sehr wenigen Titel war in den vergangenen zwei Jahren der Hauptgrund für die Rallye des amerikanischen Aktienmarktes. Dies birgt entsprechende Rückschlagrisiken, die mögliche Fallhöhe ist enorm.


Ein weiterer Grund ist eine gewisse Gleichschaltung bei amerikanischen Toptiteln. Firmen wie Amazon, Alphabet (Google), Microsoft oder Facebook haben sich in unabhängigen Geschäftsfeldern zu den jeweiligen Marktführern mit ihrer heutigen Größe entwickelt. Aktuell investieren diese Firmen gleichzeitig dreistellige Milliardenbeträge in die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Sie sind damit plötzlich nicht nur auf der gleichen Spielwiese unterwegs, sondern benötigen die gleichen Ressourcen, kaufen die für die Rechenleistung benötigten Computerchips bei Nvidia ein und sind somit abhängig vom gleichen Geschäftspartner. Nvidia wurde dadurch binnen kürzester Zeit zum wertvollsten Unternehmen der Welt mit immerhin rund 3,6 Billionen Dollar Marktkapitalisierung. 


Diese Konkurrenzsituation in der KI-Entwicklung ist zwar gut für Konsumenten und andere Firmen, da sie von den zu erwartenden Entwicklungen profitieren werden, die enormen Kosten werden jedoch die Gewinne belasten und somit ist fraglich, ob die Erwartungen der Investoren auch weiterhin erfüllt werden können und die derzeit hohen Bewertungen gerechtfertigt sind. Wenn dann noch Konkurrenten auf den Markt kommen, wie jüngst das chinesische KI-Modell „Deep Seek“, die zu einem Bruchteil der Kosten die gleiche oder sogar eine bessere Funktionalität bieten, führt dies zu Verwerfungen. Nvidia verlor am Tag der Bekanntmachung von „Deep Seek“ an einem einzigen Börsentag rund 600 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung.


Hinzu kommt die politische Situation in den USA. Präsident Trump macht da weiter, wo er am Ende seiner letzten Amtszeit aufgehört hat: Er stößt mit seiner Politik Freund und Feind gleichermaßen vor den Kopf und ist sich der Konsequenzen, auch dank eines auf Linie gebrachten Beraterumfelds, wahrscheinlich nicht einmal bewusst oder ignoriert sie, weil er nicht an sie glaubt. Er droht mit Strafzöllen, Abschiebungen von Migranten und streicht Entwicklungshilfe. Entgegen seiner Ankündigung, rasch die Kriege dieser Welt zu beenden, gießt er entweder Öl ins Feuer bestehender Konflikte oder erhebt Gebietsansprüche gegenüber Nachbarstaaten und NATO-Bündnispartnern in Bezug auf den Panama-Kanal oder Grönland, wobei er sogar ein militärisches Eingreifen nicht ausschließt. 

Auch seine Strafzölle gegen Mexiko würden vor allem US-amerikanische Automobilbauer wie Ford, Chevrolet und Jeep treffen, die dort ihre Bestseller für den US-Markt produzieren. Im Gegensatz dazu ist BMW seit Jahren der größte Autoexporteur Amerikas, vor Tesla, Ford oder Chevrolet, da sämtliche größeren X-Modelle dort gefertigt werden. 95% aller in den USA verkauften VW werden auch in den USA oder Mexiko produziert. 


Trumps Drohung gegen den globalen Süden, Strafzölle von 100% zu erlassen, sollten Staaten in Erwägung ziehen, den US-Dollar als Leitwährung zu ersetzen, verfängt ebenfalls nicht. Es wird die Abkehr von Amerika eher beschleunigen. Die Strafzölle gegen China belasten die chinesische Wirtschaft zwar, man hat sich jedoch längst von den USA emanzipiert. Trump unterminiert mit seinen Eskapaden und unüberlegten Maßnahmen den Ruf Amerikas als verlässlicher Geschäfts- und Handelspartner.


Dies alles führt bei vielen internationalen und amerikanischen Investoren aktuell zu einer Neuausrichtung in den Portfolios. Im Vergleich zu den amerikanischen Schwergewichten sind die Bewertungen für deutsche und europäische Aktien deutlich günstiger. Während der S&P 500 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 ausweist, liegt dieses im MSCI Europa derzeit bei 12. Es gibt gute Gründe, an eine wirtschaftliche Renaissance Europas zu glauben. Der Konsum in Europa entwickelte sich seit Herbst deutlich besser, er ist mit rund 50% immerhin die wichtigste Komponente des Bruttosozialprodukts. Sollte es zu einem Waffenstillstand in der Ukraine kommen, auch wenn dies momentan nicht greifbar erscheint, könnten Wiederaufbauprogramme für einen mehrjährigen Rückenwind für viele europäische Unternehmen aus den Bereichen Bau und Infrastruktur sorgen.


Sollte es nach der Bundestagswahl zu einer „GroKo“ kommen, die aktuell am wahrscheinlichsten erscheint, könnte der ehemalige Goldman Sachs Deutschland-Chef, Jörg Kukies (SPD), Finanzminister bleiben und Friedrich Merz (CDU), der langjährige Aufsichtsratschef vom größten Vermögensverwalter der Welt, Bundeskanzler werden. Dies könnte sowohl für die Aktienkultur in Deutschland als auch für ein wirtschaftsfreundlicheres Umfeld sehr positiv sein.


Für das kommende Börsenjahr erwarten wir, dass sich die Umschichtungen von den überteuerten Segmenten hin zu den günstig bewerteten Sektoren fortsetzt. Statistisch gesehen kommt es alle paar Jahre zu teils kräftigen Rücksetzern an den Börsen. Dagegen hilft eine breite Streuung auf verschiedene Marktsegmente und ein aktives Risikomanagement. In den von uns verwalteten Portfolios setzen wir daher neben unserem Schwerpunkt in deutschen und europäischen Werten weiterhin auf die günstig bewerteten Titel aus Schwellenländern und dem Rohstoff- und Edelmetallsektor. Getreu dem Motto: „Chancen nutzen und Risiken begrenzen“.


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Marktkommentare

2024


Dezember 2024

Im Dezember kam es an den Börsen zu einem Trendwechsel, der sich auch in den ersten Wochen des neuen Jahres fortsetzte: Nachdem im letzten Jahr vor allem die amerikanischen Börsen den Takt vorgaben und von Hoch zu Hoch eilten, konnten deutsche und europäische Titel nicht Schritt halten. Dagegen entwickelten sich die europäischen Leitindizes DAX und EuroStoxx in den letzten Wochen nahezu unverändert, während der Dow Jones, der S&P 500 und die NASDAQ einen Teil Ihrer Zuwächse wieder einbüßten.


Die Unsicherheiten über die Pläne des designierten US-Präsidenten Trump und deren mögliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft hatten zu einer Zurückhaltung gegenüber amerikanischen Aktien geführt. Befürchtungen, die Pläne könnten die erhoffte Abschwächung der Inflation verhindern, führten zudem zu steigenden Zinsen bei US-Staatsanleihen, obwohl die amerikanische Notenbank die Leitzinsen seit September schrittweise gesenkt hat. Renditen von 5% für 30jährige US-Staatsanleihen bieten US-Investoren aktuell eine lukrative Alternative zum Aktienmarkt. 


Für europäische Anleger wird die Schwäche des amerikanischen Aktienmarktes momentan noch durch den Anstieg des US-Dollars ausgeglichen, so dass sich auf Euro-Basis der Rückgang noch nicht so stark bemerkbar macht. Doch die in unserem letzten Marktkommentar ausführlich beschriebene Schuldenpolitik und die geplanten Maßnahmen Trumps sprechen mittel- und langfristig eher für einen schwächeren US-Dollar. Aus unserer Sicht ist eine Abschwächung der Währung zudem die einzige Chance, das bestehende Handelsdefizit langfristig abzubauen. US-Anleihen sind also für europäische Investoren keine wirkliche Alternative zum Aktienmarkt.


Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Dynamik in 2025 entwickeln wird: Einerseits sind die Marktteilnehmer mit einem enorm hohen Anteil ihrer Portfolios in US-Aktien investiert. Sehr wenige Aktien haben dort in den letzten beiden Jahren den Markt nach oben gezogen, die hohe Bewertung dieser Titel und der extrem übersprühende Optimismus sind für erfahrene Börsianer klare Warnsignale. Andererseits brummt die US-Konjunktur und bietet weiterhin Chancen für Kurssteigerungen.


