Marktkommentare

2026


Juni 2026

Im ersten Halbjahr waren die internationalen Finanzmärkte geprägt von intensiven Kursbewegungen mit erheblichen Schwankungen, per Saldo entwickelten sich die Märkte jedoch positiv. Während die anhaltenden geopolitischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten die Unsicherheit hochhielten und der zwischenzeitliche Anstieg der Energiepreise die Inflation auf erhöhtem Niveau verharren ließ, sorgte vor allem die Euphorie rund um die Künstliche Intelligenz für steigende Kurse an den Aktienmärkten. 

 

Nach einem Jahresauftakt mit neuen historischen Höchstständen zahlreicher Aktienindizes, nahm die Nervosität der Marktteilnehmer mit dem Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran Anfang März deutlich zu. Die zeitweise Schließung der Straße von Hormus ließ den Ölpreis zeitweise auf über 110 Euro je Barrel steigen. Weltweit kamen die Aktienmärkte unter Druck. Erst die Aussicht auf Friedensverhandlungen Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni führte zu einer spürbaren Entspannung. Gleichzeitig verbesserten sich die Erwartungen hinsichtlich einer rückläufigen Inflation. 

 

Der wichtigste Kurstreiber des ersten Börsenhalbjahres war erneut der Wettlauf um die technologische Führungsrolle im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die hierfür notwendigen Investitionen in Software, Halbleiter, Rechenzentren und Energieinfrastruktur erreichen weltweit ein beispielloses Ausmaß. Davon profitieren zahlreiche Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, deren steigende Gewinne die positive Kursentwicklung vieler 

Technologiewerte rechtfertigen. Vor diesem Hintergrund sehen wir derzeit keine klassische Spekulationsblase, bei der sich die Aktienkurse dauerhaft von der tatsächlichen Ertragsentwicklung der Unternehmen entkoppeln. 

 

Die Entwicklung der großen Aktienindizes vermittelt allerdings nur ein eingeschränktes Bild des Gesamtmarktes. Die zum Teil neuen Höchststände wurden überwiegend von wenigen besonders erfolgreichen Einzeltiteln getragen. Per 6. Juli notiert die Hälfte der 40 DAXUnternehmen auf Jahressicht im Minus, darunter auch bekannte Anlegerfavoriten wie 

Rheinmetall (-35 %) und SAP (-45 %). Selbst im Fünfjahresvergleich befinden sich 18 der 40 

DAX-Werte im negativen Bereich. Positiv betrachtet haben die Kursrückgänge vieler 

Unternehmen jedoch zu deutlich attraktiveren Bewertungen geführt. Sollte sich die Marktstimmung weiter verbessern, eröffnet dies insbesondere für langfristig orientierte Anleger ein interessantes Aufholpotenzial. 

 

Unser Skyline Dynamik Fonds konnte von dem anspruchsvollen Marktumfeld durch seine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen profitieren. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Fonds ein Plus von über 8 %, auf Jahressicht liegt der Wertzuwachs bei rund 42 %. 

 

Insgesamt haben die Kapitalmärkte das Wechselbad der Gefühle im ersten Halbjahr bemerkenswert gut verarbeitet. Anleger richten ihren Blick zunehmend auf langfristige Chancen und lassen sich weniger von kurzfristigen Störfaktoren beeinflussen. Für den weiteren Jahresverlauf wird entscheidend sein, ob sich das Gewinnwachstum insbesondere im Technologiesektor fortsetzt und gleichzeitig die Inflationsraten infolge niedrigerer Energiepreise weiter zurückgehen. Dies würde den internationalen Notenbanken zusätzlichen Spielraum für Zinssenkungen eröffnen und der Konjunktur und den Unternehmensgewinnen neue Impulse verleihen. 

 

An unserer Anlagestrategie halten wir unverändert fest. Neben unserem Schwerpunkt auf deutschen und europäischen Titeln bleiben Engagements im Bereich energienaher Rohstoffe attraktiv. Auch die Beimischung von Edelmetallen sowie ausgewählten Schwellenländerinvestments halten wir weiterhin für eine sinnvolle Ergänzung eines ausgewogenen Portfolios. 

 

Trotz der nach wie vor bestehenden geopolitischen Risiken blicken wir dem weiteren Verlauf des Börsenjahres 2026 zuversichtlich entgegen und sehen gute Chancen für eine insgesamt positive Entwicklung. 

 


Für Fragen rund um das aktuelle Börsengeschehen oder zu Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner selbstverständlich jederzeit gerne unter 06172-76450 zur Verfügung. 




Mai 2026

Im Mai setzte sich der Aufwärtstrend an den internationalen Aktienmärkten fort und wurde vor allem vom Technologiesektor und dessen starken Unternehmensgewinnen gestützt. Viele Indizes notierten am Monatsende nahe den Höchstständen, bevor die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten in den vergangenen Tagen zu Korrekturen führten. 


Trotz des schwierigen geopolitischen Umfelds verläuft die Berichtssaison in den USA für das erste Quartal überraschend gut. Viele Unternehmen heben Ihre Gewinnprognosen an und verbreiten Optimismus für die künftige Entwicklung. Allen voran Firmen aus den Sektoren Technologie, Kommunikation und Energie, die von der anhaltenden Nachfrage rund um die Anwendung der Künstlichen Intelligenz und dem Ausbau der dafür benötigten Infrastruktur profitieren.


Allerdings trübt die vor allem durch die gestiegenen Energiepreise angesprungene Inflation die gute Stimmung unter den Anlegern. In der Eurozone stieg die Inflationsrate auf 3%, so dass bei der aktuellen EZB-Sitzung wie erwartet eine Zinsanhebung beschlossen wurde. Viele Marktteilnehmer gehen zudem davon aus, dass bis Mitte 2027 zwei bis drei weitere Zinserhöhungen folgen werden. 


Wir sind jedoch der Ansicht, dass diese Maßnahmen weder sinnvoll noch notwendig sind. Denn Leitzinserhöhungen sind ein Instrument der Notenbank, um eine sich überhitzende Wirtschaft abzukühlen. Bei einem europäischen Wirtschaftswachstum von 0,1% im ersten Quartal kann davon aber nicht die Rede sein. Vielmehr leiden die europäischen Volkswirtschaften unter dem gestiegenen Euro, den amerikanischen Zöllen, den Belastungen aus dem Ukrainekrieg, der Konkurrenz aus China und natürlich auch unter der eigenen Reformunwilligkeit. Denn zu viele Vorschriften und der weiter ausufernde Bürokratieaufwand aus dem „European Green Deal" halten die Unternehmen im Würgegriff und sorgen dafür, dass Zukunftsinvestitionen eher in andere Regionen verlagert werden.


Gerade die EZB sollte daher bestrebt sein, das aufkeimende Wirtschaftswachstum nicht zu dämpfen und die temporären Verwerfungen aufgrund des Konfliktes im Mittleren Osten bei Ihren Entscheidungen mit dem entsprechenden Augenmaß einzubeziehen. Denn sobald sich eine Lösung abzeichnet, sollte der Ölpreis wieder fallen und infolgedessen dürften auch die Inflationsraten zurückgehen.


Der Iran-Konflikt macht erneut deutlich, wie verwundbar die Weltwirtschaft wegen ihrer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bleibt. Gleichzeitig dürfte er die Energiewende aber weiter beschleunigen. In Deutschland wurden bereits rund 80 % der neu errichteten Wohngebäude mit Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien ausgestattet. Die Abkehr von Öl und Gas ist damit längst ein langfristiger Trend, der sich künftig immer stärker im Energieverbrauch niederschlagen wird. Wie bereits bei der Solarenergie könnte Deutschland auch hier eine Vorreiterrolle einnehmen.


Ähnlich entwickelt sich auch der Automobilmarkt. Elektroautos gewinnen in Europa rasant Marktanteile und nähern sich in den Zulassungszahlen den klassischen Verbrennern an. China ist bereits deutlich weiter und steuert auf einen Anteil von rund 80 % vollelektrischer Fahrzeuge bei den Neuzulassungen zu.


Für Anleger könnten sich in den traditionell eher ruhigeren Sommermonaten interessante Chancen ergeben. Während viele Sparer ihr Geld weiterhin zu niedrigen Tagesgeldzinsen parken, könnten sich attraktive Einstiegsgelegenheiten ergeben, bevor die Märkte im Herbst möglicherweise wieder Rückenwind erhalten.


In unseren verwalteten Portfolios und dem Skyline Dynamik Fonds fühlen wir uns daher mit der breiten Streuung auf verschiedene Marktsegmente nach wie vor sehr wohl. Natürlich bleibt der Schwerpunkt des Portfolios auf deutschen und europäischen Titeln, aber auch Anlagen in den Schwellenländern gehören zur Diversifikation dazu.


Für Fragen zum Börsengeschehen und rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



April 2026

Im April erholten sich die Börsen von den Turbulenzen des Vormonats, die durch den eskalierten Iran-Konflikt verursacht wurden. In den zurückliegenden Wochen wuchs die Hoffnung auf ein Ende der Kriegshandlungen aufgrund der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Es folgte eine Erleichterungsreaktion an den Märkten und die Anleger fokussierten sich eher wieder auf Wirtschaftsdaten. Denn die Berichtssaison für das erste Quartal 2026 ist in vollem Gange und verläuft äußerst positiv: Über 80% der amerikanischen Unternehmen konnten bisher die Erwartungen der Investoren und Analysten zumindest erfüllen oder sogar übertreffen.



Chancen für eine Sommerrallye stehen gut

 

Die Chancen auf eine Sommerrallye stehen aktuell gut. Sollte es zu einer Entspannung im Ukraine- oder Iran-Konflikt kommen und sich die Lage in der Golfregion weiter stabilisieren, könnte dies in Kombination mit der anhaltenden Gewinndynamik bei vielen Unternehmen zu weiteren Kurssteigerungen führen.


Auch das Thema Künstliche Intelligenz sorgt weiterhin für eine positive Stimmung unter den Investoren. Nicht nur die Gewinnaussichten bei Chipentwicklern oder Softwareschmieden sind weiter ungebrochen positiv, auch die gesamte Ausrüsterindustrie rund um die benötigte Infrastruktur, wie Rechenzentren oder Kraftwerke zur Deckung des benötigten Strombedarfs, profitieren von diesem anhaltenden Trend. Bei der Stromerzeugung rücken durch den jüngsten Ölpreisanstieg die Alternativen zu den fossilen Energieträgern wieder vermehrt in den Fokus, so dass der Ausbau der erneuerbaren Energien ebenfalls Rückenwind erhält.


In den USA stehen zudem im November die wichtigen „Mid-Term-Elections“ an, bei denen alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt werden. Sollte die knappe Mehrheit der Republikaner verloren gehen, droht Präsident Trump eine ungemütliche zweite Hälfte seiner Amtszeit. Wir gehen daher davon aus, dass er alles daransetzen wird, die wirtschaftliche Entwicklung in den USA zu stimulieren, um die Stimmung im Lande zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Dazu würden auch niedrigere Leitzinsen beitragen, die sowohl Konsumenten zu günstigeren Finanzierungszinsen verhelfen dürften als auch die Zinslast im amerikanischen Staatshaushalt verringern könnten. Der Druck auf die US-Notenbank ist daher enorm. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der designierte neue Fed-Chef Warsh erste Zinssenkungen verkündet.



Skyline Dynamik Fonds hervorragend aufgestellt, um von Erholung zu profitieren

 

In unseren verwalteten Portfolios und unserem mehrfach ausgezeichneten Skyline Dynamik Fonds haben wir die Kursrückgänge im März genutzt, um gezielt Positionen aus den oben genannten Themen aufzustocken, so dass wir von der Erholung der letzten Wochen profitieren konnten. Auch für die weitere Entwicklung in den Schwellenländern und bei Rohstoffen und Edelmetallen sind wir optimistisch gestimmt, so dass wir an unserer grundsätzlichen Ausrichtung in den Portfolios bleiben. Neben den Beimischungen in den genannten Sektoren bilden deutsche und europäische Titel weiterhin den Schwerpunkt.


Für Fragen zu Aktivitäten im vermögensverwaltenden Skyline Dynamik Fonds, dem aktuellen Börsengeschehen oder Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



März 2026

Anfang März eskalierte der anhaltende Unruheherd im Mittleren Osten zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und den USA auf der einen Seite und dem Iran und dem von ihm unterstützten Rebellengruppen auf der anderen Seite. Seitdem halten die täglichen Meldungen über Angriffe, Gegenangriffe und vor allem die Blockade der Straße von Hormus die Welt und die Kapitalmärkte in Atem und führten zu entsprechenden Kurskapriolen.


Die zerstörten und beschädigten Ölanlagen und der blockierte Schiffsverkehr haben Auswirkungen auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung, da etwa 20% der Öllieferungen durch dieses verstopfte Nadelöhr transportiert werden. Auch wenn Europa direkt nur in geringem Umfang von den Öllieferungen durch die Straße von Hormus abhängig ist, beeinflusst der auf dem Weltmarkt gebildete Ölpreis auch hierzulande die wirtschaftliche Entwicklung. Der Ölpreis hatte sich in der Spitze gegenüber dem Jahresanfang nahezu verdoppelt, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen. In der hitzigen Diskussion über die erhöhten Spritpreise blieben jedoch die Auswirkungen auf andere Rohstoffpreise, wie Düngemittel oder das für die Chipproduktion unerlässliche Helium, in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbeachtet.


Diese Kostensteigerungen werden sich in höheren Inflationszahlen bemerkbar machen und verstärken in der Folge auch das aktuelle Dilemma der Notenbanken: Einerseits bremsen gestiegene Rohstoffpreise die wirtschaftliche Entwicklung, die man mit sinkenden Leitzinsen ankurbeln könnte, andererseits sind Zinserhöhungen bei inflationären Tendenzen das Instrument zur Gewährleistung der Geldwertstabilität, die bei vielen Notenbanken die Hauptaufgabe des Handelns darstellt.


Es droht also eine sogenannte Stagflation: Eine stagnierende wirtschaftliche Entwicklung bei gleichzeitig erhöhter Inflation. Entsprechend sind die Äußerungen über die künftigen Zinsschritte seitens der Notenbanken bestenfalls vage; man wartet auf belastbare Daten und entscheidet situativ. Dass sich der Druck der Politik auf die verantwortlichen Entscheider deutlich erhöhen wird und Präsident Trump die Forderungen nach niedrigeren Zinsen weiter vehement vertreten wird, steht für uns fest. Die Schuldensituation in den USA hat sich durch die Militärausgaben der letzten Wochen noch einmal deutlich verschärft, das Haushaltsdefizit hat sich weiter erhöht, die Ausgaben für die ausufernden Staatsschulden nehmen rasant zu. Der US-Dollar wird daher aus unserer Sicht weiterhin schwächer tendieren.


Das stagflationäre Umfeld und die sich weiterhin abzeichnende Abkehr vom US-Dollar erhöhen zudem die Attraktivität von Gold als Anlagealternative. Nach den Korrekturen der letzten Wochen liegt der Goldpreis rund 10% unter seinem Hoch von Ende Januar. Auslöser des Kursrückgangs waren massive Verkäufe der türkischen Notenbank zur Stützung der Lira und der Abwendung einer Wirtschaftskrise. Zwischen Ende Februar und Anfang März wurden über 50 Tonnen Gold, also etwa 10% der heimischen Vorräte, verkauft und somit etwa 20 Milliarden US-Dollar erlöst. Trotz der jüngsten Kursrückgänge liegt der Goldpreis über 50% höher als im Sommer 2025 und 10% höher als zum Jahresbeginn 2026. Die Gewinnentwicklung bei den Minenunternehmen ist entsprechend positiv, so dass wir, nachdem wir im ersten Quartal mehrfach Gewinne bei Minenaktien realisiert haben, bereits erste Aufstockungen der Bestände in unseren verwalteten Portfolios und in unserem Skyline Dynamik Fonds vorgenommen haben.

Wir fühlen uns daher gut aufgestellt und halten weiterhin Liquidität vor. Der jüngste Waffenstillstand scheint fragil zu sein und es ist weiterhin unklar, ob die Ziele der Militäroperation erreicht wurden und wie sich die Situation im Persischen Golf entwickeln wird. Für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten, vor allem im Bereich der Rohstoff- und Edelmetallunternehmen, sind wir weiterhin optimistisch. Sobald sich eine dauerhafte Lösung des Konfliktes abzeichnet, sollte es zu Erleichterungsreaktionen an den Börsen kommen. Bleiben Sie daher investiert und nutzen Sie die Kursschwankungen zum Aufstocken Ihrer Positionen. 


Für Fragen zu unseren Aktivitäten im vermögensverwaltenden Skyline Dynamik Fonds, dem aktuellen Börsengeschehen oder Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Februar 2026

Die Eskalation im Nahen Osten mit ihren möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, den Ölpreis und die politische Entwicklung in der Region dominiert aktuell die mediale Berichterstattung. Aufgrund der untergeordneten Rolle des Iran im Welthandel schauen die Marktteilnehmer vor allem auf die Bedrohungslage für die Öltanker in der Straße von Hormus, jedoch eher weniger auf politische Veränderungen im Iran. Ob ein Regimewechsel von den USA beabsichtigt ist und ob dieser überhaupt gelingen kann, ist für uns nicht einzuschätzen. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Unruhe an den Märkten schnell legen wird, sobald sich eine Lösung der militärischen Auseinandersetzung und damit eine Entspannung bei der Öl-Versorgungslage abzeichnet.


Abseits des Konflikts haben uns in den letzten Wochen vor allem zwei Themen beschäftigt. Zum einen gibt es erste Risse in den Fassaden der US-Tech-Giganten, zum anderen fließen neue Anlagegelder derzeit zu über 80% in Investitionen außerhalb der USA, sicherlich auch eine Folge des erstgenannten Punktes.


Was hat sich geändert? Die Ausgangslage: In den letzten Jahren flossen viele Anlegergelder in die „Magnificent Seven“, die vor allem mit der rasanten Entwicklung im KI-Geschäft und enormen Ausgaben in diesem Bereich für Kursfantasien gesorgt haben. Dieser massive Geldzufluss und die damit einhergehenden Kurssteigerungen haben vor allem in diesem Segment zu hohen Bewertungen geführt. Der amerikanische Aktienmarkt wurde dadurch zur „teuersten“ Börse der Welt. Die hohe Gewichtung der Tech-Giganten in den führenden Indizes hat zudem dazu geführt, dass bei passiven Indexinvestoren der Anteil von Technologietiteln mittlerweile bei 50% angelangt ist. Ein historisches Klumpenrisiko. 


Seit Jahresbeginn machen sich zunehmend die Schattenseiten des KI-Booms bemerkbar. Denn es wird zunehmend klar, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz etablierte Geschäftsmodelle anderer Branchen nicht nur infrage stellt, sondern teilweise ein existenzbedrohendes Potenzial aufweist. Im Abstand weniger Tage wurde daher Branche für Branche abgestraft, egal ob Softwareriesen, Versicherungs- oder Finanzvermittler, Immobiliendienstleister, Logistiker oder die Cyberindustrie – überall droht eine Disruption, da die Künstliche Intelligenz Dinge automatisiert, für die man heute noch Dienstleister bzw. Personal benötigt. Profiteure dieses Trends sind vor allem die KI-Entwickler und die Ausrüster für die benötigte KI-Infrastruktur. 


Daher verfälscht ein Blick auf die Indizes die tatsächliche Lage am Aktienmarkt. Die Entwicklung des amerikanischen S&P 500, der seit Jahresbeginn leicht im Minus ist, täuscht darüber hinweg, dass die Bandbreite der enthaltenen Titel mittlerweile zwischen plus 175% und minus 40% liegt und immerhin über ein Fünftel der Unternehmen Kursverluste von über 20% seit Jahresbeginn verkraften mussten.


Kritisch sehen wir weiterhin die Schuldensituation der USA, die die FED in eine Zwickmühle bringt. Einerseits müssen die Zinsen sinken, damit die US-Wirtschaft und die Konsumenten mit günstigen Krediten versorgt werden und die Zinszahlungen für die US-Staatsschulden niedrig bleiben. Diese belaufen sich jetzt schon auf eine Billion US-Dollar pro Jahr und werden sich auf Sicht verdoppeln, wenn sich die Ausgabenpolitik des Staates nicht ändert. Andererseits sinkt die Inflation in den USA nicht wie erhofft, so dass man die Leitzinsen wohl eher nicht senken dürfte. Trumps designierter Notenbankchef wird unserer Meinung nach jedoch eher auf der Linie des Präsidenten sein und die Zinsen weiter senken, was wiederum den US-Dollar schwächt und die Edelmetall- und Rohstoffpreise weiter steigen lassen dürfte.


Anleger kehren daher US-Titeln zunehmend den Rücken und suchen ihr Glück in eher konservativen Branchen mit stabiler Einnahmesituation in Asien und Europa. Dort finden sie zudem deutlich günstigere Bewertungsniveaus vor und viele Unternehmen sind zudem oft Marktführer in ihrem jeweiligen Betätigungsfeld. Außerdem werden Währungsverluste im US-Dollar vermieden bzw. für amerikanische Investoren locken dadurch potenzielle Zusatzerträge durch Währungsgewinne.


Unser Skyline Dynamik Fonds liegt per Ende Februar über 10% im Plus und damit auch im Wettbewerb weiterhin auf Platz 1 in seiner Vergleichsgruppe. DAX und DJ EuroStoxx konnten hingegen im gleichen Zeitraum nur etwa 3-5% zulegen. Und dies, obwohl wir bereits mehrfach die Preissteigerungen bei Gold und Rohstoffen für Gewinnmitnahmen genutzt und zunächst Liquidität vorgehalten haben. Die aktuelle Situation haben wir gleich zum Wochenbeginn für erste Aufstockungen von deutschen und europäischen Aktien und Titeln aus den Schwellenländern genutzt. 


Die alte Börsenweisheit „Man soll kaufen, wenn die Kanonen donnern und verkaufen, wenn die Violinen spielen!“ erklärt im Prinzip die antizyklische Vorgehensweise bei der Investitionssteuerung im Portfolio. Investieren lohnt sich bei einer Panik und Krisen an der Börse, während man in Euphoriephasen eher an Teilverkäufe zur Gewinnmitnahme denken sollte. 


Von einer Euphorie am breiten Aktienmarkt kann derzeit keine Rede sein, viele Marktteilnehmer agieren aufgrund der fortlaufenden Krisen zurückhaltend und warten aufgrund des Iran-Konflikts mit ihrem Einstieg. Wer vorher investiert, nutzt die niedrigeren Kurse aus und profitiert von einer Erleichterungsrallye. Sollten Sie daher noch Liquidität geparkt haben, ist nun sicherlich ein günstiger Zeitpunkt, um eine Aufstockung Ihrer Fondsanlagen vorzunehmen.


Die hervorragende Entwicklung unseres Skyline Dynamik Fonds sorgt für ein zunehmendes Interesse in der Presse. Anbei senden wir Ihnen ein Interview aus der aktuellen Ausgabe von Deutschlands ältestem Börsenmagazin „Börse Online“ zu Ihrer Information. 


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner unter 06172-76450 für ein Gespräch zur Marktsituation und Ihren Fondsanlagen zur Verfügung.

 

 


Januar 2026

Auch im neuen Jahr kommt die Welt nicht zur Ruhe. Vor allem ein Akteur bestimmt nach wie vor die Schlagzeilen: US-Präsident Donald Trump. Seine Aktionen dominieren das weltpolitische Tagesgeschehen und die Konsequenzen aus seinen Aktionen beschäftigen die Märkte. Wobei mittlerweile ein gewisser Gewöhnungseffekt bezüglich seiner typischen Vorgehensweise eingetreten ist, für die es sogar ein eigenes Kürzel gibt: TACO, für „Trump always chickens out“. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Erst droht er mit Maximalforderungen und drastischen Konsequenzen, dann relativiert und schließlich verhandelt er. Daher zeigten sich die Anleger nahezu unbeeindruckt vom militärischen Eingriff in Venezuela, dem Streit um Grönland, den Äußerungen über Kuba oder den Drohungen in Richtung des iranischen Regimes. 


Tritt man einen Schritt von den täglichen Äußerungen Trumps zurück und schaut auf die „Großwetterlage“, lassen sich die folgenden Eckpunkte seiner Agenda feststellen: Die US-Wirtschaft soll wachsen, hierfür soll der Zugang zu Krediten über günstigere Zinsen erleichtert werden. Zudem ist Trump ein bekennender Fan eines schwächeren US-Dollars, der den US-Exporten zugutekommt.


Da Fed-Chef Jerome Powell in seinen Augen die Zinsen nicht schnell und stark genug gesenkt hat, griff Trump ihn und andere Fed-Gouverneure persönlich an und hat alles in seiner Macht Stehende getan, um Powell von seinem Posten zu entfernen. Wir gehen davon aus, dass der jüngst ernannte Nachfolger Kevin Warsh mit Amtsantritt im Mai auf die Linie des US-Präsidenten einschwenken wird. Weitere Leitzinssenkungen und die Ausweitung des jüngst begonnenen Anleihekaufprogramms sind daher höchst wahrscheinlich. Dass dabei das Vertrauen in die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank und in den US-Dollar weiter abnimmt, wird von Trump gerne in Kauf genommen, da dies zu dem von ihm gewünschten schwächeren US-Dollar führt. 


Ein weiterer Faktor für eine Abschwächung des US-Dollars ist die derzeitige Schuldenentwicklung in Japan, die in den letzten fünf Jahren zu einer 50%igen Abwertung des Yen geführt hat. Gleichzeitig hält Japan etwa 1,2 Bio. US-Dollar in amerikanischen Staatsanleihen und ist dadurch der weltweit größte Gläubiger der USA. Um den Yen zu stützen, könnte die Bank of Japan daher auf Sicht zugunsten des Yen intervenieren und dafür einen Teil der US-Anleihen verkaufen, um so den Yen Kurs zu stützen, was den Druck auf den US-Dollar zusätzlich erhöhen würde. Aus unserer Sicht bleiben daher Anlagen im US-Dollar ohne Währungsabsicherung weiterhin unattraktiv. 


Denn die konfrontative Außenpolitik der Vereinigten Staaten führt vor allem bei Investoren des „Globalen Südens“ weiterhin zu einer Kaufzurückhaltung von US-Staatsanleihen, stattdessen werden die Gelder in alternative Anlagen wie Gold investiert. Im Edelmetallsektor sehen wir nach dem jüngsten reinigenden Gewitter weiterhin gute Gewinnaussichten, daher halten wir an unserer Beimischung von Edelmetall- und Rohstofftiteln fest. Zudem führen die sprudelnden Einnahmen der Goldproduzenten dazu, dass diese Unternehmen mittlerweile auch attraktive Dividendenzahler sind und sich dadurch einen neuen Anlegerkreis erschließen.


Chancen sehen wir für die Aktienmärkte durch die weltweiten Konjunkturprogramme. Egal ob in Japan, China, USA oder Europa, das Wirtschaftswachstum soll durch zusätzliche staatliche Investitionen angekurbelt werden. Die angestoßenen Investitionen in die marode Infrastruktur oder in neue Techniken, wie beispielsweise KI-Rechenzentren, machen sich bemerkbar und sollten auch hierzulande zu einem höheren Wirtschaftswachstum führen, als es aktuell prognostiziert wird. 


Bei den KI-Investitionen ist zu beobachten, dass vor allem die Firmen aus der zweiten und dritten Reihe profitieren dürften. Denn die Milliardeninvestitionen der großen Technologiekonzerne, bei denen unklar ist, ob die Investitionen zu nennenswerten Gewinnen führen werden, kurbeln sowohl das Wachstum bei den Hardware-Ausrüstern für die benötigte Infrastruktur als auch bei den Nutzern der Software im Industrie- und Dienstleistungssektor an, die die KI einsetzen, um Kunden zu gewinnen oder Kosten zu senken. Die Nutznießer des großen KI-Booms sollten also vor allem Unternehmen sein, die von der bereitgestellten Infrastruktur profitieren und nicht diejenigen, die diese aufbauen.


In unseren verwalteten Portfolios und dem Skyline Dynamik Fonds halten wir daher an der bestehenden Anlagestruktur fest. Den Schwerpunkt bilden weiterhin deutsche und europäische Value-Titel. Aktien aus dem Rohstoff- und Edelmetallsektor spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch die hohe Gewinndynamik in diesem Sektor haben wir hier bereits mehrfach Gewinne realisiert, um eine zu hohe Gewichtung im Portfolio zu vermeiden. Die frei gewordenen Mittel haben wir teilweise zur Aufstockung unseres Schwellenländeranteils genutzt und erste Positionen im Bereich der KI-Infrastruktur aufgebaut, die wir tendenziell weiter erhöhen werden.


Für Fragen zu unseren Aktivitäten im vermögensverwaltenden Skyline Dynamik Fonds, dem aktuellen Börsengeschehen oder Ihren Fondsanlagen und steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.

 



Marktkommentare

2025


Dezember 2025

Nach einem gelungenen Jahresstart blicken wir auf ein für Aktienanleger sehr erfreuliches Börsenjahr 2025 zurück, insbesondere für die Investoren in unserem Skyline Dynamik Fonds. Für seine herausragende Wertentwicklung mit einem Plus von über 46% in 2025 wird er mit mehreren „Goldenen Bullen“ der Börsen Medien AG (vormals Finanzen Verlag) ausgezeichnet, zu der zum Beispiel die Zeitschriften Euro am Sonntag und Börse Online gehören. In seiner Kategorie belegt der Skyline Dynamik Fonds folgende Ränge:


Platz 1 über ein Jahr

Platz 2 über 3 Jahre und 

Platz 3 über 20 Jahre 


Er zählt damit zu den erfolgreichsten vermögensverwaltenden Fonds der letzten Jahre!


Im vergangenen Jahr haben vor allem politische Einflüsse das Marktgeschehen an den internationalen Börsen geprägt. Allen voran die Zollpolitik der USA. Ökonomisch betrachtet ist die Begründung der Strafzölle als Ausgleich für bestehende Handelsdefizite nach wie vor sehr fragwürdig, dessen ungeachtet führten die Zollandrohungen im Frühjahr zunächst zu einer Schockreaktion an den Märkten. Nach der Nervosität der ersten Wochen wurde jedoch klar, dass sich die Zölle in vielen Bereichen auf ein verträgliches Maß einpendeln würden und vieles eben sprichwörtlich nicht so heiß gegessen wie gekocht werden würde, dennoch sorgten die Eingriffe in den freien Welthandel im restlichen Jahr immer wieder für Unruhe.


Zudem wird die Führungsrolle der USA aufgrund des Gebarens der US-Administration international zunehmend in Frage gestellt. Eigentlich sprechen die militärische und wirtschaftliche Dominanz der USA und die höheren US-Zinsen für einen starken US-Dollar. Die Sorgen um die ausufernden Staatsschulden und die Querelen zwischen Präsident Trump und dem FED-Chef Powell haben jedoch zu einem Vertrauensverlust und einer Abwertung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen geführt. 


Für deutsche Investoren muss daher neben der Entwicklung der lokalen Aktienmärkte auch immer die Entwicklung der Währung berücksichtigt werden. Dadurch blieben von der 15%igen Steigerung des S&P 500 in 2025 währungsbereinigt gerade einmal 4% übrig, von der 21%igen Steigerung des MSCI WELT wegen der hohen Amerikagewichtung (75%) nur etwa 7%. 


Zudem wenden sich die Länder des „Globalen Südens“ aufgrund der politischen Spannungen zunehmend von den USA ab und reduzieren ihre US-Dollar-Abhängigkeit. Fällige US-Staatsanleihen werden nicht durch den Kauf neuer Papiere verlängert, stattdessen werden US-Dollars lieber in Goldbarren investiert. Käufe der internationalen Notenbanken waren in 2025 einer der Haupttreiber für den stark gestiegenen Goldpreis, der wiederum die Gewinne der Goldminenbetreiber beflügelt hat. Edelmetall- und Rohstoffminen gehörten daher zu den großen Gewinnern im letzten Börsenjahr. Durch die prominente Gewichtung in unseren verwalteten Portfolios, dem Skyline Dynamik Fonds und der Vermögensverwaltung, haben unsere Anleger davon entsprechend profitiert. 


Der Wertzuwachs von über 46% in unserem Skyline Dynamik Fonds im Jahr 2025 zeigt, dass sich in der Weltwirtschaft trotz vieler Krisen immer wieder Börsensegmente mit lukrativen Anlagechancen eröffnen. Wir erwarten für 2026 weiterhin steigende Kurse, vor allen in den bisher in den internationalen Portfolios vernachlässigten Segmenten. Hierzu zählen vor allem die Aktien mittlerer und kleiner Unternehmen in den USA und Europa, Aktien aus Schwellenländern und nach wie vor Aktien aus dem Edelmetall- und Rohstoffsektor, da hier die Kursentwicklung die stark gestiegenen Unternehmensgewinne bei weitem nicht in vollem Umfang widerspiegelt. 


Im Anlegerfokus stehen derzeit vor allem Silberproduzenten. Viele Anleger sind der Meinung, die Rallye bei den Goldminen verpasst zu haben und stürzen sich daher auf Silbertitel. Dort waren in den letzten Monaten starke Mittelzuflüsse zu verzeichnen. Wir agieren daher eher zurückhaltend und tendieren zu Gewinnmitnahmen. Bei Goldminenfonds hingegen wurden in den letzten Jahren Anteile überwiegend zurückgegeben, von einer Euphorie kann im Gegensatz zu Silberminen keine Rede sein. Ähnlich sieht es bei Kupfer und Lithiumproduzenten aus. Der Bedarf an diesen Rohstoffen ist durch den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, den Umstieg der Fahrzeugflotten in Richtung Elektrofahrzeuge und den Ausbau der erneuerbaren Energien ungebremst, so dass wir hier weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.


Für das Börsenjahr 2026 wird die weitere politische Entwicklung ebenso spannend zu beobachten sein wie die Währungsentwicklung und die einsetzende Branchenrotation. Insgesamt bewerten wir das Börsenumfeld weiterhin positiv, es wird jedoch auch im kommenden Jahr Phasen geben, die von Schwankungen geprägt sein werden. Um diese Schwankungen nutzen zu können, halten wir in unserem Skyline Dynamik Fonds derzeit etwa 20% Kasse aus Gewinnmitnahmen vor. Ein optimaler Einstiegszeitpunkt kann heute noch nicht bestimmt werden, die Investitionsquote im Fonds wird den Marktgegebenheiten jedoch laufend angepasst. Investieren Sie daher Ihre Liquidität, um von der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten zu profitieren. 


Auch für das neue Jahr erwarten wir ein weiterhin freundliches Börsenumfeld, das die Wertentwicklung des erfolgreichen Skyline Dynamik Fonds weiter nach oben tragen wird. Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen und das aktuelle Börsengeschehen stehen wir Ihnen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



November 2025

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und wir freuen uns über einen Zuwachs von inzwischen über 40% in unserem Skyline Dynamik Fonds seit Jahresbeginn. Einen Presseauszug mit dem aktuellen Wettbewerbsvergleich haben wir Ihnen beigefügt. Wenn Sie mehr über die Portfolioaufteilung erfahren möchten, kommen Sie gerne auf uns zu.


Rückblickend haben in diesem Jahr vor allem zwei Themen die Marktteilnehmer beschäftigt: Zum einen US-Präsident Donald Trump mit den Folgen seiner America-First-Politik und zum anderen die Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz mit den dafür notwendigen Investitionen der Unternehmen in Milliardenhöhe.


Donald Trump nutzt die von ihm angedrohten Zölle als Verhandlungsbasis, um amerikanische Interessen durchzusetzen. Die dadurch verursachten Unsicherheiten haben zu Turbulenzen an den internationalen Börsen geführt und viele Handelspartner zu einer Neubewertung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten veranlasst. Gerade der globale Süden bemüht sich um eine Loslösung von der amerikanischen Dominanz und sucht neue Wege der Zusammenarbeit.


Gegenüber der amerikanischen Notenbank fordert die Trump-Administration deutlich niedrigere Zinsen, um die dynamisch steigende US-Staatsverschuldung finanzierbar zu halten. Die Angriffe auf die FED untergraben jedoch das Vertrauen in deren Unabhängigkeit, wodurch der US-Dollar zusätzlich belastet wird, hatte er sich doch durch die ausufernden Staatschulden bereits deutlich abgeschwächt. Der Rückgang des US-Dollar-Kurses gegenüber dem Euro von etwa 12% seit Jahresbeginn hat bei vielen europäischen Investoren in diesem Jahr für lange Gesichter gesorgt, denn trotz der positiven Entwicklung des US-Aktienmarktes sieht die Bilanz aus der Sicht europäischer Investoren eher mager aus.


Mit dem sogenannten „One Big Beautiful Bill Act“, einem Gesetz, das niedrigere Steuern und attraktive Abschreibungsbedingungen mit höheren Importzöllen kombiniert, versuchte Trump zudem, die USA als Investitionsstandort deutlich attraktiver zu machen. Er hat damit den Druck auf Europa deutlich erhöht, die eigenen Standortbedingungen zu verbessern, um Produktionsverlagerungen und Arbeitsplatzabbau zu vermeiden und Investitionen in Europa zu halten oder neu nach Europa zu lenken. Genau darin liegt aber eine neue Chance auf Wachstum. Umfangreiche Konjunkturpakete für Infrastrukturmaßnahmen und Verteidigungsausgaben wurden bereits geschnürt, deren Effekte sich in den kommenden Jahren bemerkbar machen werden und zu einer Konjunkturbelebung führen sollten. 


Der KI-Boom hat eine Investitionswelle in nie dagewesener Höhe für die notwendige technische Infrastruktur, wie Chips, Rechenzentren und Kraftwerke für den zusätzlichen Strombedarf, ausgelöst. Der Rohstoffbedarf für Infrastrukturprojekte wird also weiter steigen, daher spielt dieses Segment in den von uns verwalteten Portfolios eine gewichtige Rolle. Gerade der Bereich Elektrifizierung, egal ob bei der Umstellung der Automobilflotte auf Elektrofahrzeuge, dem Ausbau der Neuen Energien oder dem Bau von Rechenzentren, sorgt mit der enormen Nachfrage nach Kupfer, Silber und seltenen Erden für die Chip- und Batterieherstellung für einen klar absehbaren Engpass in der Versorgung. Die Gewinnaussichten bei Rohstoff- und Minenwerten schätzen wir daher auch im kommenden Jahr als sehr positiv ein.