Chancen und Risiken liegen also auch in 2025 nah beieinander. Momentan bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form die neue US-Regierung die bisherigen Ankündigungen in die Praxis umsetzt. Durch die Leitzinssenkungen der Notenbanken sind die Zinsen auf kurzfristige Festgeldanlagen bereits gesunken, es gibt daher nur wenige lukrative Anlagealternativen zum Aktienmarkt.


Für die Börsenentwicklung im Jahr 2025 bleiben wir weiterhin positiv, denn unserer Meinung nach übertreffen die Chancen auf eine Aufholjagd in den bisher vernachlässigten Sektoren die Risiken einer deutlichen Korrektur der bisherigen Anlegerlieblinge. Wir halten daher an unserer bisherigen Depotstruktur in den von uns verwalteten Portfolios fest. Gerade die Beimischung im Rohstoff- und Edelmetallsektor bietet uns eine gewisse Absicherung, falls es zu stärkeren Schwankungen bei Standardwerten kommen sollte.


Für Fragen rund um das Marktgeschehen und zu Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.




November 2024

Im November haben die Märkte nach der Aufwärtsbewegung im Vormonat eine Verschnaufpause eingelegt. Nachdem zuvor US-Aktien und chinesische Titel favorisiert wurden, stehen seit Ende November überwiegend deutsche und europäische Aktien in der Gunst der Anleger. Während der DAX auf Rekordstände stieg, notiert der DJ EuroStoxx 50 noch etwa 10% unter seinem historischen Hoch. Grund hierfür sind die aktuellen Probleme in Frankreich und anderen Ländern Europas. Insgesamt bleibt die Stimmung an den Aktienmärkten jedoch freundlich.


Knapp einen Monat vor der offiziellen Amtseinführung von Donald Trump wird mehr und mehr über seine politische Agenda bekannt, die Postenvergabe ist vergleichbar mit der autoritärer Staatsoberhäupter: Familienangehörige, Freunde und treue Begleiter werden mit Ämtern versorgt, die fachliche Eignung ist zweitrangig, es zählt vor allem die Loyalität zum Patriarchen. Manch einer behauptet schon, dass sich Amerika auf dem Weg in eine Oligarchie befindet. Auch der abzusehende Politikstil ist fragwürdig. Jahrzehntelange Handels-Partnerschaften werden mit Zollandrohungen belastet. Selbst die engsten Verbündeten und Nachbarn, wie Mexiko und Kanada, werden mit Übernahmephantasien vor den Kopf gestoßen. 


Nach außen hin gibt sich Trump ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit als „Schulhof-Raufbold“ der internationalen Gemeinschaft, mit dem man sich besser nicht anlegt. Er droht allen mit Strafzöllen und Zutrittsbeschränkungen zum amerikanischen Markt, die sich seiner Meinung nach unfair verhalten oder gar eine Abkehr vom US-Dollar als Leitwährung in Betracht ziehen. Möglicherweise verkennt Trump jedoch, wie sehr sich die Welt seit seiner letzten Amtsperiode verändert hat.


Aus der Politik seiner ersten Amtszeit, die von Biden zumeist fortgeführt worden ist, wurden vielerorts Konsequenzen gezogen, die sich nun bemerkbar machen. Die früheren Handelsabhängigkeiten vieler Länder von den USA, allen voran China, haben sich durch neue Bündnisse mit anderen Staaten deutlich reduziert. Auch durch den Ausbau von Kooperationen und Organisationen, vor allem der BRICS-Staaten, tritt man heute Amerika gegenüber wesentlich selbstbewusster auf. Waren im Jahr 2000 die USA für 80% der weltweiten Länder noch der wichtigste Handelspartner, hat sich Chinas Anteil von 20% auf mittlerweile 90% erhöht. China exportiert heute dreimal so viele Güter in den Globalen Süden wie in die USA. Durch die US-Politik der vergangenen Jahre wurden also nicht die Abhängigkeit, sondern die Emanzipation von den USA und die weltweite Blockbildung gefördert. 


Neben der ursprünglichen Kerngruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gehören mittlerweile auch der Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Emirate zu den BRICS-Staaten. Weitere 30 Staaten stehen auf der Liste der Beitrittskandidaten, unter ihnen auch die Türkei. Die BRICS-Staaten stehen mittlerweile für 45% der Weltbevölkerung und 35% der Weltwirtschaft, damit übertreffen sie die Gruppe der westlichen G7-Staaten. Immer mehr Länder des Globalen Südens sträuben sich gegen die vom internationalen Recht losgelöste Sanktions- und Zollpolitik der USA (die USA blockieren die WTO-Rechtsbarkeit seit 2019) und die Eingriffe der USA in ihre Souveränität. Sie streben eine rechtsbasierte multilaterale Ordnung an, die losgelöst von der Dominanz der USA und des US-Dollars funktioniert, so dass nicht wie bisher das Recht des Stärkeren gilt, sondern internationales Recht. 


Auf dem BRICS-Gipfel im Oktober wurde daher auch ein grenzüberschreitendes Zahlungssystem skizziert, das die Umgehung des bestehenden SWIFT-Systems und somit den Handel untereinander ermöglichen soll. Trump verlangte umgehend die Zusage, dass der US-Dollar nicht durch eine andere Währung ersetzt wird und drohte mit Strafzöllen von 100% und dem Exportverbot in die USA. Dass genau diese Art von Drohungen und die Missachtung von Entscheidungen souveräner Staaten die Ursachen für den Bruch mit den USA sind und außerdem eher nicht gerade als Zeichen von Stärke wahrgenommen werden, scheint ihm nicht bewusst zu sein. 


Doch neben der Außenpolitik steht der selbsternannte „Schuldenkönig“ Trump auch innenpolitisch unter enormen Zugzwang, denn die amerikanischen Staatsfinanzen bereiten zunehmend Sorgen: Vor wenigen Wochen stellte das Congressional Budget Office, das im Auftrag des Parlaments das Bundesbudget überwacht, fest, dass die US-Neuverschuldung für 2024 wohl rund 400 Milliarden US-Dollar höher ausfallen wird als noch im Frühling gedacht. Das jährliche Staatsdefizit beläuft sich somit auf rund 7% des BIP, was etwa zwei Billionen (also 2.000 Milliarden!) US-Dollar entspricht.


Insgesamt haben sich die Staatsschulden der USA innerhalb der letzten zwanzig Jahre knapp versiebenfacht, auf mittlerweile 120% des BIP. Alleine die Zinslast wird sich dadurch in den kommenden zehn Jahren nahezu verdoppeln, schon jetzt werden fast 15% des Staatshaushalts für Zinszahlungen verbraucht. Die Zahlungen von einer Billion US-Dollar für die Schuldenlast im aktuellen Kalenderjahr übertrifft schon jetzt den Verteidigungshaushalt oder die Ausgaben für das Gesundheitssystem. Diese Entwicklung gefährdet die finanzielle Stabilität der USA, die ausufernden Staatsschulden untergraben das Vertrauen in die US-Währung, was die Bestrebungen zur „Entdollarisierung“ der Welt noch beschleunigen dürfte.


Trump plant zudem die Senkung der Unternehmenssteuern auf 20%, für in den USA produzierende Unternehmen sogar auf 15%. Verschiedene Akteure werden von diesen Maßnahmen profitieren, vor allem der Bankensektor und kleinere und mittlere Unternehmen. Die ebenfalls geplante Aufweichung kartellrechtlicher Vorschriften begünstigt zudem Fusionen und Übernahmen, was ebenfalls belebend wirkt. Kurzfristig dürfte diese Politik den US-Dollar stärken, doch auf lange Sicht ist der Abwärtstrend der US-Währung wohl durch nichts aufzuhalten.


Immerhin versucht Trump sich an einer Deregulierung und hat dafür unter anderem den Unternehmer Elon Musk mit dem Durchforsten nach Einsparpotenzial beauftragt. Jedoch sind rund 85% des jährlichen Haushaltbudgets gesetzlich gebunden und kaum verhandelbar. Musk kann daher nicht nur Optimieren, er muss radikale Vorschläge zur Ausgabenreduzierung unterbreiten, um nicht nur einmalig, sondern eben jährlich zwei Billionen US-Dollar einzusparen. Und selbst dies würde nur dazu führen, dass der Schuldenberg der USA nicht weiter anwächst, das Problem der bestehenden Schulden und Zinszahlung wäre noch nicht gelöst. Die Staatsausgaben und die Zinskosten dramatisch zu senken könnte unter anderem zu Lasten des Verteidigungshaushalts geschehen, was wiederum der außenpolitischen Stärke abträglich wäre. Kein leichtes Unterfangen also, Ausgang ungewiss.


Insgesamt zeichnet sich derzeit für die USA ein Bild ab, das von kolossalen finanziellen Schwierigkeiten und schwindender Macht und Einflussmöglichkeiten geprägt ist. Dies sorgt für Unsicherheiten bei den mittelfristigen Aussichten, daher verwundert es kaum, dass der Kurs des „Fieberthermometers“ Gold von Hoch zu Hoch schnellt. Gold steht als währungsunabhängiges Wertaufbewahrungsmittel nicht nur bei Privatanlegern, sondern gerade bei den Zentralbanken hoch im Kurs. Die Oktoberkäufe der Zentralbanken waren die höchsten seit Aufzeichnungsbeginn. Allen voran hat die indische Nationalbank ihre Bestände um 27 Tonnen aufgestockt, auf Platz zwei lag die türkische Zentralbank mit 17 Tonnen, gefolgt von der polnischen Zentralbank mit rund 8 Tonnen.


Die Nachfrage nach Gold ist also ungebrochen, der Preis bewegt sich auf Rekordniveau. Vor allem Goldproduzenten profitieren davon und verzeichnen derzeit Rekordergebnisse. Diese machen sich jedoch bisher noch bei weitem nicht in vollem Umfang in der Kursentwicklung vieler Minenwerte bemerkbar, da diese noch nicht so stark im Anlegerfokus stehen. Rohstoff- und Minenwerte sind daher immer noch hochattraktiv bewertet und bieten weiterhin die Chance auf deutliche Kurssteigerungen.


Generell gilt, dass in einem Umfeld tendenziell sinkender Leitzinsen eine Investition in die Aktienmärkte die sinnvollste Anlagemöglichkeit darstellt. Die bisherigen Verlautbarungen der Notenbanken deuten für 2025 genau dies an. Vor dem Hintergrund fallender Zinsen, stetigem Gewinnwachstum bei vielen Unternehmen, gepaart mit attraktiven Bewertungen in den von uns favorisierten Marktsegmenten, sehen wir noch viel Luft für Kurssteigerungen.


Unsere langfristige Anlagestrategie bleibt daher unverändert. Die von uns verwalteten Portfolios sind breit diversifiziert, den Anlageschwerpunkt bilden deutsche und europäische Titel. Aktien aus Schwellenländern, Minen- und Rohstofftitel, vor allem aus dem Edelmetallsektor, werden weiterhin prominent beigemischt, der US-Markt ist lediglich durch attraktiv bewertete kleinere und mittlere Unternehmen vertreten. Mittlerweile ist der Anteil der großen US-Titel im MSCI Welt-Index auf über 75% gestiegen. Viele Anleger investieren in passive Index-Produkte und sind somit oft in den gleichen Unternehmen investiert. Daher fühlen wir uns gerade unter Risikoaspekten sehr wohl mit unserer davon abweichenden Portfolioaufteilung.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.



Oktober 2024

Normalerweise starten wir unseren Marktkommentar mit einem Rückblick auf den vergangenen Monat. Allerdings ist in den ersten Tagen im November bereits so viel geschehen, dass wir uns etwas ausführlicher mit den aktuellen Ereignissen und deren Auswirkungen auf Ihr Portfolio befassen möchten. 


Die Ende September durchgeführten Leitzinssenkungen der Notenbanken und die im Oktober angekündigten Konjunkturmaßnahmen in China führten zunächst zu dem erhofften Aufschwung an den Aktienmärkten, ehe in Erwartung der US-Wahlen Gewinnmitnahmen einsetzten und schließlich per saldo lediglich eine Seitwärtsbewegung bei den großen Leitindizes als Monatsergebnis zu verzeichnen war. 


Hier macht sich der schon mehrfach thematisierte Fokus auf wenige hochgewichtete Werte in den Indizes bemerkbar. Denn wie sehr einzelne Titel die Entwicklung eines Indexkorbes beeinflussen können, sieht man nicht nur anhand der „Glorreichen Sieben“ in den USA, sondern auch im DAX: Seit Jahresanfang stehen hier etwa 14% Plus zu Buche, was erst einmal erfreulich ist. Doch etwa zwei Drittel dieses Zuwachses sind auf die Entwicklung bei SAP zurückzuführen, die mit ca. 15% im Index gewichtet ist und rund 60% Kursgewinn verzeichnete. Allein dies hat im DAX rund 9% zum Anstieg beigetragen. Etwa die Hälfte der DAX-Titel liegt in diesem Jahr im Minus, ähnlich sieht es auch in den USA aus, doch die Lage ändert sich zurzeit.

Viele Portfolios wiesen in den vergangenen Wochen trotz der Seitwärtsbewegung der großen Indizes ein positives Monatsergebnis auf. Dies liegt vor allem daran, dass die Kurse in den von den Marktteilnehmern bisher vernachlässigten Sektoren im Bereich der Nebenwerte, Schwellenländer und bei Rohstoffwerten deutlich anzogen. Diese Tendenz wird unserer Meinung nach weiter anhalten, daher werden wir diese Sektoren in den verwalteten Portfolios auch weiterhin prominent gewichten. 


Zur aktuellen politischen Lage nach den US-Wahlen und dem Scheitern der Ampelkoalition wollen wir hier nicht weiter eingehen. Wir konzentrieren uns auf die Einflussfaktoren für die weitere Börsenentwicklung, auf die die politische Führung dann eventuell reagieren muss. 


Das oberste Ziel der Notenbanken wird nicht mehr die Inflationsbekämpfung sein, sondern die rechtzeitige Stimulierung der Wirtschaft, um eine Rezession zu vermeiden. Hier kam es am letzten Donnerstag zu weiteren Zinssenkungen: Die schwedische Riksbank senkte ihren Leitzins um 0,5%, die Bank of England und die amerikanische Fed um jeweils 0,25%, was den Erwartungen entsprach. Auch für die kommende Sitzung der europäischen Zentralbank werden weitere Schritte erwartet.


Von niedrigeren Zinsen profitieren in erster Linie Unternehmen, denn Kredite werden günstiger und Investitionen erleichtert. Doch auch die Staatshaushalte werden entlastet, denn es müssen weniger Haushaltsmittel für den Schuldendienst eingeplant werden. Das Problem: Die Staatsschulden sind vielerorts in der Niedrigzinsphase stark angestiegen. Infolge der Corona-Maßnahmen, verfehlter Subventionspolitik, ausgeuferter Sozialmaßnahmen und zunehmender Bürokratie befinden sie sich weltweit oft auf Rekordniveau. Alleine im Oktober wurden in den USA 486 Mrd. US-Dollar neue Schulden aufgenommen, die Haushaltslage spitzt sich zu. Mittlerweile sind 36 Billionen der etwa 100 Billionen weltweiter Staatschulden von den USA ausgegeben.

Unter Präsident Trump soll es für die Bürger zusätzliche Entlastungen geben, Steuersenkungen waren ein wichtiges Wahlkampfthema. Wie die Einnahmeausfälle im Haushalt kompensiert werden sollen, ist allerdings völlig unklar. In Deutschland ist die Regierungskoalition am Festhalten der FDP an der gesetzlichen Schuldenbremse zerbrochen, die den Ausgabewünschen der beiden anderen Koalitionäre entgegenstand. Nimmt das Vertrauen der Anleger in die Solvenz der Staaten bzw. deren Währungen ab, werden Alternativen gesucht. Der jüngste Anstieg des Goldpreises dürfte auch darauf zurückzuführen sein. Der Goldminensektor ist aktuell weltweit die Branche mit den höchsten Unternehmensgewinnen. Die Berichtssaison ist im vollen Gange, die sehr guten Ergebnisse und äußerst positiven Gewinnaussichten sollten die Unterbewertung vieler Unternehmen verdeutlichen und die jüngst gestartete Kursrallye weiter beflügeln.


Ein anderes Wahlkampfthema waren die geplanten Einfuhrzölle: Unter Präsident Trump ist absehbar, dass international ausgerichtete Unternehmen, die den Großteil ihrer Geschäfte im Ausland tätigen, Belastungen durch neue Zollschranken spüren werden und sich ihre Gewinnaussichten eintrüben dürften. Profitieren sollten hingegen kleinere und mittlere Unternehmen, die fast ausschließlich im Binnenland agieren. Die amerikanischen Anleger haben auf das veränderte Umfeld bereits reagiert: In den letzten vier Wochen verzeichnete der Nebenwerteindex Russell 2000 einen Zuwachs von etwa 9%, während die S&P 500 und Dow leicht nachgaben. Umschichtungen zugunsten der äußerst günstig bewerteten Small Caps sind also bereits im Gange. In unseren verwalteten Portfolios haben wir bereits im Juli diesen Sektor beigemischt und profitieren nun von dieser Entwicklung.