Anlagen in Anleihen bleiben unserer Meinung nach weiterhin unattraktiv. Einerseits werden die Anleihezinsen, auch durch den politischen Druck, tendenziell im Bereich der 10-15jährigen Papiere weiter sinken, andererseits werden Zinseinkünfte durch die auf höherem Niveau verharrende Inflationsrate und Steuerabzüge aufgezehrt. Alternativen für konservative Anleger sind rar, doch es kommt Bewegung in den Markt: 


Die öffentliche Hand kann die Mammutaufgabe der Infrastrukturertüchtigung nicht allein stemmen, ein Großteil der Mittel muss aus privaten Investitionen bereitgestellt werden. Hierzu hat man eigens eine darauf spezialisierte Fondsklasse neu geregelt, die European Long Term Investment Funds, kurz ELTIF. Diese ermöglichen einen unkomplizierten Zugang zu interessanten Infrastrukturprojekten bei attraktiver Renditechance. Dadurch werden neue Mittel für Bauprojekte mobilisiert und sorgen damit für eine Belebung der Bauwirtschaft. Diese Anlageform wurde bisher nur von Großinvestoren, wie beispielsweise Versicherungskonzernen oder Family Offices genutzt; durch den neuen Zugang können nunmehr auch Privatanleger von dieser Investitionschance profitieren. Sprechen Sie uns gerne an.


Für 2026 erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Gerade die angestoßenen Konjunkturpakete sollten das wirtschaftliche Umfeld positiv beeinflussen. In Kombination mit tendenziell niedrigeren Leitzinsen besteht die Chance auf eine konjunkturelle Belebung und steigende Gewinnaussichten. Die US-Technologiefirmen müssen ihre hohen Bewertungen zunehmend durch außerordentlich gute Unternehmensergebnisse rechtfertigen, sonst drohen Kursrückgänge. Daher sind diese nach wie vor nicht in den von uns verwalteten Portfolios und in unserem Skyline Dynamik Fonds nur vereinzelt enthalten. 


Ebenso orientieren wir uns nicht an einem MSCI-Welt-Index. Dieser hat mittlerweile eine US-Gewichtung von rund 70% mit den entsprechenden US-Dollar-Risiken. Die größten drei Länder (USA, Kanada, Japan) bilden 85% des Index ab, eine weltweite Streuung sollte unseres Erachtens anders aussehen. Wir gehen auch für das nächste Jahr von einer anhaltenden Abwertung des US-Dollars aus, die für Anleger in MSCI-Welt-Papieren ein positives Aktienmarkt-Ergebnis ähnlich schmälern dürfte wie in diesem Jahr. 


Wir setzen vielmehr weiterhin auf deutsche und europäische Value-Titel, zusätzliche Schwerpunkte bilden Aktien aus Schwellenländern und aus dem Rohstoff- und Edelmetallsektor. Mit dieser Aufteilung haben wir für Sie einen deutlichen Vorsprung vor unseren Wettbewerbern erzielt und sehen aktuell keine Veranlassung für eine Änderung in unserer strategischen Ausrichtung.


Nutzen Sie unsere Expertise und profitieren Sie von dem weiterhin chancenreichen Börsenumfeld. Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für Fragen zum Marktgeschehen und rund um Ihre Fondsanlagen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.



Oktober 2025

Im Oktober tendierten die internationalen Aktienmärkte unter moderaten Schwankungen leicht aufwärts. Die amerikanische Notenbank FED senkte Ende des Monats den Leitzins erwartungsgemäß um weitere 0,25% um die Rahmenbedingungen für die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA zu erleichtern. Neben der Inflationsbekämpfung geht es der Notenbank um die Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse, ein schwieriger Spagat im aktuellen Umfeld. Hier wird spannend zu beobachten sein, wie künftig die Prioritäten gesetzt werden, denn es ist absehbar, dass der Inflationsdruck durch die erhobenen Zölle tendenziell steigt.


Die laufende Berichtssaison der Unternehmen zum dritten Quartal verlief insgesamt durchaus positiv. Ein Schwerpunktthema bleiben die hohen Investitionen der Firmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und die damit zu erzielenden Erlöse. Diese fallen im Verhältnis zum milliardenschweren Entwicklungsaufwand bisher relativ gering aus. Anleger reagierten daher trotz sehr guter Unternehmensergebnisse mit Gewinnmitnahmen, da die sehr hohen Bewertungen der Technologiefirmen mehr und mehr skeptisch gesehen werden.


Nachdem der Goldpreis in der ersten Monatswoche im Oktober die 4.000 USD-Marke überschritten hatte, stieg er im Monatsverlauf um weitere 10% auf knapp 4.400 USD. Zwischenzeitlich setzte eine Korrektur ein, die den Preis wieder unter 4.000 USD fallen ließ, bevor er Anfang November wieder anstieg. Wie in unserem letzten Marktkommentar erwähnt, haben wir in unseren verwalteten Depots und in unserem Skyline Dynamik Fonds zum Monatswechsel einen Teil der Gewinne im Rohstoffsektor realisiert und so die entstandene Übergewichtung reduziert, bleiben insgesamt jedoch optimistisch für die weitere Entwicklung.


Der enorme Bedarf beim Aufbau der benötigten Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz und die damit zusammenhängende Infrastruktur, wie Stromversorgung und Kühlung, sorgen im Rohstoffbereich für eine stark erhöhte Nachfrage. Vor allem Kupfer und Silber stehen hier im Fokus, Versorgungsengpässe drohen, was auf Sicht zu weiteren Preissteigerungen führen sollte. Ebenso ist die Nachfrage nach Gold ungebrochen und die enormen Gewinne der Minenunternehmen spiegeln sich bei weitem noch nicht in den aktuellen Aktienkursen wider. Mittlerweile wurden etwa drei Viertel (187.000 Tonnen) der weltweit verfügbaren Goldmenge gefördert, etwa 57.000 Tonnen befinden sich laut aktuellen Schätzungen noch unter der Erde. 


Da der Aufwand und somit die Kosten der Förderung von Rohstoffen immer höher werden, müssen die Preise weiter steigen. Sowohl die gestiegenen Umweltauflagen als auch ein höherer Erschließungsaufwand tragen dazu ihren Teil bei. Diese haben zudem in den letzten Jahren dazu geführt, dass kaum neue Minen entstanden sind und es schlicht an Abbaukapazitäten fehlt, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Diese Situation wird sich nicht kurzfristig ändern, daher gehen wir von weiterhin steigenden Preisen und Gewinnen bei den Minenwerten aus. Zwischenzeitliche Korrekturphasen durch Gewinnmitnahmen sind sowohl gesund als auch wünschenswert, ändern aber nichts an den skizzierten Aussichten.


Der Schwerpunkt unseres Skyline Dynamik Fonds und den verwalteten Portfolios bilden weiterhin europäische und deutsche Titel, Aktien aus dem Edelmetall- und Rohstoffsektor und aus den Schwellenländern bleiben ebenfalls prominent gewichtet. Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für Fragen zum Börsengeschehen und rund um ihre Fondsanlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



September 2025

Die Kursentwicklung an den Aktienmärkten fiel im September wesentlich freundlicher aus, als es sein Ruf als „schlechtester Börsenmonat im Jahr“ erwarten ließ. Während die Leitindizes wie MSCI-Welt, DAX und EuroStoxx unverändert bis leicht positiv tendierten, konnte unser Skyline Dynamik Fonds weitere 10% Zuwachs erzielen. Dies war vor allem der anhaltend guten Entwicklung im Minen- und Rohstoffsektor und bei den Schwellenländertiteln geschuldet. Im Skyline Dynamik Fonds haben wir Ende September im Rohstoffsektor Gewinnmitnahmen durchgeführt, um die Gewichtung im Portfolio etwas zu reduzieren, da diese, bedingt durch die starken Kurszuwächse, über den von uns geplanten Bandbreiten lag. 


Grundsätzlich sind wir dennoch weiterhin optimistisch für die weitere Kursentwicklung bei Rohstofftiteln. Der Goldpreis nimmt nun die 4.000 US-Dollar-Marke ins Visier, die Gewinnentwicklung der Minenunternehmen steigt von Quartal zu Quartal. Eine Euphorie oder gar eine Spekulationsblase können wir noch nicht erkennen. Die Einnahmen werden von den Unternehmen sowohl für Aktienrückkaufprogramme als auch für Dividenden und Unternehmensübernahmen genutzt. Doch trotz der jüngsten Kurssteigerungen sind die Bewertungskennzahlen, beispielsweise im Vergleich zu den bekannten US-Technologietiteln, immer noch günstiger und Rohstofftitel sind in vielen internationalen Portfolios weiterhin untergewichtet. 


In den USA hat die Notenbank FED im September die erste Leitzinssenkung durchgeführt. Der US-Arbeitsmarkt sendet erste Schwächesignale und die Auswirkung der eingeführten Zölle auf die US-Inflation bleibt weiterhin unklar. Marktteilnehmer erwarten derzeit mehrheitlich noch ein bis zwei Zinsschritte in diesem Jahr auf einen Leitzins von 3,5%. Der US-Staatsschuldenberg ist inzwischen fast auf 38 Billionen US-Dollar angewachsen. Mit einer Billion US-Dollar machen die Ausgaben für den Schuldendienst inzwischen etwa 14% des US-Staatshaushaltes aus. US-Präsident Trump fordert deshalb vehement deutlich niedrigere Zinsen. Wir gehen daher weiterhin von einem Ankauf von langläufigen US-Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank aus, um die Zinslast zu verringern.


Bis auf Japan haben alle Industrienationen inzwischen erheblich niedrigere Leitzinsen als noch vor einem Jahr. Dies erleichtert die Durchführung staatlicher Konjunkturprogramme, die das Wirtschaftswachstum stimulieren sollten, wie beispielsweise Investitionen in Infrastruktur, Rüstungsprojekte oder den Bau von riesigen Datencentern für Künstliche Intelligenz. 


Wir sind daher zuversichtlich, dass die Aktienmärkte unter diesen Voraussetzungen weiter steigen werden. In unseren verwalteten Portfolios und dem Skyline Dynamik Fonds werden wir die durch die Gewinnmitnahmen vorhandene Liquidität daher zeitnah investieren, um von dem erwarteten Aufschwung in den letzten Jahren zurückgebliebenen Marktsegmenten zu profitieren. Dabei setzen wir unter anderem auf deutsche und europäische Titel sowie Aktien aus Schwellenländern. Der Edelmetall- und Rohstoffsektor bleibt ebenfalls prominent gewichtet.


Die genaue Sektorengewichtung des Skyline Dynamik Fonds können Sie dem beigefügten Factsheet entnehmen, einen aktuellen Presseauszug zum Wettbewerbsvergleich senden wir Ihnen ebenfalls anbei. Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für Fragen zum Börsengeschehen und rund um Ihre Fondsanlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



August 2025

Im August verzeichneten die internationalen Leitindizes bei insgesamt freundlicher Tendenz nur moderate Veränderungen, während die von uns verwalteten Fonds und Portfolios deutliche Zuwächse erzielen konnten. Das mit Spannung erwartete Treffen der Notenbanker in Jackson Hole am Monatsende lieferte keine genauen Erkenntnisse über den weiteren Zinspfad der US-Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell hält weiter an seiner Linie fest, die Zinsen erst senken zu wollen, wenn die Datenlage dafürspricht und die Auswirkungen der umstrittenen US-Zölle auf Wirtschaft und Inflation klarer ersichtlich sind, egal wie viel Druck Präsident Trump auf ihn ausüben mag.


Unabhängig von einer etwaigen Zinssenkung, steht die US-Notenbank vor dem gleichen Problem wie die Europäische Zentralbank: Die EZB hat im letzten Jahr acht Mal den kurzfristigen Zins gesenkt, trotzdem sind die Zinsen am langen Ende in diesem Zeitraum um 1% gestiegen. Da Unternehmen und der Staat am Kapitalmarkt in der Regel Laufzeiten von 10-15 Jahren bevorzugen, ist der langfristige Zins entscheidend für die wirtschaftlichen Aktivitäten. Will man die Wirtschaft stimulieren, müssen diese Zinsen sinken. Dies kann seitens der Notenbank nur durch einen Eingriff in den Kapitalmarkt mittels Anleihekaufprogrammen geschehen.


Aufgrund der Aussicht auf sinkende Langfristzinsen bleiben wir grundsätzlich optimistisch für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten. Aus unserer Sicht sollte es jedoch zu einer Verschiebung bei der Allokation in den internationalen Portfolios kommen.


In den letzten Jahren standen vor allem US-Technologietitel im Fokus der Anleger. Die enormen Käufe haben die Bewertungen der bekannten Favoriten auf Rekordhöhen getrieben. Auffällig ist, dass sich die Kurse zuletzt trotz der teilweise hervorragenden Quartalsergebnisse nicht mehr stark nach oben bewegt haben. Wurden die hohen Erwartungen der Investoren jedoch enttäuscht, sind die Titel gnadenlos abgestraft worden.


Die Stimmung der US-Investoren ist weiterhin gut, man ist voll investiert. Doch es scheint nun die Zeit für eine breitere Diversifikation in den Portfolios gekommen zu sein, denn auch in anderen Branchen, wie beispielsweise bei den Edelmetallproduzenten, sprudeln die Gewinne. Es gibt wohl kein Börsensegment, in dem derzeit so viel Geld verdient wird. Der Goldpreis hat sich in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt, während die Förderkosten nur moderat gestiegen sind, so dass sich die Gewinne der Unternehmen in diesem Zeitraum vervielfacht haben. Trotzdem sind die Minenwerte weiterhin günstig bewertet.


Ähnliches gilt für die Aktien aus den Branchen Biotechnologie, Gesundheitswesen und Pharma. Nachdem sich die übertriebenen Gewinnerwartungen hinsichtlich des kommerziellen Potenzials neuer Technologien nicht erfüllen konnten, haben sich viele Anleger von diesem Börsensegment abgewandt. Auch Donald Trump hat mit seinen Äußerungen in Bezug auf die Preisgestaltung den Markt belastet. Dadurch sind die Notierungen stark gesunken und die Bewertungen vieler Unternehmen bewegen sich nahe historischer Tiefstände und bieten günstige Perspektiven. 


Europäische Aktien bleiben im Vergleich zu amerikanischen aufgrund des deutlich günstigeren Bewertungsniveaus interessant. In internationalen Portfolios sind europäische Märkte unterrepräsentiert und werden bei Umschichtungen vermehrt nachgefragt. Darüber hinaus profitieren Investoren aus den USA zusätzlich von Währungsgewinnen. Die Tendenz zu einem schwächeren US-Dollar ist von Donald Trump gewollt und sollte aufgrund der US-Staatsschuldensituation mittelfristig weiter Bestand haben. Dies macht US-Anlagen für internationale Investoren zunehmend unattraktiv.


Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die Portfoliogewichtungen bei den internationalen Investoren verschieben und bisher vernachlässigte Branchen und Sektoren profitieren werden. Nicht nur für Antizykliker bieten sich somit interessante Einstiegsmöglichkeiten.


In unserer Skyline-Strategie konnten wir seit Jahresbeginn rund 25% zulegen und belegen damit mit Abstand die Spitzenposition im Wettbewerbsvergleich. Auch in den von uns verwalteten Portfolios profitieren wir von den beschriebenen Entwicklungen. Wir setzen weiterhin vor allem auf deutsche und europäische Titel, Aktien aus Schwellenländern und Minenwerte. US-Titel spielen nach wie vor eine stark untergeordnete Rolle.


Für Fragen zum Marktgeschehen oder zu Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juli 2025

Während im Monat Juli die internationalen Leitindizes seitwärts tendierten, verzeichneten die von uns verwalteten Portfolios einen deutlichen Zuwachs von rund 3,5%. Seit Jahresbeginn liegt unsere Skyline Strategie mittlerweile über 15% im Plus. Der Hauptgrund für dieses positive Ergebnis war die weiterhin erfreuliche Entwicklung der von uns favorisierten europäischen Titel sowie des Rohstoff- und Edelmetallsektors.


Sowohl in den USA als auch in Europa ließen die Notenbanken die Leitzinsen unverändert, so dass es von der Zinsseite keine neuen Impulse gab. Dies sollte sich unserer Meinung nach jedoch auf Sicht ändern, da in den USA die konjunkturellen Belastungen der Zollpolitik zunehmend spürbar werden.


Insgesamt war der Juli also ein typischer Ferienmonat und ein mediales Sommerloch wäre denkbar gewesen. „Zum Glück“ gibt es jedoch einen Akteur, der keine Langeweile aufkommen lässt und für Schlagzeilen am Fließband sorgt: US-Präsident Donald Trump.


Ihm sind die nach seiner Ansicht zu hohen US-Leitzinsen ein Dorn im Auge, daher arbeitet er sich bei jeder Gelegenheit am Fed-Chef Jerome Powell ab. Wurde Powell von Trump bei seiner Ernennung im Jahr 2017 noch als „für die Führungsaufgabe bestens geeignet, engagiert und klug“ bezeichnet und als „Mann des Konsenses“ gelobt, der die Wirtschaft durch alle Herausforderungen führen könne, kann er sich nun nicht einmal erinnern, ihn ernannt zu haben. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit beschimpft er ihn persönlich und versucht, an der Reputation von Powell zu kratzen und so die Notenbank auf seinen Wunschkurs zu bringen. Den Schaden, den er damit anrichtet, ist ihm, wie so oft, entweder egal oder nicht bewusst.


Trump ist auf niedrigere Zinsen angewiesen, um die ausufernden US-Staatschulden in den Griff zu bekommen und sich auf die Fahne schreiben zu können, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Um sein groß angekündigtes Sparprogramm DOGE ist es still geworden, die Zolleinnahmen sprudeln (noch) nicht wie erhofft. Es fehlt also sowohl auf der Einnahme- wie auf der Ausgabenseite Geld, das für seine Steuergeschenke im Rahmen des „Big Beautiful Bills“ verfügbar gemacht werden soll. Mittlerweile wird jeder vierte Dollar der US-Steuereinahmen für den Zinsdienst ausgegeben und lähmt die Gestaltungsmöglichkeiten im Staatshaushalt. 


Kein Wunder also, dass Trump vehement versucht, seine Einnahmesituation zu verbessern und Zölle als Ausweg aus der Misere sieht. Wie ein Ertrinkender, der wild um sich schlägt und somit die Rettung erschwert, sorgt Trump mit immer neuen Androhungen und Änderungen bei bereits vereinbarten Zöllen für Unsicherheit und Verärgerung bei seinen Handelspartnern. 


Kaum meint man, der „Deal“ zwischen den USA und der EU wäre fix und man könne nun verlässlich kalkulieren, bringt er neue Zölle auf EU-Pharmaprodukte von bis zu 250% ins Spiel und betont, die 600 Mrd. US-Dollar Investitionszusage von Frau von der Leyen wären ein für ihn frei verfügbares Geschenk, über das er nach Belieben verfügen könne. Sollte das Geschenk nicht ankommen, drohen zudem Zölle in Höhe von 35% anstatt der ausgehandelten 15%.


Wurde in Deutschland noch vor wenigen Jahren vor einer Abhängigkeit von Russland und China gewarnt, um die konjunkturelle Entwicklung nicht durch politische Willkür und Handels-erschwernisse dieser autokratischen Staaten zu gefährden, ist man durch den vermeintlichen Heilsbringer USA nun genau diesem Szenario ausgesetzt. Dies dürfte dazu führen, dass die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Rest der Welt künftig intensiviert wird und sich generell die internationale Zusammenarbeit ohne Einbeziehung der USA weiter beschleunigt. 

Die Führungsrolle der USA, die sie seit dem zweiten Weltkrieg nicht zuletzt durch den US-Dollar als Leitwährung innehatte, wird durch die Unberechenbarkeit in der internationalen Zusammenarbeit zunehmend infrage gestellt. Dies könnte die Märkte nachhaltig verändern und mittel- und langfristig auch die Zusammensetzung der Leitindizes beeinflussen.


In den von uns verwalteten Portfolios haben wir aufgrund der geschilderten Faktoren US-Aktien weiterhin untergewichtet und setzen vor allem auf deutsche und europäische Titel, auf Schwellenländer und den Rohstoff- und Minensektor. Diese sind deutlich attraktiver bewertet als amerikanische Titel und bieten zudem die Chance auf deutliche Kurssteigerungen, da sie in vielen Portfolios noch immer untergewichtet sind. Insgesamt sind wir für die Entwicklung an den Aktienmärkten weiterhin positiv gestimmt und sehen in den sich abzeichnenden Zinssenkungen weiteres Potenzial.


Für Fragen rund um das Börsengeschehen und Ihre Anlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juni 2025

Im ersten Halbjahr verlor der US-Dollar rund 13% an Wert gegenüber dem Euro, was viele Marktteilnehmer überraschte. Die Ursache für diesen Vertrauensverlust liegt in der Verunsicherung, die maßgeblich durch die amerikanische Politik geschürt wurde. Es ist durchaus umstritten, ob die von Präsident Trump geplanten oder in Kraft gesetzten Maßnahmen tatsächlich helfen, die amerikanischen Staatsschulden zu reduzieren, den Haushalt zu entlasten und die Wirtschaft anzukurbeln. Gerade die Ankündigung um die Einführung von weltweiten Strafzöllen zur Reduzierung des amerikanischen Handelsbilanzdefizits hat die Märkte Anfang April auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Die meisten Märkte haben ihre Kursrückgänge mittlerweile wieder aufgeholt, so auch der amerikanische S&P500. Dieser notierte zum Halbjahr bereits auf neuen Höchstkursen, jedoch nur in USD betrachtet, denn für Anleger aus dem Euroraum ist man noch über 10% vom Hoch entfernt. Der Einfluss der Währung auf den eigenen Anlageerfolg wird zunehmend spürbar. 


Die enorme Bewegung des US-Dollars ist ein zweischneidiges Schwert: Für amerikanische Anleger sind Investments in Euro plötzlich interessant, da neben einem Anstieg der Aktienkurse (EuroStoxx 50 +10%) zusätzlich ein Währungsgewinn winkt. Umgekehrt bedeutet die US-Dollar-Abwertung, dass für Europäer US-Dollar Anlagen, egal ob direkt im amerikanischen Aktienmarkt oder beispielsweise im MSCI Welt-Index, weit weniger attraktiv werden. Als Folge dieser Entwicklung fließt vermehrt Kapital aus dem Dollarraum nach Europa. 


Auch sind europäische Aktien trotz der jüngsten Kursgewinne meist immer noch fair bewertet, während amerikanische Titel unter Bewertungsaspekten deutlich über dem historischen Mittel notieren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in Europa um die 14, die Dividendenrendite bei etwa 3,6%. Dies ist im Vergleich zum S&P 500 deutlich attraktiver, dort liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 28 und die Dividendenrendite bei 1,27%. Hinzu kommt, dass viele Anleger davon ausgehen, dass der politische Druck auf Europa dazu führen wird, zukünftig unabhängiger von den USA zu agieren, so dass Europa ein aussichtsreiches Investment darstellt und die Aufholjagd wahrscheinlich erst begonnen hat. Das deutsche Konjunkturpaket ist hierfür ein starkes Indiz – andere Länder könnten, wenn auch vielleicht nicht in diesem Umfang, nachziehen und die Entwicklung weiter verstärken. 


Europäische Staaten können sich aufgrund der besseren Finanzierungskonditionen nach den seit einem Jahr in mehreren Schritten erfolgten Zinssenkungen der EZB deutlich günstiger verschulden als die US-Amerikaner, da die Ausgaben für den Zinsdienst erheblich niedriger sind und somit die Haushalte nicht so stark belasten. Dies ist Präsident Trump natürlich ein Dorn im Auge, weshalb er sowohl gegen „unfaire“ Bedingungen in der Europäischen Union wettert als auch seinen Notenbankchef regelmäßig zu Zinssenkungen auffordert. Doch seine Angriffe gegen die Unabhängigkeit der FED führten bisher eher zu einer Trotzreaktion bzw. einem Beharren auf dem Status quo als zu einem Einlenken, da man sich nicht vor den politischen Karren spannen lassen will. Wir erwarten jedoch, dass die amerikanische Notenbank auf Sicht nachziehen und die amerikanischen Leitzinsen ebenfalls senken wird.


Die geopolitischen Konflikte bleiben weiterhin ungelöst. Trotzdem verlief das erste Halbjahr durchaus positiv. In den von uns verwalteten Portfolios waren wir von der US-Dollar-Abwertung nur in geringem Umfang betroffen, da der Schwerpunkt nach wie vor auf deutschen und europäischen Titeln lag. Während die Beimischung von Schwellenländeraktien bisher etwas gebremst hat, machten sich vor allem die Investments im Minen- und Rohstoffsektor deutlich positiv bemerkbar. 


Der Goldpreis stieg im zweiten Quartal um fast 6%, Goldminen konnten dadurch im zweiten Quartal rund 450 USD mehr pro produzierte Unze Feingold verdienen, was den Gewinnen deutlichen Auftrieb geben wird. Eine Trendumkehr im Goldpreis ist aufgrund der ausufernden Staatsschulden, geopolitischer Unsicherheiten und den Bestrebungen zur Abkehr vom US-Dollar als Leit- und Reservewährung nicht absehbar. Jüngst haben rund 43% der Zentralbanken angekündigt, ihre Goldbestände in 2025 zu erhöhen, ein Rekord! Zum Vergleich: 2024 waren es lediglich 29%. 


Dass die Aktien vieler Bergbauunternehmen weiterhin unterbewertet sind, liegt an mehreren Faktoren, letztlich ist das Anlagekapital in den letzten Jahren kaum im Metallsektor investiert worden, sondern vor allem in US-Titel. Doch viele Minengesellschaften haben ihre Gewinnspannen kräftig ausgeweitet, so dass selbst bei gleichem Kursniveau die Bewertungen gesunken sind. Die sprudelnden Einnahmen werden vor allem Edelmetallförderer nutzen, um eigene Aktien zurückzukaufen oder Dividenden auszuzahlen. Auch bei anderen Rohstoffen, wie Kupfer, Silber oder Lithium, ist die Situation ähnlich erfreulich. Da der Minensektor im Vergleich zu den Standardwerten überschaubar groß ist, führen bereits kleinere Umschichtungen zu verhältnismäßig großen Zuflüssen, die die Kurse bewegen. Da viele Anleger im Minenbereich unterinvestiert sind, sehen wir gerade hier mittel- und langfristig ein enormes Kurspotenzial. 


Gleichzeitig haben die letzten Monate gezeigt, wie schnell Trends wechseln können und wie schnell es ungemütliche Entwicklungen geben kann. Auf dem Risikomanagement und einer breiten Streuung in verschiedene Anlagegebiete liegt daher unser Hauptaugenmerk. Wir gehen grundsätzlich von einer weiterhin freundlichen Entwicklung aus, doch Zollthemen oder geopolitische Krisen können jederzeit für Schwankungen an den Aktienmärkten sorgen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass zumindest bei den Zollvereinbarungen auf Sicht etwas mehr Ruhe einkehren könnte, da immer mehr Länder, wie zuletzt Vietnam, einen „Deal“ mit den Amerikanern eingehen und somit für etwas mehr Klarheit und Planbarkeit bei den Handelsaktivitäten sorgen.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner bei Fragen zum Börsengeschehen und Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung. 



Mai 2025

Nachdem die umfangreichen Zollankündigungen von Präsident Trump im April zu erheblicher Unruhe an den Märkten geführt hatten, erholten sich die Börsen im Mai wieder. Aus amerikanischer Sicht war der Kurszuwachs im Mai der beste seit rund 30 Jahren, trotzdem wurde lediglich die schlechte Entwicklung der Vormonate kompensiert, sodass die amerikanischen Indizes seit Jahresbeginn per Saldo nahezu unverändert notieren. Für internationale Investoren sind zudem noch die Währungsverluste durch den leichteren USD zu berücksichtigen. Aus europäischer Sicht liegen amerikanische Aktien daher rund 10% im Minus, während der EuroStoxx rund 10% zulegen konnte.


Die Zolleskapaden von Präsident Trump, das weiter ausufernde US-Staatsdefizit und die zunehmende Verunsicherung über die weitere Entwicklung in den USA haben in den letzten Monaten den Goldpreis weiter steigen lassen. Davon profitieren in zunehmendem Maße auch Unternehmen aus dem Minensektor. Nachdem sich die Anleger bisher vor allem auf die großen Minengesellschaften konzentriert haben, scheint die Aufwärtsbewegung nun an Breite zu gewinnen. In den letzten Wochen wurden nun auch die kleineren und mittleren Unternehmen berücksichtigt, die vor allem neue Erz-Vorkommen suchen oder vorhandene Lagerstätten erschließen. Die sehr günstigen Bewertungskennzahlen vieler Unternehmen und die hervorragenden Gewinnaussichten stimmen uns weiterhin positiv für die zukünftige Entwicklung. 


Doch zurück zu den USA: Dort scheint man vom ursprünglichen Plan abzukommen, durch Zölle und hohe Einsparungen bei Regierungsausgaben die enorme US-Verschuldung zurückführen zu wollen. Rund um das Sparprogramm DOGE ist es still geworden, der zunächst mit drastischen Maßnahmen und hohen Sparankündigungen gestartete Elon Musk wurde teilweise gerichtlich gebremst, zieht sich nun zurück und will sich künftig wieder mehr um seine Unternehmen kümmern. Jüngst hat US-Finanzminister Scott Bessent öffentlich ein neues Ziel ausgegeben: Ein höheres Wirtschaftswachstum soll nun angestrebt werden, um aus den Schulden herauszuwachsen.


Denn die bisherigen Resultate der amerikanischen Zollpolitik bleiben überschaubar. Zwar stiegen die Netto-Zolleinnahmen auf 16,3 Milliarden US-Dollar, doch angesichts monatlicher Zinszahlungen von rund 90 Milliarden für die US-Staatsschulden von etwa 37 Billionen US-Dollar ist dies jedoch kaum mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Da in diesem Jahr neue Schulden von fast 2 Billionen Dollar aufgenommen werden sollen, hat nun auch die letzte der drei großen Ratingagenturen den USA ihre Top-Bonität aberkannt. 


Die Konsequenz: Gläubiger fordern höhere Zinsen als Risikoausgleich, weshalb die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen auf ein Niveau wie zuletzt vor der Finanzkrise 2008 gestiegen sind. Dies treibt die Zinskosten in die Höhe und belastet den Staatshaushalt zusätzlich. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen, was eine baldige Leitzinssenkung durch die Federal Reserve unwahrscheinlich macht. Ein Eingreifen der Notenbank, um etwa durch ein Anleiherückkaufprogramm den Zinsanstieg zu bremsen, erscheint daher möglich – insbesondere, um der Regierung wieder mehr finanziellen Spielraum zu verschaffen.


In Deutschland blieben die Langfristzinsen trotz der angekündigten Ausgabepläne der neuen Regierung stabil. Einerseits werden die angekündigten Maßnahmen als wachstumsfördernd eingeschätzt, andererseits fließt zunehmend Kapital aus den USA nach Europa, was die Nachfrage nach deutschen Aktien und Anleihen stützt. Der DAX bewegt sich daher auf Rekordniveau, obwohl die amerikanischen Zolleskapaden immer wieder für Verunsicherung sorgen. Doch die Unternehmen sind trotz gestiegener Kurse und teilweise niedrigeren Gewinnerwartungen durch den politischen Gegenwind aus den USA weiterhin fair bewertet. Gerade die zuletzt unter Druck geratenen Sektoren wie Pharma oder Biotechnologie halten wir für aussichtsreich.


Die von uns verwalteten Portfolios profitieren sowohl vom Aufschwung des Minensektors als auch vom anhaltenden Anlegerinteresse an europäischen Werten. Vieles spricht dafür, dass die positive Entwicklung dieser Segmente weiter anhalten wird, weshalb wir uns mit unserer strategischen Ausrichtung auf europäische Aktien sowie selektive Engagements in Schwellenländern und im Edelmetall- und Rohstoffsektor weiterhin gut positioniert sehen.


Für Fragen rund um das Marktgeschehen oder Ihren Anlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



April 2025

Zu Beginn des letzten Monats versetzten die umfangreichen amerikanischen Zollpläne den Aktienmärkten einen Schock, von dem sie sich jedoch im Monatsverlauf durch das Zurückrudern Präsident Trumps größtenteils wieder erholten. Doch während der deutsche Leitindex DAX Ende April bereits wieder nahe seinen Allzeithochs notierte, betrug das Minus des breiten amerikanischen Aktienmarktes knapp über 10%, hinzu kamen Währungsverluste des US-Dollars. Besonders Technologiewerte und konjunktursensible Titel mussten teilweise noch deutlichere Einbußen verkraften.


Es verwundert daher nicht, dass aufgrund der politisch verursachten Unsicherheiten viele internationale und vor allem europäische Investoren in großem Umfang Kapital aus den USA abgezogen und nun verstärkt in Deutschland und Europa investieren. Die Kernwerte der europäischen Wirtschaft, die vor allem im EuroStoxx50 repräsentiert werden, haben sich hervorragend entwickelt und weisen durchschnittlich bessere Unternehmenskennzahlen aus, wie beispielsweise Gewinn- und Dividendenrendite, als amerikanische Titel. Zusätzlich sind sie wegen der Fokussierung vieler Anleger in den letzten Jahren auf amerikanische Titel günstiger bewertet und in den Depots verhältnismäßig niedrig gewichtet. Dies macht deutsche und europäische Aktien weiterhin so attraktiv. 


Es gibt in vielen Vorstandsetagen jedoch auch Sorgenfalten, denn viele europäische Konzerne stehen durch die verhängten US-Zölle, Absatzrückgängen in China oder der schwächelnden Autokonjunktur unter Druck. Doch gerade die Automobilbauer setzen ihre Hoffnung auf die neue Bundesregierung und zum Teil auch auf Brüssel, denn einerseits sollen Kaufanreize für die Elektromobilität wiederbelebt und andererseits Erleichterungen bei dem Erreichen der Flotten-Emissionsziele vereinbart werden. Generell soll allen Unternehmen auf deutscher und europäischer Ebene eine Entlastung durch Bürokratieabbau zugutekommen und die milliardenschwere Investitionsoffensive Deutschlands könnte den dringend benötigten Wachstumsimpuls für die kommenden Jahre geben. Vieles, was in den letzten Jahren für die USA gesprochen hat, scheint nun in Richtung Europa zu drehen.


Für die Weltwirtschaft wirken die amerikanischen Zölle insgesamt belastend. In den ersten Wochen nach den Verlautbarungen ist festzustellen, dass der Warenverkehr zwischen den USA und China um etwa die Hälfte zurückgegangen ist. Die Einführung der meisten Zölle für den Rest der Welt wurde mittlerweile bis Anfang Juli aufgeschoben. Nachdem die negativen Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft sich immer deutlicher in den Konjunkturbarometern zeigen, ist es fraglich, wie lange das Narrativ der „vorübergehenden Delle“ von Präsident Trump noch aufrechterhalten werden kann, was vor allem mit seinen angestrebten „Deals“ begründet werden dürfte, wobei fraglich ist, ob bzw. wie diese im gegenwärtigen politischen Klima erreicht werden können.


In den von uns verwalteten Depots haben wir daher die USA weiterhin kaum gewichtet und setzen stattdessen auf die weiterhin hochattraktiv bewerteten Titel in Deutschland und Europa sowie Aktien aus den Schwellenländern und des Rohstoff- und Edelmetall-Sektors. Diese Segmente haben im laufenden Jahr wesentlich besser abgeschnitten und stehen unserer Meinung nach erst am Anfang einer mittel- bis langfristigen Aufwärtsbewegung.


Für Fragen rund um die Märkte und Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.




März 2025

Im ersten Quartal konnten europäische Titel deutlich zulegen, dagegen mussten ihre US-Pendants teils erhebliche Einbußen hinnehmen. Viele Investoren sind verunsichert, denn es ist kaum absehbar, welchen Schaden die aktuelle Politik Donald Trumps weltweit, aber vor allem in den USA selbst, anrichten wird. Während im Wahlkampf noch Deregulierung und hohe Lebensmittelpreise im Vordergrund standen, spricht aktuell niemand mehr davon.


In den USA sind insbesondere die hoch bewerteten Technologieaktien, wie die oft genannten „Glorreichen Sieben“ (Apple, Alphabet, Amazon, usw.) unter Druck. Mehrfach haben wir vor der hohen Gewichtung und Konzentration dieser Titel in den globalen Leitindizes gewarnt. Sie haben in den letzten Jahren von den enormen Kursanstiegen profitiert, leiden jetzt aber überdurchschnittlich durch das „Luftablassen“. Vor allem die Tesla-Aktie verlor weltweit rasant an Beliebtheit, nachdem Elon Musk seine Tätigkeit als Regierungsberater in den USA aufgenommen hatte.


Da europäische Aktien lange gemieden wurden und dadurch wesentlich preiswerter notieren als US-Titel, kam im Januar eine Bewegung in Gange, die weiterhin anhält: Vor allem amerikanische Hedgefonds haben ihre Wetten auf fallende Kurse in Europa geschlossen und ihre Übergewichtung in amerikanischen Titeln abgebaut, andere Marktteilnehmer zogen nach. Dadurch wurden enorme Summen aus den USA nach Europa verschoben und haben hier die Kurse beflügelt. Historisch gesehen sind solche Trendwechsel durchaus mittel- bis langfristige Phänomene, so dass wir erwarten, dass sich die europäischen Aktienmärkte in den nächsten Jahren besser entwickeln als die amerikanischen.