In China sorgten die angekündigten Konjunkturmaßnahmen Ende September binnen weniger Tage zu enormen Kurszuwächsen, im Oktober folgte eine Konsolidierung. Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Maßnahmen fruchten könnten. Die Exporte nahmen auf Jahressicht um 12,7% zu und lagen damit mehr als doppelt so hoch wie erwartet. Die Zeichen für den weiteren Wachstumspfad Chinas stehen gut, auch hier gilt es, sowohl die konjunkturelle Entwicklung als auch die des Haushalts genau zu beobachten. Nachdem chinesische Titel in den vergangenen zwei Jahren eher wenig Beachtung bei den Anlegern fanden und daher kaum in den Portfolios vertreten waren, gehen wir auf Sicht von einer Belebung des chinesischen Aktienmarktes aus. Die damit verbundene Rückkehr internationaler Investoren sollte zu weiteren Kurszuwächsen führen.


Fazit: Wir befinden uns in einer Zeit der Neuorientierung. Viele Marktteilnehmer werden in den kommenden Wochen ihre Anlagen den neuen Gegebenheiten anpassen. Ein Favoritenwechsel scheint im Gange: Weg von oft hoch bewerteten Gewinnern der letzten Jahre hin zu den bisher verschmähten Profiteuren der kommenden Entwicklungen. In den von uns verwalteten Portfolios haben wir die zuvor genannten Sektoren prominent gewichtet und sind von den sich abzeichnenden Chancen überzeugt. Nutzen Sie die Neuorientierung der Märkte gezielt zum Einstieg oder stocken Sie bestehende Positionen auf, falls dies noch nicht geschehen sein sollte. 


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



September 2024

Der September war der Monat sinkender Leitzinsen: Zuerst senkte die EZB am 12.9. den richtungsweisenden Einlagenzinssatz für Banken um 0,25%, die amerikanische FED leitete später ihre Zinswende am 18.9. mit einer Senkung des Zielbandes der Federal Funds Rate um 0,5% ein. Sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr sollten weitere Schritte folgen. Die jüngsten US-Konjunkturdaten bestätigten, dass das verarbeitende Gewerbe schrumpft, die Produktion und die Auftragseingänge zurückgehen und die Zahl der Beschäftigten stagniert. Trotzdem gibt es kaum Anzeichen für ein Abdriften in eine Rezession. Es sieht daher ganz so aus, als könnte die angestrebte weiche Landung der US-Konjunktur durch das Gegensteuern der FED gelingen. Während das Wirtschaftswachstum in den USA bei etwa 2,5% liegt, verharrt Deutschland dagegen in der Stagnation.

Rund eine Woche nach der FED-Zinssenkung verkündete die chinesische Zentralbank weitreichende Konjunkturprogramme zur Unterstützung der einheimischen Wirtschaft, um das Wachstumsziel von 5% in diesem Jahr zu erreichen. Die Leitzinsen wurden gesenkt und Erleichterungen gibt es sowohl für Banken als auch für Immobilienkäufer, was vor allem den schwächelnden Immobiliensektor ankurbeln soll. Durch die Maßnahmen der Notenbanken hellte sich die Stimmung unter den Anlegern deutlich auf und wirkte sich positiv auf die Aktienmärkte aus. Nachdem der chinesische Aktienmarkt in den letzten zwei Jahren fast ausschließlich sinkende Kurse kannte, legte er in den ersten 10 Tagen nach den Ankündigungen der Zentralbank um rund 25% zu.


Die gelockerte Geldpolitik unterstützt Investitionen, erleichtert Finanzierungen für Unternehmen und bei Privatinvestoren und kurbelt so die Nachfrage an. Sowohl für die Bauindustrie als auch die exportorientierten deutschen und europäischen Global Player sind dies daher erfreuliche Nachrichten, gerade weil die Aussicht auf weitere Zinssenkungen besteht.

Die Bewertung vieler kleiner und mittlerer Unternehmen erachten wir nach wie vor als hochattraktiv, daher sollte die von uns erwartete Aufholjagd im Nebenwertesegment an Fahrt gewinnen. Bei den von uns ebenfalls favorisierten Aktien aus den Schwellenländern zogen die Kurse in den vergangenen Tagen bereits kräftig an. Auch im Minen- und Rohstoffsektor scheint die Bodenbildungsphase vorbei zu sein, bisher konzentrierten sich die Investoren auf große Produzenten, auch in diesem Segment wurden die kleineren Explorationswerte von den Anlegern lange vernachlässigt. Daher sind die bisherigen Kurszuwächse aus unserer Sicht erst der Anfang einer längeren Bewegung, da die Bewertungen auch in diesem Sektor weiterhin vielfach äußerst attraktiv erscheinen. Dies beweist auch die jüngste Übernahme, bei der Rio Tinto 6,7 Mrd. Dollar für Arcadium Lithium bezahlt, was mehr als dem doppelten Börsenwert von vor wenigen Tagen entspricht. 


Nahezu unbemerkt vom öffentlichen Interesse hat inzwischen Gold den Euro als zweitwichtigstes Reservemittel der Zentralbanken abgelöst und macht nun etwa 16% der gesamten Währungsreserven aus. Insbesondere in den Schwellenländern und im Osten scheint es die Tendenz zu geben, die großen Leitwährungen durch Gold zu ersetzen. Im ersten Halbjahr 2024 kauften die Zentralbanken weltweit etwa 483 Tonnen Gold, rund 5% mehr als die Rekordmenge im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Dies führte dazu, dass der US-Dollar aktuell noch etwa 58% der weltweiten Reserven ausmacht, im Jahr 2002 waren es noch 72%. 


Das vierte Quartal ist statistisch das mit Abstand beste Quartal an den Aktienmärkten. Der weitere Ausblick wird von den günstigen wirtschaftlichen Einflussfaktoren dominiert. Die weltweiten Konflikte und die bevorstehende US-Wahl spielen derzeit eine weniger wichtige Rolle bei den Investoren. Wir gehen daher davon aus, dass die Kurse in den nächsten Monaten weiterhin steigen werden, vor allem in den von uns favorisierten Börsensegmenten, den Schwellenländern, bei Nebenwerten und im Minen- und Rohstoffsektor.



Trotz der guten Stimmung kann es jedoch zu zwischenzeitlichen Kursrücksetzern an den Börsen kommen, ausgelöst beispielsweise durch Umschichtungen in andere Marktsegmente, geopolitische Ereignisse oder Gewinnmitnahmen. Diese sollten dann gezielt zum Einstieg oder zum Aufstocken bestehender Positionen im Portfolio genutzt werden.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.




August 2024

Im August kam es zum Auftakt zu einem deutlichen Kursrückgang an den internationalen Börsen, der bei vielen Anlegern für Unruhe sorgte. Auslöser war die Kurskorrektur des japanischen Yen, der innerhalb von vier Wochen rund 15% aufwertete. Doch die Aktienmärkte haben diesen Rücksetzer sehr schnell überwunden und sich bis zum Monatsende wieder erholt.   

Statistisch sind September und Oktober durchaus anfällige Börsenmonate, oft liegen die Kursschwankungen in diesem Zeitraum höher als im Rest des Jahres. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig. So wollen Unternehmen oftmals im alten Geschäftsjahr unliebsame Entscheidungen hinter sich bringen, um dann bereinigt im neuen Jahr unbelastet wirtschaften zu können. Aktuell sieht es bei den Autobauern, allen voran VW, danach aus. Diese negativen Nachrichten drücken auf die Stimmung und die Kurse. 

Auch sonst gibt es genügend ungelöste Themen: Geopolitisch z.B. die Konflikte in der Ukraine und in Nahost.


Aber auch finanzielle Themen sind zu bedenken: So sind in den letzten Jahren die Schuldenberge der großen Nationen, allen voran der USA, enorm angewachsen. Bei beiden Präsidentschaftskandidaten ist keine Abkehr von der Ausweitung des Staatsdefizites erkennbar, lediglich die Geschwindigkeit der Zunahme ist unterschiedlich hoch. Gerade durch die von Trump geplanten Steuererleichterungen dürfte sich der Schuldenberg enorm ausweiten. Doch was passiert, wenn der Dollar als Leitwährung in Frage gestellt wird?


Auch hier können schnell Sorgen auftreten, selbst wenn man dies derzeit nicht vorhersehen kann oder will.

Für die Unternehmen ist Planbarkeit sowie die wirtschaftliche Entwicklung am bedeutendsten. Gerade in Deutschland zeigt sich, wie schwer es ist, ohne langfristig kalkulierbare Politik wirtschaften zu können. Eine Entwicklung, die auch in China zu beachten ist. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt bremst noch immer die Abarbeitung der Immobilienblase die wirtschaftliche Dynamik. Hinzu kommt der Handelsstreit mit den USA. Doch die jüngsten Exportzahlen Chinas waren unerwartet stark und die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8 äußerst attraktiv. Es ist daher unseres Erachtens nur eine Frage der Zeit, bis die aktuellen Probleme im Land überwunden werden, der wichtigste Markt Asiens seinen Wachstumspfad fortsetzt und die Aktienkurse sich wieder deutlich höher einpendeln werden.


In den USA liefert die Wirtschaft, angetrieben von den enormen Subventionen des Inflation Reduction Acts, weiterhin solide Zahlen ab. Aktuellen Daten zufolge wächst die wirtschaftliche Leistung in den Vereinigten Staaten derzeit mit knapp über 2%. Die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt, die eine Schwäche signalisieren, werden jedoch von vielen Anlegern positiv betrachtet. Denn nächste Woche findet die nächste Notenbanksitzung der FED statt, auf der eine Zinssenkung verkündet werden dürfte. Ein Rückgang von 0,25% wird allgemein erwartet, die Sorgen vor einer Rezession könnten die Notenbanker aber auch zu einem größeren Schritt von 0,5% bewegen. Dies könnte das Signal sein, auf das viele Anleger gewartet haben, um die Aktienquote in Ihren Portfolios wieder anzuheben.


Für die langfristige Kapitalanlage sind diese kurzfristigen Entwicklungen jedoch eher unbedeutend. Entscheidend sind Zinsen, Gewinne und Bewertungen. Die Anlage-Zinsen liegen in Deutschland im Schnitt wieder unter 3%, bei bonitätsmäßig einwandfreien Bundesanleihen sind für 10 Jahre lediglich 2,2% p.a. erzielbar, was einem negativen Realzins entspricht. Mittel- bis längerfristige Zinsanlagen sind aus unserer Sicht weiterhin wenig attraktiv. Vorsicht sollten Anleger auch bei hoch bewerteten und extrem gut gelaufenen Aktien walten lassen. Aus unserer Sicht bieten weiterhin Aktienmärkte das beste Chancen-Risiko-Verhältnis, die bisher nicht im Fokus der Anleger standen: Nebenwerte, Schwellenländer und Edelmetall- und Rohstoffwerte weisen alle ein historisch günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11-12 auf. Sie sind somit hochattraktiv bewertet, bieten ein enormes Aufwärtspotenzial und bilden daher, neben deutschen und europäischen Standardwerten, weiterhin den Schwerpunkt in den von uns verwalteten Portfolios.


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Juli 2024

Nachdem im ersten Halbjahr die Aktienindizes vor allem durch die Technologiegiganten nach oben gezogen wurden, änderte sich die Lage im Juli. Der Börsenwert von Nvidia reduzierte sich in den zurückliegenden Wochen um etwa 25%, bei Microsoft, Amazon, Google, Meta und TeslaI um etwa 15%, lediglich Apple konnte sich mit 10% Minus vergleichsweise gut halten. Und dies,

obwohl die meisten Unternehmen sehr gute Ergebnisse gemeldet hatten. Doch es kamen Zweifel auf, ob sich die in enormen Umfang getätigten Investitionen in Rechenzentren und High-Performance-Chips für die Unternehmen kurz- und mittelfristig in Form höherer Umsätzen und Gewinne auszahlen.


Während die Favoriten deutliche Kursrückg.nge verzeichnen mussten, konnten sich die zuletzt  von den Investoren vernachlässigten Titel aus der zweiten Reihe und anderen Branchen im Juli zunächst besser halten und mitunter sogar zulegen. Denn warum sollte man auf Aktien setzen, deren Bewertung hoch ist und bei denen Zweifel am Gewinnwachstum bestehen? Während die Technologietitel mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 30 und mehr notierten, liegen die Bewertungen bei vielen kleineren Titeln nur etwa bei der Hälfte.


Zum Monatswechsel kam es dann jedoch in der Breite zu Turbulenzen an den Aktienmärkten. Auslöser waren einerseits eine Leitzinserhöhung der japanischen Notenbank und schlechtere Konjunkturdaten in den USA, andererseits die Konfliktverschärfung im Nahen Osten, wo eine weitere Eskalation drohen könnte. Der Nikkei verzeichnete binnen drei Handelstagen ein Minus von rund 20%, die amerikanische NASDAQ, DAX und EuroStoxx gaben rund 10% nach.


Gerade als die Medien anfingen Panikmeldungen zu verbreiten, beruhigte sich die Lage jedoch wieder und eine Gegenbewegung setzte ein. Derzeit gehen wir daher nicht von einer Trendwende bei der langfristigen Kursentwicklung aus, sondern eher von einem reinigenden Sommergewitter, das Anlegern spannende Einstiegs- oder Aufstockungsmöglichkeiten bietet. Apropos reinigendes Gewitter: Durch den Rückzug Joe Bidens aus dem Rennen um das WeißeA Haus bekommt der zwischenzeitliche Favorit Donald Trump plötzlich Gegenwind und liegt in den Umfragen derzeit hinter dem demokratischen Duo aus Kamala Harris und Tim Walz. Von der Kandidatenrochade bei den Demokraten sind wirtschaftspolitisch jedoch keine nennenswerten Änderungen zu erwarten, so dass sich die Investoren vor allem auf Maßnahmen der amerikanischen Notenbank konzentrieren werden, um daraus die weitere Börsenentwicklung abzuleiten. Die sich verschlechternden Konjunkturdaten haben den Druck

auf die FED erhöht, die Leitzinsen zeitnah zu senken, um ein Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession zu verhindern, obwohl die anvisierten Zielmarken für die Inflationsrate noch nicht ganz erreicht wurden.


Wir gehen davon aus, dass in den USA die bereits angekündigte Leitzinssenkung bald vollzogen wird, die dann die kommende Aufwärtsbewegung an den Börsen einleiten dürfte. Zudem sollte sich die Tendenz der letzten Wochen fortsetzen, dass Investoren auch die bisher vernachlässigten Marktsegmente wie Nebenwerte, Emerging Markets und Rohstofftitel

berücksichtigen, um eine breitere Diversifikation zu erreichen, wovon die von uns verwaltetens Portfolios profitieren werden.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.




Juni 2024

Angeführt von wachstumsstarken Mega Cap Aktien haben die Börsen ein positives erstes Halbjahr beendet. So konnten beispielsweise der amerikanische Dow Jones Index um gut 7%, DAX und EuroStoxx um rund 8% zulegen. In der „zweiten Reihe“ sieht es hingegen weniger erfreulich aus: Der S&P600 Small Cap Index notiert etwa unverändert, der deutsche MDAX seit Jahresstart sogar über 6% im Minus.


Während die Big Player Microsoft, Apple, Alphabet und vor allem NVIDIA von der enormen Dynamik im Bereich Künstliche Intelligenz profitieren und dadurch mittlerweile schwindelerregende Bewertungen aufweisen, drücken eine sich verlangsamende Konjunkturdynamik und Unsicherheiten in der Politik auf die Stimmung bei Nebenwerten. 


In Europa haben nach der Europawahl und den Neuwahlen in Frankreich wegen der Angst vor einem damit verbundenen Rechtsruck vor allem französische Werte deutlich nachgegeben. Nach dem Ausgang der Wahl in Frankreich scheinen die größten Befürchtungen erst einmal vorbei zu sein. Dies zeigt, wie schnell es mitunter gehen kann. In den USA hat die erste TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten eine zweite Amtsperiode von Trump wahrscheinlicher gemacht. Die US-Märkte haben dies positiv zur Kenntnis genommen, schließlich hatten in seiner ersten Amtszeit die Märkte zugelegt. Trump ist aufgrund seiner kapitalmarktfreundlichen Politik der Wunschkandidat der US-Investoren.


Für die Kapitalmärkte sind wirtschafts- und konjunkturfreundliche Maßnahmen wichtiger als Wahlen. Neue Wachstumsprogramme hierzulande könnten schnell für neuen Schub bei deutschen und europäischen Aktien sorgen. Die Konjunkturdaten der letzten Wochen waren in Summe eher schlechter, so dass wir uns mit unserer Einschätzung, dass die Zinsen auf Sicht weiter sinken dürften, bestätigt sehen. 


Davon profitieren dürften sowohl in den USA als auch in Europa die bisher von vielen Marktteilnehmern nicht berücksichtigten Nebenwerte. Die aktuelle Situation beim MDAX stellt sich beispielsweise so dar: Während von März 2009 bis Ende August 2021 die Nebenwerte um 660 Prozent nach oben kletterten, konnte der DAX „nur“ 280% zulegen. In den letzten drei Jahren verzeichnete der MDAX jedoch durch die hinlänglich geschilderte Börsenentwicklung einen Rückgang von 27%, während der DAX um rund 15% zulegen konnte. Ähnlich ist die Situation in den Schwellenländern: Auch der MSCI Emerging Markets Index liegt noch etwa 25% unter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2021.