Die Unsicherheit in den USA ist derart groß, dass kurzfristig sogar ein Abrutschen in eine Rezession möglich erscheint. In Europa und Asien dürften hingegen die geplanten Investitionsprogramme einen kräftigen Konjunkturimpuls und wirtschaftlichen Stimulus liefern.


Die USA selbst werden wohl hauptsächlich die Leidtragenden von Trumps Handelspolitik sein, da die Zollerhöhungen alle Importgüter in die USA verteuern werden. Für alle Produkte, die sich nicht durch heimische Produkte ersetzen lassen, werden die Verbraucherpreise steigen und so wie eine zusätzliche Verbrauchssteuer auf die amerikanischen Einkommen wirken. Zwar könnten die jetzt veröffentlichten Zollhöhen, wie so oft bei Trump, eine Verhandlungstaktik sein, dennoch werden Wirtschaftsschäden eintreten, solange sie andauern. Ersten Berechnungen zufolge könnten die Maßnahmen von Trump die Wirtschaftsleistung in den USA um etwa 0,7% bremsen. In Kanada wird mit Wachstumseinbußen von 0,6% und in Mexiko mit 1,3% gerechnet, während für die Eurozone nur eine Abschwächung von 0,2 Prozentpunkten erwartet wird. 


Diese Einschätzungen basieren auf den derzeit angekündigten Zöllen. Wie lange diese Ankündigungen Bestand haben und ob sie überhaupt noch aktuell sind, während Sie diese Zeilen lesen, ist aufgrund der Sprunghaftigkeit und der „Entscheidungsfreude“ von Präsident Trump nicht vorhersehbar. Ebenso wenig, wie Gegenzölle und sonstige Maßnahmen der betroffenen Handelspartner ausgestaltet sein werden. Neben der geopolitischen steigt also nun auch die wirtschaftliche Verunsicherung an. Dies kann durchaus ein Ziel der amerikanischen Administration sein, um die Notenbank zu weiteren Leitzinssenkungen zu animieren. Vielleicht steckt hinter all dem angerichteten Chaos doch ein ausgewiefter Plan der Trump-Administration, wir werden sehen. Letztlich sind in einem solch verunsicherten Umfeld weitere Korrekturen am Aktienmarkt möglich, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten.


Die von uns verwalteten Portfolios haben von der freundlichen Entwicklung in Europa, China und im Rohstoff- und Edelmetallsektor profitiert und sich im ersten Quartal positiv entwickelt. Durch die breite Diversifikation auf günstig bewertete Marktsegmente und Regionen fühlen wir uns auch für die kommenden Monate gut gewappnet und blicken zuversichtlich auf die weitere Entwicklung.


Für Fragen zu Ihren Anlagen oder rund um das aktuelle Marktgeschehen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



Februar 2025

Die Rotation an den Aktienmärkten hat sich im Februar fortgesetzt. Europäische Titel konnten weiter zulegen, während die amerikanischen Aktienindizes Einbußen verkraften mussten. Seit Jahresbeginn liegt die NASDAQ mittlerweile etwa 4% im Minus, dazu kommen noch Währungsverluste gegenüber dem Euro, so dass für europäische Investoren über 8% Minus zu Buche stehen.


Ein großer Einflussfaktor für diese Entwicklung sind die Aktivitäten von US-Präsident Trump. Die zunächst angekündigten und mittlerweile in Kraft getretenen Zölle auf ausländische Waren und die Aufkündigung von jahrzehntelang bestehenden Allianzen ziehen Konsequenzen nach sich. Da man keine belastbare Kostenkalkulation bei einer Zollpolitik nach Gutsherrenart durchführen kann, sind die USA für viele Unternehmer kein verlässlicher Wirtschaftspartner mehr. Die übrige Welt, allen voran die Länder des globalen Südens, sieht sich gefordert, das Tempo, mit dem man sich von den USA als Import- und Exportmarkt unabhängiger machen möchte, zu forcieren.


Die Macht der vermeintlich stärkeren USA, die Präsident Trump in vielen Belangen gerade auszuspielen versucht, wird unserer Meinung nach gerade durch seine Art des Deal-Makings schneller schwinden, als ihm bzw. den Amerikanern bewusst ist. Wenn man die USA weder als Handelspartner noch als Militärmacht benötigt, verliert deren Stimme an Gewicht. Diese Entwicklung ist nun klar absehbar.


Die amerikanische Wirtschaft durchlebt trotz der bestehenden Konjunkturprogramme eine Wachstumsschwäche. Die Inflation hält sich hartnäckig über den angestrebten Zielkorridoren. Das Verhalten von Elon Musk führt weltweit zu dramatischen Einbrüchen bei Tesla-Verkäufen, obwohl E-Autos insgesamt bei den Zulassungszahlen weiter an Boden gewinnen. Die von ihm geleitete Behörde zur Effizienzsteigerung DOGE verhält sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Viele seiner Entscheidungen und Sparinitiativen werden von Gerichten einkassiert oder haben nicht den gewünschten Effekt auf den Haushalt. Mittlerweile belaufen sich die Zinsausgaben auf etwa 25% der Haushaltsausgaben – und dies ohne Tilgung. Das Haushaltsdefizit liegt weiterhin bei etwa 7%. 


Auch die Mitglieder der NATO haben, spätestens seit dem offenen Streit im Oval Office zwischen Trump und Selenskyj Ende Februar, realisiert, dass eine militärische Eigenständigkeit das Gebot der Stunde ist. Alte Gewissheiten werden infrage gestellt und forcieren nun die Emanzipation von der ehemaligen Schutzmacht USA. Ein kreditfinanzierter Aufrüstungsmarathon ist vielleicht nicht das, was man sich als Grundlage für einen Konjunkturaufschwung wünscht. Es ist aber genau das, was den europäischen Aktienmärkten derzeit ein gewisse Kursphantasie verschafft. 


Auch die hierzulande geplanten Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen helfen der schwächelnden Baubranche und kurbeln das Wirtschaftswachstum an. Bleibt zu hoffen, dass die Beschlussfassung erfolgreich verläuft und die Gelder auch sinnvoll eingesetzt werden. Es geht dabei nicht einfach darum, Projekte umzusetzen, die auf einem Wunschzettel stehen und für die bisher das Geld gefehlt hat. Im Gedächtnis geblieben sind hierzu sicherlich die rund 825 Millionen Euro, die man aus dem ersten Sondertopf zur Ertüchtigung der Bundeswehr zunächst in Ausgehuniformen investiert hat. Vielmehr gilt es, die bestehenden Vergabe- und Beschaffungspraktiken auf den Prüfstand zu stellen, um die Effizienz und Effektivität zu steigern und auch Prioritäten bei den Ausgaben festzulegen. Nur dann kann es gelingen, die sich bietende Chance zu nutzen und das Wirtschaftswachstum auch nachhaltig zu fördern.


Apropos Chancen: Diese bieten sich nach wie vor im Rohstoff- und Edelmetallsektor. Gerade Gold ist trotz des aktuellen Kurshochs unserer Meinung nach immer noch äußerst günstig. Setzt man die weltweiten Goldreserven der Zentralbank ins Verhältnis zum Aktienmarkt, wird dies greifbar. Alle Goldreserven in den Tresoren der Zentralbanken belaufen sich beim aktuellen Goldpreis von rund 2900 US-Dollar pro Unze auf rund 3 Billionen US-Dollar – insgesamt! Das ist so viel wie der gegenwärtige Börsenwert von Microsoft, also einer einzigen Aktie. Rund 0,5% der weltweiten Finanzanlagen werden in Gold getätigt, obwohl dieses trotz des Anstiegs der letzten zwei Jahre im Vergleich zum Aktienmarkt geradezu absurd unterbewertet ist. Und die Aktien von Goldminen haben im Verhältnis zum Goldpreisanstieg noch kaum reagiert, obwohl die Gewinne geradezu sprudeln.


In unseren verwalteten Portfolios spielen daher, neben europäischen und deutschen Aktien, Rohstoffwerte weiterhin eine prominente Rolle. Ebenso Aktien aus den Schwellenländern, während amerikanische Titel stark untergewichtet bleiben. Obwohl dies deutlich von der Zusammensetzung des weltweiten Aktienindex MSCI Welt abweicht, gibt uns die aktuelle Entwicklung recht und wir sehen derzeit keine Gründe, unsere Positionierung zu ändern.


Für Fragen zu Ihren Anlagen oder rund um das aktuelle Marktgeschehen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne zur Verfügung.



Januar 2025

In den ersten Wochen des neuen Jahres tendierten die Börsen freundlich. Vor allem europäische und deutsche Aktien konnten teils deutliche Kursgewinne verzeichnen, während sich der amerikanische Aktienmarkt unter Schwankungen seitwärts bewegte. Auch im Minensektor kam es vor allem aufgrund der aktuellen Gold- und Silberpreisentwicklung zu deutlichen Zugewinnen. Dies dürfte jedoch nur der Anfang sein, denn die von uns erwartete Aufholbewegung der bisher vernachlässigten Börsensegmente ist in vollem Gange.


Für die Zurückhaltung der Anleger bei US-Titeln gibt es aus unserer Sicht eine Vielzahl von Gründen: Amerikanische Aktien, allen voran die sogenannten „Glorreichen Sieben“, sind stark überbewertet und in nahezu allen Portfolios übergewichtet. Sie sind zudem mit etwa 35% im S&P 500-Index gewichtet und auch im MSCI Welt-Index mit etwa 25%. Der Anlagetrend in Richtung passiver Indexprodukte sorgt deshalb für anhaltende Käufe und treibt die Kurse zusätzlich in die Höhe. Die Konzentration auf diese sehr wenigen Titel war in den vergangenen zwei Jahren der Hauptgrund für die Rallye des amerikanischen Aktienmarktes. Dies birgt entsprechende Rückschlagrisiken, die mögliche Fallhöhe ist enorm.


Ein weiterer Grund ist eine gewisse Gleichschaltung bei amerikanischen Toptiteln. Firmen wie Amazon, Alphabet (Google), Microsoft oder Facebook haben sich in unabhängigen Geschäftsfeldern zu den jeweiligen Marktführern mit ihrer heutigen Größe entwickelt. Aktuell investieren diese Firmen gleichzeitig dreistellige Milliardenbeträge in die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Sie sind damit plötzlich nicht nur auf der gleichen Spielwiese unterwegs, sondern benötigen die gleichen Ressourcen, kaufen die für die Rechenleistung benötigten Computerchips bei Nvidia ein und sind somit abhängig vom gleichen Geschäftspartner. Nvidia wurde dadurch binnen kürzester Zeit zum wertvollsten Unternehmen der Welt mit immerhin rund 3,6 Billionen Dollar Marktkapitalisierung. 


Diese Konkurrenzsituation in der KI-Entwicklung ist zwar gut für Konsumenten und andere Firmen, da sie von den zu erwartenden Entwicklungen profitieren werden, die enormen Kosten werden jedoch die Gewinne belasten und somit ist fraglich, ob die Erwartungen der Investoren auch weiterhin erfüllt werden können und die derzeit hohen Bewertungen gerechtfertigt sind. Wenn dann noch Konkurrenten auf den Markt kommen, wie jüngst das chinesische KI-Modell „Deep Seek“, die zu einem Bruchteil der Kosten die gleiche oder sogar eine bessere Funktionalität bieten, führt dies zu Verwerfungen. Nvidia verlor am Tag der Bekanntmachung von „Deep Seek“ an einem einzigen Börsentag rund 600 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung.


Hinzu kommt die politische Situation in den USA. Präsident Trump macht da weiter, wo er am Ende seiner letzten Amtszeit aufgehört hat: Er stößt mit seiner Politik Freund und Feind gleichermaßen vor den Kopf und ist sich der Konsequenzen, auch dank eines auf Linie gebrachten Beraterumfelds, wahrscheinlich nicht einmal bewusst oder ignoriert sie, weil er nicht an sie glaubt. Er droht mit Strafzöllen, Abschiebungen von Migranten und streicht Entwicklungshilfe. Entgegen seiner Ankündigung, rasch die Kriege dieser Welt zu beenden, gießt er entweder Öl ins Feuer bestehender Konflikte oder erhebt Gebietsansprüche gegenüber Nachbarstaaten und NATO-Bündnispartnern in Bezug auf den Panama-Kanal oder Grönland, wobei er sogar ein militärisches Eingreifen nicht ausschließt. 

Auch seine Strafzölle gegen Mexiko würden vor allem US-amerikanische Automobilbauer wie Ford, Chevrolet und Jeep treffen, die dort ihre Bestseller für den US-Markt produzieren. Im Gegensatz dazu ist BMW seit Jahren der größte Autoexporteur Amerikas, vor Tesla, Ford oder Chevrolet, da sämtliche größeren X-Modelle dort gefertigt werden. 95% aller in den USA verkauften VW werden auch in den USA oder Mexiko produziert. 


Trumps Drohung gegen den globalen Süden, Strafzölle von 100% zu erlassen, sollten Staaten in Erwägung ziehen, den US-Dollar als Leitwährung zu ersetzen, verfängt ebenfalls nicht. Es wird die Abkehr von Amerika eher beschleunigen. Die Strafzölle gegen China belasten die chinesische Wirtschaft zwar, man hat sich jedoch längst von den USA emanzipiert. Trump unterminiert mit seinen Eskapaden und unüberlegten Maßnahmen den Ruf Amerikas als verlässlicher Geschäfts- und Handelspartner.


Dies alles führt bei vielen internationalen und amerikanischen Investoren aktuell zu einer Neuausrichtung in den Portfolios. Im Vergleich zu den amerikanischen Schwergewichten sind die Bewertungen für deutsche und europäische Aktien deutlich günstiger. Während der S&P 500 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 ausweist, liegt dieses im MSCI Europa derzeit bei 12. Es gibt gute Gründe, an eine wirtschaftliche Renaissance Europas zu glauben. Der Konsum in Europa entwickelte sich seit Herbst deutlich besser, er ist mit rund 50% immerhin die wichtigste Komponente des Bruttosozialprodukts. Sollte es zu einem Waffenstillstand in der Ukraine kommen, auch wenn dies momentan nicht greifbar erscheint, könnten Wiederaufbauprogramme für einen mehrjährigen Rückenwind für viele europäische Unternehmen aus den Bereichen Bau und Infrastruktur sorgen.


Sollte es nach der Bundestagswahl zu einer „GroKo“ kommen, die aktuell am wahrscheinlichsten erscheint, könnte der ehemalige Goldman Sachs Deutschland-Chef, Jörg Kukies (SPD), Finanzminister bleiben und Friedrich Merz (CDU), der langjährige Aufsichtsratschef vom größten Vermögensverwalter der Welt, Bundeskanzler werden. Dies könnte sowohl für die Aktienkultur in Deutschland als auch für ein wirtschaftsfreundlicheres Umfeld sehr positiv sein.


Für das kommende Börsenjahr erwarten wir, dass sich die Umschichtungen von den überteuerten Segmenten hin zu den günstig bewerteten Sektoren fortsetzt. Statistisch gesehen kommt es alle paar Jahre zu teils kräftigen Rücksetzern an den Börsen. Dagegen hilft eine breite Streuung auf verschiedene Marktsegmente und ein aktives Risikomanagement. In den von uns verwalteten Portfolios setzen wir daher neben unserem Schwerpunkt in deutschen und europäischen Werten weiterhin auf die günstig bewerteten Titel aus Schwellenländern und dem Rohstoff- und Edelmetallsektor. Getreu dem Motto: „Chancen nutzen und Risiken begrenzen“.


Für Fragen zu den Märkten und rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Marktkommentare

2024


Dezember 2024

Im Dezember kam es an den Börsen zu einem Trendwechsel, der sich auch in den ersten Wochen des neuen Jahres fortsetzte: Nachdem im letzten Jahr vor allem die amerikanischen Börsen den Takt vorgaben und von Hoch zu Hoch eilten, konnten deutsche und europäische Titel nicht Schritt halten. Dagegen entwickelten sich die europäischen Leitindizes DAX und EuroStoxx in den letzten Wochen nahezu unverändert, während der Dow Jones, der S&P 500 und die NASDAQ einen Teil Ihrer Zuwächse wieder einbüßten.


Die Unsicherheiten über die Pläne des designierten US-Präsidenten Trump und deren mögliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft hatten zu einer Zurückhaltung gegenüber amerikanischen Aktien geführt. Befürchtungen, die Pläne könnten die erhoffte Abschwächung der Inflation verhindern, führten zudem zu steigenden Zinsen bei US-Staatsanleihen, obwohl die amerikanische Notenbank die Leitzinsen seit September schrittweise gesenkt hat. Renditen von 5% für 30jährige US-Staatsanleihen bieten US-Investoren aktuell eine lukrative Alternative zum Aktienmarkt. 


Für europäische Anleger wird die Schwäche des amerikanischen Aktienmarktes momentan noch durch den Anstieg des US-Dollars ausgeglichen, so dass sich auf Euro-Basis der Rückgang noch nicht so stark bemerkbar macht. Doch die in unserem letzten Marktkommentar ausführlich beschriebene Schuldenpolitik und die geplanten Maßnahmen Trumps sprechen mittel- und langfristig eher für einen schwächeren US-Dollar. Aus unserer Sicht ist eine Abschwächung der Währung zudem die einzige Chance, das bestehende Handelsdefizit langfristig abzubauen. US-Anleihen sind also für europäische Investoren keine wirkliche Alternative zum Aktienmarkt.


Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Dynamik in 2025 entwickeln wird: Einerseits sind die Marktteilnehmer mit einem enorm hohen Anteil ihrer Portfolios in US-Aktien investiert. Sehr wenige Aktien haben dort in den letzten beiden Jahren den Markt nach oben gezogen, die hohe Bewertung dieser Titel und der extrem übersprühende Optimismus sind für erfahrene Börsianer klare Warnsignale. Andererseits brummt die US-Konjunktur und bietet weiterhin Chancen für Kurssteigerungen.


Chancen und Risiken liegen also auch in 2025 nah beieinander. Momentan bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form die neue US-Regierung die bisherigen Ankündigungen in die Praxis umsetzt. Durch die Leitzinssenkungen der Notenbanken sind die Zinsen auf kurzfristige Festgeldanlagen bereits gesunken, es gibt daher nur wenige lukrative Anlagealternativen zum Aktienmarkt.


Für die Börsenentwicklung im Jahr 2025 bleiben wir weiterhin positiv, denn unserer Meinung nach übertreffen die Chancen auf eine Aufholjagd in den bisher vernachlässigten Sektoren die Risiken einer deutlichen Korrektur der bisherigen Anlegerlieblinge. Wir halten daher an unserer bisherigen Depotstruktur in den von uns verwalteten Portfolios fest. Gerade die Beimischung im Rohstoff- und Edelmetallsektor bietet uns eine gewisse Absicherung, falls es zu stärkeren Schwankungen bei Standardwerten kommen sollte.


Für Fragen rund um das Marktgeschehen und zu Ihren Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.




November 2024

Im November haben die Märkte nach der Aufwärtsbewegung im Vormonat eine Verschnaufpause eingelegt. Nachdem zuvor US-Aktien und chinesische Titel favorisiert wurden, stehen seit Ende November überwiegend deutsche und europäische Aktien in der Gunst der Anleger. Während der DAX auf Rekordstände stieg, notiert der DJ EuroStoxx 50 noch etwa 10% unter seinem historischen Hoch. Grund hierfür sind die aktuellen Probleme in Frankreich und anderen Ländern Europas. Insgesamt bleibt die Stimmung an den Aktienmärkten jedoch freundlich.


Knapp einen Monat vor der offiziellen Amtseinführung von Donald Trump wird mehr und mehr über seine politische Agenda bekannt, die Postenvergabe ist vergleichbar mit der autoritärer Staatsoberhäupter: Familienangehörige, Freunde und treue Begleiter werden mit Ämtern versorgt, die fachliche Eignung ist zweitrangig, es zählt vor allem die Loyalität zum Patriarchen. Manch einer behauptet schon, dass sich Amerika auf dem Weg in eine Oligarchie befindet. Auch der abzusehende Politikstil ist fragwürdig. Jahrzehntelange Handels-Partnerschaften werden mit Zollandrohungen belastet. Selbst die engsten Verbündeten und Nachbarn, wie Mexiko und Kanada, werden mit Übernahmephantasien vor den Kopf gestoßen. 


Nach außen hin gibt sich Trump ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit als „Schulhof-Raufbold“ der internationalen Gemeinschaft, mit dem man sich besser nicht anlegt. Er droht allen mit Strafzöllen und Zutrittsbeschränkungen zum amerikanischen Markt, die sich seiner Meinung nach unfair verhalten oder gar eine Abkehr vom US-Dollar als Leitwährung in Betracht ziehen. Möglicherweise verkennt Trump jedoch, wie sehr sich die Welt seit seiner letzten Amtsperiode verändert hat.


Aus der Politik seiner ersten Amtszeit, die von Biden zumeist fortgeführt worden ist, wurden vielerorts Konsequenzen gezogen, die sich nun bemerkbar machen. Die früheren Handelsabhängigkeiten vieler Länder von den USA, allen voran China, haben sich durch neue Bündnisse mit anderen Staaten deutlich reduziert. Auch durch den Ausbau von Kooperationen und Organisationen, vor allem der BRICS-Staaten, tritt man heute Amerika gegenüber wesentlich selbstbewusster auf. Waren im Jahr 2000 die USA für 80% der weltweiten Länder noch der wichtigste Handelspartner, hat sich Chinas Anteil von 20% auf mittlerweile 90% erhöht. China exportiert heute dreimal so viele Güter in den Globalen Süden wie in die USA. Durch die US-Politik der vergangenen Jahre wurden also nicht die Abhängigkeit, sondern die Emanzipation von den USA und die weltweite Blockbildung gefördert. 


Neben der ursprünglichen Kerngruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gehören mittlerweile auch der Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Emirate zu den BRICS-Staaten. Weitere 30 Staaten stehen auf der Liste der Beitrittskandidaten, unter ihnen auch die Türkei. Die BRICS-Staaten stehen mittlerweile für 45% der Weltbevölkerung und 35% der Weltwirtschaft, damit übertreffen sie die Gruppe der westlichen G7-Staaten. Immer mehr Länder des Globalen Südens sträuben sich gegen die vom internationalen Recht losgelöste Sanktions- und Zollpolitik der USA (die USA blockieren die WTO-Rechtsbarkeit seit 2019) und die Eingriffe der USA in ihre Souveränität. Sie streben eine rechtsbasierte multilaterale Ordnung an, die losgelöst von der Dominanz der USA und des US-Dollars funktioniert, so dass nicht wie bisher das Recht des Stärkeren gilt, sondern internationales Recht. 


Auf dem BRICS-Gipfel im Oktober wurde daher auch ein grenzüberschreitendes Zahlungssystem skizziert, das die Umgehung des bestehenden SWIFT-Systems und somit den Handel untereinander ermöglichen soll. Trump verlangte umgehend die Zusage, dass der US-Dollar nicht durch eine andere Währung ersetzt wird und drohte mit Strafzöllen von 100% und dem Exportverbot in die USA. Dass genau diese Art von Drohungen und die Missachtung von Entscheidungen souveräner Staaten die Ursachen für den Bruch mit den USA sind und außerdem eher nicht gerade als Zeichen von Stärke wahrgenommen werden, scheint ihm nicht bewusst zu sein. 


Doch neben der Außenpolitik steht der selbsternannte „Schuldenkönig“ Trump auch innenpolitisch unter enormen Zugzwang, denn die amerikanischen Staatsfinanzen bereiten zunehmend Sorgen: Vor wenigen Wochen stellte das Congressional Budget Office, das im Auftrag des Parlaments das Bundesbudget überwacht, fest, dass die US-Neuverschuldung für 2024 wohl rund 400 Milliarden US-Dollar höher ausfallen wird als noch im Frühling gedacht. Das jährliche Staatsdefizit beläuft sich somit auf rund 7% des BIP, was etwa zwei Billionen (also 2.000 Milliarden!) US-Dollar entspricht.


Insgesamt haben sich die Staatsschulden der USA innerhalb der letzten zwanzig Jahre knapp versiebenfacht, auf mittlerweile 120% des BIP. Alleine die Zinslast wird sich dadurch in den kommenden zehn Jahren nahezu verdoppeln, schon jetzt werden fast 15% des Staatshaushalts für Zinszahlungen verbraucht. Die Zahlungen von einer Billion US-Dollar für die Schuldenlast im aktuellen Kalenderjahr übertrifft schon jetzt den Verteidigungshaushalt oder die Ausgaben für das Gesundheitssystem. Diese Entwicklung gefährdet die finanzielle Stabilität der USA, die ausufernden Staatsschulden untergraben das Vertrauen in die US-Währung, was die Bestrebungen zur „Entdollarisierung“ der Welt noch beschleunigen dürfte.


Trump plant zudem die Senkung der Unternehmenssteuern auf 20%, für in den USA produzierende Unternehmen sogar auf 15%. Verschiedene Akteure werden von diesen Maßnahmen profitieren, vor allem der Bankensektor und kleinere und mittlere Unternehmen. Die ebenfalls geplante Aufweichung kartellrechtlicher Vorschriften begünstigt zudem Fusionen und Übernahmen, was ebenfalls belebend wirkt. Kurzfristig dürfte diese Politik den US-Dollar stärken, doch auf lange Sicht ist der Abwärtstrend der US-Währung wohl durch nichts aufzuhalten.


Immerhin versucht Trump sich an einer Deregulierung und hat dafür unter anderem den Unternehmer Elon Musk mit dem Durchforsten nach Einsparpotenzial beauftragt. Jedoch sind rund 85% des jährlichen Haushaltbudgets gesetzlich gebunden und kaum verhandelbar. Musk kann daher nicht nur Optimieren, er muss radikale Vorschläge zur Ausgabenreduzierung unterbreiten, um nicht nur einmalig, sondern eben jährlich zwei Billionen US-Dollar einzusparen. Und selbst dies würde nur dazu führen, dass der Schuldenberg der USA nicht weiter anwächst, das Problem der bestehenden Schulden und Zinszahlung wäre noch nicht gelöst. Die Staatsausgaben und die Zinskosten dramatisch zu senken könnte unter anderem zu Lasten des Verteidigungshaushalts geschehen, was wiederum der außenpolitischen Stärke abträglich wäre. Kein leichtes Unterfangen also, Ausgang ungewiss.


Insgesamt zeichnet sich derzeit für die USA ein Bild ab, das von kolossalen finanziellen Schwierigkeiten und schwindender Macht und Einflussmöglichkeiten geprägt ist. Dies sorgt für Unsicherheiten bei den mittelfristigen Aussichten, daher verwundert es kaum, dass der Kurs des „Fieberthermometers“ Gold von Hoch zu Hoch schnellt. Gold steht als währungsunabhängiges Wertaufbewahrungsmittel nicht nur bei Privatanlegern, sondern gerade bei den Zentralbanken hoch im Kurs. Die Oktoberkäufe der Zentralbanken waren die höchsten seit Aufzeichnungsbeginn. Allen voran hat die indische Nationalbank ihre Bestände um 27 Tonnen aufgestockt, auf Platz zwei lag die türkische Zentralbank mit 17 Tonnen, gefolgt von der polnischen Zentralbank mit rund 8 Tonnen.


Die Nachfrage nach Gold ist also ungebrochen, der Preis bewegt sich auf Rekordniveau. Vor allem Goldproduzenten profitieren davon und verzeichnen derzeit Rekordergebnisse. Diese machen sich jedoch bisher noch bei weitem nicht in vollem Umfang in der Kursentwicklung vieler Minenwerte bemerkbar, da diese noch nicht so stark im Anlegerfokus stehen. Rohstoff- und Minenwerte sind daher immer noch hochattraktiv bewertet und bieten weiterhin die Chance auf deutliche Kurssteigerungen.


Generell gilt, dass in einem Umfeld tendenziell sinkender Leitzinsen eine Investition in die Aktienmärkte die sinnvollste Anlagemöglichkeit darstellt. Die bisherigen Verlautbarungen der Notenbanken deuten für 2025 genau dies an. Vor dem Hintergrund fallender Zinsen, stetigem Gewinnwachstum bei vielen Unternehmen, gepaart mit attraktiven Bewertungen in den von uns favorisierten Marktsegmenten, sehen wir noch viel Luft für Kurssteigerungen.


Unsere langfristige Anlagestrategie bleibt daher unverändert. Die von uns verwalteten Portfolios sind breit diversifiziert, den Anlageschwerpunkt bilden deutsche und europäische Titel. Aktien aus Schwellenländern, Minen- und Rohstofftitel, vor allem aus dem Edelmetallsektor, werden weiterhin prominent beigemischt, der US-Markt ist lediglich durch attraktiv bewertete kleinere und mittlere Unternehmen vertreten. Mittlerweile ist der Anteil der großen US-Titel im MSCI Welt-Index auf über 75% gestiegen. Viele Anleger investieren in passive Index-Produkte und sind somit oft in den gleichen Unternehmen investiert. Daher fühlen wir uns gerade unter Risikoaspekten sehr wohl mit unserer davon abweichenden Portfolioaufteilung.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.



Oktober 2024

Normalerweise starten wir unseren Marktkommentar mit einem Rückblick auf den vergangenen Monat. Allerdings ist in den ersten Tagen im November bereits so viel geschehen, dass wir uns etwas ausführlicher mit den aktuellen Ereignissen und deren Auswirkungen auf Ihr Portfolio befassen möchten. 


Die Ende September durchgeführten Leitzinssenkungen der Notenbanken und die im Oktober angekündigten Konjunkturmaßnahmen in China führten zunächst zu dem erhofften Aufschwung an den Aktienmärkten, ehe in Erwartung der US-Wahlen Gewinnmitnahmen einsetzten und schließlich per saldo lediglich eine Seitwärtsbewegung bei den großen Leitindizes als Monatsergebnis zu verzeichnen war. 


Hier macht sich der schon mehrfach thematisierte Fokus auf wenige hochgewichtete Werte in den Indizes bemerkbar. Denn wie sehr einzelne Titel die Entwicklung eines Indexkorbes beeinflussen können, sieht man nicht nur anhand der „Glorreichen Sieben“ in den USA, sondern auch im DAX: Seit Jahresanfang stehen hier etwa 14% Plus zu Buche, was erst einmal erfreulich ist. Doch etwa zwei Drittel dieses Zuwachses sind auf die Entwicklung bei SAP zurückzuführen, die mit ca. 15% im Index gewichtet ist und rund 60% Kursgewinn verzeichnete. Allein dies hat im DAX rund 9% zum Anstieg beigetragen. Etwa die Hälfte der DAX-Titel liegt in diesem Jahr im Minus, ähnlich sieht es auch in den USA aus, doch die Lage ändert sich zurzeit.

Viele Portfolios wiesen in den vergangenen Wochen trotz der Seitwärtsbewegung der großen Indizes ein positives Monatsergebnis auf. Dies liegt vor allem daran, dass die Kurse in den von den Marktteilnehmern bisher vernachlässigten Sektoren im Bereich der Nebenwerte, Schwellenländer und bei Rohstoffwerten deutlich anzogen. Diese Tendenz wird unserer Meinung nach weiter anhalten, daher werden wir diese Sektoren in den verwalteten Portfolios auch weiterhin prominent gewichten. 


Zur aktuellen politischen Lage nach den US-Wahlen und dem Scheitern der Ampelkoalition wollen wir hier nicht weiter eingehen. Wir konzentrieren uns auf die Einflussfaktoren für die weitere Börsenentwicklung, auf die die politische Führung dann eventuell reagieren muss. 


Das oberste Ziel der Notenbanken wird nicht mehr die Inflationsbekämpfung sein, sondern die rechtzeitige Stimulierung der Wirtschaft, um eine Rezession zu vermeiden. Hier kam es am letzten Donnerstag zu weiteren Zinssenkungen: Die schwedische Riksbank senkte ihren Leitzins um 0,5%, die Bank of England und die amerikanische Fed um jeweils 0,25%, was den Erwartungen entsprach. Auch für die kommende Sitzung der europäischen Zentralbank werden weitere Schritte erwartet.


Von niedrigeren Zinsen profitieren in erster Linie Unternehmen, denn Kredite werden günstiger und Investitionen erleichtert. Doch auch die Staatshaushalte werden entlastet, denn es müssen weniger Haushaltsmittel für den Schuldendienst eingeplant werden. Das Problem: Die Staatsschulden sind vielerorts in der Niedrigzinsphase stark angestiegen. Infolge der Corona-Maßnahmen, verfehlter Subventionspolitik, ausgeuferter Sozialmaßnahmen und zunehmender Bürokratie befinden sie sich weltweit oft auf Rekordniveau. Alleine im Oktober wurden in den USA 486 Mrd. US-Dollar neue Schulden aufgenommen, die Haushaltslage spitzt sich zu. Mittlerweile sind 36 Billionen der etwa 100 Billionen weltweiter Staatschulden von den USA ausgegeben.

Unter Präsident Trump soll es für die Bürger zusätzliche Entlastungen geben, Steuersenkungen waren ein wichtiges Wahlkampfthema. Wie die Einnahmeausfälle im Haushalt kompensiert werden sollen, ist allerdings völlig unklar. In Deutschland ist die Regierungskoalition am Festhalten der FDP an der gesetzlichen Schuldenbremse zerbrochen, die den Ausgabewünschen der beiden anderen Koalitionäre entgegenstand. Nimmt das Vertrauen der Anleger in die Solvenz der Staaten bzw. deren Währungen ab, werden Alternativen gesucht. Der jüngste Anstieg des Goldpreises dürfte auch darauf zurückzuführen sein. Der Goldminensektor ist aktuell weltweit die Branche mit den höchsten Unternehmensgewinnen. Die Berichtssaison ist im vollen Gange, die sehr guten Ergebnisse und äußerst positiven Gewinnaussichten sollten die Unterbewertung vieler Unternehmen verdeutlichen und die jüngst gestartete Kursrallye weiter beflügeln.


Ein anderes Wahlkampfthema waren die geplanten Einfuhrzölle: Unter Präsident Trump ist absehbar, dass international ausgerichtete Unternehmen, die den Großteil ihrer Geschäfte im Ausland tätigen, Belastungen durch neue Zollschranken spüren werden und sich ihre Gewinnaussichten eintrüben dürften. Profitieren sollten hingegen kleinere und mittlere Unternehmen, die fast ausschließlich im Binnenland agieren. Die amerikanischen Anleger haben auf das veränderte Umfeld bereits reagiert: In den letzten vier Wochen verzeichnete der Nebenwerteindex Russell 2000 einen Zuwachs von etwa 9%, während die S&P 500 und Dow leicht nachgaben. Umschichtungen zugunsten der äußerst günstig bewerteten Small Caps sind also bereits im Gange. In unseren verwalteten Portfolios haben wir bereits im Juli diesen Sektor beigemischt und profitieren nun von dieser Entwicklung.


In China sorgten die angekündigten Konjunkturmaßnahmen Ende September binnen weniger Tage zu enormen Kurszuwächsen, im Oktober folgte eine Konsolidierung. Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Maßnahmen fruchten könnten. Die Exporte nahmen auf Jahressicht um 12,7% zu und lagen damit mehr als doppelt so hoch wie erwartet. Die Zeichen für den weiteren Wachstumspfad Chinas stehen gut, auch hier gilt es, sowohl die konjunkturelle Entwicklung als auch die des Haushalts genau zu beobachten. Nachdem chinesische Titel in den vergangenen zwei Jahren eher wenig Beachtung bei den Anlegern fanden und daher kaum in den Portfolios vertreten waren, gehen wir auf Sicht von einer Belebung des chinesischen Aktienmarktes aus. Die damit verbundene Rückkehr internationaler Investoren sollte zu weiteren Kurszuwächsen führen.


Fazit: Wir befinden uns in einer Zeit der Neuorientierung. Viele Marktteilnehmer werden in den kommenden Wochen ihre Anlagen den neuen Gegebenheiten anpassen. Ein Favoritenwechsel scheint im Gange: Weg von oft hoch bewerteten Gewinnern der letzten Jahre hin zu den bisher verschmähten Profiteuren der kommenden Entwicklungen. In den von uns verwalteten Portfolios haben wir die zuvor genannten Sektoren prominent gewichtet und sind von den sich abzeichnenden Chancen überzeugt. Nutzen Sie die Neuorientierung der Märkte gezielt zum Einstieg oder stocken Sie bestehende Positionen auf, falls dies noch nicht geschehen sein sollte. 


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



September 2024

Der September war der Monat sinkender Leitzinsen: Zuerst senkte die EZB am 12.9. den richtungsweisenden Einlagenzinssatz für Banken um 0,25%, die amerikanische FED leitete später ihre Zinswende am 18.9. mit einer Senkung des Zielbandes der Federal Funds Rate um 0,5% ein. Sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr sollten weitere Schritte folgen. Die jüngsten US-Konjunkturdaten bestätigten, dass das verarbeitende Gewerbe schrumpft, die Produktion und die Auftragseingänge zurückgehen und die Zahl der Beschäftigten stagniert. Trotzdem gibt es kaum Anzeichen für ein Abdriften in eine Rezession. Es sieht daher ganz so aus, als könnte die angestrebte weiche Landung der US-Konjunktur durch das Gegensteuern der FED gelingen. Während das Wirtschaftswachstum in den USA bei etwa 2,5% liegt, verharrt Deutschland dagegen in der Stagnation.

Rund eine Woche nach der FED-Zinssenkung verkündete die chinesische Zentralbank weitreichende Konjunkturprogramme zur Unterstützung der einheimischen Wirtschaft, um das Wachstumsziel von 5% in diesem Jahr zu erreichen. Die Leitzinsen wurden gesenkt und Erleichterungen gibt es sowohl für Banken als auch für Immobilienkäufer, was vor allem den schwächelnden Immobiliensektor ankurbeln soll. Durch die Maßnahmen der Notenbanken hellte sich die Stimmung unter den Anlegern deutlich auf und wirkte sich positiv auf die Aktienmärkte aus. Nachdem der chinesische Aktienmarkt in den letzten zwei Jahren fast ausschließlich sinkende Kurse kannte, legte er in den ersten 10 Tagen nach den Ankündigungen der Zentralbank um rund 25% zu.