Die Aufwärtsbewegung der Leitindizes wurde, wie mehrfach erwähnt, nur von wenigen gut gelaufenen Titeln getragen. Lässt man diese außen vor und schaut auf den breiten Aktienmarkt, erkennt man, dass die Kurse oft 25-30% unter ihren Höchstständen und die Bewertungsniveaus bei etwa 50% des sonst Üblichen liegen. Daher könnten sich die Aktienkurse aus vielen bisher vernachlässigten Börsensegmenten verdoppeln und wären dann immer noch normal bewertet. Während die großen Indizes im letzten Quartal eher seitwärts tendierten, konnten die Nebenwerte zulegen und die entstandene Lücke beginnt sich zu schließen. Wir gehen daher davon aus, dass eine Aufholjagd in Gang kommt und die Nebenwerte die Big Caps deutlich übertreffen werden – und dies sowohl in Europa als auch in den USA.


Die Situation im Rohstoffbereich ist ähnlich. Der Goldpreis bewegt sich auf Rekordniveau, Goldbergbauunternehmen werden wohl für das abgelaufene Quartal das beste Ergebnis aller Zeiten verkünden und die Gewinne sind in die Höhe geschnellt – doch die Aktien der Unternehmen sind in den fünf zurückliegenden Jahren durchschnittlich um 25% gefallen, während der Goldpreis um etwa 50% zulegen konnte. Im letzten Quartal wurde ein Durchschnittserlös von 2.338 US-Dollar je Unze erzielt, bei durchschnittlichen Förderkosten von 1.325 US-Dollar bedeutet dies einen Gewinn von über 1.000 US-Dollar je Unze! Dadurch ergibt sich eine historische Unterbewertung vieler Minenunternehmen. Aufgrund der ausufernden Staatsschulden in den USA und Europa (hier verheißt beispielsweise der Linksruck in Frankreich auch eher eine Ausweitung) sehen wir auf Sicht keinen Anlass für sinkende Goldkurse.


Aus unserer Sicht wurden im ersten Halbjahr 2024 die Weichen für die weitere Aufwärtsbewegung an den Börsen gestellt. Die bevorstehenden Wahlen in Europa und den USA bieten das Potenzial für weitere Schwankungen, befeuert werden sollten die Kurse aber von den absehbaren Zinsschritten der Notenbanken. Insgesamt blicken wir positiv auf das zweite Börsenhalbjahr und fühlen uns aufgrund der sehr niedrigen Bewertungen unserer favorisierten Anlagesegmente weiterhin sehr wohl mit unserer Portfoliostruktur.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



Mai 2024

Nach der freundlichen Aktienmarktentwicklung in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben sich die internationalen Börsenindizes eine Verschnaufpause genommen. Nachdem zuletzt im April höher als erwartete Inflationszahlen zu einem Zinsanstieg bei Staatsanleihen geführt hatten, haben die schwächeren Wirtschaftsdaten aus Industrie und Bausektor der letzten Wochen die Renditen wieder gedrückt.


Nachdem am Mittwoch bereits die kanadische Notenbank die Zinsen gesenkt hatte, zog die europäische Zentralbank am Donnerstag nach, um der schwächelnden Wirtschaft zu helfen. Als Begründung wurde die zunehmende Zuversicht angeführt, die gewünschte Inflationsrate von 2% auf mittlere Sicht zu erreichen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie die Verantwortlichen den weiteren Zinspfad in der Eurozone beurteilen. So lässt man sich die Option offen, gegebenenfalls wieder gegenzusteuern. 


Das Ungewöhnliche an diesem Zinsschritt ist, dass die EZB vor der amerikanischen FED agiert hat, die sonst den Takt in der weltweiten Zinspolitik vorgibt. Doch in den USA scheint die Lage komplizierter, hier treffen rückläufige Wirtschaftsdaten auf höhere Inflationswerte, was die Erwartungen an baldige Zinsschritte verhaltener ausfallen lässt. Ging man vor einem halben Jahr noch von drei bis fünf Zinsschritten der FED aus, wird momentan nur noch eine Zinssenkung gegen Jahresende erwartet. Doch diese Annahme könnte zu pessimistisch sein, da sich die Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen in Teilbereichen deutlich eingetrübt haben und die Verantwortlichen unter Zugzwang bringen könnte.


Angesichts der bestehenden und zu erwartenden Stimulus-Maßnahmen in den USA scheint einerseits eine Rezession unwahrscheinlich, andererseits zeigen die Wirtschaftsdaten, dass ein Überhitzen der Konjunktur ebenso wenig zu erwarten ist. Beispielsweise sind die seit Anfang April korrigierenden Ölpreise ein Indiz für nachlassende wirtschaftliche Aktivität, ebenso wie die Schwäche im Bau- und Industriesektor.


Der Aktienmarkt notiert auf dem Niveau von Ende März und hat seine Zugewinne nicht abgegeben. Der Monat Juni ist traditionell eher ein „Seitwärtsmonat“. Doch es gibt derzeit genügend Themen, die die Anleger beeinflussen. Neben der immer näher rückenden US-Wahl können auch die anhaltenden geopolitischen Konflikte jederzeit für Unruhe sorgen, so dass man auch Rückschläge mit einkalkulieren muss.


Die eingeleiteten Zinssenkungen der Notenbanken sollten unserer Meinung nach dazu führen, dass der Aufschwung an den Aktienmärkten nun an Breite gewinnt. Bisher wurde die positive Entwicklung vor allem durch enorme Kursgewinne weniger Zugpferde getragen, Titel aus der zweiten und dritten Reihe wurde kaum Beachtung geschenkt. Diese sind nach wie vor attraktiv bewertet und bieten dazu weiteres Kurspotenzial. Erste Kurszuwächse konnten in den letzten Wochen bei Rohstoffaktien beobachtet werden, dies sollte in unseren Augen jedoch nur der Anfang sein. 

In unseren verwalteten Depots fühlen wir uns daher mit unserer prominenten Gewichtung von deutschen und europäischen Nebenwerten, Aktien aus den Schwellenländern und dem Rohstoff- und Edelmetallsektor sehr wohl. Gerade letztere haben in den letzten Wochen deutlich zulegen können und sich besser entwickelt als die zuvor angestiegenen Standardwerte.


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April 2024

Im Monat März tendierten die Aktienmärkte zunächst freundlich, viele internationale Leitindizes erreichten im Monatsverlauf neue Höchststände, doch zum Monatswechsel und in den ersten Apriltagen kam es zu einer Beruhigung mit leichten Kursrückgängen. Insgesamt tendieren die Aktienmärkte auf Sicht der letzten zwei Monate dadurch eher seitwärts. Die Aufwärtsdynamik, die seit Oktober letzten Jahres ununterbrochen anhielt, scheint sich abzuschwächen. Auslöser dafür waren zunächst die amerikanischen Wirtschaftsdaten, die auf eine hartnäckigere Inflation als von den Marktteilnehmern erwartet hindeuten und somit zu einer Verschiebung der erhofften Zinssenkungen der US-Notenbank führen dürften. Die eingepreisten Zinssenkungen zur Jahresmitte wurden korrigiert, trotzdem geht man weiterhin von entsprechenden Beschlüssen noch in diesem Jahr aus. In Europa hingegen könnte es schon vorher zu ersten Lockerungsmaßnahmen der EZB kommen, wenn sich die Inflationsdaten weiterhin wie bisher entwickeln. Dies ist ein durchaus seltenes Ereignis, da meist die amerikanische FED den Takt vorgibt und sich die EZB an den US-Vorgaben orientiert.


Neben der Zinspolitik der Notenbanken stand bei den Marktteilnehmern in den letzten Wochen vor allem der auf neue Höchststände gestiegene Goldpreis im Fokus des Interesses. Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe, ausschlaggebend scheint jedoch zu sein, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die ausufernden Staatsschulden, gerade in den USA, zukünftig eher weitere Probleme mit sich bringen dürften. Diese Ungewissheit führt dazu, dass Anleger eher sichere Häfen als Anlagevehikel bevorzugen und daher Gold gekauft haben, auch Notenbanken aus Schwellenländern traten zuletzt verstärkt als Käufer auf.


Anfang April wurde veröffentlicht, dass die amerikanische Staatsverschuldung alle 100 Tage um eine Billion US-Dollar ansteigt. Die Zinszahlungen sind in den 12 Monaten um 1,1 Billion US-Dollar geradezu explodiert und werden in den nächsten 100 Tagen um weitere 150 Milliarden Dollar ansteigen. Dies führt zu einer immer höheren Belastung des Staatshaushaltes und vergrößert den Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen zu senken. Außerdem erhöht sich dadurch nicht gerade das Vertrauen in die weitere Stärke des US-Dollars.


Ein weiterer Belastungsfaktor sind zudem die, von den USA im Zuge der Sanktionsmaßnahmen aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, eingefrorenen US-Dollar-Guthaben Russlands bzw. russischer Staatsbürger. Dies hat Bestrebungen Chinas, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern und alternative Zahlungssysteme zu etablieren, um unabhängig vom amerikanischen SWIFT-System zu agieren, deutlich verstärkt. China ist nach Japan der zweitgrößte Gläubiger der USA und wird künftig wohl eher zurückhaltend beim Kauf von amerikanischen Staatsanleihen agieren. Die letzten Auktionen von US-Bonds verliefen bereits eher schleppend. 


Die ausufernde Verschuldung führt also zu einem Vertrauensverlust, der sich auch in Forderungen nach einem höheren Zins für amerikanische Staatsanleihen niederschlägt, was wiederum die Zinsbelastung erhöht. Ein Dilemma, das möglichst bald gelöst werden sollte und den Goldpreis weiter beflügeln dürfte. Der Rekordgoldpreis macht sich auch nun langsam im Minensektor bemerkbar. In den letzten Jahren hatten sich die Kurse der Goldproduzenten halbiert, teilweise sogar gedrittelt, obwohl der Goldpreis schon deutlich gestiegen war. Nun scheint das Interesse der Anleger wieder erwacht und die von uns beschriebene Unterbewertung des Sektors scheint sich langsam abzubauen. Trotz der Erholung sind die Bewertungen der Unternehmen im Rohstoff- und Edelmetallsektor weiterhin äußerst attraktiv, so dass wir von weiter steigenden Kursen ausgehen.


Neben dem Rohstoffsektor spielen vor allem deutsche und europäische Nebenwerte und Aktien aus den Schwellenländern eine prominente Rolle in den von uns verwalteten Portfolios. Hier sind die Bewertungen ebenfalls weiterhin günstig, die Marktteilnehmer agieren in diesen Sektoren wahrscheinlich bis zur Verkündung von Zinssenkungen durch die Notenbanken jedoch noch eher zurückhaltend. Diese Zurückhaltung sollte sich anschließend jedoch auflösen und die zu erwartenden Mittelzuflüsse dazu führen, dass sich die Kurse deutlich erholen sollten und die Schere zu den in den vergangenen Monaten bevorzugten Large Caps weiter schließt.


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März 2024

Im Monat März tendierten die Aktienmärkte zunächst freundlich, viele internationale Leitindizes erreichten im Monatsverlauf neue Höchststände, doch zum Monatswechsel und in den ersten Apriltagen kam es zu einer Beruhigung mit leichten Kursrückgängen. Insgesamt tendieren die Aktienmärkte auf Sicht der letzten zwei Monate dadurch eher seitwärts.


Die Aufwärtsdynamik, die seit Oktober letzten Jahres ununterbrochen anhielt, scheint sich abzuschwächen. Auslöser dafür waren zunächst die amerikanischen Wirtschaftsdaten, die auf eine hartnäckigere Inflation als von den Marktteilnehmern erwartet hindeuten und somit zu einer Verschiebung der erhofften Zinssenkungen der US-Notenbank führen dürften. Die eingepreisten Zinssenkungen zur Jahresmitte wurden korrigiert, trotzdem geht man weiterhin von entsprechenden Beschlüssen noch in diesem Jahr aus. In Europa hingegen könnte es schon vorher zu ersten Lockerungsmaßnahmen der EZB kommen, wenn sich die Inflationsdaten weiterhin wie bisher entwickeln. Dies ist ein durchaus seltenes Ereignis, da meist die amerikanische FED den Takt vorgibt und sich die EZB an den US-Vorgaben orientiert.


Neben der Zinspolitik der Notenbanken stand bei den Marktteilnehmern in den letzten Wochen vor allem der auf neue Höchststände gestiegene Goldpreis im Fokus des Interesses. Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe, ausschlaggebend scheint jedoch zu sein, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die ausufernden Staatsschulden, gerade in den USA, zukünftig eher weitere Probleme mit sich bringen dürften. Diese Ungewissheit führt dazu, dass Anleger eher sichere Häfen als Anlagevehikel bevorzugen und daher Gold gekauft haben, auch Notenbanken aus Schwellenländern traten zuletzt verstärkt als Käufer auf.


Anfang April wurde veröffentlicht, dass die amerikanische Staatsverschuldung alle 100 Tage um eine Billion US-Dollar ansteigt. Die Zinszahlungen sind in den 12 Monaten um 1,1 Billion US-Dollar geradezu explodiert und werden in den nächsten 100 Tagen um weitere 150 Milliarden Dollar ansteigen. Dies führt zu einer immer höheren Belastung des Staatshaushaltes und vergrößert den Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen zu senken. Außerdem erhöht sich dadurch nicht gerade das Vertrauen in die weitere Stärke des US-Dollars.


Ein weiterer Belastungsfaktor sind zudem die, von den USA im Zuge der Sanktionsmaßnahmen aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, eingefrorenen US-Dollar-Guthaben Russlands bzw. russischer Staatsbürger. Dies hat Bestrebungen Chinas, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern und alternative Zahlungssysteme zu etablieren, um unabhängig vom amerikanischen SWIFT-System zu agieren, deutlich verstärkt. China ist nach Japan der zweitgrößte Gläubiger der USA und wird künftig wohl eher zurückhaltend beim Kauf von amerikanischen Staatsanleihen agieren. Die letzten Auktionen von US-Bonds verliefen bereits eher schleppend. 


Die ausufernde Verschuldung führt also zu einem Vertrauensverlust, der sich auch in Forderungen nach einem höheren Zins für amerikanische Staatsanleihen niederschlägt, was wiederum die Zinsbelastung erhöht. Ein Dilemma, das möglichst bald gelöst werden sollte und den Goldpreis weiter beflügeln dürfte. Der Rekordgoldpreis macht sich auch nun langsam im Minensektor bemerkbar. In den letzten Jahren hatten sich die Kurse der Goldproduzenten halbiert, teilweise sogar gedrittelt, obwohl der Goldpreis schon deutlich gestiegen war. Nun scheint das Interesse der Anleger wieder erwacht und die von uns beschriebene Unterbewertung des Sektors scheint sich langsam abzubauen. Trotz der Erholung sind die Bewertungen der Unternehmen im Rohstoff- und Edelmetallsektor weiterhin äußerst attraktiv, so dass wir von weiter steigenden Kursen ausgehen.


Neben dem Rohstoffsektor spielen vor allem deutsche und europäische Nebenwerte und Aktien aus den Schwellenländern eine prominente Rolle in den von uns verwalteten Portfolios. Hier sind die Bewertungen ebenfalls weiterhin günstig, die Marktteilnehmer agieren in diesen Sektoren wahrscheinlich bis zur Verkündung von Zinssenkungen durch die Notenbanken jedoch noch eher zurückhaltend. Diese Zurückhaltung sollte sich anschließend jedoch auflösen und die zu erwartenden Mittelzuflüsse dazu führen, dass sich die Kurse deutlich erholen sollten und die Schere zu den in den vergangenen Monaten bevorzugten Large Caps weiter schließt.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



Februar 2024

In den letzten Wochen hat sich die Lage an den Aktienmärkten nicht wesentlich geändert. Nach wie vor konzentrieren sich die Mittelzuflüsse auf den Technologiesektor und wenige Sonderthemen. Alle anderen Marktsegmente werden derzeit weitgehend gemieden.


Über die letzten zwölf Monate flossen etwa 50 Mrd. US-Dollar in Technologieaktien, während die anderen Sektoren bis zu 20 Mrd. US-Dollar Mittelabflüsse zu verkraften hatten, was sich entsprechend auf die Aktienkurse ausgewirkt hat.