Die gelockerte Geldpolitik unterstützt Investitionen, erleichtert Finanzierungen für Unternehmen und bei Privatinvestoren und kurbelt so die Nachfrage an. Sowohl für die Bauindustrie als auch die exportorientierten deutschen und europäischen Global Player sind dies daher erfreuliche Nachrichten, gerade weil die Aussicht auf weitere Zinssenkungen besteht.

Die Bewertung vieler kleiner und mittlerer Unternehmen erachten wir nach wie vor als hochattraktiv, daher sollte die von uns erwartete Aufholjagd im Nebenwertesegment an Fahrt gewinnen. Bei den von uns ebenfalls favorisierten Aktien aus den Schwellenländern zogen die Kurse in den vergangenen Tagen bereits kräftig an. Auch im Minen- und Rohstoffsektor scheint die Bodenbildungsphase vorbei zu sein, bisher konzentrierten sich die Investoren auf große Produzenten, auch in diesem Segment wurden die kleineren Explorationswerte von den Anlegern lange vernachlässigt. Daher sind die bisherigen Kurszuwächse aus unserer Sicht erst der Anfang einer längeren Bewegung, da die Bewertungen auch in diesem Sektor weiterhin vielfach äußerst attraktiv erscheinen. Dies beweist auch die jüngste Übernahme, bei der Rio Tinto 6,7 Mrd. Dollar für Arcadium Lithium bezahlt, was mehr als dem doppelten Börsenwert von vor wenigen Tagen entspricht. 


Nahezu unbemerkt vom öffentlichen Interesse hat inzwischen Gold den Euro als zweitwichtigstes Reservemittel der Zentralbanken abgelöst und macht nun etwa 16% der gesamten Währungsreserven aus. Insbesondere in den Schwellenländern und im Osten scheint es die Tendenz zu geben, die großen Leitwährungen durch Gold zu ersetzen. Im ersten Halbjahr 2024 kauften die Zentralbanken weltweit etwa 483 Tonnen Gold, rund 5% mehr als die Rekordmenge im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Dies führte dazu, dass der US-Dollar aktuell noch etwa 58% der weltweiten Reserven ausmacht, im Jahr 2002 waren es noch 72%. 


Das vierte Quartal ist statistisch das mit Abstand beste Quartal an den Aktienmärkten. Der weitere Ausblick wird von den günstigen wirtschaftlichen Einflussfaktoren dominiert. Die weltweiten Konflikte und die bevorstehende US-Wahl spielen derzeit eine weniger wichtige Rolle bei den Investoren. Wir gehen daher davon aus, dass die Kurse in den nächsten Monaten weiterhin steigen werden, vor allem in den von uns favorisierten Börsensegmenten, den Schwellenländern, bei Nebenwerten und im Minen- und Rohstoffsektor.



Trotz der guten Stimmung kann es jedoch zu zwischenzeitlichen Kursrücksetzern an den Börsen kommen, ausgelöst beispielsweise durch Umschichtungen in andere Marktsegmente, geopolitische Ereignisse oder Gewinnmitnahmen. Diese sollten dann gezielt zum Einstieg oder zum Aufstocken bestehender Positionen im Portfolio genutzt werden.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.




August 2024

Im August kam es zum Auftakt zu einem deutlichen Kursrückgang an den internationalen Börsen, der bei vielen Anlegern für Unruhe sorgte. Auslöser war die Kurskorrektur des japanischen Yen, der innerhalb von vier Wochen rund 15% aufwertete. Doch die Aktienmärkte haben diesen Rücksetzer sehr schnell überwunden und sich bis zum Monatsende wieder erholt.   

Statistisch sind September und Oktober durchaus anfällige Börsenmonate, oft liegen die Kursschwankungen in diesem Zeitraum höher als im Rest des Jahres. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig. So wollen Unternehmen oftmals im alten Geschäftsjahr unliebsame Entscheidungen hinter sich bringen, um dann bereinigt im neuen Jahr unbelastet wirtschaften zu können. Aktuell sieht es bei den Autobauern, allen voran VW, danach aus. Diese negativen Nachrichten drücken auf die Stimmung und die Kurse. 

Auch sonst gibt es genügend ungelöste Themen: Geopolitisch z.B. die Konflikte in der Ukraine und in Nahost.


Aber auch finanzielle Themen sind zu bedenken: So sind in den letzten Jahren die Schuldenberge der großen Nationen, allen voran der USA, enorm angewachsen. Bei beiden Präsidentschaftskandidaten ist keine Abkehr von der Ausweitung des Staatsdefizites erkennbar, lediglich die Geschwindigkeit der Zunahme ist unterschiedlich hoch. Gerade durch die von Trump geplanten Steuererleichterungen dürfte sich der Schuldenberg enorm ausweiten. Doch was passiert, wenn der Dollar als Leitwährung in Frage gestellt wird?


Auch hier können schnell Sorgen auftreten, selbst wenn man dies derzeit nicht vorhersehen kann oder will.

Für die Unternehmen ist Planbarkeit sowie die wirtschaftliche Entwicklung am bedeutendsten. Gerade in Deutschland zeigt sich, wie schwer es ist, ohne langfristig kalkulierbare Politik wirtschaften zu können. Eine Entwicklung, die auch in China zu beachten ist. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt bremst noch immer die Abarbeitung der Immobilienblase die wirtschaftliche Dynamik. Hinzu kommt der Handelsstreit mit den USA. Doch die jüngsten Exportzahlen Chinas waren unerwartet stark und die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8 äußerst attraktiv. Es ist daher unseres Erachtens nur eine Frage der Zeit, bis die aktuellen Probleme im Land überwunden werden, der wichtigste Markt Asiens seinen Wachstumspfad fortsetzt und die Aktienkurse sich wieder deutlich höher einpendeln werden.


In den USA liefert die Wirtschaft, angetrieben von den enormen Subventionen des Inflation Reduction Acts, weiterhin solide Zahlen ab. Aktuellen Daten zufolge wächst die wirtschaftliche Leistung in den Vereinigten Staaten derzeit mit knapp über 2%. Die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt, die eine Schwäche signalisieren, werden jedoch von vielen Anlegern positiv betrachtet. Denn nächste Woche findet die nächste Notenbanksitzung der FED statt, auf der eine Zinssenkung verkündet werden dürfte. Ein Rückgang von 0,25% wird allgemein erwartet, die Sorgen vor einer Rezession könnten die Notenbanker aber auch zu einem größeren Schritt von 0,5% bewegen. Dies könnte das Signal sein, auf das viele Anleger gewartet haben, um die Aktienquote in Ihren Portfolios wieder anzuheben.


Für die langfristige Kapitalanlage sind diese kurzfristigen Entwicklungen jedoch eher unbedeutend. Entscheidend sind Zinsen, Gewinne und Bewertungen. Die Anlage-Zinsen liegen in Deutschland im Schnitt wieder unter 3%, bei bonitätsmäßig einwandfreien Bundesanleihen sind für 10 Jahre lediglich 2,2% p.a. erzielbar, was einem negativen Realzins entspricht. Mittel- bis längerfristige Zinsanlagen sind aus unserer Sicht weiterhin wenig attraktiv. Vorsicht sollten Anleger auch bei hoch bewerteten und extrem gut gelaufenen Aktien walten lassen. Aus unserer Sicht bieten weiterhin Aktienmärkte das beste Chancen-Risiko-Verhältnis, die bisher nicht im Fokus der Anleger standen: Nebenwerte, Schwellenländer und Edelmetall- und Rohstoffwerte weisen alle ein historisch günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11-12 auf. Sie sind somit hochattraktiv bewertet, bieten ein enormes Aufwärtspotenzial und bilden daher, neben deutschen und europäischen Standardwerten, weiterhin den Schwerpunkt in den von uns verwalteten Portfolios.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juli 2024

Nachdem im ersten Halbjahr die Aktienindizes vor allem durch die Technologiegiganten nach oben gezogen wurden, änderte sich die Lage im Juli. Der Börsenwert von Nvidia reduzierte sich in den zurückliegenden Wochen um etwa 25%, bei Microsoft, Amazon, Google, Meta und TeslaI um etwa 15%, lediglich Apple konnte sich mit 10% Minus vergleichsweise gut halten. Und dies,

obwohl die meisten Unternehmen sehr gute Ergebnisse gemeldet hatten. Doch es kamen Zweifel auf, ob sich die in enormen Umfang getätigten Investitionen in Rechenzentren und High-Performance-Chips für die Unternehmen kurz- und mittelfristig in Form höherer Umsätzen und Gewinne auszahlen.


Während die Favoriten deutliche Kursrückg.nge verzeichnen mussten, konnten sich die zuletzt  von den Investoren vernachlässigten Titel aus der zweiten Reihe und anderen Branchen im Juli zunächst besser halten und mitunter sogar zulegen. Denn warum sollte man auf Aktien setzen, deren Bewertung hoch ist und bei denen Zweifel am Gewinnwachstum bestehen? Während die Technologietitel mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 30 und mehr notierten, liegen die Bewertungen bei vielen kleineren Titeln nur etwa bei der Hälfte.


Zum Monatswechsel kam es dann jedoch in der Breite zu Turbulenzen an den Aktienmärkten. Auslöser waren einerseits eine Leitzinserhöhung der japanischen Notenbank und schlechtere Konjunkturdaten in den USA, andererseits die Konfliktverschärfung im Nahen Osten, wo eine weitere Eskalation drohen könnte. Der Nikkei verzeichnete binnen drei Handelstagen ein Minus von rund 20%, die amerikanische NASDAQ, DAX und EuroStoxx gaben rund 10% nach.


Gerade als die Medien anfingen Panikmeldungen zu verbreiten, beruhigte sich die Lage jedoch wieder und eine Gegenbewegung setzte ein. Derzeit gehen wir daher nicht von einer Trendwende bei der langfristigen Kursentwicklung aus, sondern eher von einem reinigenden Sommergewitter, das Anlegern spannende Einstiegs- oder Aufstockungsmöglichkeiten bietet. Apropos reinigendes Gewitter: Durch den Rückzug Joe Bidens aus dem Rennen um das WeißeA Haus bekommt der zwischenzeitliche Favorit Donald Trump plötzlich Gegenwind und liegt in den Umfragen derzeit hinter dem demokratischen Duo aus Kamala Harris und Tim Walz. Von der Kandidatenrochade bei den Demokraten sind wirtschaftspolitisch jedoch keine nennenswerten Änderungen zu erwarten, so dass sich die Investoren vor allem auf Maßnahmen der amerikanischen Notenbank konzentrieren werden, um daraus die weitere Börsenentwicklung abzuleiten. Die sich verschlechternden Konjunkturdaten haben den Druck

auf die FED erhöht, die Leitzinsen zeitnah zu senken, um ein Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession zu verhindern, obwohl die anvisierten Zielmarken für die Inflationsrate noch nicht ganz erreicht wurden.


Wir gehen davon aus, dass in den USA die bereits angekündigte Leitzinssenkung bald vollzogen wird, die dann die kommende Aufwärtsbewegung an den Börsen einleiten dürfte. Zudem sollte sich die Tendenz der letzten Wochen fortsetzen, dass Investoren auch die bisher vernachlässigten Marktsegmente wie Nebenwerte, Emerging Markets und Rohstofftitel

berücksichtigen, um eine breitere Diversifikation zu erreichen, wovon die von uns verwaltetens Portfolios profitieren werden.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.




Juni 2024

Angeführt von wachstumsstarken Mega Cap Aktien haben die Börsen ein positives erstes Halbjahr beendet. So konnten beispielsweise der amerikanische Dow Jones Index um gut 7%, DAX und EuroStoxx um rund 8% zulegen. In der „zweiten Reihe“ sieht es hingegen weniger erfreulich aus: Der S&P600 Small Cap Index notiert etwa unverändert, der deutsche MDAX seit Jahresstart sogar über 6% im Minus.


Während die Big Player Microsoft, Apple, Alphabet und vor allem NVIDIA von der enormen Dynamik im Bereich Künstliche Intelligenz profitieren und dadurch mittlerweile schwindelerregende Bewertungen aufweisen, drücken eine sich verlangsamende Konjunkturdynamik und Unsicherheiten in der Politik auf die Stimmung bei Nebenwerten. 


In Europa haben nach der Europawahl und den Neuwahlen in Frankreich wegen der Angst vor einem damit verbundenen Rechtsruck vor allem französische Werte deutlich nachgegeben. Nach dem Ausgang der Wahl in Frankreich scheinen die größten Befürchtungen erst einmal vorbei zu sein. Dies zeigt, wie schnell es mitunter gehen kann. In den USA hat die erste TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten eine zweite Amtsperiode von Trump wahrscheinlicher gemacht. Die US-Märkte haben dies positiv zur Kenntnis genommen, schließlich hatten in seiner ersten Amtszeit die Märkte zugelegt. Trump ist aufgrund seiner kapitalmarktfreundlichen Politik der Wunschkandidat der US-Investoren.


Für die Kapitalmärkte sind wirtschafts- und konjunkturfreundliche Maßnahmen wichtiger als Wahlen. Neue Wachstumsprogramme hierzulande könnten schnell für neuen Schub bei deutschen und europäischen Aktien sorgen. Die Konjunkturdaten der letzten Wochen waren in Summe eher schlechter, so dass wir uns mit unserer Einschätzung, dass die Zinsen auf Sicht weiter sinken dürften, bestätigt sehen. 


Davon profitieren dürften sowohl in den USA als auch in Europa die bisher von vielen Marktteilnehmern nicht berücksichtigten Nebenwerte. Die aktuelle Situation beim MDAX stellt sich beispielsweise so dar: Während von März 2009 bis Ende August 2021 die Nebenwerte um 660 Prozent nach oben kletterten, konnte der DAX „nur“ 280% zulegen. In den letzten drei Jahren verzeichnete der MDAX jedoch durch die hinlänglich geschilderte Börsenentwicklung einen Rückgang von 27%, während der DAX um rund 15% zulegen konnte. Ähnlich ist die Situation in den Schwellenländern: Auch der MSCI Emerging Markets Index liegt noch etwa 25% unter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2021.


Die Aufwärtsbewegung der Leitindizes wurde, wie mehrfach erwähnt, nur von wenigen gut gelaufenen Titeln getragen. Lässt man diese außen vor und schaut auf den breiten Aktienmarkt, erkennt man, dass die Kurse oft 25-30% unter ihren Höchstständen und die Bewertungsniveaus bei etwa 50% des sonst Üblichen liegen. Daher könnten sich die Aktienkurse aus vielen bisher vernachlässigten Börsensegmenten verdoppeln und wären dann immer noch normal bewertet. Während die großen Indizes im letzten Quartal eher seitwärts tendierten, konnten die Nebenwerte zulegen und die entstandene Lücke beginnt sich zu schließen. Wir gehen daher davon aus, dass eine Aufholjagd in Gang kommt und die Nebenwerte die Big Caps deutlich übertreffen werden – und dies sowohl in Europa als auch in den USA.


Die Situation im Rohstoffbereich ist ähnlich. Der Goldpreis bewegt sich auf Rekordniveau, Goldbergbauunternehmen werden wohl für das abgelaufene Quartal das beste Ergebnis aller Zeiten verkünden und die Gewinne sind in die Höhe geschnellt – doch die Aktien der Unternehmen sind in den fünf zurückliegenden Jahren durchschnittlich um 25% gefallen, während der Goldpreis um etwa 50% zulegen konnte. Im letzten Quartal wurde ein Durchschnittserlös von 2.338 US-Dollar je Unze erzielt, bei durchschnittlichen Förderkosten von 1.325 US-Dollar bedeutet dies einen Gewinn von über 1.000 US-Dollar je Unze! Dadurch ergibt sich eine historische Unterbewertung vieler Minenunternehmen. Aufgrund der ausufernden Staatsschulden in den USA und Europa (hier verheißt beispielsweise der Linksruck in Frankreich auch eher eine Ausweitung) sehen wir auf Sicht keinen Anlass für sinkende Goldkurse.


Aus unserer Sicht wurden im ersten Halbjahr 2024 die Weichen für die weitere Aufwärtsbewegung an den Börsen gestellt. Die bevorstehenden Wahlen in Europa und den USA bieten das Potenzial für weitere Schwankungen, befeuert werden sollten die Kurse aber von den absehbaren Zinsschritten der Notenbanken. Insgesamt blicken wir positiv auf das zweite Börsenhalbjahr und fühlen uns aufgrund der sehr niedrigen Bewertungen unserer favorisierten Anlagesegmente weiterhin sehr wohl mit unserer Portfoliostruktur.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



Mai 2024

Nach der freundlichen Aktienmarktentwicklung in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben sich die internationalen Börsenindizes eine Verschnaufpause genommen. Nachdem zuletzt im April höher als erwartete Inflationszahlen zu einem Zinsanstieg bei Staatsanleihen geführt hatten, haben die schwächeren Wirtschaftsdaten aus Industrie und Bausektor der letzten Wochen die Renditen wieder gedrückt.


Nachdem am Mittwoch bereits die kanadische Notenbank die Zinsen gesenkt hatte, zog die europäische Zentralbank am Donnerstag nach, um der schwächelnden Wirtschaft zu helfen. Als Begründung wurde die zunehmende Zuversicht angeführt, die gewünschte Inflationsrate von 2% auf mittlere Sicht zu erreichen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie die Verantwortlichen den weiteren Zinspfad in der Eurozone beurteilen. So lässt man sich die Option offen, gegebenenfalls wieder gegenzusteuern. 


Das Ungewöhnliche an diesem Zinsschritt ist, dass die EZB vor der amerikanischen FED agiert hat, die sonst den Takt in der weltweiten Zinspolitik vorgibt. Doch in den USA scheint die Lage komplizierter, hier treffen rückläufige Wirtschaftsdaten auf höhere Inflationswerte, was die Erwartungen an baldige Zinsschritte verhaltener ausfallen lässt. Ging man vor einem halben Jahr noch von drei bis fünf Zinsschritten der FED aus, wird momentan nur noch eine Zinssenkung gegen Jahresende erwartet. Doch diese Annahme könnte zu pessimistisch sein, da sich die Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen in Teilbereichen deutlich eingetrübt haben und die Verantwortlichen unter Zugzwang bringen könnte.


Angesichts der bestehenden und zu erwartenden Stimulus-Maßnahmen in den USA scheint einerseits eine Rezession unwahrscheinlich, andererseits zeigen die Wirtschaftsdaten, dass ein Überhitzen der Konjunktur ebenso wenig zu erwarten ist. Beispielsweise sind die seit Anfang April korrigierenden Ölpreise ein Indiz für nachlassende wirtschaftliche Aktivität, ebenso wie die Schwäche im Bau- und Industriesektor.


Der Aktienmarkt notiert auf dem Niveau von Ende März und hat seine Zugewinne nicht abgegeben. Der Monat Juni ist traditionell eher ein „Seitwärtsmonat“. Doch es gibt derzeit genügend Themen, die die Anleger beeinflussen. Neben der immer näher rückenden US-Wahl können auch die anhaltenden geopolitischen Konflikte jederzeit für Unruhe sorgen, so dass man auch Rückschläge mit einkalkulieren muss.


Die eingeleiteten Zinssenkungen der Notenbanken sollten unserer Meinung nach dazu führen, dass der Aufschwung an den Aktienmärkten nun an Breite gewinnt. Bisher wurde die positive Entwicklung vor allem durch enorme Kursgewinne weniger Zugpferde getragen, Titel aus der zweiten und dritten Reihe wurde kaum Beachtung geschenkt. Diese sind nach wie vor attraktiv bewertet und bieten dazu weiteres Kurspotenzial. Erste Kurszuwächse konnten in den letzten Wochen bei Rohstoffaktien beobachtet werden, dies sollte in unseren Augen jedoch nur der Anfang sein. 

In unseren verwalteten Depots fühlen wir uns daher mit unserer prominenten Gewichtung von deutschen und europäischen Nebenwerten, Aktien aus den Schwellenländern und dem Rohstoff- und Edelmetallsektor sehr wohl. Gerade letztere haben in den letzten Wochen deutlich zulegen können und sich besser entwickelt als die zuvor angestiegenen Standardwerte.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.




April 2024

Im Monat März tendierten die Aktienmärkte zunächst freundlich, viele internationale Leitindizes erreichten im Monatsverlauf neue Höchststände, doch zum Monatswechsel und in den ersten Apriltagen kam es zu einer Beruhigung mit leichten Kursrückgängen. Insgesamt tendieren die Aktienmärkte auf Sicht der letzten zwei Monate dadurch eher seitwärts. Die Aufwärtsdynamik, die seit Oktober letzten Jahres ununterbrochen anhielt, scheint sich abzuschwächen. Auslöser dafür waren zunächst die amerikanischen Wirtschaftsdaten, die auf eine hartnäckigere Inflation als von den Marktteilnehmern erwartet hindeuten und somit zu einer Verschiebung der erhofften Zinssenkungen der US-Notenbank führen dürften. Die eingepreisten Zinssenkungen zur Jahresmitte wurden korrigiert, trotzdem geht man weiterhin von entsprechenden Beschlüssen noch in diesem Jahr aus. In Europa hingegen könnte es schon vorher zu ersten Lockerungsmaßnahmen der EZB kommen, wenn sich die Inflationsdaten weiterhin wie bisher entwickeln. Dies ist ein durchaus seltenes Ereignis, da meist die amerikanische FED den Takt vorgibt und sich die EZB an den US-Vorgaben orientiert.


Neben der Zinspolitik der Notenbanken stand bei den Marktteilnehmern in den letzten Wochen vor allem der auf neue Höchststände gestiegene Goldpreis im Fokus des Interesses. Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe, ausschlaggebend scheint jedoch zu sein, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die ausufernden Staatsschulden, gerade in den USA, zukünftig eher weitere Probleme mit sich bringen dürften. Diese Ungewissheit führt dazu, dass Anleger eher sichere Häfen als Anlagevehikel bevorzugen und daher Gold gekauft haben, auch Notenbanken aus Schwellenländern traten zuletzt verstärkt als Käufer auf.


Anfang April wurde veröffentlicht, dass die amerikanische Staatsverschuldung alle 100 Tage um eine Billion US-Dollar ansteigt. Die Zinszahlungen sind in den 12 Monaten um 1,1 Billion US-Dollar geradezu explodiert und werden in den nächsten 100 Tagen um weitere 150 Milliarden Dollar ansteigen. Dies führt zu einer immer höheren Belastung des Staatshaushaltes und vergrößert den Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen zu senken. Außerdem erhöht sich dadurch nicht gerade das Vertrauen in die weitere Stärke des US-Dollars.


Ein weiterer Belastungsfaktor sind zudem die, von den USA im Zuge der Sanktionsmaßnahmen aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, eingefrorenen US-Dollar-Guthaben Russlands bzw. russischer Staatsbürger. Dies hat Bestrebungen Chinas, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern und alternative Zahlungssysteme zu etablieren, um unabhängig vom amerikanischen SWIFT-System zu agieren, deutlich verstärkt. China ist nach Japan der zweitgrößte Gläubiger der USA und wird künftig wohl eher zurückhaltend beim Kauf von amerikanischen Staatsanleihen agieren. Die letzten Auktionen von US-Bonds verliefen bereits eher schleppend. 


Die ausufernde Verschuldung führt also zu einem Vertrauensverlust, der sich auch in Forderungen nach einem höheren Zins für amerikanische Staatsanleihen niederschlägt, was wiederum die Zinsbelastung erhöht. Ein Dilemma, das möglichst bald gelöst werden sollte und den Goldpreis weiter beflügeln dürfte. Der Rekordgoldpreis macht sich auch nun langsam im Minensektor bemerkbar. In den letzten Jahren hatten sich die Kurse der Goldproduzenten halbiert, teilweise sogar gedrittelt, obwohl der Goldpreis schon deutlich gestiegen war. Nun scheint das Interesse der Anleger wieder erwacht und die von uns beschriebene Unterbewertung des Sektors scheint sich langsam abzubauen. Trotz der Erholung sind die Bewertungen der Unternehmen im Rohstoff- und Edelmetallsektor weiterhin äußerst attraktiv, so dass wir von weiter steigenden Kursen ausgehen.


Neben dem Rohstoffsektor spielen vor allem deutsche und europäische Nebenwerte und Aktien aus den Schwellenländern eine prominente Rolle in den von uns verwalteten Portfolios. Hier sind die Bewertungen ebenfalls weiterhin günstig, die Marktteilnehmer agieren in diesen Sektoren wahrscheinlich bis zur Verkündung von Zinssenkungen durch die Notenbanken jedoch noch eher zurückhaltend. Diese Zurückhaltung sollte sich anschließend jedoch auflösen und die zu erwartenden Mittelzuflüsse dazu führen, dass sich die Kurse deutlich erholen sollten und die Schere zu den in den vergangenen Monaten bevorzugten Large Caps weiter schließt.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



März 2024

Im Monat März tendierten die Aktienmärkte zunächst freundlich, viele internationale Leitindizes erreichten im Monatsverlauf neue Höchststände, doch zum Monatswechsel und in den ersten Apriltagen kam es zu einer Beruhigung mit leichten Kursrückgängen. Insgesamt tendieren die Aktienmärkte auf Sicht der letzten zwei Monate dadurch eher seitwärts.


Die Aufwärtsdynamik, die seit Oktober letzten Jahres ununterbrochen anhielt, scheint sich abzuschwächen. Auslöser dafür waren zunächst die amerikanischen Wirtschaftsdaten, die auf eine hartnäckigere Inflation als von den Marktteilnehmern erwartet hindeuten und somit zu einer Verschiebung der erhofften Zinssenkungen der US-Notenbank führen dürften. Die eingepreisten Zinssenkungen zur Jahresmitte wurden korrigiert, trotzdem geht man weiterhin von entsprechenden Beschlüssen noch in diesem Jahr aus. In Europa hingegen könnte es schon vorher zu ersten Lockerungsmaßnahmen der EZB kommen, wenn sich die Inflationsdaten weiterhin wie bisher entwickeln. Dies ist ein durchaus seltenes Ereignis, da meist die amerikanische FED den Takt vorgibt und sich die EZB an den US-Vorgaben orientiert.


Neben der Zinspolitik der Notenbanken stand bei den Marktteilnehmern in den letzten Wochen vor allem der auf neue Höchststände gestiegene Goldpreis im Fokus des Interesses. Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe, ausschlaggebend scheint jedoch zu sein, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die ausufernden Staatsschulden, gerade in den USA, zukünftig eher weitere Probleme mit sich bringen dürften. Diese Ungewissheit führt dazu, dass Anleger eher sichere Häfen als Anlagevehikel bevorzugen und daher Gold gekauft haben, auch Notenbanken aus Schwellenländern traten zuletzt verstärkt als Käufer auf.


Anfang April wurde veröffentlicht, dass die amerikanische Staatsverschuldung alle 100 Tage um eine Billion US-Dollar ansteigt. Die Zinszahlungen sind in den 12 Monaten um 1,1 Billion US-Dollar geradezu explodiert und werden in den nächsten 100 Tagen um weitere 150 Milliarden Dollar ansteigen. Dies führt zu einer immer höheren Belastung des Staatshaushaltes und vergrößert den Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen zu senken. Außerdem erhöht sich dadurch nicht gerade das Vertrauen in die weitere Stärke des US-Dollars.


Ein weiterer Belastungsfaktor sind zudem die, von den USA im Zuge der Sanktionsmaßnahmen aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, eingefrorenen US-Dollar-Guthaben Russlands bzw. russischer Staatsbürger. Dies hat Bestrebungen Chinas, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern und alternative Zahlungssysteme zu etablieren, um unabhängig vom amerikanischen SWIFT-System zu agieren, deutlich verstärkt. China ist nach Japan der zweitgrößte Gläubiger der USA und wird künftig wohl eher zurückhaltend beim Kauf von amerikanischen Staatsanleihen agieren. Die letzten Auktionen von US-Bonds verliefen bereits eher schleppend. 


Die ausufernde Verschuldung führt also zu einem Vertrauensverlust, der sich auch in Forderungen nach einem höheren Zins für amerikanische Staatsanleihen niederschlägt, was wiederum die Zinsbelastung erhöht. Ein Dilemma, das möglichst bald gelöst werden sollte und den Goldpreis weiter beflügeln dürfte. Der Rekordgoldpreis macht sich auch nun langsam im Minensektor bemerkbar. In den letzten Jahren hatten sich die Kurse der Goldproduzenten halbiert, teilweise sogar gedrittelt, obwohl der Goldpreis schon deutlich gestiegen war. Nun scheint das Interesse der Anleger wieder erwacht und die von uns beschriebene Unterbewertung des Sektors scheint sich langsam abzubauen. Trotz der Erholung sind die Bewertungen der Unternehmen im Rohstoff- und Edelmetallsektor weiterhin äußerst attraktiv, so dass wir von weiter steigenden Kursen ausgehen.


Neben dem Rohstoffsektor spielen vor allem deutsche und europäische Nebenwerte und Aktien aus den Schwellenländern eine prominente Rolle in den von uns verwalteten Portfolios. Hier sind die Bewertungen ebenfalls weiterhin günstig, die Marktteilnehmer agieren in diesen Sektoren wahrscheinlich bis zur Verkündung von Zinssenkungen durch die Notenbanken jedoch noch eher zurückhaltend. Diese Zurückhaltung sollte sich anschließend jedoch auflösen und die zu erwartenden Mittelzuflüsse dazu führen, dass sich die Kurse deutlich erholen sollten und die Schere zu den in den vergangenen Monaten bevorzugten Large Caps weiter schließt.


Gerne steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner für einen Austausch rund um das Marktgeschehen oder Fragen zu Ihren Anlagen unter 06172-76450 zur Verfügung.



Februar 2024

In den letzten Wochen hat sich die Lage an den Aktienmärkten nicht wesentlich geändert. Nach wie vor konzentrieren sich die Mittelzuflüsse auf den Technologiesektor und wenige Sonderthemen. Alle anderen Marktsegmente werden derzeit weitgehend gemieden.


Über die letzten zwölf Monate flossen etwa 50 Mrd. US-Dollar in Technologieaktien, während die anderen Sektoren bis zu 20 Mrd. US-Dollar Mittelabflüsse zu verkraften hatten, was sich entsprechend auf die Aktienkurse ausgewirkt hat.


Jüngst hat es ein befreundeter Fondsmanager in seinem aktuellen Marktkommentar wie folgt ausgedrückt: „Das Börsengeschehen erinnert derzeit an ein Fußballspiel von Kleinkindern. Die ganze Meute rennt wie ein Hühnerhaufen dem Ball nach – von taktischer Aufstellung und Abwehrarbeit keine Spur. Genauso wie die Kleinen auf den Ball, sind am Aktienmarkt alle nur noch auf mögliche Gewinne mit dem heißen Thema Künstliche Intelligenz fokussiert. Allenfalls interessiert nur noch die Frage, wann die ersehnten Zinssenkungen denn endlich kommen, welche den Aktien zusätzlichen Schub verleihen sollen. Nur die Upside zählt, die Defensive kümmert kaum noch jemanden.“


Die derzeitige Situation ist typisch für eine Bewertungsblase. Es herrscht eine Euphorie für ein bestimmtes Thema, alle anderen Entwicklungen und weiterhin bestehende Risiken werden ausgeblendet und ignoriert, es zählt allein die höchstmögliche Rendite. Wenn man die aktuellen Börsenberichte liest, entsteht der Eindruck, dass bestehende Probleme, wie etwa die ausufernde Staatsverschuldung, Leerstände bei Gewerbeimmobilien, Rezessionsgefahren oder eine Rückkehr der Inflation in den Überlegungen der Anleger im Technologiesektor kaum Beachtung finden. Was zählt sind Wachstumstories und möglichst spektakuläre Kursgewinne.


In einer ähnlichen Lage befanden sich die Märkte um die Jahrtausendwende. Damals wurden vor allem Aktien aus den Bereichen Internet, Technologie und Biotechnologie gesucht, bevor die sogenannte „Dotcom-Blase“ schließlich platzte und zu deutlichen Kursverlusten von bis zu 80% führte.


Der Unterschied zu heute liegt darin, dass damals der gesamte Aktienmarkt stieg, ausgelöst durch massive Zinssenkungen seitens der Notenbanken. Die günstige Liquidität floss überwiegend in die Aktienmärkte und trieb die Bewertungen in der Breite in die Höhe. Heute hingegen sind nur wenige Sektoren gestiegen und damit teuer bzw. überbewertet. Genau darin liegt die große Chance für Investoren, denn im Bereich der Nebenwerte, bei Rohstoff- und Edelmetallwerten oder in den Schwellenländern sind die Bewertungen oft günstig bis sehr günstig. Diese Sektoren sind bei den Investoren wegen der im Verhältnis zu den derzeitigen Börsenlieblingen schwächeren Wertentwicklung der vergangenen Monate unbeliebt, in den Portfolios entsprechend untergewichtet und oft unterbewertet, da die Kurse nicht gestiegen sind, obwohl die Firmen gute Profite gemacht haben. Bei einer Risikobetrachtung bieten diese Segmente im Falle einer Korrektur zudem weit weniger Abwärtspotenzial und sind somit deutlich defensiver einzustufen - ein ideales Umfeld für antizyklische Investoren.


Für einen Austausch oder bei Fragen rund um das aktuelle Marktgeschehen stehen wir Ihnen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Januar 2024

Anfang Januar kam es nach dem Anstieg im November und Dezember zu einer Korrektur an den weltweiten Aktienmärkten. Auslöser war die voraussichtliche Verschiebung bei den für März erwarteten Zinssenkungen durch die Notenbanken. Im weiteren Monatsverlauf konnten sich die Titel der großen Unternehmen wieder erholen, während Aktien von mittleren und kleinen Unternehmen weiterhin nicht gesucht waren und den Monat im Minus beendeten.


Die Nachwehen der Coronapandemie und die stark gestiegenen Kreditzinsen machen sich inzwischen deutlich im Immobiliensektor bemerkbar, genauer gesagt bei Büro- und Gewerbeimmobilien. Durch die umfangreichen Home Office-Tätigkeiten, die in den USA wesentlich ausgeprägter sind als hierzulande, hat sich der Bedarf an Büroflächen in den Innenstadtlagen deutlich reduziert. Die Leerstandsquoten bei Büroimmobilien in den Ballungszentren bewegen sich auf Rekordhoch, Wertminderungen durch sinkende Mieteinkünfte in Kombination mit höheren Zinsbelastungen durch die gestiegenen Kreditzinsen sind die Folge, manche Schuldner können die vereinbarten Kreditraten nicht mehr bedienen.


Dies führte zu Problemen bei den bereits im März letzten Jahres unter Druck geratenen Regionalbanken, die zahlreiche Projekte finanzierten. Erneut musste die lokal aktive New York Community Bancorp im vergangenen Quartal 252 Mio. US-Dollar an Kreditverlusten abschreiben. Der Aktienkurs fiel daraufhin um 45% und zog auch andere Regionalbanken mit, Ratingagenturen stuften die Bonität ab. Doch nicht nur die Banken leiden, die fehlenden Büroaufenthalte der Beschäftigten schlagen auch auf die umliegenden Einzelhändler und Gastronomien durch und führen dort zu Umsatzrückgängen, Mietausfällen und somit ebenfalls zu Abwertungen der dortigen Gewerbeflächen. Der angeschlagene Regional-Bankensektor steht bereits durch die Verwerfungen im letzten Frühjahr unter verschärfter Beobachtung der FED, wir beobachten ebenfalls, wie sich die Lage weiterentwickelt.


Auch in den letzten Wochen standen die Aktien von Chipherstellern und Technologieunternehmen im Fokus des Anlegerinteresses. Dies treibt die Kurse in diesen Branchen, während der breite Aktienmarkt ein Mauerblümchendasein fristet, obwohl dort das Risiko-Rendite-Verhältnis deutlich günstiger ist als in den derzeitigen Favoritentiteln. Um die Zahlen zu verdeutlichen, hier zwei Beispiele von derzeitigen Börsenlieblingen: Der Aktienkurs von Nvidia konnte sich in den letzten 5 Jahren von etwa 34 USD auf aktuell 650 USD fast verzwanzigfachen, alleine seit Jahresbeginn hat der Börsenkurs um fast 50% zugelegt. Bei einem Jahresumsatz von etwa 27 Mrd. USD entspricht die Marktkapitalisierung mittlerweile einem Wert von 1,6 Bio. USD, also etwa dem 60fachen Kurs-Umsatz-Verhältnis. Normalerweise spricht man bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von unter 1,0 von einer günstigen Bewertung! Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 117. Ein anderes Beispiel ist Eli Lilly & Co., ein Pharmakonzern, der derzeit vor allem durch seine Abnehmspritze Schlagzeilen macht. Hier konnte sich der Aktienkurs in den letzten fünf Jahren immerhin fast versiebenfachen und seit Jahresbeginn um rund 30% zulegen. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 60 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 19 ist die Folge. Sollten die Geschäftszahlen in Zukunft die Hoffnungen der Anleger nicht bestätigen, ist die Fallhöhe bis zu einer normalen Bewertung entsprechend hoch.


Im Gegensatz dazu liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei Value-Titeln und im Bereich der Small & Mid Caps im Zehnerbereich. Als Investor muss man sich also die Frage stellen, ob die derzeitigen Favoriten die derzeitigen Kurshöhen rechtfertigen oder sich gar zu weiteren Höhen aufschwingen können oder ob das Chance-Risiko-Verhältnis nicht in anderen Segmenten deutlich günstiger ausfällt. Daher ist es unseres Erachtens weiterhin nur eine Frage der Zeit, bis die vernachlässigten Segmente eine Aufholjagd starten.


Die Aussichten auf das Börsenjahr 2024 sind somit weiterhin positiv. Nachdem die Zinsen in den vergangenen zwei Jahren auf Niveaus angehoben wurden, die sie während der Bekämpfung der Finanzkrise vor 15 Jahren erreichten, ist es keine Frage mehr, ob die amerikanische FED und die EZB Zinssenkungen durchführen werden, sondern wann damit begonnen wird. Hier gilt es aus Sicht der Notenbanker auszuloten, wie einerseits das Ziel der Inflationsbekämpfung erreicht und andererseits eine Rezession vermieden werden kann. Seitens der Notenbanker wird daher laufend betont, die Datenlage genau zu beobachten um zeitnah zu reagieren. Viele Anleger halten sich daher weiterhin mit Investitionen zurück, bis sich die Signale verdeutlichen und erste Maßnahmen angekündigt werden. Sobald sich diese Zurückhaltung auflöst, können sich die Aktienkurse in Teilbereichen aufgrund der niedrigen Bewertungen verdoppeln, verdreifachen oder gar vervierfachen, sobald sich die Bewertungen wieder auf das übliche Niveau bewegen. 


In unseren verwalteten Portfolios favorisieren wir daher weiterhin vor allem Aktien von kleineren und mittleren Unternehmen aus Deutschland und Europa, Schwellenländertitel und Rohstoffwerte.  In den nächsten Tagen wird Ihnen unser aktueller Börsenbrief „Fonds Inside“ zugehen, der die aktuelle Marktsituation und die sich daraus ergebenden Chancen ausführlicher erläutert und graphisch verdeutlicht.


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Marktkommentare

2023


Dezember 2023

Im Rückblick war das Börsenjahr 2023 für viele Marktteilnehmer an den Aktienmärkten geprägt von einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Ende des Jahres 2022 drückten noch die Auswirkungen des Ukrainekriegs, die andauernde COVID-Pandemie sowie stark gestiegene Lebensmittel- und Energiepreise auf die Stimmung. Inflationsraten in teils zweistelliger Höhe waren die Folge und die Aussicht auf Zinsanhebungen durch die Notenbanken belastete die Kauflaune zusätzlich. Kurzum: Unter den Investoren waren die Erwartungen für das Jahr 2023 von historisch hohem Pessimismus geprägt, Zurückhaltung bei Aktienkäufen und Liquiditätsquoten auf Rekordniveau bei Fondsmanagern und Vermögensverwaltern waren die Folge. 


Doch entgegen aller Erwartungen setzte sich die im Herbst 2022 begonnene Aufwärtsbewegung an den Märkten bis in den März fort und hellte die Stimmung auf, ehe die Krise bei den amerikanischen Regionalbanken der guten Laune einen Dämpfer versetzte. Neubewertungen im Anleihebestand einiger Banken führten zu Problemen in der Bilanz, viele Anleger bangten um die Sicherheit ihrer Einlagen – massive Mittelabflüsse bei den betroffenen Instituten war die Folge. Die schnelle Reaktion der amerikanischen Notenbank verhinderte jedoch einen befürchteten Flächenbrand, die Lage beruhigte sich nach wenigen Tagen wieder und die Börsen erholten sich.


In der zweiten Jahreshälfte sorgten im Wesentlichen zwei Ereignisse für Unruhe an den Märkten: Im August stufte die Ratingagentur Fitch die Bonität der USA von AAA auf AA+ herab und im Oktober verübte die palästinensische Terrororganisation Hamas einen umfangreichen Anschlag auf Israel, der mit einer umfassenden Bodenoffensive als Gegenmaßnahme beantwortet wurde. Gleichzeitig wurden die Auswirkungen der Zinsanhebungen der Notenbanken immer deutlicher spürbar: Die Konjunkturdaten deuteten immer mehr auf eine merkliche Abkühlung der Wirtschaft hin. Gleichzeitig sanken die Inflationsraten deutlich, vor allem aufgrund der Entspannung bei den Energie- und Rohstoffpreisen. Nach und nach verdichteten sich die Anzeichen, dass die Notenbanken die anvisierten Inflationsziele erreichen und weitere Zinsanhebungen nicht mehr nötig sein würden. Als dies durch die amerikanische Notenbank Ende Oktober offen kommuniziert wurde, leitete dies die erhoffte Jahresendrallye an den Aktienmärkten ein.


Auf den ersten Blick war das Börsenjahr 2023 also insgesamt erfreulich. Schaut man sich allerdings die Entwicklung im Detail an, fällt eine nie dagewesene Konzentration auf wenige Titel auf, die aufgrund ihrer überproportional guten Wertentwicklung die tatsächliche Situation am Aktienmarkt stark verzerrt hat. Durch die immer größere Gewichtung dieser sogenannten „Glorreichen Sieben“ in den Leitindizes haben die Kursgewinne dieser wenigen Unternehmen ausgereicht, um die Schwäche der Vielzahl der restlichen Titel zu kaschieren. Der „weltweite“ Aktienindex MSCI Welt besteht mittlerweile zu über 70% aus amerikanischen Aktien, die sieben Topwerte haben heute eine Gewichtung, die der von Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada, der Schweiz und Deutschland zusammen entspricht. Im S&P 500 konnten bis wenige Wochen vor Jahresschluss nur 10 der 500 enthaltenen Werte mit Kursgewinnen glänzen, 490 waren unverändert oder lagen gar im Minus. Gleichzeitig führte die hohe Gewichtung zu immer mehr Mittelzuflüssen, gerade bei passiven Anlageprodukten wie Indextrackern, und trieb die Aktienkurse dieser Unternehmen weiter an. Im Verhältnis zum Markt sind sie also deutlich teurer bewertet (Kursgewinnverhältnis von über 25), die Gefahr einer Korrektur durch eine Indexumgestaltung oder einfach Gewinnmitnahmen ist somit deutlich höher als im breiten Markt.


Professionelle Investoren und Fondsmanager hatten diese Titel aus Gründen der Risikostreuung daher meist nicht so hoch in den Portfolios gewichtet, wie sie in den Indizes vertreten sind. Diese breite Streuung in verschiedene Anlagesegmente hatte im Jahr 2023 jedoch zur Folge, dass man mit der Entwicklung der großen Leitindizes nicht Schritt halten konnte. Doch genau darin liegt das Potenzial für das kommende Börsenjahr 2024.


Während beispielsweise der DAX neue Allzeithochs markierte, notierten MDAX und SDAX etwa 20-25% unter ihren Höchstständen. Grundsätzlich litten Nebenwerte stärker unter den von den Notenbanken zur Inflationsbekämpfung angehobenen Zinsen, können aber im Gegenzug überproportional von möglichen Zinssenkungen profitieren. Erfolgreiche Unternehmen mit geringer Größe sind für langfristig orientierte Anleger eine spannendere Investition als Standardwerte, da sie leichter ein hohes Umsatz- und Gewinnwachstum erzielen können. Sie weisen zwar höhere Kursschwankungen auf, im Gegenzug bieten sie jedoch auch ein lukrativeres Kurspotenzial. Zusätzlich werden kleinere Unternehmen oft unterschätzt, so dass sie weniger im Fokus vieler Analysten und Investoren stehen und daher viele unentdeckte Perlen zu finden sind. Wird das Potenzial erkannt, eröffnet die Neueinschätzung an der Börse häufig einen beträchtlichen Kurszuwachs. Dieser Effekt wurde durch das Vernachlässigen dieser Marktsegmente im vergangenen Börsenjahr enorm verstärkt. Egal ob bei Nebenwerten, Schwellenländeraktien oder im Rohstoffsektor: Überall gibt es hochinteressante Unternehmen, die oft eine historisch günstige Bewertung aufweisen und teilweise sogar deutlich unter dem Buchwert an der Börse gehandelt werden. 


Die Transformation in eine nachhaltigere Zukunft benötigt erhebliche Mengen an Rohstoffen: Seltene Metalle und Batterierohstoffe bei Elektrofahrzeugen, Kupfer für die Elektrifizierung, Silber für Solarpaneele oder Zement für den geplanten Windkraftausbau. Doch in den letzten Jahren wurde kaum in den Ausbau von Förderkapazitäten investiert, die Angebotsseite wird sich daher weiter verknappen und Rohstoff-Unternehmen werden davon profitieren. Der Goldpreis bewegt sich auf einem Allzeithoch, die Aktien von Goldminenbetreibern oder Explorationsunternehmen sind davon jedoch weit entfernt, sie können sich teilweise noch mehr als verdoppeln und verdreifachen, bevor die alten Höchststände erreicht werden. Auch hier bietet sich enormes Kurspotenzial. 


Die sich abzeichnende Zinswende und die historisch günstigen Bewertungskennzahlen bilden den Hintergrund für unseren Optimismus für die Börsenentwicklung in 2024. Sinkende Zinsen sind auf der einen Seite positiv für Aktieninvestments, machen andererseits die Alternativen wie Tagesgelder oder Anleihen unattraktiver, so dass mehr Geld in die Aktienmärkte fließen sollte. Spannend wird im kommenden Jahr, ob die sanfte Landung der Konjunktur gelingt und die Notenbanken rechtzeitig die Weichen umstellen, um die Wirtschaftsentwicklung nicht zu stark abzubremsen. Die Zeichen dafür stehen derzeit gut, da die Notenbanker immer wieder betonen, die Marktentwicklung genau zu beobachten und entsprechend zu reagieren. 


Einen kleinen Vorgeschmack gab uns die Bewegung aus dem Oktobertief vor wenigen Wochen: Nachdem im Jahresverlauf fast ausnahmslos Standardwerte in der Anlegergunst ganz oben rangierten, wurden nun vor allem die Aktien kleinerer Unternehmen gesucht. Nebenwerte konnten deutlich stärker zulegen, MDAX und SDAX entwickelten sich zum ersten Mal seit langer Zeit besser als der DAX – dies könnte der Beginn eines Favoritenwechsels sein.


Eine verbesserte Stimmung sollte auch den Blick der Anleger auf die bisher vernachlässigten Börsensegmente lenken und zu einer Normalisierung der Bewertungen führen. Dadurch sollte es zu deutlichen Kurssteigerungen in den genannten Börsensegmenten kommen, die wir zudem prominent in den von uns verwalteten Portfolios gewichtet haben. Natürlich dürften unvorhergesehene Ereignisse eintreten und auch politische Themen, wie die amerikanische Präsidentschaftswahl oder die Wahl zum Europäischen Parlament, die Märkte beeinflussen. Nach dem Börsenabschwung in 2022 und dem Hin und Her der Märkte in 2023 stünde uns allen jedoch der Sinn nach einer Normalisierung des Marktgeschehens in 2024. Die Ausgangssituation für ein erfolgreiches Börsenjahr 2024 ist vielversprechend, nutzen wir die Chancen mit Zuversicht. 


Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für einen allgemeinen Austausch, Fragen zum Marktgeschehen oder zu Ihren Fondsanlagen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



November 2023

Wie in unserem letzten Marktkommentar beschrieben, ist die Entspannung beim Thema Inflation im Gange. Die Inflationsrate in Europa fiel im November auf 2,4%, ein weiterer Rückgang wird in den kommenden Monaten erwartet. Das Inflationsziel der EZB von 2% ist somit in Reichweite. Entspannung gibt es auch auf der Zinsseite: Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen sind am Kapitalmarkt bereits deutlich gesunken, in Deutschland von 3% auf 2,2% und in den USA von 5% auf etwa 4%. Der Markt nimmt somit die erwarteten Zinssenkungen der Notenbanken für das kommende Frühjahr bereits vorweg und hat diese eingepreist.


Schaut man auf den Aktienmarkt, ergibt sich hingegen ein zweigeteiltes Bild. Nur wenige Aktien stehen auf der Gewinnerseite und haben die internationalen Leitindizes nach oben gezogen, meist Titel, die zuvor von den Marktteilnehmern stark abgestraft wurden. Hier ein Beispiel aus dem deutschen Leitindex DAX, der jüngst neue Höchststände verzeichnete: Die Aktie von Adidas notierte in ihrem Hoch im Jahr 2021 bei etwa 300 Euro. Der Kurs drittelte sich bis Ende 2022 auf gerade einmal 100 Euro um dann in 2023 um über 50% zuzulegen. Auch Krisengewinner, wie die Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall, trugen zum Anstieg bei. Demgegenüber stehen die zuvor von den Anlegern favorisierten Aktien von Bayer, Siemens Energy, Merck oder Volkswagen. Diese Titel büßten bis zu 40% Ihres Wertes vom Jahresbeginn ein. 


Im Bereich der Nebenwerte ist die Indexentwicklung bei weitem nicht so erfreulich verlaufen. Stand der M-DAX auf seinem Hoch im Sommer 2021 noch bei über 36.000 Punkten, notiert er heute bei etwa 26.000 und damit etwa 25% unter seinem Höchststand. Allerdings spiegelt diese Kursentwicklung nicht die wirtschaftliche Entwicklung auf Unternehmensseite wider, sondern ist die Folge des Abverkaufs aufgrund der Risikoaversion der Anleger. In einem Umfeld steigender Zinsen leiden Nebenwerte stärker als die großen Standardwerte, da hier in der Regel mit mehr Fremdfinanzierung gearbeitet wird und sich steigende Finanzierungskosten in höherem Maß auf die Unternehmensgewinne auswirken. Außerdem investieren kleinere Firmen ihre Mittel zu einem größeren Teil in das Unternehmenswachstum und weisen daher weniger Gewinne aus wie Blue Chips. Historisch gesehen führte diese Wachstumsstrategie in den letzten 100 Jahren einerseits zu mehr Kursschwankungen, andererseits zu einer höheren Rendite für die Anleger, bei gleichzeitigem höherem Kurs-Gewinn-Verhältnis bei den Bewertungen im Vergleich zu den etablierten Großkonzernen. 


In den letzten zwei Jahren hat der Abverkauf bei Nebenwerten jedoch zu einer Sondersituation geführt, die es in der bisherigen Börsenhistorie nur selten gab: Globale Mid- & Small-Caps weisen weiterhin eine robuste Gewinnentwicklung auf, der gleichzeitige Kursrückgang führt nun zu einem niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnis als bei den großen Börsenwerten. Günstige Nebenwerte, was früher oft ein Widerspruch war, ist daher momentan die Realität. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Betrachtung der Schwellenländer, den zuvor favorisierten Branchen wie Neue Energien und Nachhaltigkeit und im Rohstoff- und Edelmetallsektor.


Daraus ergibt sich eine Ausgangssituation, die vielversprechend ist. An den Aktienmärkten sind solche Gemengelagen, mit einem enormen Fokus der Anleger auf die Risiken, oftmals hochinteressante Kaufzeitpunkte. Denn Unternehmen reagieren auf Änderungen des Marktumfeldes und Sondersituationen. Viele haben hinsichtlich der Energiepreisentwicklung bereits Maßnahmen ergriffen, Kosten reduziert, Alternativen geprüft und sich neu ausgerichtet. Die Unternehmensbewertungen sind aufgrund der Unsicherheit zurückgegangen, die Gewinnaussichten gestiegen. Zudem ist die Beschäftigungssituation in vielen Ländern weiterhin exzellent und die Arbeitslosigkeit entsprechend niedrig. Die Angestellten verdienen ordentlich, konsumieren und stützen so die Konjunktur. Etliche Unternehmen notieren daher bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10. 


Die eingetrübte Stimmung unter den Marktteilnehmern zeigt sich ebenfalls in den Stimmungsindikatoren, der Pessimismus überwiegt, Anleger agieren nach wie vor eher zurückhaltend. Doch die ersten Konjunkturindikatoren in Europa und den USA scheinen nach einer zweijährigen Talfahrt einen Boden auszubilden und oder eine Trendwende einzuleiten. So stieg beispielsweise der ifo-Geschäftsklimaindex im November bereits das dritte Mal in Folge. Daher sind Aktieninvestments weiterhin aussichtsreich, sofern man genügend Zeit mitbringt, und außerdem derzeit deutlich attraktiver, als die Möglichkeiten am Zins- und Immobilienmarkt.

In unseren verwalteten Depots halten wir daher sowohl bei der Gewichtung der Aktienengagements als auch an der prominenten Beimischung Titeln aus den Segmenten der Nebenwerte, Schwellenländer, Rohstoffe und Edelmetalle fest. Wir gehen von einer Normalisierung der Bewertungen beziehungsweise von einer Rückkehr in die historischen Bewertungsmuster aus, die zu überdurchschnittlichen Kurssteigerungen in diesen Bereichen führen sollte.


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.


Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.



Oktober 2023

Die seit August andauernde Abwärtsbewegung an den internationalen Börsen hielt bis Ende Oktober an. Der amerikanische Nebenwerte-Index Russel 2000 fiel auf das Niveau von 2015, deutsche und europäische Nebenwerte bewegen sich auf dem Niveau von 2017 und haben von ihren Höchstständen rund 30% eingebüßt. Der breite amerikanische Aktienmarkt (ohne die wenigen Mega-Caps) befindet sich seit 8 Jahren in einer Seitwärtsbewegung und ist mittlerweile seit dem Jahresbeginn ins Minus gerutscht. Der chinesische Aktienmarkt notiert je nach Segment auf dem Niveau von vor 15 bzw. 30 Jahren, als hätte es den beispiellosen Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahrzehnte nie gegeben. Die Stimmung unter den Investoren hat sich entsprechend eingetrübt. 


Zuletzt sorgten jedoch die ausbleibenden Zinserhöhungen der europäischen und amerikanischen Notenbank für eine Stimmungsaufhellung. Zwar ist von Zinssenkungen offiziell noch keine Rede, allerdings führte alleine die Ankündigung der Pause bei den zehnjährigen US-Staatsanleihen zu einem Zinsrückgang von einem halben Prozent. Das von uns in den letzten Monaten skizzierte Szenario bestätigt sich: Weitere Zinserhöhungen scheinen vom Tisch, die Inflation ist rückläufig und bewegt sich in die Reichweite der von den Notenbanken gewünschten Zielkorridore. Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Entwicklung seitens der Notenbanker genau beobachtet um rechtzeitig gegenzusteuern und ein Abgleiten in eine stärkere Rezession zu verhindern.


Die in den letzten 12 Monaten stark angestiegenen Zinsen zeigen bereits ihre Wirkung auf die Konjunktur. Auch hierzulande werden die Schwierigkeiten bei den Baufinanzierungen immer offensichtlicher. Jüngst sorgte der Baustillstand des Hamburger Elbtowers, mit Baukosten von über einer Milliarde Euro und – falls er fertig gestellt wird - der dritthöchste Büroturm Deutschlands, für Schlagzeilen. Dies ist jedoch kein Einzelfall. Hierzulande sind die Bauzinsen von unter 1% auf über 4% gestiegen, in den USA liegt der Zinssatz bei den dort üblichen 30jährigen Hypothekenlaufzeiten mittlerweile bei etwa 8%. 


Die Folgen sind deutlich spürbar: Laut dem Münchener ifo-Institut sind die Auftragsstornierungen im Wohnungsbau im Oktober auf einen neuen Höchststand von über 22% geklettert, die Baukosten sind durch Inflation, Mindestlohn und gestörte Lieferketten in die Höhe geschossen, dadurch werden rentable Investitionen am Immobilienmarkt extrem erschwert und es wird eine Weile dauern, bis Baukosten, Mietpreise und die Geldbeutel der Mieter in ein neues Gleichgewicht finden. 


Da der Bausektor in den meisten Volkswirtschaften einen spürbaren Anteil am Bruttoinlandsprodukt aufweist und aufgrund der Vielzahl der Beschäftigten auch für den Arbeitsmarkt bedeutsam ist, werden sowohl die Notenbanken als auch die Politik die Entwicklung genau beobachten. Denn im nächsten Jahr finden bei uns die Wahl zum Europäischen Parlament und in Amerika die Präsidentschaftswahlen statt. Traditionell agiert gerade die amerikanische Notenbank vor Wahljahren konjunkturstimulierend, damit sie kurz vor den Wahlen möglichst keinen Einfluss mehr nehmen muss; auch die EZB hat sicherlich kein Interesse an einer Wirtschaftsflaute, die eher zu einer Stärkung der politischen Ränder führen dürfte.

Die Aussicht auf eher stimulierendes als bremsendes Verhalten sollte auf Sicht auch zu einem Ende der Bodenbildungsphase an den Aktienmärkten führen und mittelfristig zu steigenden Kursen. Dass die Märkte mittlerweile ihren Boden gefunden haben dürften, lässt sich auch anhand der aktuellen geopolitischen Ereignisse ableiten. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober hat die Anleger nur noch kurz beeinflusst, hatte aber keine stärkeren Abverkäufe mehr zur Folge.


Natürlich können kurzfristige Ereignisse jederzeit zu weiteren Abschwüngen führen, die meisten Negativfaktoren für die Märkte sind jedoch in den Kursen eingepreist und klingen ab, wie beispielsweise die coronabedingten Probleme in den Lieferketten. Zusätzlich haben sich die Unternehmen in den vergangenen Monaten an die Situation angepasst und verdienen trotz der nachlassenden Wirtschaftsdynamik exzellent. Weltweit liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse vieler Unternehmen durch die vergangenen Kursrückgänge derzeit bei unter 10, daher sind Aktieninvestments derzeit deutlich attraktiver als Investitionen in den Zins- oder Immobiliensektor, sofern man ausreichend Zeit mitbringt.


Ebenso positiv zu bewerten ist die Entwicklung bei der im letzten Winter viel thematisierten drohenden Not bei der Gasversorgung. Die Gasspeicher sind hierzulande komplett gefüllt und auch die Strom- und Gaspreise für die Endverbraucher sinken wieder, ebenso die Lebensmittelpreise. Dies wird die Haushaltseinkommen auf Sicht weiter entlasten und auch den Rückgang der Inflationsraten begünstigen, was sich wiederum positiv auf die allgemeine Stimmung auswirken wird.


Wir bleiben daher weiterhin optimistisch für die Zukunft. Durch die hochattraktiven Bewertungen am Aktienmarkt, gepaart mit der Aussicht auf tendenziell sinkende Zinsen, winken mittel- bis langfristig deutliche Kurssteigerungen. Gerade in den Sektoren, die bisher noch von den Anlegern verschmäht wurden, sind durchaus in der Breite Kurssteigerungen von über 100% möglich, sobald die Konjunktur wieder anzieht. Wir sind daher zuversichtlich für die weitere Entwicklung am Aktienmarkt und sehen die von uns verwalteten Portfolios für den kommenden Aufschwung gut aufgestellt. Liquidität nutzen wir zum gezielten Nachkauf unserer bestehenden Positionen bei deutschen und europäischen Titeln, in den Schwellenländern und im Rohstoffsektor.


Für Fragen zum Marktgeschehen, Ihren Fondsanlagen oder für einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



September 2023

In unserem letzten Marktkommentar hatten wir den August und den September als die historisch schlechtesten Börsenmonate des Jahres bezeichnet. Vor allem der September wurde seinem Ruf wieder einmal in vollem Umfang gerecht, denn die rückläufige Kursentwicklung setzte sich bis in die ersten Oktobertage weiter fort. Die prominenten Leitindizes, wie DAX, EuroStoxx, Dow Jones und NASDAQ, gaben zwischen drei und sechs Prozent nach. Seit Jahresanfang liegen deutsche Einzelwerte, wie zum Beispiel RWE und Volkswagen, teilweise bei Verlusten von bis zu 25%. Die Stimmung unter den Akteuren an den Weltbörsen trübte sich weiter ein.


Die starken Leitzinserhöhungen der internationalen Notenbanken zeigen inzwischen ihre Wirkung. Die Konjunkturdaten fallen immer schwächer aus, Kredite werden teurer und bremsen die Investitionen der Unternehmen, im Privatsektor sind Immobilienkäufe und Baubeginne stark rückläufig. In den USA führte beispielsweise der auf ein 20-Jahreshoch gestiegene Hypothekenzins von etwa 7,5% zu einem regelrechten Einbruch der Kreditnachfrage und auch hierzulande scheitert der Traum vom Eigenheim bei immer mehr Interessenten an der auf über 4% gestiegenen Zinslast.


Doch der Silberstreif am Horizont ist bereits erkennbar. Zuletzt äußerten sich immer mehr Notenbanker, dass die Leitzinsen mittlerweile ausreichend hoch sind, um die Inflation auf das gewünschte Ziel von 2% zu senken, auch wenn das Niveau eventuell noch eine Zeit lang gehalten werden müsse. Ein positives Zeichen, denn weitere Zinsanhebungen scheinen damit zunächst vom Tisch und bei sich weiter eintrübenden Konjunktur- und Inflationsdaten wird die amerikanische FED wohl schnell in einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs umschwenken, denn im November nächsten Jahres stehen die US-Präsidentschaftswahlen an. Die FED möchte sicherlich das Störfeuer einer schwächelnden US-Wirtschaft vermeiden, da Wahljahre in den USA traditionell Phasen sind, in denen die US-Notenbank wirtschaftsfreundlich agiert. Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass wir das Zinshoch bereits erreicht haben oder uns zumindest in der Nähe befinden. 


Das Signal für sinkende Zinsen sollte an den Märkten für eine Umkehrreaktion sorgen und die Kurse wieder beflügeln. Bis dahin bieten die gesunkenen Kurse der letzten Wochen wieder Kaufgelegenheiten bei Aktien, denn die Leitindizes erreichten wieder die Niveaus des Monats März, teilweise sogar des Jahresbeginns. Entsprechend niedrig bewertet sind heute viele Aktienmärkte. Doch das menschliche Verhalten ist nicht rational und gibt mitunter Rätsel auf. Während bei Sonderangeboten im Warenhaus oder im Supermarkt der Jagdinstinkt geweckt und die Kauflaune gesteigert wird, führen fallende Anteilspreise an der Börse bei vielen Teilnehmern zu einem Fluchtreflex. Viele Anleger gehen in Deckung bis die Kurse wieder steigen, um dann mit wachsender Gewissheit und Risikobereitschaft davon auszugehen, diese Welle der Aufwärtsbewegung ewig reiten zu können. 


Ein Beispiel für die Irrationalität im Verhalten der Marktteilnehmer ist beispielsweise der Rohstoffsektor. Der steigende Bedarf an Rohstoffen für die Elektrifizierung und die damit verbundene Batterieherstellung ist absehbar. Neue Minen und Förderanlagen wurden in den letzten Jahren nicht in Betrieb genommen, bei vielen Rohstoffen ist ein Engpass absehbar. Unternehmen in der Produktionsphase sind bereits ausgelastet und profitieren von hohen Preisen, die sich in steigenden Unternehmensgewinnen niederschlagen. Viele Minenunternehmen haben in den letzten Jahren ihre Kredite zurückgeführt und sind heute oft schuldenfrei. Zudem wurden Aktienrückkaufprogramme durchgeführt und hohe Dividenden ausgeschüttet. Normalerweise eine traumhafte Gelegenheit für Investoren. Trotzdem haben sich die Aktienkurse vieler großer und namhafter Firmen im letzten Jahr halbiert, da die Anleger durch den beschriebenen Fluchtreflex Aktien abgestoßen haben, ohne die Situation der einzelnen Unternehmen zu berücksichtigen. Das Ergebnis sind Kurs-Gewinn-Verhältnisse im niedrigen einstelligen Bereich im Minensektor. Die Bewertungen bei kleineren und mittleren Unternehmen in Europa bewegen sich durch die Ausverkäufe mittlerweile auf einem 20-Jahrestief, während die im Anlegerfokus stehenden US-Technologiefirmen trotz der jüngsten Korrekturen im Verhältnis zum Gesamtmarkt extrem teurer bewertet sind.


Auch wenn der Herbst traditionell das Nervenkostüm vieler Börsenakteure belastet, werden hier oft die Grundlagen für die kommende Aufwärtsbewegung gelegt. In vielen Börsensegmenten ist eine Bodenbildung zu beobachten, die Kurse fallen trotz der trüben Stimmung nicht mehr oder haben kaum noch reagiert. Ein Zeichen dafür, dass vielerorts kein Verkaufsdruck mehr herrscht, aber noch eine Zurückhaltung für Zukäufe. Noch gibt es kein Signal für eine Trendwende in der internationalen Zinspolitik der Notenbanken, doch die Zeichen mehren sich, dass es bald soweit sein könnte. In unseren verwalteten Portfolios nutzen wir die Mittelzuflüsse daher weiterhin gezielt zum Aufstocken unserer bestehenden Positionen in deutschen und europäischen Aktien, Schwellenländern und im Rohstoff- und Edelmetallsektor. 


Die Schnäppchenjäger sind zwar derzeit noch in der Minderheit, doch sobald sich die Stimmung wieder aufhellt, sollte die Kauflaune an den Börsen wieder die Überhand gewinnen und die Kurse nach oben treiben. Nutzen Sie daher ebenfalls die aktuelle Situation gezielt für die Unterbringung Ihrer Liquidität, entweder als Einmalzahlung oder durch regelmäßige Sparraten. 


Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für einen allgemeinen Austausch, Fragen zum Marktgeschehen oder zu Ihren Fondsanlagen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



August 2023

Im August waren die Aktienkurse an den internationalen Börsen rückläufig, diese Bewegung setzte sich in den ersten Septembertagen fort. Historisch betrachtet sind August und September die schwächsten Börsenmonate im Jahresverlauf, in denen sowohl die Ferienzeit als auch die abwartende Haltung der Anleger die Kursentwicklung bestimmen. Denn die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal, verbunden mit den Ausblicken auf die Entwicklungen für das Gesamtjahr, werden von den Firmen erst ab Anfang Oktober präsentiert. Daher stammt auch die alte Börsenweisheit: „Sell in may and go away! But remember: Come back in September!“ Diese bewahrheitet sich zwar nicht jedes Jahr, ist aber statistisch dennoch klar erkennbar.


Die negativen Erwartungen für die Konjunkturentwicklung sollten jedoch mittlerweile an den Börsen größtenteils eingepreist sein. Die Themen Inflation und Zinsentwicklung stehen nach wie vor im Fokus der Anleger. In den USA bewegen sich die Zinsen auf einem 16-Jahreshoch und entfalten zunehmend ihre Wirkung. Die Zeichen für eine deutliche Abkühlung der US-Konjunktur mehren sich, auch die Inflationsrate sinkt bereits spürbar. Auch hier in Europa werden die Effekte der Zinserhöhungen immer deutlicher sichtbar, zuletzt sanken beispielsweise die Auftragseingänge deutlich stärker als erwartet. Auch viele andere Indikatoren, ob Arbeitslosenquoten oder Einkaufsmanagerindizes, weisen auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten hin, von einer Überhitzung kann keine Rede sein. Mit Blick auf den weiteren Rückgang der Inflationszahlen mehren sich zudem die Aussagen von Notenbankern, die die eigentlich fest eingeplanten Zinserhöhungen infrage stellen. Sollten es von der Inflationsseite keine Überraschungen mehr geben, wird eine baldige Abkehr von der aktuellen Zinspolitik immer wahrscheinlicher. In den USA geht man bereits jetzt von keinem weiteren Zinsschritt mehr aus, die EZB könnte den im September geplanten Zinsschritt noch durchführen, hat aber bereits mehrfach betont, die Marktlage genau zu beobachten. Sinkende Zinsen könnten also bald in Aussicht gestellt werden und stimulierend auf die Wirtschaft wirken, wodurch die noch vor wenigen Monaten befürchtete Rezession abgewendet oder zumindest stark abgemildert werden dürfte. Vor allem in den USA scheint die erwünschte „Sanfte Landung“ der Konjunktur zu gelingen.


Die Abwärtsbewegung der letzten Wochen hat die Stimmung an den Aktienmärkten nochmals leicht eingetrübt und das Nervenkostüm vieler Anleger belastet, jedoch ist dadurch die Attraktivität vieler Börsensegmente sogar noch weiter gestiegen. Besonders im Bereich der Nebenwerte, egal ob in den USA oder in Europa, sind die Bewertungen mittlerweile so niedrig, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Derart hohe Abschläge gab es in den letzten 50 Jahren nur zweimal: Während der Ölkrise 1973 und der Dot Com-Ära zur Jahrtausendwende. Das Gewinnwachstum der meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist intakt, außerdem liegt der Verschuldungsgrad meist deutlich unter dem der großen Unternehmen. Während sich in der Corona-Pandemie die Güterwirtschaft insgesamt recht robust entwickelte, kam der Dienstleistungssektor, in dem viele dieser Unternehmen tätig sind, unter die Räder. Nun schwingt das Pendel zugunsten der Dienstleister zurück und dürfte dem Gewinnwachstum einen kräftigen Schub verleihen. Da sich gerade die Nebenwerte in steigenden Börsenphasen deutlich dynamischer entwickeln, sehen wir hier nach wie vor sehr gute Chancen für eine mittelfristig überdurchschnittliche Entwicklung.

Die Lage im Bereich der Rohstoffe und Edelmetalle und im Segment der Schwellenländer ist nach wie vor sehr ähnlich. Die Sorgen vor einer schwächeren Konjunktur wirken noch dämpfend auf die Kursentwicklung. Im Minenbereich wurden beispielsweise in den letzten Jahren kaum neue Explorations-Projekte begonnen. Der steigende Bedarf an Kupfer oder Lithium für die politisch gewollte Elektrifizierung der Wirtschaft ist jedoch absehbar und hat bereits jetzt für sinkende Lagerbestände gesorgt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Engpass abzeichnet, der dann zu steigenden Preisen und höheren Gewinnen der Minengesellschaften führen wird. 


Auch in China hat der durch das von den westlichen Nationen angestrebte „De-Coupling“ bzw. „De-Risking“ entstandene Verkaufsdruck am Aktienmarkt bereits nachgelassen. In den letzten Monaten zogen die Kurse trotz der Krisenmeldungen aus dem dortigen Immobiliensektor an. Der fehlende Inflationsdruck hat es der chinesischen Notenbank ermöglicht, bereits die Zinsen zu senken. Weitere Stimulierungsmaßnahmen wurden durch die Politik angekündigt. China hat sich zudem im letzten Jahrzehnt durch eine geschickte Industriepolitik in vielen Bereichen der Rohstoffverarbeitung unverzichtbar gemacht, so dass chinesische Unternehmen von einem Anziehen der Weltkonjunktur deutlich profitieren dürften. Doch neben dem verarbeitenden Gewerbe spielt auch der Dienstleistungssektor eine immer wichtigere Rolle in der chinesischen Wirtschaft. In diesem Bereich wird ebenfalls ein starkes Wachstum verzeichnet, das sich aber ähnlich wie bei den europäischen und amerikanischen Nebenwerten noch nicht in steigenden Kursen widerspiegelt.


Fazit: Der Inflationsdruck lässt weiter nach, die Konjunkturdaten weisen auf eine merkliche Abkühlung hin. Die Ziele der Notenbanken scheinen in greifbarer Nähe, das Warten auf die Zinswende dauert jedoch noch an, so dass sich viele Anleger zunächst noch mit ihren Kaufentscheidungen zurückhalten. Jedoch stehen die Chancen gut, dass die Mischung aus sinkenden Zinsen und äußerst attraktiven Bewertungen in vielen Segmenten zu deutlichen Kurssteigerungen führen wird, sobald sich die Zurückhaltung auflöst.


In unseren verwalteten Portfolios haben wir daher bei der Gewichtung der einzelnen Segmente keine größeren Änderungen vorgenommen. Neben unserem Investitionsschwerpunkt in deutschen und europäischen Aktien spielen nach wie vor Titel aus den Schwellenländern und Rohstoffinvestments eine sehr prominente Rolle. Wir erwarten in absehbarer Zeit einen Favoritenwechsel, der genau diese Segmente begünstigen sollte. Bis dahin gilt es, Geduld zu bewahren und auftretende Schwankungen weiterhin für gezielte Nachkäufe zu nutzen.


Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen gerne unter 06172-76450 für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder für einen allgemeinen Austausch zur Verfügung.



Juli 2023

Nachdem die internationalen Leitindizes bis Ende Juli Kurszuwächse verzeichnen konnten, kam es Anfang August zu Korrekturen an den Aktienmärkten. Auslöser hierfür war die von der Ratingagentur Fitch vorgenommene Herabstufung der Bonität der USA. Dies hatte es zuletzt durch Standard & Poor´s im Jahr 2011 gegeben und zu starken Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt geführt. Die Erlöse der jetzigen Verkäufe wurden postwendend wieder in amerikanische Staatsanleihen geparkt, deren Bonität ja gerade abgewertet wurde. Es wurden also aus Angst vor dem schwieriger werdenden Schuldendienst der USA Unternehmensanteile von privaten Firmen verkauft, um von den gestiegenen Zinsen für diese Staatsschulden zu profitieren, die der Auslöser für die Abwertung des Schuldners waren. Dieses Handeln zeigt die derzeitige Irrationalität vieler Anleger auf.


Die Märkte befinden sich zurzeit in einer Übergangsphase. Die Zinsanhebungen der Notenbanken entfalten langsam ihre Wirkung und führen zu konjunkturellen Verlangsamungen und einem deutlichen Rückgang der Inflation. In China, wo die Inflationsrate im Hoch des letzten Jahres sowieso nur bei etwa 2,5% lag, da man unter anderem nicht mit hohen Energiepreisen zu kämpfen hatte, verzeichnet man sogar schon eine Deflation. Hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis die chinesische Notenbank die Märkte durch Zinssenkungen wieder stimuliert – ein Schritt, der jüngst von Brasiliens Notenbank schon vollzogen wurde.


Auch wenn die Turbulenzen rund um die Bonitätsherabstufung der USA wahrscheinlich nur ein Sturm im Wasserglas waren und größere Korrekturen bisher ausblieben, beobachten wir die Situation, insbesondere in den USA, weiterhin gespannt. Denn in den letzten 12 Monaten hat sich das Anlegerinteresse nur auf sehr wenige Märkte und Firmen konzentriert. Die Veröffentlichung von Chat GPT führte vor allem im Technologiesektor in den USA zu Kursanstiegen und verteuerte so die Bewertungen, da die Gewinne mit den Kurssteigerungen nicht Schritt halten konnten. Es wurde alles gekauft, was mit dem großen Thema Künstliche Intelligenz irgendwie in Zusammenhang stand. 