Jüngst hat es ein befreundeter Fondsmanager in seinem aktuellen Marktkommentar wie folgt ausgedrückt: „Das Börsengeschehen erinnert derzeit an ein Fußballspiel von Kleinkindern. Die ganze Meute rennt wie ein Hühnerhaufen dem Ball nach – von taktischer Aufstellung und Abwehrarbeit keine Spur. Genauso wie die Kleinen auf den Ball, sind am Aktienmarkt alle nur noch auf mögliche Gewinne mit dem heißen Thema Künstliche Intelligenz fokussiert. Allenfalls interessiert nur noch die Frage, wann die ersehnten Zinssenkungen denn endlich kommen, welche den Aktien zusätzlichen Schub verleihen sollen. Nur die Upside zählt, die Defensive kümmert kaum noch jemanden.“


Die derzeitige Situation ist typisch für eine Bewertungsblase. Es herrscht eine Euphorie für ein bestimmtes Thema, alle anderen Entwicklungen und weiterhin bestehende Risiken werden ausgeblendet und ignoriert, es zählt allein die höchstmögliche Rendite. Wenn man die aktuellen Börsenberichte liest, entsteht der Eindruck, dass bestehende Probleme, wie etwa die ausufernde Staatsverschuldung, Leerstände bei Gewerbeimmobilien, Rezessionsgefahren oder eine Rückkehr der Inflation in den Überlegungen der Anleger im Technologiesektor kaum Beachtung finden. Was zählt sind Wachstumstories und möglichst spektakuläre Kursgewinne.


In einer ähnlichen Lage befanden sich die Märkte um die Jahrtausendwende. Damals wurden vor allem Aktien aus den Bereichen Internet, Technologie und Biotechnologie gesucht, bevor die sogenannte „Dotcom-Blase“ schließlich platzte und zu deutlichen Kursverlusten von bis zu 80% führte.


Der Unterschied zu heute liegt darin, dass damals der gesamte Aktienmarkt stieg, ausgelöst durch massive Zinssenkungen seitens der Notenbanken. Die günstige Liquidität floss überwiegend in die Aktienmärkte und trieb die Bewertungen in der Breite in die Höhe. Heute hingegen sind nur wenige Sektoren gestiegen und damit teuer bzw. überbewertet. Genau darin liegt die große Chance für Investoren, denn im Bereich der Nebenwerte, bei Rohstoff- und Edelmetallwerten oder in den Schwellenländern sind die Bewertungen oft günstig bis sehr günstig. Diese Sektoren sind bei den Investoren wegen der im Verhältnis zu den derzeitigen Börsenlieblingen schwächeren Wertentwicklung der vergangenen Monate unbeliebt, in den Portfolios entsprechend untergewichtet und oft unterbewertet, da die Kurse nicht gestiegen sind, obwohl die Firmen gute Profite gemacht haben. Bei einer Risikobetrachtung bieten diese Segmente im Falle einer Korrektur zudem weit weniger Abwärtspotenzial und sind somit deutlich defensiver einzustufen - ein ideales Umfeld für antizyklische Investoren.


Für einen Austausch oder bei Fragen rund um das aktuelle Marktgeschehen stehen wir Ihnen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Januar 2024

Anfang Januar kam es nach dem Anstieg im November und Dezember zu einer Korrektur an den weltweiten Aktienmärkten. Auslöser war die voraussichtliche Verschiebung bei den für März erwarteten Zinssenkungen durch die Notenbanken. Im weiteren Monatsverlauf konnten sich die Titel der großen Unternehmen wieder erholen, während Aktien von mittleren und kleinen Unternehmen weiterhin nicht gesucht waren und den Monat im Minus beendeten.


Die Nachwehen der Coronapandemie und die stark gestiegenen Kreditzinsen machen sich inzwischen deutlich im Immobiliensektor bemerkbar, genauer gesagt bei Büro- und Gewerbeimmobilien. Durch die umfangreichen Home Office-Tätigkeiten, die in den USA wesentlich ausgeprägter sind als hierzulande, hat sich der Bedarf an Büroflächen in den Innenstadtlagen deutlich reduziert. Die Leerstandsquoten bei Büroimmobilien in den Ballungszentren bewegen sich auf Rekordhoch, Wertminderungen durch sinkende Mieteinkünfte in Kombination mit höheren Zinsbelastungen durch die gestiegenen Kreditzinsen sind die Folge, manche Schuldner können die vereinbarten Kreditraten nicht mehr bedienen.


Dies führte zu Problemen bei den bereits im März letzten Jahres unter Druck geratenen Regionalbanken, die zahlreiche Projekte finanzierten. Erneut musste die lokal aktive New York Community Bancorp im vergangenen Quartal 252 Mio. US-Dollar an Kreditverlusten abschreiben. Der Aktienkurs fiel daraufhin um 45% und zog auch andere Regionalbanken mit, Ratingagenturen stuften die Bonität ab. Doch nicht nur die Banken leiden, die fehlenden Büroaufenthalte der Beschäftigten schlagen auch auf die umliegenden Einzelhändler und Gastronomien durch und führen dort zu Umsatzrückgängen, Mietausfällen und somit ebenfalls zu Abwertungen der dortigen Gewerbeflächen. Der angeschlagene Regional-Bankensektor steht bereits durch die Verwerfungen im letzten Frühjahr unter verschärfter Beobachtung der FED, wir beobachten ebenfalls, wie sich die Lage weiterentwickelt.


Auch in den letzten Wochen standen die Aktien von Chipherstellern und Technologieunternehmen im Fokus des Anlegerinteresses. Dies treibt die Kurse in diesen Branchen, während der breite Aktienmarkt ein Mauerblümchendasein fristet, obwohl dort das Risiko-Rendite-Verhältnis deutlich günstiger ist als in den derzeitigen Favoritentiteln. Um die Zahlen zu verdeutlichen, hier zwei Beispiele von derzeitigen Börsenlieblingen: Der Aktienkurs von Nvidia konnte sich in den letzten 5 Jahren von etwa 34 USD auf aktuell 650 USD fast verzwanzigfachen, alleine seit Jahresbeginn hat der Börsenkurs um fast 50% zugelegt. Bei einem Jahresumsatz von etwa 27 Mrd. USD entspricht die Marktkapitalisierung mittlerweile einem Wert von 1,6 Bio. USD, also etwa dem 60fachen Kurs-Umsatz-Verhältnis. Normalerweise spricht man bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von unter 1,0 von einer günstigen Bewertung! Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 117. Ein anderes Beispiel ist Eli Lilly & Co., ein Pharmakonzern, der derzeit vor allem durch seine Abnehmspritze Schlagzeilen macht. Hier konnte sich der Aktienkurs in den letzten fünf Jahren immerhin fast versiebenfachen und seit Jahresbeginn um rund 30% zulegen. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 60 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 19 ist die Folge. Sollten die Geschäftszahlen in Zukunft die Hoffnungen der Anleger nicht bestätigen, ist die Fallhöhe bis zu einer normalen Bewertung entsprechend hoch.


Im Gegensatz dazu liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei Value-Titeln und im Bereich der Small & Mid Caps im Zehnerbereich. Als Investor muss man sich also die Frage stellen, ob die derzeitigen Favoriten die derzeitigen Kurshöhen rechtfertigen oder sich gar zu weiteren Höhen aufschwingen können oder ob das Chance-Risiko-Verhältnis nicht in anderen Segmenten deutlich günstiger ausfällt. Daher ist es unseres Erachtens weiterhin nur eine Frage der Zeit, bis die vernachlässigten Segmente eine Aufholjagd starten.


Die Aussichten auf das Börsenjahr 2024 sind somit weiterhin positiv. Nachdem die Zinsen in den vergangenen zwei Jahren auf Niveaus angehoben wurden, die sie während der Bekämpfung der Finanzkrise vor 15 Jahren erreichten, ist es keine Frage mehr, ob die amerikanische FED und die EZB Zinssenkungen durchführen werden, sondern wann damit begonnen wird. Hier gilt es aus Sicht der Notenbanker auszuloten, wie einerseits das Ziel der Inflationsbekämpfung erreicht und andererseits eine Rezession vermieden werden kann. Seitens der Notenbanker wird daher laufend betont, die Datenlage genau zu beobachten um zeitnah zu reagieren. Viele Anleger halten sich daher weiterhin mit Investitionen zurück, bis sich die Signale verdeutlichen und erste Maßnahmen angekündigt werden. Sobald sich diese Zurückhaltung auflöst, können sich die Aktienkurse in Teilbereichen aufgrund der niedrigen Bewertungen verdoppeln, verdreifachen oder gar vervierfachen, sobald sich die Bewertungen wieder auf das übliche Niveau bewegen. 


In unseren verwalteten Portfolios favorisieren wir daher weiterhin vor allem Aktien von kleineren und mittleren Unternehmen aus Deutschland und Europa, Schwellenländertitel und Rohstoffwerte.  In den nächsten Tagen wird Ihnen unser aktueller Börsenbrief „Fonds Inside“ zugehen, der die aktuelle Marktsituation und die sich daraus ergebenden Chancen ausführlicher erläutert und graphisch verdeutlicht.


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