Dabei werden Erinnerungen an die „Dotcom-Blase“ zur Jahrtausendwende wach. Seit Mitte der 1990er Jahre war klar, dass das Internet und die Telekommunikation einmal einen großen Einfluss auf unser aller Leben haben werden. Jede Firma, die mit diesen Zukunftsthemen zu tun hatte, verzeichnete überdurchschnittliche Kursgewinne. Letztlich hat es bis zur Erfindung des Smartphones etwa 15 Jahre gedauert, bis die Träume von damals Wirklichkeit wurden. Ähnlich dürfte es heute mit dem Thema KI sein: Momentan herrscht viel Kursphantasie, die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unendlich. Bis sich diese Dinge manifestieren und im Alltagsleben niederschlagen dürften noch Jahre vergehen. Im Wettbewerb werden zudem viele der heute in diesem Bereich tätigen Firmen verschwinden. Ganz so, wie es damals am „Neuen Markt“ war. 


Ganz anders stellt sich die Situation an den europäischen Märkten, allgemein bei Nebenwerten, in den Schwellenländern, im Bereich der Neuen Energien und im Rohstoffsektor dar. Während in den USA das Shiller-KGV mittlerweile bei 30 angelangt ist, notieren in den genannten Sektoren viele Firmen im einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis, obwohl die Gewinnaussichten

hervorragend sind und die aktuellen Zahlen die Erwartungen der Analysten zumeist erfüllen oder übertreffen. Hier fühlen wir uns mit unseren Investitionen in den von uns verwalteten Portfolios wesentlich wohler, da diese Sektoren bei vielen Anlegern derzeit unterrepräsentiert sind und damit für geduldige Investoren überdurchschnittliche Chancen bieten.


Der derzeit herrschende Pessimismus wird schwinden, sobald durch bessere Konjunkturdaten oder Zinssenkungen der Notenbanken zur Stimulierung der Wirtschaft wieder die Hoffnung auf ein anhaltendes Wirtschaftswachstum aufkeimt. Und gerade in den vernachlässigten Segmenten wird es zu kräftigen Aufwärtsbewegungen kommen, da sich die Bewertungen wieder normalisieren werden. Bis dahin kann es jedoch zu weiteren Schwankungen kommen, bei denen wir die zur Verfügung stehende Liquidität für gezielte Nachkäufe nutzen werden, um von den mittel- und langfristigen Perspektiven zu profitieren. 


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einem allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juni 2023

Seit unserem letzten Monatsbrief hat sich das Börsenumfeld kaum verändert: Weiterhin sind es wenige große Titel und Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, die ein deutliches Plus verzeichnen konnten, hingegen wurde der allgemeine Markt zumeist weiterhin gemieden. Viele Börsensegmente haben jedoch inzwischen sehr günstige Bewertungen und bieten ein enormes Aufholpotenzial. Der breite Aktienmarkt befindet sich seit eineinhalb Jahren in einer Korrektur und notiert heute teilweise 25-50% unter seinen Höchstständen.


Beim Blick auf die Konjunkturzahlen der letzten Wochen zeigt sich in den USA noch ein gemischtes Bild, während die Indikatoren in Europa auf eine eindeutige Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hinweisen.


Die Maßnahmen der Notenbanken, durch Zinsanhebungen die Inflation einzudämmen, zeigen also bereits Wirkung. Die Notenbanken sind jetzt aber gefordert, rechtzeitig mit einer Lockerung der Geldpolitik zu beginnen, um eine zu starke Abkühlung der Wirtschaft zu verhindern. Dieser Wechsel in der Geldpolitik wird für die bisher vernachlässigten Marktsegmente der Startschuss für die überfällige Aufholbewegung sein. 


Auch wenn sich durch die Zinsanhebungen in den letzten eineinhalb Jahren die Stimmung der Investoren eingetrübt hat, haben die Unternehmen weiterhin erfolgreich gewirtschaftet. In vielen Bereichen sind die Umsätze und die Gewinne stark gestiegen, so dass mittlerweile aufgrund der unveränderten Aktienkurse Bewertungsniveaus erreicht wurden, die im Vergleich historisch günstig sind. 


Die immer stärker werdende Unzufriedenheit der Wirtschaft über die Standortbedingungen in Deutschland hat in den letzten Jahren bereits dafür gesorgt, dass viele an deutschen Börsen notierte Unternehmen mittlerweile einen Großteil ihrer Umsätze und Gewinne im Ausland erzielen. Somit sind sie von der wirtschaftsfeindlichen Politik hierzulande nicht allzu stark betroffen und können einen erfolgreichen Kursverlauf erzielen, obwohl sich die negativen Meldungen über die Konjunktur im Heimatmarkt häufen.


Den Verantwortlichen in der Politik müsste längst klar sein, dass die bestehende Überregulierung und die investitionsfeindlichen Bedingungen in vielen Bereichen die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland behindern. Deregulierung und freundlichere Investitionsbedingungen sind dringend notwendig, will man den Standort Deutschland zukunftsfähig gestalten. Ein Beispiel: Die angekündigte Wohnungsbauoffensive kommt nicht wie geplant voran. Mittlerweile muss ein Architekt deutschlandweit etwa 20.000 (!) Bauvorschriften beachten. Diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. Hinzu kommen die vielen Genehmigungsverfahren durch unterschiedliche Behörden, die alle den Baufortschritt behindern und verzögern. In Kombination mit den gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten ergibt sich ein Cocktail, der viele Bauherren abschreckt. Hinzu kommen dann noch Ungewissheiten und Unwägbarkeiten für potenzielle Eigentümer, wie sie beispielsweise aktuell beim geplanten Heizungsgesetz der Bundesregierung auftreten. Jeder kennt aus seinem privaten Umfeld ähnliche Erlebnisse und Situationen. Im internationalen Vergleich ist Deutschland dadurch nicht mehr wettbewerbsfähig. 

Wollen wir die enormen Chancen nutzen, die sich aus den politischen Zielen zur Einsparung von CO² und der Abkehr von fossilen Brennstoffen ergeben, müssen wir dringend handlungsfähiger werden. Im Rohstoffsektor wurden in den letzten Jahren kaum neue Vorkommen erschlossen und keine nennenswerten Investitionen vorgenommen. Da es je nach Rohstoff zwischen fünf und bis zu zwanzig Jahre dauern kann, bis eine Mine schließlich in Betrieb geht, ergibt sich für den absehbaren Rohstoffbedarf im Rahmen des geplanten Ausbaus der erneuerbaren Energien und der Elektrifizierung ein Nachfrageüberhang, der so schnell nicht bedient werden kann. Dies wird zu steigenden Preisen bei den benötigten Rohstoffen führen und ist auch ein Grund dafür, dass sich beispielsweise derzeit viele Automobilbauer in Rohstoffprojekte einkaufen, um ihren geplanten Bedarf zu decken.


In unseren verwalteten Portfolios spielen daher Rohstoffinvestments nach wie vor eine sehr prominente Rolle, neben den Schwerpunkten in deutschen und europäischen Aktien und der Beimischung der Schwellenländer. Mit dem Ende der restriktiven Zinspolitik der Notenbanken sollte sich das Aufholpotenzial dieser Segmente entfalten. Bis dahin gilt es, die weitere Entwicklung genau zu beobachten und sich von den täglichen Meldungen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Wir wünschen Ihnen mit dem Beginn der Sommerferiensaison eine entspannte Urlaubszeit. 


Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen gerne unter 06172-76450 für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einem allgemeinen Austausch zur Verfügung.



Mai 2023

Die internationalen Börsen tendierten im Mai uneinheitlich. Während der weltweite Aktienindex wegen der guten Entwicklung des amerikanischen Technologiesektors und der Aufwertung des US-Dollars auf Euro-Basis einen Kursgewinn von etwa 2% erzielen konnte, verzeichneten die deutschen und europäischen Aktien Abschläge von etwa 1,5% bzw. 3,5%. Uneinheitlich war auch die Entwicklung am amerikanischen Aktienmarkt: Die bekannten Titel wie Apple, Nvidia und Microsoft zogen die NASDAQ nach oben, dagegen notiert beispielsweise der US-Small Cap-Index noch fast 20% tiefer nahe an seinem Oktobertief. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart: Nur wenige Aktien halten derzeit diesen Aufschwung am Laufen. Zwei Drittel der Werte haben sich in den letzten 18 Monaten verbilligt, normalerweise müsste das Verhältnis in einem intakten Aufwärtstrend umgekehrt sein. Dazu kommt, dass die Bewertungen dadurch noch attraktiver geworden sind, da sich in vielen Fällen Umsatz und Ertrag gesteigert haben und somit das Kurs-Gewinn-Verhältnis günstiger geworden ist. 


Das gleiche Phänomen ist hierzulande zu beobachten: DAX und EuroStoxx notieren nahe ihren Höchstständen, die Titel aus der zweiten und dritten Reihe werden nach wie vor verschmäht, so dass auch der M-DAX und der S-DAX rund 25% unter ihrem Allzeithoch verharren. Zu den wenigen Gewinnern zählen Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und starken Marktpositionen mit einem etablierten Markengeschäft, wie beispielsweise Beiersdorf (Nivea und Eucerin), oder Luxusartikelhersteller wie Hermes oder LVMH.


Technisch gesehen befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer Rezession, da sie zwei Quartale in Folge minimal geschrumpft ist. Vorsichtig für die weitere Entwicklung stimmen unter anderem die Möglichkeit weiter steigender Zinsen und innenpolitische Unsicherheiten, auf der anderen Seite liefern die beschlossenen „Sondervermögen“, wie beispielsweise zur Ausstattung der Bundeswehr oder die Konjunkturprogramme rund um die Energiewende, noch massive Unterstützung für die Wirtschaft. Zudem deuten die gesunkenen Energiepreise und andere Faktoren auf weiter sinkende Inflationsraten hin. Die Kombination aus der fortschreitenden Entspannung der Lieferketten, einer weiterhin hohen Auftragslage sowie einer niedrigen Arbeitslosenquote stimmt zudem positiv, dass die von den Notenbanken beabsichtigte „sanfte Landung“ gelingen könnte. Von der technischen Rezession sind in der Breite bisher keine großen Auswirkungen zu spüren, bis auf wenige Ausnahmen in der Bauwirtschaft oder in einigen Bereichen des Konsums. Allerdings könnte man dies auch als Rückkehr zur Normalität betrachten: Die Niedrigzinspolitik der Vorjahre hatte zu einem regelrechten Bauboom geführt und nach der Coronapandemie kam es zu Nachholeffekten im Konsum durch die wieder in Gang gekommenen Lieferketten und die Wiederverfügbarkeit von Produkten. 


Dennoch kaufen viele institutionelle Investoren zurzeit lieber die bekannten Flaggschiffaktien und eher defensive Werte. Schaut man sich die letzte Quartalsberichtsaison an, gibt es dafür jedoch eigentlich keinen hinlänglichen Grund. Kleine und mittlere Unternehmen haben vergleichbare Ergebnisse abgeliefert und sind in der Breite wesentlich attraktiver bewertet. Die Chancen stehen also gut, dass diese Aktien auf Sicht wiederentdeckt werden und eine Nachholrally erfolgt. Zumal die extrem gut gelaufenen Werte mittlerweile teilweise mit Bewertungen aufwarten, die an den „Neuen Markt“ zur Jahrtausendwende erinnern: Nvidia wird beispielsweise mit dem 25-fachen Jahresumsatz und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 200 bepreist. Ob diese Bewertung gerechtfertigt ist und der Aktienkurs gehalten werden kann, wird die Zeit zeigen.


Des Weiteren finden sich in den Schwellenländern derzeit wesentlich günstigere Unternehmensbewertungen: Keine Region der Welt ist derzeit attraktiver bewertet als Asien. Die etablierten Aktienmärkte der Region notieren rund 25% unter ihren historischen Durchschnittsbewertungen. Zwar sind die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China weiter unterschwellig präsent, der chinesische Markt dürfte aber bewertungstechnisch kaum mehr Abwärtspotenzial haben. Der Rückzug vieler US-Anleger hat in den letzten Monaten zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung geführt, obwohl die chinesische Konjunktur an Fahrt zu gewinnen scheint. Auch das Thema Inflation spielt dort keine Rolle, diese lag zuletzt bei 0,2%. Daher sind Zinssenkungen seitens der chinesischen Notenbank nicht nur denkbar, sondern scheinen unmittelbar bevorzustehen. Ebenso deutet sich an, dass diese von weiteren staatlichen Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft flankiert werden. Aktien aus den Schwellenländern wurden in den letzten zwei Jahren von den Anlegern aufgrund der deutlich schwächeren Wertentwicklung vernachlässigt, bieten jedoch neben der attraktiven Bewertung zusätzlich ein höheres Wachstumspotenzial, gerade in den eigenen Heimatmärkten.


Die Situation im Rohstoff- und Edelmetallsektor ist nach wie vor unverändert. Ein Mangel an Rohstoffen in bestimmten Bereichen ist, beispielsweise aufgrund der Umstellung auf die Elektromobilität, deutlich absehbar. Immer mehr Automobilhersteller sichern sich daher Beteiligungen an Minen, um die Versorgungssicherheit mit den zur Produktion dringend benötigten Grundstoffen zu gewährleisten. Trotzdem notieren die Unternehmen der Branche deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt und können sich bis zum Erreichen der Höchststände noch nahezu verdoppeln.


In unseren verwalteten Portfolios bleiben wir daher bei unserer bisherigen Strategie und setzen den Schwerpunkt auf deutsche und europäische Nebenwerte und mischen Rohstofftitel und Schwellenländeraktien bei. Sobald ein Ende der restriktiven Zinspolitik der Notenbanken absehbar ist, bietet sich gerade in diesen Segmenten ein enormes Aufholpotenzial.


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



April 2023

Nach den stärkeren Schwankungen im März tendierten die internationalen Börsen im April eher seitwärts. Die Leitindizes wie DAX, DJ EuroStoxx und Dow Jones konnten leicht zulegen, während die NASDAQ und der MSCI-Welt auf der Stelle traten. Leichte Rückgänge gab es hingegen bei den Schwellenländeraktien.


Erwartungsgemäß kam es zu einer Beruhigung in der amerikanischen Regionalbankenkrise. Zwar litten kleinere Institute deutlich unter der Angst der Anleger um ihre Einlagen und waren mit teils massiven Mittelabflüssen konfrontiert, der befürchtete „Bank-Run“ blieb allerdings aus. Dennoch bleibt die Nervosität gerade in den USA hoch, jedoch ist weiterhin nicht mit einem globalen Flächenbrand zu rechnen. In den letzten Wochen haben die Banken weltweit ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Liquiditätslage überprüft. Wir gehen daher davon aus, dass die Aufregung rund um dieses Thema weiter abebbt und es nur noch vereinzelte kleinere Institute geben wird, die deswegen in eine Schieflage geraten könnten. 


Die Marktteilnehmer beschäftigt das von uns im letzten Monat beschriebene Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Rezessionsgefahren weiterhin: So deuten die Wirtschaftsdaten in den USA und Europa auf eine deutliche Abkühlung der Konjunktur hin und die Energiepreise, einer der Hauptfaktoren für die zuvor stark gestiegene Inflation, sind in den letzten Wochen weiter gesunken. Dies spricht für ein Ende der Zinserhöhungen durch die Notenbanken, was zu einer Beruhigung im amerikanischen Bankensektor führen und die Aktienmärkte beflügeln sollte. Andererseits sinken die Inflationsraten nicht in dem erhofften Tempo und sind noch weit von den Zielkorridoren der Notenbanken entfernt, was gegen eine Lockerung spricht.


Zusätzlich sorgen die Aussichten auf eine bevorstehende Rezession weiterhin für eine Zurückhaltung der Marktteilnehmer und haben in den zurückliegenden Wochen zu einer Flucht in wenige große Aktienwerte geführt, die als sichere Häfen gelten. 

Am Beispiel des amerikanischen S&P 500-Index wird dies deutlich: Alle 500 enthaltenen Titel sind gleich hoch im Index gewichtet, unabhängig von der Firmengröße. Seit Jahresbeginn liegt der S&P 500 zwar im Plus, jedoch fast nur aufgrund der guten Entwicklung von Microsoft und Apple. Von den restlichen Titeln liegen 492 seit Jahresanfang im Minus! Die alte Börsenweisheit, dass die Streuung auf verschiedene Titel und Anlagesegmente zu einer Minimierung der Risiken und stabileren Erträgen führt, wurde ausgehebelt bzw. wer in den letzten Wochen nicht in diesen wenigen Titeln investiert war, konnte keine Zuwächse bei seinen Anlagen erzielen. Hochinteressante Firmen aus der zweiten und dritten Reihe wurden ebenso verschmäht wie Titel aus den Schwellenländern.


In den letzten Tagen haben jedoch erste Anleger das enorme Potenzial aufgrund der hochattraktiven Bewertungen im Rohstoffsegment entdeckt. Im Goldminenbereich wurden erste zaghafte Käufe getätigt, nachdem der in die Nähe seines Allzeithochs gestiegene Goldpreis in Kombination mit gesunkenen Energiepreisen die Gewinnaussichten deutlich verbessert hat. Trotz der Höchststände im Goldpreis notieren die Aktien der Produzenten noch etwa 30% unter ihren Hochs, so dass hier weitere Kursaufschwünge zu erwarten sind. Ganz ähnlich sieht es bei den für die Energiewende und Elektrifizierung benötigten Rohstoffen aus. Die Aktienkurse sind von den Hochs aus den Jahren 2019/2020 etwa 50% entfernt, die Nachfrage ist jedoch ungebrochen und zieht weiter an, zum Beispiel nach Lithium zur Batterieherstellung. Auch hier ist eine leichte Aufwärtsbewegung zu verzeichnen. Um jedoch die derzeitige enorme Unterbewertung des Sektors abzubauen, müssen die Kurse noch kräftig steigen. 


Im Prinzip hat sich die Lage an den Märkten in den letzten Wochen also nicht grundlegend geändert. Teilweise hochattraktive Bewertungen bei Titeln aus der zweiten und dritten Reihe, dem Rohstoffsektor oder den Schwellenländern werden aufgrund der derzeitigen Risikoscheue der Anleger noch nicht genutzt. Sobald ein Ende der restriktiven Zinspolitik der Notenbanken absehbar ist, bietet sich gerade in diesen Segmenten ein enormes Aufholpotenzial. 

Wir fühlen uns daher in unseren verwalteten Portfolios mit dem Schwerpunkt auf deutschen und europäischen Nebenwerten und unseren Beimischungen in Rohstofftiteln und Schwellenländeraktien weiterhin wohl, auch wenn sich das Potenzial zurzeit noch nicht entfaltet hat.


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



März 2023

Anfang März hatten wir wie viele andere Marktteilnehmer auf eine Kurskorrektur auch bei deutschen und europäischen Aktien gehofft, die dann auch tatsächlich im Monatsverlauf eintrat. Die Börsenstimmung hatte sich spürbar eingetrübt und die Liquiditätsquoten vieler Fondsmanager haben sich deutlich erhöht. Privatanleger reagierten ebenfalls auf die Kursrückgänge und haben ihre Positionen angepasst.



Auslöser für die Unsicherheiten war die Pleite einer amerikanischen Regionalbank, die nicht durch säumige Schuldner, sondern durch ungeschicktes Investieren des Eigenkapitals in Bedrängnis geriet. Das schnelle und entschlossene Handeln der Notenbanken in der Folge hat die Märkte jedoch schnell wieder beruhigt. Schnell war klar, dass es sich um Probleme von Einzelbanken handelt und keine Gefahr eines Übergreifens auf den gesamten Sektor zu befürchten war.


Zum Monatsende kam es dann durch schlechtere Konjunkturdaten, weiter sinkende Energiepreise und den daraus resultierenden Zinsrückgängen bei Staatsanleihen zu einem Stimmungswechsel unter den Anlegern. Auch wenn die Notenbanken immer noch bemüht sind, mit Zinssteigerungen die Inflation einzudämmen, reagiert der Kapitalmarkt bereits auf den von uns bereits mehrfach thematisierten Rückgang der Inflationszahlen. Die Teuerungsrate hat sich seit dem Hoch zum Jahreswechsel bereits deutlich reduziert, auch für die nächsten Monate erwarten wir eine weitere Entspannung.


Dies wird bei den Notenbanken zu einem Umschwenken in der Zinspolitik führen. Einige Marktbeobachter gehen in den USA bereits von bis zu drei Zinssenkungen noch in diesem Jahr aus. Diese ersten Zinssenkungserwartungen, bzw. das absehbare Ende des Zinserhöhungszyklus, wird in absehbarer Zeit zu einer Entspannung an den Börsen und einem Wiederaufflammen der Kauflaune bei den Investoren führen. Diese treffen dann auf einen teilweise überverkauften Aktienmarkt mit weiterhin hochattraktiven Unternehmensbewertungen und eröffnen somit das Potenzial für mittelfristig deutliche Kurssteigerungen.


Zusätzlich planen viele Staaten Infrastrukturinvestitionen und Förderprogramme in Milliardenhöhe für die Umsetzung der Energiewende, z.B. im Immobiliensektor oder bei der Mobilität. Es ist unserer Meinung nach daher nur eine Frage der Zeit, bis sich der Aktienmarkt zu neuen Höhen aufschwingt, auch wenn sich die Wirtschaftsdaten zunächst weiter eintrüben dürften.

Aufgrund der schlechteren Konjunkturaussichten und der in absehbarer Zeit zu erwartenden Zinssenkungen hat auch der Goldpreis seine zwischenzeitliche Schwächephase überwunden und konnte sich in den letzten Wochen in Richtung seiner alten Höchststände bewegen. In Kombination mit den gesunkenen Kraftstoffpreisen führt dies zu höheren Gewinnaussichten bei Goldminen, weshalb wir hier mit einer gewissen Verzögerung ebenfalls eine positive Reaktion erwarten.

 

Auch in China und anderen asiatischen Ländern deuten Frühindikatoren auf eine Verbesserung der Wirtschaftslage hin. So sind in den letzten Wochen beispielsweise die Frachtraten für Schüttgut- und Containerschiffe wieder angestiegen, nachdem sie zuvor seit einem guten Jahr nur gefallen sind. Dies sind Vorboten für eine sich verbessernde Wirtschaftsentwicklung in dieser Region.


In unserer Vermögensverwaltung und den verwalteten Portfolios haben wir die Rückschläge genutzt und die vorhandene Liquidität investiert, bleiben in unserer Anlagestruktur aber unverändert: Den Schwerpunkt bilden deutsche und europäische Titel, Schwellenländer, Rohstoffe und Edelmetalle sind prominente Beimischungen. Hier sehen wir ein enormes Aufholpotenzial, sobald die Börsenentwicklung wieder an Fahrt gewinnt.


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Februar 2023

Nachdem die Aktienmärkte in den Monaten zuvor deutliche Kursgewinne verzeichnen konnten, kam es im Februar zu der von uns im letzten Monatskommentar erwarteten Konsolidierung. Sowohl an den internationalen Börsen als auch im Rohstoffbereich wurde ein Teil der zuvor aufgelaufenen Gewinne wieder abgegeben. Amerikanische Aktien gaben um etwas über 4% nach, die Schwellenländer etwa in gleicher Höhe und der Goldpreis sank um rund 5%. In Deutschland und Europa haben die Märkte noch nicht stärker reagiert, allerdings wäre dies aus unserer Sicht ebenfalls begrüßenswert.


Die Inflationszahlen dürften in den nächsten Monaten weiter rückläufig sein, so dass der Druck auf die Notenbanken langsam nachlässt und mehr Spielraum für die weitere Zinspolitik gibt. Zwar präsentierten sich die jüngsten Wirtschaftsdaten überraschend stark, jedoch zeichnet sich bei den Frühindikatoren eine Verlangsamung des Wachstums ab. Diese absehbare Abkühlung zeigte sich bereits in den deutlich rückläufigen Rohstoffpreisen im Verlauf der letzten Monate. Kurz nach Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine hatten sich Rohstoffe deutlich verteuert. Mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt und die Notenbanken sollten auf Sicht am Ende des Zinserhöhungszyklus angekommen sein.


Die Aussicht auf eine weniger restriktive Notenbankpolitik sorgt in Kombination mit den robusten Wirtschaftszahlen und weiterhin hochattraktiven Unternehmensbewertungen für das Potenzial für eine weitere Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten in den kommenden Monaten.


Unsere Portfoliostruktur mit dem Aktienschwerpunkt auf Europa und den bewussten Beimischungen in den Segmenten Rohstoffe, Gold und Schwellenländer bleibt daher weiterhin unverändert bestehen. Warum gerade diese heute noch eher schwierigen Börsensegmente hochattraktiv sind, erfahren Sie in unserer neuesten Ausgabe unseres Börsenbriefs „Fonds Inside“, die wir für Sie im News-Bereich zum Download bereitgestellt haben. Unsere Mittelzuflüsse werden wir in den kommenden Wochen dazu verwenden, das aktuelle Umfeld zur Aufstockung von bestehenden Positionen zu nutzen.


Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Januar 2023

Im Januar setzten die Aktienmärkte ihre im September begonnene Aufwärtsbewegung weiter fort. Hohe Inflationszahlen, der darauffolgende Zinsanstieg und der Abschwung in China haben die von uns verwalteten Portfolios im vergangenen Jahr belastet, von der Gegenbewegung Anfang 2023 haben sie jedoch überdurchschnittlich profitiert. 


So hat der Skyline Dynamik Fonds alleine in den ersten vier Wochen fast 10% zugelegt und somit binnen kurzer Zeit einen wesentlichen Teil der Verluste aus dem Jahr 2022 wieder wettgemacht. Er setzte sich damit an die Spitze im Wettbewerbsvergleich der Vermögensverwalter-Fonds. Nachdem sie im letzten Jahr eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung aufwiesen, haben viele Akteure ausgerechnet die Anlagesegmente aus ihren Portfolios geworfen, die nun in Schwung kommen und müssen diese nun zurückkaufen. Dies zeigt einmal mehr, wie schwierig das richtige Timing an den Aktienmärkten ist. 


Ende Dezember erwarteten die meisten Experten in ihren Prognosen per Ende 2023 einen DAX-Stand von knapp 15.000 Punkten. Entsprechend vorsichtig wurden die Portfolios strukturiert, die Liquiditätsquote der Fondsmanager war auf Rekordhoch, vor einem ruppigen Jahresstart wurde gewarnt und eine Erholung erst für das zweite Halbjahr erwartet. Doch nach dem fulminanten Jahresstart wurden die Jahresprognosen vieler Banken bereits am 12. Januar erreicht. Von der von vielen Strategen vorhergesagten Superrezession ist bis heute nichts zu sehen, die Konjunktur läuft bisher bei weitem nicht so schlecht wie befürchtet. Einige Konjunkturdaten deuten sogar schon wieder auf ein anziehendes Wachstum hin. 


Durch den guten Jahresstart hat sich die Erwartungshaltung vieler Marktteilnehmer schon nach kurzer Zeit geändert. Ein Ende der Zinserhöhungen durch die Notenbanken und die Rückkehr zu einer wirtschaftsfreundlicheren Geldpolitik scheint in den kommenden Monaten möglich. Jüngst hat die kanadische Notenbank das Ende ihrer Zinsanhebungen bekannt gegeben. Mittlerweile ist die Bremswirkung der gestiegenen Zinsen in vielen Bereichen spürbar, gerade im Bausektor, wo viele Projekte in Europa und in den USA auf Eis gelegt oder ganz abgesagt wurden. Auch viele Rohstoff- und Energiepreise haben sich in den letzten Monaten deutlich reduziert und helfen so bei der Normalisierung der Inflationsraten. Seit den Höchstständen im letzten Jahr verbilligte sich beispielsweise Gas um über 70%, Öl um über 30%, Kupfer um fast 20% und Stahl um fast 25%. Diese Weltmarktpreise mögen für viele im Alltag bisher nicht spürbar sein, kommen jedoch langsam auch im Einzelhandel an. Beispielsweise haben die Discounter kürzlich den Butterpreis wieder auf 1,59 Euro gesenkt, während im Hoch teilweise über 3 Euro verlangt wurden.


Viele Verwalter fühlen sich zu defensiv und unterinvestiert aufgestellt; sie müssen nun auf den fahrenden Zug aufspringen und die gehaltenen Barreserven investieren, um nicht abgehängt zu werden. Dies treibt die Aktienmärkte zusätzlich an.


Wir halten daher weiterhin an unserer Aufteilung in den verwalteten Portfolios fest: Den Schwerpunkt bilden deutsche und europäische Aktien, derzeit werden Aktien aus den Schwellenländern und China prominent beigemischt. Seit dem Ende der Null-Covid-Politik springt gerade der chinesische Aktienmarkt an; nachdem er im letzten Jahr eine der schlechtesten Wertentwicklungen aufwies, können wir uns vorstellen, dass er in diesem Jahr zu den Gewinnern gehört. 


Einen weiteren Schwerpunkt bilden Aktien aus dem Rohstoffsektor, vor allem aus dem Edelmetallbereich und den Zukunftsrohstoffen, die für die weitere Elektrifizierung benötigt werden. Gerade im Goldsektor sehen wir ebenfalls Aufholpotenzial. Die internationalen Notenbanken haben im letzten Jahr soviel Gold gekauft, wie zuletzt vor 55 Jahren in 1967, nämlich rund 1.136 Tonnen im Gegenwert von rund 70 Milliarden US-Dollar. Neben geostrategischen Überlegungen der Staaten, die bisher ihre Devisenreserven überwiegend in US-Dollar angelegt haben, sind es auch Privatanleger, die Gold als Wertaufbewahrungsmittel kaufen, sobald das Papiergeld durch Inflation an Wert verliert, wie es beispielsweise in der Türkei gerade der Fall ist. Wir sehen hier eine Trendwende die weiter anhalten dürfte, so dass wir an unseren Goldinvestitionen festhalten.   


Obwohl wir nach dem starken Anstieg der letzten Wochen zunächst mit einer Konsolidierung an den internationalen Aktienmärkten rechnen, bleiben wir für den weiteren Jahresverlauf positiv gestimmt. Halten Sie daher auch an Ihren Aktienanlagen fest, meist legen die ersten Wochen des Jahres den Grundstein für die weitere Entwicklung. Die Chancen stehen daher gut, dass dieses Jahr deutlich besser verläuft als das letzte. Ähnlich wie im Coronajahr 2020 könnte auch das Jahr 2023 aufgrund der negativen Erwartungshaltung für eine positive Überraschung sorgen.


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Marktkommentare

2022


Dezember 2022

Das Börsenjahr 2022 ist vorbei, doch die beherrschenden Themen des letzten Jahres beschäftigen uns weiterhin: Der Ukraine-Krieg Russlands mit seinen Auswirkungen auf die Rohstoff- und Energiepreise, die rekordhohen Inflationsraten mit den entsprechenden Reaktionen der Notenbanken durch Zinserhöhungen im Akkordtempo und schließlich noch die Folgen der Covid-Pandemie. All dies führte zu den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und der negativen Wertentwicklung an den Börsen. 


Die Leitindizes DAX, EuroStoxx und MSCI Welt verloren zwischen 10% und 15%, bei den Nebenwerten wie MDAX, SDAX oder der NASDAQ beliefen sich die Verluste teilweise sogar auf über 30%. Doch nicht nur die Aktienmärkte mussten Verluste verkraften, auch die Anleihekurse brachen durch die Zinserhöhungen der Notenbanken im zweistelligen Prozentbereich ein.


Zumindest in den USA dürften wir uns auf Sicht dem Ende der Zinserhöhungen durch die FED nähern. In Europa ist die Situation schwieriger einzuschätzen, da sich die Verantwortlichen bei der EZB, allen voran Christine Lagarde und Isabelle Schnabel, bei ihren Prognosen und den daraus abzuleitenden Maßnahmen nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. So lautete die Schlagzeile der Bildzeitung Anfang 2022 bei einer Inflationsrate von 5%, immerhin ein 29-Jahreshoch, nach einem Gespräch mit Frau Schnabel: „Oberste Euro-Hüterin will nichts gegen die Inflation tun“. Nachdem sich die Inflationsrate in den folgenden sechs Monaten ohne Maßnahmen der EZB nahezu verdoppelt hatte, war zu lesen, dass „die Inflation durch Zinserhöhungen energisch bekämpft werden müsse“. Zu diesem Zeitpunkt deutete bereits die Entwicklung der Rohstoffpreise auf eine Beruhigung bei der Inflationsentwicklung hin.


Zinserhöhungen machen sich erst mit einer Verzögerung von 6-12 Monaten in der Realwirtschaft bemerkbar. Die zwischenzeitlich weiter fortgeschrittene Verbesserung bei der Lieferkettensituation und der Rückgang bei den Rohstoffpreisen wird unserer Meinung nach dazu führen, dass sich die Inflation weiter zurückbildet – und dies wesentlich schneller, als von den meisten Experten prognostiziert wird. Wir können uns sogar vorstellen, dass wir auf Sicht der nächsten 12-18 Monate für Endkunden niedrigere Preise für Gas, Öl und Strom sehen, als zu Beginn des Jahres 2022, deren Preiszuwächse ja ein Haupttreiber für die eskalierenden Inflationsraten waren. Ein weiteres Indiz für einen Rückgang der Inflation sind die seit Herbst weltweit stark fallenden Produzentenpreise, die sich mit Verzögerung auch bei den Verbraucherpreisen bemerkbar machen werden.


Die Ängste aufgrund der Rohstoff- und Energiepreisentwicklung, der Angebotsknappheit durch die gestörten Lieferketten, der befürchteten Konsumzurückhaltung aus Angst vor der weiteren Konjunkturentwicklung und weiter steigenden Zinsen führten noch im vergangenen Herbst zu düsteren Prognosen über eine tiefe Rezession in 2023 und trübte die Stimmung unter den Anlegern weiter ein. Mittlerweile ist bei vielen dieser Negativfaktoren jedoch eine Entspannung eingetreten: Die Lieferketten kommen dank des Endes der rigorosen Null-Covid-Politik in China immer besser in Gang - jüngst war gar von einer „Chip-Flut“ die Rede, während vor einem halben Jahr der Mangel an Computerchips zu Produktionsverzögerungen führte. Die Konjunkturdaten deuten eher auf eine sanfte Landung hin, immer mehr der Crashpropheten 

sehen heute ebenfalls eine sanfte bis mittelschwere Rezession voraus, nachdem ihre Voraussagen schon im zweiten und dritten Quartal nicht eingetreten sind. Der Arbeitsmarkt 

zeigt sich bisher robust, auch die Lohnabschlüsse sind in der Breite moderat, wenn wir die 60.000 EU-Beamten in Brüssel, die sich eine 8,5%ige Gehaltserhöhung genehmigt haben, einmal außen vorlassen. 


Der milde Winter hat zudem dazu geführt, dass die Gasspeicher derzeit wesentlich voller sind als befürchtet, das Schreckgespenst der Gasmangellage mit all ihren Auswirkungen scheint gebannt. Im Gegenteil: Sowohl die Wirtschaft als auch die privaten Haushalte haben deutlich Gas gespart, durch Produktionsumstellungen oder Verhaltensänderungen. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen und so den zukünftigen Bedarf dauerhaft weiter reduzieren, beispielsweise werden viele der als Ersatz für die bisherige fossile Heizanlage bestellten Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen erst noch installiert.


Die Vielzahl der von der Politik lancierten Entlastungs- und Konjunkturpakete wird in den nächsten Jahren konsumunterstützend wirken. Ob Infrastrukturmaßnahmen oder Rüstungsausgaben, der Staat kurbelt die Wirtschaft an. Dabei helfen die weiterhin negativen Realzinsen bei der Bewältigung der Schuldenlast. Eine zehnjährige deutsche Bundesanleihe wirft derzeit für Anleger etwa 2,1% Rendite ab, die Inflationsrate liegt deutlich darüber. Was den Schuldner freut ist für den Investor ernüchternd bzw. unrentabel. Da wir auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von 3-4% erwarten, bleiben Anleihen für Investoren auch weiterhin unattraktiv. 


Wer eine Rendite erzielen möchte, muss in Sachwerte investieren. Dabei bleiben Aktien- und Rohstoffinvestments ganz klar die beste Wahl. Auch ist der von uns beschriebene Favoritenwechsel weiter im Gang: Während in den letzten zehn Jahren vor allem amerikanische Titel gesucht waren und der US-Dollar sich dementsprechend aufwertete, scheint das Pendel nun wieder in Richtung Europa zu schwingen. Die Kursrückgänge an den Börsen und die Kaufzurückhaltung der Anleger haben die Bewertungen der Unternehmen im Sommer auf äußerst attraktive Niveaus geführt. Im letzten Quartal hat sich der amerikanische Aktienmarkt kaum nach oben bewegt und der US-Dollar sogar um über 10% zum Euro abgewertet, während in Deutschland und Europa zweistellige Zuwächse zu verzeichnen waren, der DAX notierte zuletzt bei fast 15.000 Punkten, während er Ende September noch unter die 12.000 Punkte-Marke gerutscht war. Erfreulicherweise zogen zuletzt auch die deutschen und europäischen Nebenwerte wieder an.


Die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im Börsenjahr 2023 sind also gegeben. Eine Abschwächung der Konjunktur muss nicht negativ für die Aktienmarktentwicklung sein. Im Gegenteil: Die besten Aktienmarktrenditen werden durch Kurserholungen erzielt, die meist weit vor der Erholung der Unternehmensgewinne einsetzen, da die Börse die tatsächliche Entwicklung vorwegnimmt. Es bestehen weiterhin vor allem politische Risiken sowohl im Ukrainekrieg als auch im Konflikt zwischen China und Taiwan, doch deren ökonomische Auswirkungen scheinen beherrschbar. 


Lassen Sie uns daher das vergangene Jahr möglichst schnell abhaken und den gemeinsamen Blick hoffnungsvoll nach vorne richten. Viele der noch aktuellen Probleme sollten in diesem Jahr gelöst werden, der aktuelle Konflikt in Osteuropa beschleunigt den Umbau der Wirtschaft, den technischen Fortschritt und den politischen Willen zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen. Die Welt ist weiterhin nicht rosarot verschleiert, jedoch scheinen die die mittel- bis langfristigen Aussichten wesentlich besser als noch vor einem Jahr.


Unsere favorisierten Börsensegmente bleiben weiterhin Deutschland, Europa, Asien und der Rohstoffsektor. Diese haben wir in unseren verwalteten Portfolios prominent gewichtet, was sich in der jüngsten Entwicklung bereits ausgezahlt hat. 


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



November 2022

Die im Oktober begonnene Erholung an den Aktienmärkten setzte sich im November weiter fort. Auch der Goldpreis, der seit seinem Hoch im März von knapp über 2.000 USD je Feinunze bis Oktober auf fast 1.600 USD gefallen war, erholte sich in den letzten Wochen auf ein Niveau von zuletzt 1.800 USD. Auch die Kurse in den Schwellenländern verzeichneten deutliche Kursgewinne, die Stimmung hat sich auch hier aufgehellt. 



Auffällig ist, dass in Deutschland und Europa bereits die Abwärtstrends im Oktober gebrochen wurden, dies dem breiten amerikanischen Aktienmarkt jedoch bislang noch nicht gelungen ist. Nachdem in den letzten zehn Jahren amerikanische Aktien eine deutlich bessere Wertentwicklung verzeichnen konnten als der europäische Markt, könnte nun der lang erwartete Favoritenwechsel eintreten. Zumal die amerikanischen Unternehmen im Verhältnis zu europäischen Titeln deutlich teurer bewertet sind.


Doch exakte Prognosen sind bekanntermaßen schwierig, besonders, wenn sie in die Zukunft gerichtet sind! Aufgrund des bevorstehenden Jahreswechsels werden Sie in den nächsten Wochen in den Zeitungen und Magazinen wieder viele Vorhersagen für das kommende Jahr finden. Wie hoch werden der DAX, der Dow Jones oder der EuroStoxx zum Ende 2023 stehen? Wie entwickeln sich die Börsen im Verlauf des nächsten Jahres? Zumeist stellen sich die Aussagen im Nachhinein genauso treffsicher dar, wie das Jahres-Horoskop ein paar Seiten weiter hinten in der Zeitschrift. Solche Punktprognosen sind als Grundlage für eine Anlageentscheidung ungeeignet, können aber trotzdem zur Orientierung nützlich sein, da sie das aktuelle Stimmungsbild der Befragten widerspiegeln.


Nehmen wir zum Beispiel die Entwicklung in diesem Kalenderjahr. Die Gründe für die schwache Börsenentwicklung sind schnell gefunden: Inflations- und Zinsanstieg, Rezessionsängste, abgerissene Lieferketten und der Ukraine-Krieg. Den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar hat niemand genau vorhergesehen, schon gar nicht am Ende des Vorjahres – dazwischen lagen gerade einmal knapp zwei Monate. Bei Indexprognosen über einen Zeitraum von üblicherweise mehr als 12 Monaten, ist die Abweichung zur tatsächlichen Indexmarke somit meist beträchtlich. Trotz dieser offensichtlichen Schwierigkeiten verlangen Anleger aber geradezu nach Prognosen. Denn in einer Welt, die von großen Unsicherheiten geprägt ist, verspricht eine Prognose Sicherheit, Klarheit und ein gewisses Maß an Kontrolle. Sie erleichtert dadurch Anlageentscheidungen und bietet auch Entschuldigungen beim Nichteintreten des gewünschten Anlageerfolgs – immerhin wurde die Entscheidung ja auf Basis von Expertenwissen getroffen.


In den jüngsten Umfragen erwarten 90% der Fondsmanager für das nächste Jahr eine deutliche Rezession. Wie bereits in unserem letzten Marktkommentar beschrieben, bewegen sich die Liquiditätsquoten in den Fonds daher auf einem Rekordniveau, es herrscht eine Kaufzurückhaltung, man scheut das vermeintliche Risiko. Aktuelle Wirtschaftsdaten bestätigen diese Ängste bisher allerdings nicht. Eine Rezession in dem erwarteten Ausmaß ist derzeit nicht absehbar. Selbst eine leichte Rezession wäre aufgrund der risikoaversen Ausrichtung der Investoren ein positives Signal, da die besser als erwartet ausfallenden Unternehmensergebnisse dann zu weiteren Kurssteigerungen führen könnten. Wenn sich ein Großteil der Anleger bei einer unerwarteten Kurserholung neu orientieren muss, ist die weitere Entwicklung leicht vorstellbar.


Wir sehen zudem positive Entwicklungen bei den Rohstoffpreisen, wie z.B. Öl, Gas, Kupfer oder Baumaterialien. Durch die erwartete Rezession haben sich die Preise in den meisten Sektoren deutlich reduziert, was sich wiederum dämpfend auf die Inflation auswirkt. Die Maßnahmen der Notenbanken tragen ihr Übriges dazu bei. Der weitere Verlauf in Sachen Corona scheint ebenfalls überschaubare Folgen zu haben. In Europa sind Ärzte und Regierungen dazu übergegangen, die Infektion mit den alljährlichen Grippewellen gleichzusetzen. Durch die Lockerung bei den angeordneten Corona-Maßnahmen in China entspannen sich auch die Lieferketten weiter, so dass sich in vielen Bereichen die noch vor Monaten teils problematische Versorgungslage normalisiert hat. Manche Unternehmen haben neue Lieferanten oder Ersatzprodukte gefunden, andere haben die Lagerbestände aufgestockt. Durch die nicht absehbare Insolvenzwelle sind zudem auch die Erwartungen für die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt stabil.


Der Pessimismus, der – vor allem durch den Ukrainekonflikt mit all seinen Folgen – in diesem Jahr Einzug gehalten hat, brachte gerade in den Sommermonaten attraktive Einstiegskurse mit sich, wie sie nur selten vorkommen. Denn die Börse läuft nicht synchron zur Gegenwart, sondern entkoppelt sich vom aktuellen Geschehen und schaut voraus. Das aktuelle Geschäftsjahr 2022 ist längst abgehakt, der Fokus der Investoren liegt auf den kommenden 12 Monaten und darüber hinaus.

Bei unserer Fondsauswahl setzen wir daher weiterhin auf Manager, die sich nicht an einem Index orientieren, sondern sich stattdessen auf die Suche nach interessanten Unternehmen in ihrem jeweiligen Anlageuniversum begeben, von deren Zukunftspotenzial sie überzeugt sind. Denn in jeder Krise wird es Gewinner geben – egal, wie hoch der Index in zwölf Monaten steht. 


Für Fragen zum Marktgeschehen, zu Ihren Fondsanlagen oder einen allgemeinen Austausch steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.



Oktober 2022

Die Märkte beschäftigen sich nach wie vor mit dem Krieg in der Ukraine, den hohen Energiepreisen, den gestiegenen Leitzinsen, der Inflation und den Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung, vor allem in China. Eine Mischung mit viel Potenzial für Pessimismus – die Stimmungsindikatoren in Deutschland und in den USA erreichten jüngst historische Tiefstwerte, die Liquiditätsquoten der Fondsmanager bewegen sich auf Rekordniveau. Aktienanlagen wurden aufgrund der schlechten Stimmung in vielen Depots untergewichtet und die Fonds meist sehr defensiv ausgerichtet. Doch auch Anleihen kamen in diesem Jahr durch die im Rahmen der Inflationsbekämpfung stark gestiegenen Zinsen deutlich unter die Räder. Teilweise wurden die Kurszuwächse der letzten 10 Jahre binnen weniger Wochen aufgezehrt und selbst Mischfonds erlitten teils deutliche Verluste. Der Herbstblues hatte bei vielen Marktteilnehmern eingesetzt.


Überhaupt nicht ins allgemeine Stimmungsbild passte jüngst das überraschende Wachstum der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal, das vor allem durch den hohen privaten Konsum getrieben wurde – und dies trotz einer Inflation auf Rekordniveau. Dies ist verwunderlich, da das europäische Verbrauchervertrauen auf dem niedrigsten Niveau seit Datenerhebung im Jahr 1985 ist. Doch genau dies gibt Grund zur Zuversicht, denn wann immer die Stimmungsbarometer derartige Tiefs erreichten, gab es in den folgenden 12 Monaten zweistellige Erträge am Aktienmarkt. 


Betrachtet man die Situation am Aktienmarkt völlig emotionslos, ergibt sich das folgende Bild: Die Zinsen und Inflationsraten sind deutlich gestiegen, sollten jedoch in Anbetracht der sinkenden Rohstoff- und Energiepreise nahe an ihren Höchstständen sein. Dank der fallenden Kurse sind die Bewertungen vieler Aktien auf den Tiefständen der letzten Jahrzehnte, das Kurs-Gewinn-Verhältnis vieler europäischer Titel bewegt sich auf dem Niveau der Eurokrise. Der Preisaufschlag für den amerikanischen S&P 500 zum europäischen Markt beträgt in Bezug zum KGV derzeit 44%. Europäische Aktien haben also unter dem Ukrainekonflikt und der Energiekrise stärker gelitten als amerikanische Titel. Die Mittelabflüsse und die entsprechenden Wertrückgänge spiegeln auch das schwindende Vertrauen in die Leistungsfähigkeit Europas wider.


Gesucht wurden neben den amerikanischen Aktien auch US-Staatsanleihen, die durch den höheren Zins für Rentenanleger attraktiver sind als ihre europäischen Pendants. Doch die Mittelzuflüsse in den Dollarraum haben den US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen auf ein Rekordhoch getrieben. Dies wird aber für die US-Wirtschaft zunehmend zu einer Belastung, ebenso wie für viele Schwellenländer, die sich in US-Dollar verschuldet haben. Die gestiegenen Zinsen machen sich auch am Immobilienmarkt bemerkbar und erschweren vielen US-Bürgern ihre Altersvorsorge. Die amerikanische FED muss daher besonders darauf achten, die Zinsschraube nicht zu überdrehen, ihr Spielraum nach oben ist also begrenzt. Es droht sonst ein Vertrauensverlust in den zurzeit als Stabilitätsanker dienenden US-Dollar. Sollte die Notenbank versagen, wäre eine Flucht aus der unter Kaufkraftschwund leidenden Papierwährung in Gold die Folge, wie so oft in der Geschichte.


Apropos Gold: In der Vergangenheit reagierten Gold und Goldminenaktien bereits Monate vor der Änderung der Geldpolitik der Notenbanken. Sie erreichten ihren Tiefpunkt vor den Aktienmärkten und waren die Gewinner der ersten Phase steigender Märkte. Dieses Phänomen konnte auch in diesem Jahr wieder beobachtet werden. Dazu passt auch, dass die Zentralbanken im dritten Quartal mehr als ein Drittel der weltweit produzierten Menge des Edelmetalls, also knapp 400 Tonnen, gekauft haben. Der durchschnittliche Bezug liegt sonst bei ca. 10%. Jüngst kam es zu einer Gegenbewegung beim Goldpreis, die Notenbankaktivitäten dürften den erwarteten Aufwärtstrend bei Gold noch beschleunigen.


Doch zurück zum Aktienmarkt: In den letzten Wochen kam es bei europäischen Aktien, dank der rückläufigen Energiepreise, der zögerlicheren Zinserhöhungen der EZB und der generellen Untergewichtung europäischer Standardwerte in internationalen Depots aus den oben genannten Gründen, zu einer ausgeprägten Bärenmarktrallye. Hierbei haben sich die großen Standardwerte deutlich besser entwickelt als mittlere und kleinere Titel, was in der ersten Phase einer Gegenbewegung ganz normal ist. Die Hoffnung keimt nun natürlich auf, dass damit das Ende des Bärenmarktes eingeläutet sein könnte. Optimistisch betrachtet nimmt die Börse die wirtschaftliche Entwicklung normalerweise sechs bis zwölf Monate vorweg und die erwarteten Konjunkturrückgänge sind wahrscheinlich in den aktuellen Kursen schon eingepreist. Andererseits könnte die anhaltende Inflation die Notenbanken auch zu weiter steigenden Zinsen veranlassen und die Entwicklung an den Aktienmärkten weiterbelasten. Es bleibt also weiterhin spannend, in den nächsten Wochen dürften die Schwankungen je nach Nachrichtenlage weiter anhalten. 


Die Elektromobilität, saubere Energie und der Umbau unserer Energieversorgung werden auch nach der Beendigung des Ukrainekonflikts die bestimmenden gesellschaftlichen Themen bleiben und noch viele staatliche Investitionen nach sich ziehen. Die Energiewende wird durch die offen zutage getretenen Unzulänglichkeiten in der Energiepolitik beschleunigt und steht auch gesellschaftlich weltweit ganz oben auf der Agenda, ebenso wie das Thema Infrastruktur. Es bieten sich also genügend Investitionschancen auf dem aktuellen Kursniveau, unser Fokus liegt daher derzeit auf der Positionierung für den nächsten zu erwartenden Aufschwung.


In unseren verwalteten Depots und im Skyline Dynamik Fonds halten wir an unserer bewährten Strategie fest und setzen weiterhin vor allem auf europäische Titel und auf den Rohstoffsektor, mit den Schwerpunkten auf Gold, Edelmetalle, Kupfer und Batterierohstoffen. Halten Sie weiterhin an Ihrer Aktiengewichtung fest und nutzen Sie eventuelle Schwankungen weiterhin für Zukäufe.


Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



September 2022

Im September hielt die im August begonnene Abwärtsbewegung an den Börsen weiter an, bevor sich die Kurse in den ersten Oktobertagen erholten.  Zunächst sah es im Monatsverlauf nach einer Bodenbildung aus, doch dann wurde in den USA eine überraschend hohe Kerninflationszahl für den Monat August bekannt gegeben. Die Marktteilnehmer hatten jedoch mit einer sinkenden Inflationstendenz gerechnet und stellten ihre Positionen glatt, da sofort Befürchtungen über weiter deutlich steigende Zinsen aufkeimten und schließlich zu einem Ausverkauf an den Aktienmärkten führten. Als wäre dies noch nicht genug gewesen, kam zum Ende des Monats noch der Anschlag auf die beiden Pipelines Nord Stream 1 und 2 dazu und die Stimmung trübte sich weiter ein. 



Doch die Kombination aus der sehr schlechten Stimmung und der überverkauften technischen Börsenlage bereitete den Boden für eine Gegenbewegung, für die es nur einen Auslöser brauchte. Davon gab es in den letzten Tagen sogar gleich zwei: Als Erstes reagierte die britische Notenbank auf ein Konjunkturprogramm der Regierung und kauft nun entgegen ihren ursprünglichen Plänen weitere Staatsanleihen auf, anstatt sie wie geplant zu verkaufen, um einen weiteren Zinsanstieg zu verhindern. Die 180°-Wende der Notenbank signalisierte den Märkten, dass die Verantwortlichen einem ungebremsten Zinsanstieg nicht tatenlos zusehen werden. Der zweite Anlass für die eingeleitete Gegenbewegung war der sich stärker als erwartet abschwächende Einkaufsmanagerindex in den USA. Dies wurde als Indiz gedeutet, dass die Notenbankpolitik der FED bereits Wirkung zeigt und das Tempo der Zinserhöhungen wahrscheinlich viel schneller gedrosselt werden kann, als noch vor wenigen Wochen erwartet.


Auch andere Faktoren unterstützen die Hoffnung auf eine Abschwächung der Inflation: Als Reaktion auf die Krise und zur Vorbeugung von Lieferengpässen haben die Unternehmen ihre Lager gefüllt, die Bestände sind hoch. Dies bedeutet wenig Spielraum für weitere Preiserhöhungen, da die Lagerbestände erst abgebaut werden müssen. Auch die Preise für Öl, Gas und Strom haben sich in den letzten Wochen weiter reduziert. Diese Preissenkungen entfalten ihre Wirkung zwar erst mit Verzögerung, waren jedoch einer der Hauptfaktoren für den starken Anstieg der Inflation, die dadurch wieder deutlich sinken dürfte. Dies ermöglicht den Notenbanken wiederum weiteren Handlungsspielraum.


Diese Flexibilität ist auch notwendig, da sich die Politik des Geldausgebens durch die Regierungen bisher nicht geändert hat. Allein hierzulande wurden in den letzten Jahren großzügige Ausgaben beschlossen: 130 Mrd. Euro für die Coronapakete, 100 Mrd. Euro für die Sanierung der Bundeswehr, 95 Mrd. Euro für den Ukrainekrieg und die Entlastungspakete 1-3, ca. 200 Mrd. Euro kommen für die geplante Gaspreisbremse noch dazu. Im Vergleich wirken die Kosten von 82 Mrd. Euro für die Wiedervereinigung oder die zwei Pakete von 60 und 65 Mrd. Euro für die Überwindung der Finanzkrise und die Bankenrettung vor einer Dekade geradezu günstig. Das 9-Euro-Ticket, die Spritpreisbremse und was auch immer noch kommen mag: Irgendwann müssen diese Gelder wieder zurückgezahlt werden. Je niedriger die Zinszahlungen in der Zwischenzeit ausfallen, desto besser für den Staatshaushalt.


Doch die Marktteilnehmer schauen natürlich auch auf die Unternehmensergebnisse. Diese waren in den ersten beiden Quartalen des Jahres noch gut und übertrafen trotz der eingetretenen Krisen oft die Erwartungen. Die Ergebnisse für das dritte und vierte Quartal dürften jedoch gemischter ausfallen. Einige Branchen leiden unter der aktuellen Situation, während andere Branchen, wie zum Beispiel Erneuerbare Energien, eher profitieren. Die Gewinnerwartungen der Unternehmen wurden daher bereits angepasst. Die deutlichen Kurskorrekturen an den Börsen seit letztem Herbst (z.B. MDAX -40%, Euro-Stoxx/DAX -25%) haben diese Ergebnisrückgänge bereits eingepreist. Angesichts dieser sehr negativen Erwartungshaltung kann es trotz rückläufiger Unternehmensergebnisse und Geschäftszahlen zu positiven Reaktionen kommen, sollten die Unternehmensmeldungen besser ausfallen als befürchtet. 


Wo liegen die Chancen auf positive Überraschungen bei den Unternehmensergebnissen? Die Energiepreise könnten sich deutlich weniger bemerkbar machen als erwartet. Der deutsche Strompreis fiel am Spotmarkt von seinem Hoch von 700 Euro pro Megawattstunde auf zuletzt 100 Euro, der Heizölpreis um ca. 25%, Öl und Gas gingen trotz des Anstiegs nach den beiden Pipelinelecks um etwa 30% zurück. Die Energieversorgung über den Winter scheint trotz aller Widrigkeiten sichergestellt zu sein.

Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ukrainekrise rücken immer mehr in den Hintergrund. Die europäische Rohstoffabhängigkeit von Russland wurde deutlich reduziert: Gerade einmal 7% des europäischen Gases werden noch von dort bezogen. Der Feldzug in der Ukraine bereitet der russischen Armee zunehmend Probleme und setzt Putin auch innenpolitisch immer mehr unter Druck. Dadurch scheint eine positive Überraschung in diesem Konflikt ebenfalls möglich.


Auch beim Blick auf die Schwellenmärkte sehen wir Potenzial aufgrund der günstigen Aktienmarktbewertungen, gepaart mit den ergriffenen Maßnahmen zur Konjunkturunterstützung in einigen Ländern.  Allen voran die chinesische Regierung und Notenbank, die neben den durchgeführten Zinssenkungen auch die Einschränkungen in Bezug auf die strikte Null-Covid-Politik zunehmend lockern. Dies dürfte zu einer Konjunkturbelebung im Lande führen und die Rückkehr zur Normalisierung bei den Lieferketten weiter beschleunigen.


Zudem leitet der Oktober traditionell das stärkere Börsenhalbjahr ein. Da sich die Märkte seit Herbst 2021 in einer Korrektur und Bodenbildungsphase befinden, erwarten wir in den kommenden Wochen aufgrund der aktuellen Lage zwar weitere Schwankungen, gleichzeitig bieten sich jedoch zahlreiche Anlagechancen für den Einstieg oder das Aufstocken bestehender Positionen. Die Abwärtsphasen an den Börsen kosten alle Marktteilnehmer viele Nerven und Energie, das Durchalten wird jedoch meist durch die deutlich längeren Aufwärtsphasen im Anschluss belohnt. André Kostolany hat dies in zweien seiner Zitate passend zusammengefasst. „Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen.“ und „Gewinne an der Börse sind wie Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.“


In diesem Sinne lassen Sie sich von den aktuellen Turbulenzen nicht aus der Ruhe bringen. Behalten Sie Ihre Aktienquote bei und nutzen Sie die jetzigen Kurse gezielt zum Einstieg oder Nachkauf. Langfristig macht sich dies bezahlt, auch wenn durch kurzfristige Verwerfungen das eigene Nervenkostüm strapaziert werden kann.


Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner von Fonds Direkt gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



August 2022

In der ersten Augusthälfte setzte sich die im Juli begonnene Kurserholung zunächst fort, in der zweiten Monatshälfte gaben die Märkte ihre Zugewinne der letzten beiden Monate jedoch wieder ab. Unterm Strich verloren DAX und EuroStoxx etwa 5%, die Nebenwerteindizes MDAX und SDAX erlitten mit einem Minus von rund 8% sogar deutlich höhere Verluste. Im Gesamtjahr summieren sich die Kursrückgänge im Small- und Midcap-Bereich mittlerweile auf etwa 30%, seit dem Höchststand im November letzten Jahres stehen fast 40% Minus zu Buche. 



Nach wie vor sind die vielen negativen Schlagzeilen rund um die Gas- und Stromversorgung das beherrschende Thema an den Börsen. Im DAX und EuroStoxx wurden die Tiefs von Anfang Juli jedoch bisher nicht unterschritten. Vermutlich befinden wir uns seit gut zwei Monaten in einer Bodenbildungsphase.


Einer der Gründe dafür könnte sein, dass der Gaspreis trotz des völligen Lieferstopps durch Nordstream 1 unter das Niveau vor der Aussetzung gefallen ist. Seit seinem Hoch von Mitte August hat er sich nahezu halbiert. Trotz der seit Wochen andauernden Verknappung und der nun erfolgten kompletten Einstellung der russischen Lieferungen konnten die deutschen Gasspeicher fast zu 88% gefüllt werden. Die Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung vom russischen Gas wurde in den vergangenen Monaten deutlich reduziert. Auch die Konjunkturverlangsamung sorgt für einen geringeren Gasverbrauch, so dass die Speicher trotz der Lieferausfälle weiter gefüllt werden können. Deutschland scheint auch ohne russisches Gas ohne weiteres über den Winter zu kommen, was im März noch undenkbar erschien.


Doch nicht nur der Gaspreis geht zurück, auch der Ölpreis fiel in den letzten Monaten von 130$ auf zuletzt etwa 85$ und notiert somit auf Vorkriegsniveau. Auch die Nahrungsmittelpreise auf den Weltmärkten befinden sich auf einem 8-Monats-Tief. In den Supermarktregalen machen sich diese Preisreduzierungen jedoch noch nicht bemerkbar, da die bei der Verarbeitung anfallenden Mehrkosten für Energie und Löhne bei der Preisbildung berücksichtigt werden müssen. Natürlich wird die angespannte Lage an den Märkten auch von weniger betroffenen Branchen genutzt, um Preisaufschläge durchzusetzen.


Wir gehen davon aus, dass sich die Inflation aufgrund der deutlich gesunkenen Rohstoff- und Energiepreise abschwächen wird und sich dadurch der Druck auf die Notenbanken zur Inflationsbekämpfung ebenfalls reduziert. Während die amerikanische Notenbank FED die Zinsen in den letzten Monaten deutlich anhob, hat die europäische EZB wesentlich weniger Spielraum. Um die Auswirkung der gestiegenen Energiepreise für ihre Bürger abzufedern, weiten die Euro-Mitgliedsländer ihre Staatsverschuldung erneut weiter aus. Auffällig ist, dass die Länder, die bereits durch einen hohen Schuldenberg glänzen, auch hier auf den vorderen Plätzen zu finden sind. Allen voran Griechenland, das bereits über 3,5% des BIP für Unterstützungsmaßnahmen ausgibt, gefolgt von Italien, Spanien und Frankreich. Deutschland reiht sich mit den jüngst beschlossenen Förderpaketen im Mittelfeld ein. Sollten die Zinsen durch die Notenbankmaßnahmen nun deutlich steigen, wird der Schuldendienst für die Staaten künftig deutlich teurer. Es ist daher davon auszugehen, dass die EZB nach dem erfolgten Zinsschritt in Höhe von 0,75% genau prüfen muss, welche Maßnahmen noch ergriffen werden können, ohne die künftigen europäischen Staatshaushalte zu überfordern.


Das derzeitige Dilemma bietet jedoch auch Chancen, die im allgemeinen Trubel leicht übersehen werden: Die Abkehr von fossilen Energieträgern hin zu mehr Nachhaltigkeit in allen Bereichen und die entsprechende Transformation der Wirtschaft wird forciert. Fördermittel und Konjunkturprogramme werden bereitgestellt und Investitionshemmnisse beseitigt. Beispielsweise haben Hessen und Baden-Württemberg angekündigt, überwiegend privat genutzte Photovoltaikanlagen komplett von der Steuer befreien zu wollen. Aus diesen Entwicklungen ergeben sich vor allem Chancen für kleine und mittlere Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe wesentlich flexibler und schneller auf die veränderten Bedingungen reagieren können. 


In unseren verwalteten Portfolios und in unserem Skyline Dynamik Fonds setzen wir daher branchenorientiert vor allem auf die Bereiche der Zukunftstechnologien, Neue Energien und auf die dafür benötigten Rohstoffe. Weitere Schwerpunkte liegen auf Small- und Mid-Caps aus Deutschland und Europa sowie den asiatischen Schwellenländern. Die Positionen im Goldminensektor dienen als Absicherung und sind auch aufgrund der attraktiven Bewertung wichtige Depotbausteine. Wir fühlen uns daher mit unserer derzeitigen Ausrichtung auf diese spannenden Marktsegmente nach wie vor wohl. 

Bodenbildungsphasen, wie sie aktuell an den Märkten vorherrschen, werden von uns gezielt genutzt, um die Portfolios für die nächste Aufwärtsbewegung zu strukturieren. Wir sind daher zuversichtlich, von der erwarteten Kurserholung überdurchschnittlich zu profitieren.


Da die Börse die reale Wirtschaftsentwicklung in der Regel sechs Monate vorwegnimmt, beschäftigen sich die Marktteilnehmer also schon mit den Aussichten für das kommende Frühjahr. Die heute in den Medien behandelten Themen, wie eine erwartete Energie- oder Wirtschaftskrise, sind bereits eingepreist und es kann, ähnlich wie in der Coronakrise, sehr viel schneller zu einer Gegenbewegung kommen, als derzeit von vielen Akteuren erwartet wird. Es reicht dafür als Auslöser schon eine kleine Verbesserung der Nachrichtenlage rund um die aktuellen Krisenthemen.


Die Kursentwicklung an den Börsen dürfte im Herbst aufgrund der ungelösten Probleme zwar weiterhin volatil bleiben, jedoch sind die Bewertungen für langfristige Investoren mittlerweile hochattraktiv. Unsicherheiten können kurzfristige Schwankungen verursachen, wir sehen jedoch mittel- und langfristig ein enormes Aufwärtspotenzial. Lassen Sie sich daher von der aktuellen Berichterstattung nicht verunsichern und halten Sie an Ihren Aktienpositionen fest. Wie zuletzt im April und Juli bieten sich unserer Meinung nach auf dem aktuellen Kursniveau für mutige Investoren lukrative Investitionschancen.


Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für Fragen rund um Ihr Portfolio gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Juli 2022

Nach dem historisch schlechten ersten Börsenhalbjahr kam es im Juli zu einer Gegenreaktion an den Aktienmärkten. Die derzeitige Marktphase ist weiterhin geprägt von Unsicherheiten aufgrund von Rezessionsängsten, des Ukraine-Konflikts, Inflationssorgen und den erwarteten Zinserhöhungen als Gegenmaßnahmen der Notenbanken. Es sind immer noch Ängste im Markt, die geldpolitischen Maßnahmen könnten zu einem wirtschaftlichen Abschwung führen, falls die Zinsschritte der Notenbanken zu aggressiv ausfallen. Durch die negative Stimmung unter den Marktteilnehmern und wegen der Befürchtungen über die weitere konjunkturelle Entwicklung war die Erwartungshaltung für die Berichtssaison für das zweite Quartal so niedrig, dass über 75% der Unternehmen positiv überraschen konnten, indem sie die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern teilweise deutlich übertroffen haben. Beispielsweise haben die deutschen Automobilhersteller trotz gesunkener Absatzzahlen mehr verdient, da sie sich auf die margenstärkeren Teile ihrer Flotte konzentriert haben.


Auch die teilweise Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch Russland wurde vom Markt mit Erleichterung aufgenommen. Trotz der reduzierten Liefermengen erhöht sich der Füllstand der deutschen Gasspeicher: Stand heute etwa 70% des durchschnittlichen Niveaus der letzten 10 Jahre mit steigender Tendenz. Musste man durch die hohe Abhängigkeit von russischer Kohle, Öl und Gas zu Beginn des Ukrainekonfliktes noch weitreichende Konsequenzen für Deutschland befürchten, hat sich die Situation bei Öl und Kohle mittlerweile deutlich entspannt. Trotz des weiterhin hohen Anteils der deutschen Gasimporte aus Russland hat sich auch hier die Lage geändert, da die alternativen Versorgungswege mit Hochdruck implementiert werden und so die Abhängigkeit auf Sicht deutlich reduziert wird. Umgekehrt ist auch Russland abhängig von seinen Gasexporten in die europäische Union, da derzeit noch keine nennenswerten anderen Pipelines zur Vermarktung in andere Regionen der Welt existieren. Sollte Russland die Lieferungen an Deutschland nicht völlig einstellen, wird die jetzige Versorgungslage ausreichend sein, um die geplanten Reserven zum Winter hin zu erreichen. Die jüngsten Äußerungen von Altkanzler Gerhard Schröder nach seinem „Russland-Urlaub“ deuten zumindest darauf hin, dass die russische Führung einen Lieferstopp nicht beabsichtigt. 


Die Inflationszahlen bewegten sich zur Jahresmitte noch auf oder nahe an ihren Höchstständen und haben die Konsumentenstimmung eingetrübt, jedoch sehen wir hier in den nächsten Monaten eine Entspannung, vor allem durch die gesunkenen Rohstoff- und Energiepreise. So kamen die in unserem letzten Monatskommentar erwähnten Holzpreise im Juli nochmals um etwa 18% zurück und haben sich seit dem Hoch vor wenigen Monaten gedrittelt. Auch die Ölpreise notieren zum Teil wieder auf Vorkriegsniveau und sind, je nach Region, zwischen 20% und 30% von ihren Hochs entfernt. Die OPEC hat die Fördermengen jüngst erhöht, zusätzlich könnte eine Entspannung im Ukrainekonflikt weiter preissenkend wirken. Da die Energiepreise bei Minenbetrieben bis zu einem Drittel der Förderkosten und auch bei der Weiterverarbeitung der Rohstoffe einen erheblichen Anteil ausmachen, haben diese neben den konjunkturellen Erwartungen einen erheblichen Einfluss. Die Preise wichtiger Industriemetalle, wie Kupfer, Aluminium oder Nickel haben sich durchschnittlich um ein Drittel reduziert. Der Stahlpreis notiert mittlerweile 40% niedriger und auch die Preise für Rapsöl, Sonnenblumenöl und Weizen haben die Kriegsprämie wieder abgegeben und notieren ebenfalls auf Vorkriegsniveau. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, wann die Preise an der Supermarktkasse wieder sinken.


Die globalen Lieferketten kommen zunehmend wieder in Gang. Ein wichtiger Kostenfaktor für die gestiegenen Verbraucherpreise waren beispielsweise die durch die Energiepreise stark erhöhten Frachtkosten. Da über 90% der Industrie- und Konsumgüter per Container verschifft werden, spielen diese eine wichtige Rolle im Wertschöpfungsprozess. Nachdem sich die Containerfrachtkosten im Hoch verfünffacht hatten, kamen die Preise bereits wieder um 30% zurück und sinken derzeit praktisch im Wochentakt. Solche Preisersparnisse werden natürlich erst zeitversetzt durch die Unternehmen an die Endkunden weitergegeben.


Der Rückgang der Rohstoff- und Energiepreise und die damit von uns erwartete einhergehende Entspannung bei den Inflationsraten reduziert den Druck auf die Notenbanken, weitere deutliche Zinserhöhungsschritte vorzunehmen. In den USA werden beispielsweise schon erste Zinssenkungen für das kommende Frühjahr diskutiert. In der Folge kam es nach den stark gestiegenen Zinsen im ersten Halbjahr zu einer Beruhigung an den Rentenmärkten: Die Rendite für 10jährige US-Staatsanleihen fiel inzwischen von 3,5% auf 2,6%, in Deutschland von 1,7% auf 0,8%.


Die Situation an den Kapitalmärkten lässt sich derzeit wie folgt zusammenfassen: Abgesehen von kurzfristig nicht prognostizierbaren Schwankungen haben mittel- bis langfristig die Aktien- und Rentenmärkte historisch betrachtet äußerst attraktive Bewertungsniveaus erreicht. Die zukünftigen Zinsschritte der Notenbanken sind weitgehend eingepreist, ebenso wichtige Faktoren für eine sehr negative Konjunkturentwicklung. Gepaart mit dem aktuellen Stimmungstief bei vielen Marktteilnehmern für die weitere Entwicklung sehen wir ein deutliches Erholungspotenzial, da die Unternehmensergebnisse nach wie vor positiv überraschen könnten. Sollte sich zudem eine Entspannung im Ukrainekonflikt ergeben und sich die meist noch Corona bedingten Verwerfungen in den Lieferketten weiter auflösen, wird dies die Erholung an den Aktienmärkten beschleunigen.


In unseren verwalteten Portfolios und dem Skyline Dynamik Fonds setzen wir vor allem auf Fondsmanager, die von einer Erholung profitieren und dabei aufgrund der meist kleinen Fondsvolumina die Marktdynamik ausnutzen können. Bei der Regionen- und Themenauswahl achten wir zudem darauf, dass die Portfolios von der beschleunigten Transformation von der fossilen Energieerzeugung hin zu den Neuen Energien profitieren, die von der aktuellen Energiekrise zusätzlich an Dynamik gewinnt. Im Rohstoffsektor setzen wir neben den Edelmetallen Gold und Silber daher vor allem auf die zur Elektrifizierung benötigten Ressourcen wie Kupfer und Lithium. Hier sehen wir enorme Wachstumschancen in den kommenden Jahren. 

Die Bedeutung einer nachhaltigen unternehmerischen Tätigkeit wird weiter deutlich zunehmen. Auch wenn die Kriterien seitens des Gesetzgebers bisher schwammig formuliert und größtenteils unverbindlich sind, wurde das langfristige Ziel definiert. Bei der Titelauswahl werden die Fondsmanager künftig verstärkt auf Nachhaltigkeitskriterien achten und alle börsennotierten Unternehmen werden bemüht sein müssen, diese zu erfüllen. Bisher gibt es noch einige Konstruktionsmängel, diese werden aber in den kommenden Jahren behoben werden.


Fazit: Trotz der kurzfristigen Ungewissheit an den Aktienmärkten richtet sich der Blick der Anleger auf die mittel- und langfristigen Chancen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Mit den auf Sicht sinkenden Inflationsraten sollte sich die Stimmung wieder deutlich verbessern und die Zuversicht zunehmen. Die nach wie vor negativen Realzinsen und die verteuerten Finanzierungsbedingungen für den Immobilienerwerb machen die Aktienanlage zur attraktivsten Anlageklasse. In Kombination mit den historisch niedrigen Bewertungen und einem sich mittelfristig verbessernden konjunkturellen Umfeld sind steigende Kurse aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit. Lassen Sie sich daher durch die aktuelle Berichterstattung nicht verunsichern und behalten Sie trotz der hochsommerlichen Temperaturen einen kühlen Kopf.


Ihr Ansprechpartner von Fonds Direkt steht Ihnen für ein persönliches Gespräch gerne unter 06172-76450 zur Verfügung. 



Juni 2022

Im Juni fand an den Aktienmärkten aufgrund der kumulierten Ängste ein Ausverkauf statt, der das historisch schlechte erste Börsenhalbjahr komplettierte. Der DAX verbuchte ein Minus von etwa 11%, dies war das schlechteste Juni-Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen, auch der DJ Euro Stoxx gab um knapp 9% nach. Die Stimmungsbarometer fielen im Zuge der Aktienmarktentwicklung ebenfalls auf historische Tiefstände, nie war die Stimmung unter den Investoren so schlecht wie zurzeit. Die zwischenzeitliche Erholung der Aktienkurse ist passé, die Notierungen befinden sich wieder auf dem Niveau, auf das sie zu Beginn des Ukrainekonfliktes gefallen waren. Selbst Misch- und Rentenfonds verzeichneten zweistellige Kurskorrekturen, da die gestiegenen Zinsen die Anleihekurse ebenfalls gedrückt haben.



Nachdem manche Marktsegmente in der ersten Verkaufswelle noch verschont wurden, kamen in diesem Ausverkauf fast sämtliche Bereiche unter die Räder. Selbst Anlagesegmente, bei denen absehbar ist, dass sie von der Abkehr zu fossilen Energieträgern profitieren werden und auch noch politisch gefördert werden, wie zum Beispiel der Bereich Neue Energien, wurden abgestraft. Volkswagen hat gerade den Baubeginn seiner Batteriezellenfabrik in Salzgitter gefeiert, die Fahrzeugflotte vieler Automobilhersteller wird in Richtung E-Mobilität umgestellt. Die Nachfrage nach Lithium ist ungebrochen, der Preis bewegt sich weiter auf hohem Niveau, durch die Produktionsausweitungen ist ein Engpass absehbar, die Gewinnaussichten der Produzenten sind rosig – trotzdem sinken die Aktienkurse durch den anhaltenden Abverkauf.


Gold-, Edelmetall- und Rohstoffaktien, die in solchen Marktphasen normalerweise Stabilität versprechen und hochprofitabel sind, standen ebenfalls unter Druck. Hier konnten viele Anleger noch Kursgewinne realisieren, daher wurden selbst diese lukrativen Firmenanteile verkauft, da es vielen Marktteilnehmern nur darum ging, das Aktienrisiko im eigenen Portfolio zu reduzieren. Dieses Verhalten ist typisch für die Endphase einer Korrektur, in der sich eine Art Hoffnungslosigkeit breit macht, da man die schlechte Entwicklung der vergangenen Monate in die Zukunft fortschreibt und sich nur noch die sprichwörtliche Decke über den Kopf ziehen und am liebsten gar nicht mehr auf sein Portfolio schauen möchte.


Doch die Aussichten für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte sind bei weitem nicht so düster, wie sie derzeit in den Medien prognostiziert werden. Es gibt erste Anzeichen einer Entspannung, die aber in der momentanen Stimmungslage fast nicht wahrgenommen werden. Die hohen Rohstoff- und Energiepreise haben zu einer Ausweitung der Förderaktivitäten geführt. Unternehmen haben in den vergangenen Monaten zudem sämtliche verfügbaren Waren und Rohstoffe aufgekauft und die Lagerbestände erhöht, um der mangelnden Verfügbarkeit entgegenzuwirken und um eine möglichst hohe Planungssicherheit in der Produktion zu erreichen. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage auch durch die verteuerten Finanzierungsbedingungen ab und das absehbare Überangebot an Rohstoffen führt zu deutlichen Preisrückgängen. 


Erinnern Sie sich an die mangelnde Verfügbarkeit von Bauholz? Die Preise für Holz verdreifachten sich von September bis zum März dieses Jahres, Dachlatten in den Baumärkten waren Mangelware. Mittlerweile hat sich der Holzpreis wieder gedrittelt und ist auf das Niveau vom letzten Herbst gefallen, ohne dass dies thematisiert wird. Diese Entwicklung ist bei vielen anderen Rohstoffen ähnlich: Bei Kupfer ist der Preis um etwa 30% seit dem Frühjahr gefallen und hat das Niveau vom letzten Herbst erreicht, auch der Stahlpreis notiert knapp 30% unter seinem Hoch. Selbst der Ölpreis steht wieder bei 100 US-Dollar pro Barrel, nachdem in der Spitze fast 140 US-Dollar erreicht wurden. Wir können uns vorstellen, dass sich der Preis wieder auf das Vor-Corona-Niveau von 2018 bewegt und sich in einer Bandbreite von 70-80 US-Dollar einpendeln wird. Diese deutlichen Preisrückgänge werden zu einer Beruhigung der Inflation beitragen und so den Handlungsdruck auf die Notenbanken und die Politik deutlich reduzieren.


Mittlerweile sind wir in vielen Bereichen bei äußerst attraktiven Bewertungsniveaus angekommen, teilweise bei niedrigen einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Die meisten Firmen melden volle Auftragsbücher, können diese aber durch Personal- und Materialmangel kaum abarbeiten. Das Problem für die weltweit verlangsamte wirtschaftliche Entwicklung liegt also nicht an einer mangelnden Nachfrage, sondern hauptsächlich an den nach wie vor gestörten Lieferketten. Beispielsweise hat Airbus im letzten Monat 50 Maschinen fertigstellen können und plant dieses Jahr eine Produktion von 700 Maschinen. Doch alleine im letzten Monat wurden 300 neue Maschinen bestellt. Ebenso liegt der rückläufige Automobilabsatz nicht an der mangelnden Nachfrage, es fehlen Bauteile wie Computerchips oder Kabelbäume zur Fertigstellung. Wer sich gerade einen Neuwagen konfiguriert hat, wird mit Lieferzeiten von über einem Jahr konfrontiert, Fahrradhändler klagen über etwa 18 Monate Verzögerung bei der Auslieferung.


Viele dieser Probleme wurden auch durch die strikte Null-Covid-Politik in China verursacht, die als Konsequenz die Stilllegung ganzer Produktionsstandorte oder Häfen zur Folge hatte. Die dadurch verursachten Verwerfungen werden die Wirtschaft noch eine ganze Weile beschäftigen, aber eine Entspannung ist auch hier in Sicht. Überhaupt kann die Entwicklung in China eine Blaupause für die weltweiten Aktienmärkte sein: China taumelte als erstes Land in die Coronakrise, hatte mit Konjunkturproblemen, vor allem im Bausektor, zu kämpfen. In der Folge fielen hier auch als erstes die Aktienkurse, teilweise dramatisch um bis zu 80%. Die jüngsten Konjunkturprogramme und die leicht abgemilderten Gegenmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung entfalten jedoch ihre Wirkung: Eine Entspannung ist spürbar, die Konjunkturdaten verbessern sich und die Indikatoren sind teils überraschend positiv. In der Folge kehrten die Investoren zurück und der chinesische Aktienmarkt konnte entgegen der sonstigen Entwicklung im Juni deutlich zulegen.


Fazit: Die Kumulation der Ängste und Sorgen vor der weiteren konjunkturellen Entwicklung und den Auswirkungen der Inflation, hat zu einer außergewöhnlichen Marktsituation geführt. Alle bekannten negativen Faktoren wurden eingepreist und führten zu einem historischen Kursverfall im ersten Halbjahr 2022. Mittelfristig orientierten Anlegern bietet sich dadurch in der Breite die Möglichkeit zu deutlichen Kurssteigerungen. Sobald eine Beruhigung zu verzeichnen ist, weil sich Sorgen und Ängste auflösen, da es „nicht so schlimm kommt, wie erwartet“, werden die Investoren zurückkehren. Das Durchhalten oder Aufstocken der Aktienpositionen wird aller Wahrscheinlichkeit nach, wie in sämtlichen Krisen der Vergangenheit, auch dieses Mal belohnt werden. 


Lassen Sie sich also von der aktuellen Stimmung nicht anstecken und bewahren Sie weiterhin einen kühlen Kopf. Mutigen Investoren bieten sich in diesem Umfeld eine Vielzahl von chancenreichen Anlagemöglichkeiten, die Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner unter 06172-76450 gerne erläutert.



Mai 2022

Die weitere Entwicklung des Ukrainekonflikts ist schwer prognostizierbar – der bisherige Verlauf entsprach weder unseren Erwartungen, noch denen vieler Experten und nicht zuletzt auch denen der russischen Aggressoren. Das ukrainische Militär erwies sich als wesentlich widerstandsfähiger als von Russland erwartet. Der Konflikt zog sich dadurch deutlich länger hin, die erhofften schnellen Erfolge wurden nicht erzielt. Ein Ende der Auseinandersetzung ist derzeit nicht absehbar und die Folgen des Krieges sind noch völlig ungewiss. 


Nachdem die Entwicklung im Osten Europas nun wochenlang die mediale Berichterstattung beherrscht hat und eine Vielzahl von möglichen Szenarien durchgespielt wurden, treten langsam Gewöhnungseffekte ein, ähnlich wie bei den Kriegen im Jemen, Syrien, Afghanistan oder im Irak. Die Beiträge in den Berichterstattungen werden zunehmend kürzer, die Häufigkeit der „Brennpunkte“ nach der Tagesschau nimmt ab und die Einladungen externer Experten zur Darstellung ihrer Einschätzung zur Lage werden reduziert. Es scheint so, als wäre alles zu den Konfliktparteien gesagt – Talkrunden werden zu anderen Themen veranstaltet, etwa zu den Auswirkungen der Inflation, den staatlichen Unterstützungen durch das Energiegeld oder anderen gesellschaftlichen Problemen. 


Die Aktienmärkte haben sich in den letzten Monaten mit vielen negativen Themen beschäftigen müssen: Neben dem Krieg in der Ukraine wurden die Lockdowns in China, gestörte Lieferketten, steigende Energie- und Lebensmittelpreise sowie Zinsanstiege und die damit verbundenen Rezessionsängste in die Kurse eingepreist. Gepaart mit der ausufernden negativen Berichterstattung in den Medien hat dies zu einem nahezu historischen Stimmungstief unter den Marktteilnehmern geführt. Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind hingegen in vielen Bereichen im langfristigen Vergleich als äußerst günstig einzustufen. Doch Privatanleger und Profis sitzen auf Liquidität, die ihren Weg derzeit nicht in die Märkte findet. Die Kassenbestände bei Investmentfonds und Vermögensverwaltern haben einen historischen Höchststand erreicht.


Dabei gab es gerade in den letzten Wochen sehr viele positive Entwicklungen, die aber bisher nicht wahrgenommen wurden: Die gestörten Lieferketten sind dabei, sich wieder zu verbinden. Jüngst hat China für den Mai mehr als viermal so viele Exporte gemeldet als im April, doppelt so viel als erwartet. Der Frachtumschlag der Häfen und Flughäfen liegt bereits wieder bei über 95% des Normalwertes. Die Schiffsstaus, die sich vor wenigen Wochen noch vor den geschlossenen Häfen Chinas befanden, haben erst Amerika und zuletzt auch die Nordsee erreicht. In den USA haben sich die Staus mittlerweile wieder aufgelöst, hierzulande wird die ankommende Ware wohl ebenfalls in einigen Tagen den Weg zu ihren Empfängern finden. Doch anstatt sich darüber zu freuen, lauten die Schlagzeilen: „Schiffsstau nun auch bei uns!“


Neben der Entspannung im Bereich der Logistik hat Chinas Regierung ein umfangreiches Paket an Konjunkturmaßnahmen vorgelegt, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Auch der angeschlagene Wohnungsbausektor soll mit niedrigeren Zinsen für Hypothekendarlehen wieder auf Trab gebracht werden. Sollte die bisherige Null-Covid-Strategie auf Sicht zusätzlich etwas gelockert werden, könnte die Rückkehr zum Wachstumskurs gelingen. Der chinesische Aktienmarkt bleibt daher aufgrund seiner äußerst günstigen Bewertung und den positiven Aussichten hochattraktiv für Investoren.


In den USA wurde bereits kräftig an der Zinsschraube gedreht, um der Inflation entgegenzuwirken. Es ist davon auszugehen, dass die getroffenen Maßnahmen ihre gewünschte Wirkung entfalten. Die dadurch entstandene Kreditverteuerung hat beispielsweise die Immobiliennachfrage bereits gedämpft. Es gilt nun, den Balanceakt zu vollführen, auf der einen Seite die Inflation erfolgreich zu bekämpfen und andererseits die Konjunktur nicht zu stark auszubremsen. Gerade im Jahr der „Mid-Term-Elections“ gibt es daher einen entsprechenden Druck von Seiten der Biden-Administration auf die amerikanische Notenbank. Eine sich abkühlende Konjunktur und steigende Arbeitslosenzahlen würden den Beliebtheitswerten des Präsidenten schaden, dies gilt es zu verhindern.


Die europäische Zentralbank ist bei Weitem nicht so flexibel in Ihrer Zinspolitik wie die amerikanische Fed. Sie ist in ihrem Handlungsspielraum deutlich eingeschränkter, da zu stark steigende Zinsen automatisch Finanzierungsprobleme der südlichen Euro-Mitgliedsländer nach sich ziehen würden. Wir gehen davon aus, dass sich der Leitzins in Richtung der Null-Prozentmarke bewegen wird, vielleicht auch etwas darüber, jedenfalls wird es sich bei der Leitzinsanhebung eher um einen symbolischen Akt handeln, ein ähnlich starker Anstieg wie in den USA ist nicht zu erwarten. 


Außerdem sehen wir die treibenden Faktoren bei der Inflation nicht in der monetären Politik der Notenbanken, sondern in den fiskalischen Unterstützungsprogrammen der Regierungen sowie exogenen Faktoren, wie in den Angebotsengpässen durch die Lieferkettenprobleme. Große Nachfrage traf auf ein knappes Angebot, zusätzlich wurden die Preise im Energiesektor und im Agrarbereich durch Ängste und Spekulationen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg in die Höhe getrieben. Die Inflation sollte sich daher in den kommenden Monaten wieder abschwächen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Preise im Vergleich zu den Vorjahren auf einem höheren Niveau einpendeln werden. 


Während in den USA das Zins- und Inflationsniveau auf Sicht etwa auf gleicher Höhe liegen sollte, werden wir in Europa weiterhin mit einem deutlich negativen Realzins leben müssen. Dies verstärkt den Anlagedruck auf die Sparer, da Zinsanlagen nach wie vor unattraktiv bleiben und keine Alternative zu den Aktienmärkten bieten. Aufgrund des Zinsanstiegs in den USA und in Europa mussten Anleiheinvestoren in den letzten Monaten Kursrückgänge von deutlich über 10% verkraften.

Wir befinden uns daher in einer Marktphase, in der ein Cocktail vieler negativer Themen zu einer Korrektur mit anschließender Kaufzurückhaltung geführt hat. Die Liquidität kann aber nicht risikolos bzw. werterhaltend geparkt werden, so dass viele Anleger den Aktienmärkten nicht dauerhaft den Rücken gekehrt haben, sondern eher auf Signale zum Wiedereinstieg bzw. dem Aufstocken ihrer Positionen warten.


Sobald es also bei der Vielzahl der angesprochenen Themen eine Aussicht auf Entspannung gibt, dürften Erleichterungsreaktionen die Kurse deutlich nach oben treiben. An bestehenden Aktienpositionen sollte daher festgehalten werden, mutige Investoren können die derzeitige Verunsicherung für gezielte Zukäufe nutzen.

In unseren verwalteten Depots und in unserem Skyline Dynamik Fonds haben wir in den vergangenen Wochen keine großen Veränderungen durchgeführt. Nach der Marktbereinigung in den letzten Wochen gibt es viele hochattraktive Börsensegmente, vor allem in den von uns favorisierten Schwellenmärkten und im Rohstoffsektor sind die Aussichten sehr gut. Es bleibt abzuwarten, wann sich die Stimmung bei den Anlegern wieder aufhellt, dies hängt natürlich vor allem mit der weiteren Entwicklung in der Ukraine, dem Erfolg bei der Inflationsbekämpfung und der Gewinnentwicklung der Unternehmen zusammen, deren Auftragsbücher weiter prall gefüllt sind.


Wir bleiben daher vorsichtig optimistisch für das Börsenjahr 2022. Sollte sich bei dem einen oder anderen Thema eine Lösung abzeichnen, könnten die Kurse viel schneller steigen, als dies von den meisten Marktteilnehmern erwartet wird. Bis dahin gilt es, Ruhe zu bewahren und mit kühlem Kopf die Marktchancen zu nutzen.


Für Fragen rund um Ihre Anlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



April 2022

Der April war geprägt von Kursrückgängen an den Aktienmärkten, die die Zugewinne des Vormonats fast völlig aufzehrten. Die Sorgen um die Auswirkungen des Ukrainekonfliktes sind jedoch nicht mehr der Haupttreiber für die Kursbewegungen an den internationalen Börsen, die Zentralbanken und deren Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung sind in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Vor allem die amerikanische Notenbank FED hat mit deutlichen Zinsschritten reagiert und versucht dadurch Einfluss auf die Inflationsentwicklung zu nehmen. Die Befürchtung vor einer zu restriktiven Geldpolitik hat die Stimmung unter den Anlegern eingetrübt und gerade bei amerikanischen Aktien zu Abverkäufen geführt. Es wurden jedoch keine neuen Tiefs markiert, die Sorge über enttäuschende Geschäftsentwicklungen der Unternehmen bestätigten sich bisher nicht. Die Notenbanken sind sich des derzeitigen Spannungsfeldes bewusst und reagieren bislang im Rahmen der Markterwartungen. 


Die Inflationsraten waren bereits vor dem Ausbruch des Ukrainekrieges stark gestiegen. Einerseits führten die coronabedingten Lieferkettenprobleme zu Angebotsknappheiten, andererseits wurde die Nachfrage durch die Corona-Hilfspakete der Regierungen, Steuererleichterungen und Geldgeschenke, und die expansive Geldpolitik der Notenbanken befeuert, die teilweise über das erforderliche Maß hinausgingen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Inflationsraten ihren Höhepunkt erreicht haben und bald wieder sinken werden, sich aber auf einem höheren Niveau einpendeln als vor der Krise. 


Ausbleibende Fortschritte im Ukraine-Feldzug könnten für Russland verheerende Auswirkungen haben. Es sieht derzeit nicht danach aus, dass Putin den Krieg gewinnt. Die zunehmende Isolierung Russlands durch den Westen inklusive des bestehenden Sanktionsregimes kann für ihn persönliche Folgen haben, denn Russland braucht das Geld aus dem Rohstoffverkauf, nicht nur für Waffen, sondern auch für die Aufrechterhaltung des Regimes. Putin muss sich gesichtswahrend aus dem Konflikt zurückziehen können, um seine politische Zukunft nicht zu gefährden und um Russland nicht in eine Lage wie etwa Nordkorea zu manövrieren: Als gebrandmarkter Schurkenstaat mit China als einzigem Freund. Denn auch China hat kein wirkliches Interesse an einem starken Russland. Hoffen wir, dass sich diese Erkenntnis bald durchsetzt und der Konflikt in absehbarer Zeit beendet wird. 


Die letzten beiden Jahre haben bei vielen Unternehmen und auch Politikern zu einem Überdenken ihres bisherigen Kurses geführt. Sowohl der Krieg in der Ukraine als auch die Corona-Pandemie haben ihre Spuren hinterlassen. Die internationale Verzahnung der Wirtschaft, die Globalisierung, wird bereits in einigen Wirtschaftsbereichen zurückgedreht und die Produktion wieder regionalisiert. Man denke an die mangelhafte Masken- oder Arzneimittelversorgung zu Pandemiebeginn oder den aktuellen Mangel an Computerchips, der die Industrie derzeit vor große Herausforderungen stellt. 


Es wird infolge dieser Entwicklung zu massiven Investitionsprogrammen kommen, die positiv für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind. Beispielsweise kann alleine Intel für seine geplanten Chipfabriken in Magdeburg wohl einen zweistelligen Milliardenbetrag an Zuschüssen erhalten. Die zunehmend aufkommenden Sicherheitsbedenken vieler Länder ziehen massive Rüstungsinvestitionen nach sich und führen zu einer Neubewertung dieser oftmals geächteten Branche. Die Neuorientierung in der Energieversorgung dürfte zu einem beschleunigten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen führen, der Forcierung der E-Mobilität und zu einem Schub bei der Umgestaltung der Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität. 


Daraus ergeben sich lukrative Chancen an den Börsen. Der Ausblick für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte ist also trotz des aktuellen Konfliktes durchaus positiv zu bewerten: In Summe sind Aktien, gerade nach den erfolgten Korrekturen, weiterhin billig. Viele Unternehmen notieren deutlich unter ihren historischen Höchstständen und bieten somit Aufwärtspotenzial. Der weiterhin negative Realzins (Zins minus Inflation) macht Anleihen und Liquidität nach wie vor unattraktiv und bietet somit keine Anlagealternative. Sofern sich die Lieferkettensituation weiter entspannt, die Notenbanken maßvoll agieren und der Ukrainekrieg nicht weiter eskaliert oder gar endet, könnte das Börsenjahr 2022 noch einen positiven Verlauf nehmen.


In unseren verwalteten Portfolios und in unserem Skyline Dynamik Fonds haben wir daher nur kleinere Anpassungen vorgenommen. Nach wie vor sehen wir besonders im Rohstoffsegment und in den Emerging Markets sehr attraktive Investitionschancen. Unsere Investitionsquote ist weiterhin hoch und zufließende Liquidität wird für Zukäufe genutzt. Bleiben Sie daher Ihren Aktienengagements treu und nutzen Sie weiterhin die aktuelle Situation zum Einstieg oder zum Aufstocken Ihrer Positionen. Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen unter 06172-76450 für Fragen gerne zur Verfügung.



März 2022

Die seit letztem Herbst laufende Konsolidierung an den weltweiten Aktienmärkten setzte sich Anfang März dynamisch fort. Nach der starken Korrektur konnten sich die Kurse im Monatsverlauf wieder erholen. Nach dem kräftigen Kursanstieg in den Jahren 2020 und 2021 befinden sich die Aktienmärkte in einer gesunden Konsolidierung, um Kraft für die nächste Aufwärtsbewegung zu sammeln. Anders ausgedrückt: Nach den Zins- und Inflationsängsten im dritten Quartal des vergangenen Jahres und den Unwägbarkeiten durch den Krieg in der Ukraine haben sich die Investoren auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Wer Angst hatte, hat in den letzten Monaten verkauft, langfristige Anleger schauen dagegen nach interessanten Einstiegsmöglichkeiten. Das Spannungsfeld, in dem sich die Aktienmärkte derzeit bewegen, haben wir in unserem letzten Monatsbrief ausführlich behandelt.


Für Russland bleibt die Militäroffensive weiterhin ein Misserfolg. Die Ukraine gewinnt von Tag zu Tag an Stärke, dank der militärischen Unterstützung durch Waffenlieferungen und Hilfsgüter aus dem Westen. Putin muss allerdings seinen Feldzug innenpolitisch als Erfolg verkaufen können, um sein Gesicht zu wahren und seinen Machtapparat nicht zu gefährden. Eine aus russischer Sicht erfolgreiche Lösung könnte daher die „Befreiung“ der besetzten ostukrainischen Regionen sein, inklusive eines Landkorridors zwischen der vereinnahmten Krim und dem Donbass, also den Regionen Donezk und Luhansk. Viele Ukraine-Flüchtlinge hegen daher die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in ihre Heimat. Russland könnte im Rahmen der traditionellen Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai das Erreichen seiner militärischen Ziele und das Ende seiner „Spezialoperation“ verkünden und so ein Kriegsende zumindest in Aussicht stellen.


Doch neben dem medial alles beherrschenden Krieg in der Ukraine beschäftigen sich die Aktienmärkte auch mit den Auswirkungen der hohen Preissteigerungen und der unter-brochenen Lieferketten auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Die Inflation wird momentan vor allem durch die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise befeuert. Sollte es zu der erhofften Beruhigung in der Ukraine kommen, dürften die Rohstoffpreise wieder sinken. Zusätzlich wurden in den letzten Wochen weltweit die Förder- und Produktionskapazitäten stark ausgeweitet, um den Wegfall von russischen und ukrainischen Produkten möglichst zu kompensieren. Dies wird den Preisdruck zusätzlich vermindern. 


Die Notenbanken können das Umfeld sehr gut einschätzen und werden bei ihren geldpolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation auch die hohe Staatsverschuldung berücksichtigen. Die jüngste Ankündigung des derzeitigen italienischen Ministerpräsidenten und vormaligen EZB-Chefs Mario Draghi, die Wirtschaft seines Landes mit der Aufnahme von zusätzlichen Schulden anzukurbeln, dürfte den Handlungsspielraum der EZB weiter einschränken. Wir können uns daher nicht vorstellen, dass der europäische Leitzins in absehbarer Zeit in Richtung der alten Höhen angehoben wird, auch wenn die gestiegene Inflation einen gewissen Handlungsdruck verursacht.


Die letzten beiden Jahre mit den durch die Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg verursachten wirtschaftlichen Verwerfungen werden zu einem Überdenken der bestehenden Verflechtungen in den Produktions- und Lieferketten führen. Wir gehen davon aus, dass die Auslagerung von Herstellungsprozessen durch die Globalisierung in den zurückliegenden Jahrzehnten ein Stück weit zurückgedreht wird, um Abhängigkeiten, wie beispielsweise bei den Öl- und Gaslieferungen aus Russland oder der Produktion von Computerchips und Medikamenten in China, deutlich zu reduzieren. Durch diese strategischen Entscheidungen ergeben sich zwangsläufig neue Investitionschancen.


In unseren verwalteten Portfolios und unserem Skyline Dynamik Fonds fühlen wir uns mit unserer relativ hohen Gewichtung im Rohstoffsektor weiterhin wohl. Wir haben in den letzten Wochen keine größeren Anpassungen durchgeführt, beobachten jedoch die weitere Entwicklung und sehen weiterhin Chancen, vor allem in den Schwellenländern oder in Branchen, die günstig bewertet sind und die in den letzten Monaten nicht im Fokus der Anleger standen.


Sollte sich die Lage in der Ukraine entspannen, erwarten wir eine Erleichterungsreaktion an den Börsen, die die Kurse in Richtung der alten Hochs bewegen dürfte. Bleiben Sie also investiert und nutzen Sie die aktuelle Situation zum Einstieg oder zum Aufstocken Ihrer Positionen.


Wir wünschen Ihnen trotz aller Widrigkeiten ein frohes Osterfest im Kreise Ihrer Liebsten. Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner unter 06172-76450 gerne zu Verfügung. 



Februar 2022

Die Börsenentwicklung im Februar war vor allem durch die Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt geprägt, die zuletzt in einen offenen Krieg mündete. Seit Jahresbeginn verzeichneten die deutschen und europäischen Börsen zwischenzeitlich ein Minus von etwa 15%, die amerikanische Technologiebörse NASDAQ gab sogar um über 20% nach.


Derzeit beschäftigt die Marktteilnehmer vor allem die Frage, wie und wann die Gewaltspirale im Osten Europas beendet werden kann. Anfangs schien das Kriegsziel Russlands vor allem die Einverleibung der rohstoffreichen Regionen Luhansk und Donbass zu sein sowie das Zurückdrängen der NATO. Ob darüber hinaus weitere Ambitionen bestehen, zum Beispiel das Einsetzen einer russlandfreundlichen Regierung in Kiew, ist derzeit ungewiss. Die von Russland losgetretene Gewalt wurde von der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten von Amerika und vielen anderen Nationen der freien Welt mit Gegenmaßnahmen in Form von Sanktionen beantwortet, die in ihrem Umfang alles bisher Dagewesene übertreffen. Den Preis für den Angriff Putins zahlt die russische Wirtschaft und letztendlich die Bevölkerung Russlands. Der Wert des Rubels brach nach den Sanktionsankündigungen zeitweise um fast 40% ein, die russische Zentralbank hob den Leitzins von 9,5% auf 20% an, um die Währung zu stabilisieren. Das Ziel der Notenbank ist es, das Geld im heimischen Rubel zu halten und Vermögensverschiebungen ins Ausland zu verhindern. Daher wurde zusätzlich ein Verbot für Geldtransfers ins Ausland ab 10.000 USD erlassen. Ob die eingeleiteten Maßnahmen die gewünschten Erfolge erzielen, ist fraglich, sie wirken eher wie ein Akt der Verzweiflung.


Vermutlich hat Putin die Leistungsfähigkeit seines Militärapparates überschätzt und den Widerstand in der Ukraine und die Einigkeit des Westens unterschätzt. Zuletzt gab es Bilder von Panzern ohne Treibstoff auf ukrainischen Straßen und Berichte über Versorgungsmängel an der Front. Gegen Putin spielt die Zeit. Sollten die zugesagten Waffenlieferungen eintreffen, könnten seine militärischen Ziele schwerer erreicht werden. Zusätzlich dürften die Sanktionen den Unmut in der heimischen Bevölkerung schüren und ihn in innenpolitische Bedrängnis bringen. Er wird daher darauf bedacht sein, dass der zunehmende Druck durch enteignete Oligarchen und eine erstarkende Opposition nicht sein politisches Ende einläuten. Daher gehen wir davon aus, dass sich die Akteure in absehbarer Zeit um ein Ende des Konfliktes bemühen, bei dem alle Parteien einen gesichtswahrenden Kompromiss finden. Erste Äußerungen des russischen Außenministers über eine Zusammensetzung des ukrainischen Parlamentes, in dem auch die Interessen der russischen Bevölkerung vertreten sind, könnten in diese Richtung abzielen. Hoffen wir, dass die Vernunft bald wieder die Oberhand gewinnt und die Diplomatie ein Ende des Krieges herbeiführt. 


Der Weg bis zu einer Erholung an den Aktienmärkten wird zwar holprig bleiben, die letzten Tage zeigen jedoch, dass trotz aller Befürchtungen keine neuen Börsentiefs mehr erreicht wurden. Ängstliche Anleger haben in den zurückliegenden Wochen ihre Aktienquote reduziert, die starken Hände greifen derweil zu und zurückhaltende Marktteilnehmer warten noch auf eine Lösung des Konfliktes, um dann zu investieren. Die Welt wird auch in Zukunft auf russische Rohstoffe angewiesen sein und russische Firmen werden für ihre Produkte Abnehmer finden. Allerdings darf die Rolle Russlands in der Welt auch nicht überschätzt werden. Trotz der Bedeutung bei Öl- und Gaslieferungen trägt die russische Wirtschaft gerade einmal 1,3% zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei. Der starke Kursverfall nach der russischen Aggression und den westlichen Sanktionen hat dazu geführt, dass sich die Aktienbewertungen in Russland für langfristig orientierte Anleger mittlerweile auf einem äußerst attraktiven Niveau befinden. 


Während der Ukraine-Krieg zurzeit medial im Vordergrund steht, vollzieht sich weitgehend unbeachtet eine drastische Kehrtwende in der Politik: Man könnte den Eindruck gewinnen, die Ära Merkel wird innerhalb weniger Tage rückabgewickelt. Ihre oft im Alleingang emotional gefällten Entscheidungen und die opportunistischen Wendungen ihrer Politik haben vielen Beobachtern zufolge zu einer wirtschaftlichen und militärischen Schwächung Deutschlands geführt. Die politische Landschaft hatte sich durch einen Linksruck in der CDU und den dadurch verursachten Aufstieg der AFD nachhaltig verändert. Die Wehrpflicht wurde abgeschafft, der Sozialstaat durch Rentengeschenke an die immer älter werdende Stammwählerschaft aufgebläht, innenpolitisch wurde ein zunehmender Kontrollverlust durch die Flüchtlings- und Eurokrise zugelassen und mit einer ruckartigen Energiewende ein planwirtschaftliches Abenteuer gestartet, dessen Ausgang ungewiss ist. Entgegen aller Beteuerungen haftet der deutsche Steuerzahler mittlerweile für die Schulden anderer EU-Staaten. Sieben Jahre nach der großen Flüchtlingskrise fehlt immer noch ein Einwanderungsgesetz, das Deutschland als Ziel für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland interessant macht. Das politische Erbe Angela Merkels hat Deutschland in sehr vielen Bereichen an seine Belastungsgrenzen geführt.


Die Folge: Der von ideologischen Wünschen geprägte Inhalt des neuen Koalitionsvertrags der Ampel-Regierung ist nicht einmal ein Vierteljahr nach der Vereidigung von Olaf Scholz bereits Makulatur. Die Realität wird glücklicherweise nicht ignoriert, Pragmatismus steht im Vordergrund. Der grüne Wirtschaftsminister Habeck ließ verlauten, dass Sicherheit vor Klimaschutz gehe und außerdem geprüft werden solle, ob die Laufzeit der restlichen Atomkraftwerke verlängert werden könne. Auch die Folgen der unter anderem durch die zahlreichen staatlichen Umweltauflagen und Förderungen der neuen Energien stark gestiegenen Preise für Strom, Öl und Gas sollen durch staatliche Subventionen abgemildert werden. Dem weiteren Verfall der Bundeswehr wird mit einem Paket von 100 Mrd. Euro entgegengesteuert. Waffenlieferungen in das Krisengebiet Ukraine werden ermöglicht, obwohl eine Zustimmung der Grünen vor Monaten noch ein Ding der Unmöglichkeit schien. Wer hätte das gedacht?

Ähnlich wie einst Gerhard Schröder steht wieder ein SPD-Kanzler an der Spitze einer Bundesregierung, die den Scherbenhaufen einer langjährigen Vorgängerregierung beseitigen und dabei schmerzhafte Reformen anstoßen muss, zum Teil gegen die Überzeugungen der eigenen Wählerschaft. Dass daraus Gutes entstehen kann, hat die Agenda 2010 gezeigt, die in Deutschland zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Die Früchte dieses Erfolgs hat allerdings die Regierung Merkel geerntet. Ob Olaf Scholz  das Durchhaltevermögen besitzt, sich gegenüber der eigenen Partei durchzusetzen, wie einst Gerhard Schröder, wird spannend zu beobachten sein. 


Unter dem Eindruck der kriegerischen Auseinandersetzung in Europa und der weltweiten Spannungen spielt die Corona-Pandemie in den Überlegungen der Investoren keine Rolle mehr. Die Marktteilnehmer konzentrieren sich vielmehr auf das Wachstumspotenzial der Unternehmen und die äußerst attraktiven Bewertungen, die derzeit enorme Chancen bieten. Sobald sich die Nachrichtenlage in Bezug auf den Ukrainekrieg verbessert, sollte uns die Erleichterungsreaktion an den Börsen zu neuen Höhen führen, denn die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll und die Gewinnaussichten entsprechend hoch. 

In den verwalteten Portfolios und in dem Skyline Dynamik Fonds sind wir aufgrund der vorher schon angespannten politischen Lage seit längerem nicht in Osteuropa bzw. Russland investiert. Die Kursrückgänge der letzten Wochen haben in einigen Segmenten zu attraktiven Bewertungen geführt, die wir zu Umschichtungen und Aufstockungen der Positionen genutzt haben. Gerade im Rohstoffsektor spiegeln die derzeitigen Aktienkurse das zu erwartende Gewinnwachstum bei weitem noch nicht wider, von vielen Analysten wird bereits von einem neuen „Superzyklus“ für Rohstoffe gesprochen. Ähnlich sieht es in den Schwellenmärkten aus, hier ist beispielsweise in China eine Bodenbildungsphase zu beobachten.


Bewahren Sie daher weiterhin einen kühlen Kopf bei Ihren Anlageentscheidungen und nutzen Sie die aktuellen Kursrückgänge zum Aufstocken Ihrer Positionen. Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen bei Fragen rund um Ihre Fondsanlagen gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



Januar 2022

Das Börsenjahr 2022 startete turbulent, im Januar kam es zu deutlichen Kursrückgängen an den internationalen Leitbörsen. Die Stimmung wurde getrübt durch eine Nachrichtenlage, die gefühlt ausschließlich über negative Themen berichtete, wie beispielsweise die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Konjunkturprobleme, Inflationsbefürchtungen und mögliche Kriegsgefahren in der Ukraine. Vor allem die in der Vergangenheit gesuchten Technologietitel standen deutlich unter Druck, so dass die NASDAQ etwa 15% abgab. Doch auch in Europa verloren die Börsen teils über 10%. Der größte Faktor für diese Rückgänge war die Verunsicherung über die Reaktionen der Notenbanken auf die gestiegene Inflation und die damit verbundene Angst vor einem Überschießen der Maßnahmen, die zu einem Abwürgen der Konjunktur führen könnte. Denn die amerikanische FED hatte zuletzt angekündigt, dass man aufgrund des stärksten Wachstums der US-Wirtschaft seit fast 40 Jahren im vergangenen Jahr den Fokus heute wieder auf die Inflationsbekämpfung legt. Unter anderem sollen dazu die bisherigen Anleiheprogramme eingestellt und die Zinsen zügig erhöht werden.



Christine Lagarde, die Chefin der EZB, sieht die Inflationsgefahren jedoch gelassener als ihre amerikanischen Kollegen. Die europäischen Anleihekaufprogramme sollen lediglich um die zur Pandemiebekämpfung beschlossene Verdopplung reduziert und bis Oktober schrittweise auf das Normalmaß zurückgeführt werden. Erst wenn dies geschehen sei, könne über Zinserhöhungen nachgedacht werden. Für die Marktteilnehmer wird dieses Jahr also vor allem durch die Gratwanderungen der Notenbanken zwischen Inflationsbekämpfung durch Geldverknappungen und Zinserhöhungen auf der einen und die sich daraus ergebende Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf der anderen Seite geprägt sein.


Beim Blick auf die mögliche weitere Entwicklung gibt es jedoch auch viele positive Faktoren, die in der derzeitigen Stimmung zwar nicht beachtet werden, aber durchaus Hoffnung auf einen positiven Börsenverlauf in diesem Jahr machen. Aktuell deuten erste Wirtschaftsindikatoren in den USA bereits eine Abkühlung an. Was zunächst negativ klingt, könnte aber dafür sorgen, dass der Druck auf die FED nachlässt und die restriktiven Maßnahmen moderater ausfallen als derzeit von vielen Anlegern befürchtet. Dämpfend auf die möglichen Pläne für Zinsanhebungen aller Notenbanken wirken zudem die durch die Pandemiebekämpfungsmaßnahmen stark gestiegenen Staatsschulden vieler Länder. Hier würden zu hohe Zinsschritte Finanzierungsschwierigkeiten auslösen, so dass gerade die EZB eine erhöhte Vorsicht walten lassen wird.


Zudem scheint es so, als hätte die Pandemie ihren Schrecken verloren, auch wenn es sicherlich noch mehrere Wochen dauern dürfte, bis diese Erkenntnis sich aufgrund der neuen Datenlage auch im deutschen Gesundheitsministerium durchsetzt. Pandemieseitig gibt es seit dem Auftreten bzw. der Dominanz der Omikron-Variante deutliche Entspannungssignale. Beflügelt durch die zunehmend milderen Verläufe der Infektion werden in vielen Ländern Lockerungen der Einschränkungen diskutiert und umgesetzt, eine Rückkehr zur Normalität scheint in greifbarer Nähe. 


Damit einhergehend dürfte sich die Situation auch bei den Lieferketten weiter entspannen und der vorhandene Preisdruck sollte sich abschwächen. Die Unternehmen können also weiterhin kräftig verdienen und bei moderaten Zinssteigerungen dürfte die Geldversorgung für die Wirtschaft zu akzeptablen Konditionen gesichert sein.


Summa summarum fühlen wir uns daher sowohl mit unserer Aktiengewichtung als auch mit der Sektorenaufteilung in unseren verwalteten Depots und unserem erneut ausgezeichneten Skyline Dynamik Fonds unter den geschilderten Rahmenbedingungen wohl. Die aktuellen Kursrückgänge nutzen wir, um die vorhandene Liquidität zu investieren und Feinjustierungen an den Portfolios vorzunehmen. Einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen mit vielen interessanten Informationen und Grafiken erhalten Sie über unseren aktuellen Börsenbrief „Fonds Inside“.


Für Fragen rund um Ihre Fondsanlagen steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner gerne unter 06172-76450 zur Verfügung.



nach oben